,u erstreben Vieles ist bereits seit der Schöpfung der Vereinigung sowohl im Interesse der Meister als auch der Gehilfin und Lehrlinge geschehen, aber immerhin harren noch eine ganze Reihe von Fragen einer nach allen Seiten hin befriedigenden und gerechten Lösuna Aber Alles dies kann nur dann zu einem ersprießlichen Ganzen gedeihen, wenn die Meister aus allen Gauen Deutschlands sich zur Vereinigung zusammensinden, um über die zu regelnden Fragen gemeinsam zu beralhen und gemeintame Beschlüße ru fassen. Seither war es fast ausschließlich der Norden unseres Vaterlandes, m welchem die Vereinigung der Schmiedemeister kräftig Wurzel gefaßt hat und alle Verbandstage, die bis jetzt stattsanden, wurden stets unter sehr zahlreicher Bethewgung in größeren Städten Norddeutschlands abgehalten. Aus dem letzten Verbandstage, welcher tm Mai des verflossenen Jahres in Hannover stattfand, wurde indessen mit Freuden die Wahrnebmung gemacht, daß auch in einer Reihe von mittel; und süd- deuischen Städten sich Zweigvereine selbstständiger Schmledemeister gebildet hatten und deßhalb der allseitige Wunsch laut wurde, Süddeutfchland kräftiger zu dem allgemeinen Verband hercmmzrehen. Um diesen Zweck zu erreichen, wurde beschlossen, den diesjährigen 7. Schmiedetag nach Mainz zu verlegen, da Mainz als die geeignetste Stadt erschien, Mittel- und Süddeutschland die Gelegenheit zu bieten, den abzuhaltenden Schmiedetag zu besuchen. Jeder selbstständige Meister ist berechtigt, die Versammlung, welche in dem herrlichsten Renaissancebau Deutschlands, in dem ehemaligen Akademie- saale des Residenzschlosses der Kurfürsten von Mainz, abgehalten wird zu besuchen um sich von dm Bestrebungen, die der Verband der Schmiedemeister bezweckt, zu überzeugen Die altbewährte Gastfreundschaft des „goldenen Mainz am Rheine wird sich auch an den Tagen des 19. und 20. Mai auf's Neue bewahrheiten und glauben wir den fremden, unsere Vaterstadt besuchenden Gästen schon jetzt die Versicherung geben zu können, daß sie nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten m Mainz und seiner reizenden Umgegend auch einige vergnügte Stunden verleben.
Homburg v. d. H. Unter allen hiesigen Sehenswürdigkeiten nimmt das Saalburg-Museum mit seinen zahlreichen Fund- und Sammelstücken aus den verschiedensten Eulturepochen den ersten Rang ein, dessen ungeachtet besuchten es im Jahre 1881 gegen ein Entree von 50 H nur 483 Personen, was einer Einnahme von jt. 241.50 gleichkommt. Das Museum, das unter der Leitung des Herrn Baumeisters Jacobi und des Conservators Herrn Keller fleht, hat übrigens in letzter Zeit wieder mehrere Bereicherungen erfahren, u. A. das Modell einer römischen Wachtstube in ein Viertel der natürlichen Größe, das Modell einer römischen Handmühle, ein großer, sehr detaillirter Sttuationsplan über die Saalburg-Anlage. Die Münzsammlung des Saalburg-Museums, ein non plus ultra, ist gleichfalls bereichert worden und weist jetzt über tausend römische Münzen auf. Aus vorrömischer Zeit befindet sich der große, der englischen Kirche gegenüber gefundene Bronzeschatz, welchen der Eigenthümer des betreffenden Grundstückes, Herr Adolf Schwarz, dem Museum geschenkt hat, im Saalburg-Museum. Er umfaßt über 200 Nummern der verschiedensten Gegenstände, wie Ringe, Waffen, Werkzeuge und sonstige Gegenstände, deren Bestimmung sich heute nur noch vermuthen läßt, und repräsentirