Akademischer Gesangverein. §
Die heute Abend ausfallende Probe findet nächsten Samstag den
20. d. M., von 7-9 Uhr, statt.___________ Der Vorstand.
Erklärung.
Die Stadtvertretung hat geglaubt, gegenüber der öffentlichen Begründung unserer Auflösung eine Erwiderung in Form eines Protokollauszuges veröffentlichen zu sollen. Wenn in unseren Anführungen thatsächlich Vorwürfe für sie gelegen waren, so mußte sie wenn sie gekonnt hätte, die Thatsachen berichtigen. Sie erklärt dies unter ihrer Würde findet es aber mit letzterer vereinbar, auf rem sachliche Darlegungen mit einem persönlichen Angriff der äußersten Art zu antworten. Die psychologische Erklärung liegt auf der Hand; Wahrheit, bitter, unwiderlegbar, reizt bis zum Verlust der Haltung. Wirkliche Würde hätte nach beiden Richtungen hm das Gegentheil bedingt.
Der wahre Grund unserer Auflösung, der in einer jebe üble Deutung zulallenden Weise unausgeführt bleibt, soll die Beseitigung unseres Hauptmanns gewesen sem, der der seit Jahren erstrebten Neuorganisation cntgegenstand, dem man vorwirst, daß er an Interesse und Thatigkeit seit Jahren immer mehr verloren habe, und dem man mi vor Jahr überall in der Stadt das Geschre, machte daß er Ausrüstungsstücke namentlich Weggereister verwahrlose und verloren gehen lasse. Ware das unser Zweck gewesen, chann hätten wir denselben einfacher und sachgemäßer durch Nichtwiederwahl oder ^^raumsbes^luß^erreicht.^^ j>jx von uns angegeben«. Sie waren dem Antrag beigegeben, wurden in der Generalversammlung vom 4. l. M. Punkt für Puntt vorgetragen, blieben unwidersprochen und es wurde darnach die Aufloiung und zugleich die Veröffentlichung jener Gründe, und zwar fast einstimmig, beschlossen. Letztere wurde dem Vorsitzenden übertragen, der nur selbst erklärte, den Entwurf zunächst folgenden Abends dem Vorstand vorlegen zu wollen. Dies ist auch geschehen, nur daß einige Mitalieder bei Vereinbarung des Ortes der Sitzung nicht mehr zugegen waren und so ausbliebcn. Der Entwurf fand einstimmige Annahme und wir genehmigen die damalige Ansprache hiermit insgesammt, einstimmig, wiederholt.
Die Folgerung aus dem Umstand, daß einige unserer Leute, wohl noch nicht es in der neuen Feuerwehr versuchen, ist nicht sehr glücklich, da wir ja ausdrücklich voraussetzten, es werde unser Schritt sich als Anstoß zu besserem Verhalten des Stadtvorstandes gegenüber der Feuerwehr erweisen; dagegen begreift sich wohl leichter die Logik der Thatsache, daß die beiden einzigen Mitglieder unseres Vorstandes,, welche den Versuch in der neuen Feuerwehr unternehmen, sowohl unserer Ansprache m Nr. Wb wie auch dieser Erklärung in unserer heutigen Sitzung ausdrücklich und in Ueberem- stimmung mit allen übrigen Mitgliedern belpflichtcn.
Unsere Voraussetzung, daß unser Schritt den Stadtvorstand zur Forderung der neuen Feuerwehr nöthigen werde, trifft jetzt schon ein; was nun aber weiter eingetroffen ist der hochherzig- Dank vom Haus Oesterreich für langiahrige opfervollste Hingabe an das Löschwcsen unserer Stadt, den haben wir freilich nicht vorausfetzen können und mögen. Vorstand der aufgelösten freiw. städt. Feuerwehr.
Hierdurch die ergebene Anzeige, dast ich vom 16. d. M. an im Hause des Herrn
Rentner Bender (Bender'sche Cigarrenfabrik), Selterstveg C. 73,
Ecke des Selterswegrs und der Süd-(NkUkn-)Anlsgr,
wohne.
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Richard Türschmanii
Mittwoch den 17. Mai, Abends 8 Uhr, in der grossen Aula:
Recitation des Othello
von Shakespeare.
Billets bei den Herren J. Ricker und W. Rudolph: Sperrsitz Mk 1.50 (für Familien Preisermässigung). Saalbillets Mk. 1.—.
Billets für studirende ä 75 Pfg. bei Herrn Verwalter Stork.
Schülerblllets ä 50 Pfg. bei den Pedellen des Gymnasiums und der ___________Realschule.__3493
An unsere Mitbürger!
Wie bekannt, hat sich die seitherige „Freiwillige städtische Feuerwehr" am 11. d. Mts. aufgelöst.
Um jedoch unsere Stadt bei etwa ausbrechendem Brande nicht ohne den nöthigen Schutz zu lassen, den eine wohl organifirte Feuerwehr zu bieten im Stande ist, hat sich bereits am 5. d. Mts. eine Anzahl hiesiger Bürger und Einwohner zur Gründung einer neuen Feuerwehr vereinigt, die sich nun auch durch eine am 10. d. Mts. stattgefundene Hauptversammlung unter dem Namen
„Gießener freiwillige Feuerwehr"
definitiv constituirt hat.
Obgleich diese neue Feuerwehr eine stattliche Anzahl Mitglieder schon zu verzeichnen hat, so fehlt es doch noch an ausreichender Mannschaft zur erfolgreichen Bedienung der vorhandenen Löschgeräthe. Der unterzeichnete Vorstand richtet daher an die Bewohner Gießens die Bitte, der „Gießener freiwilligen Feuerwehr" möglichst zahlreich beitreten zu wollen. Widmet dadurch doch Jedermann sich einem Ehrendienste, der das Wohl Aller ohne Ausnahme verfolgt! Aufnahmefähig ist jeder unbescholtene Mann, der gesund ist, die zum Fcucrwehrdienst nöthige körperliche Befähigung besitzt in Gießen seinen ständigen Wohnsitz hat und mindestens 18 Jahre alt ist. Für die aktiven Mitglieder ist ein vierteljähriger Beitrag von 50 Pf. in Aussicht genommen. Freunde unserer Feuerwehr, denen der Eintritt in den aktiven Dienst durch vorgerücktes Alter oder Gesundheitsverhältnisse verboten wird, können derselben als außerordentliche Mitglieder beitreten und der guten Sache durch einen Beitrag nützen, dessen Höhe dem Ermessen des Einzelnen überlassen bleibt. Anmeldungen nimmt jedes der unterzeichneten Vorstandsmitglieder gern entgegen.
Möge die Einwohnerschaft Gießens unserer jungen Feuerwehr aufmunterndes Wohlwollen entgegen bringen, das im Stande ist, jene Lust und Liebe zu wecken, die in dem verantwortungsvollen und schweren Feuenvehrberuf unbedingt nöthig sind. Dann wird sie der Stadt wirklich zum Schutz und Segen gereichen. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr! 3436
Der Vorstand der „Gießener freiwilligen §euerwehr:"
L. Petri II., 1. Hauptmann. C. Dcmuth, 2. Hauptmann.
Scheyda. Schmuck. C. Müller. Julius Möhl. L. Petri III., W. Böger. H. Scherst. H. Schaffstädt. C. Leib. C. Berg. A. Lauber. <S. Stieber.
Vorstehendem Ansons von ganzem Herzen uns anschließend wünschen wir, daß derselbe von dem gehofften Erfolge begleitet sein möge.
Gießen, den 13. Mai 1882.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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Näheres in der Exped. ds. Bl.
Verantwortliche Redacttou: A. Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch in Gießen.


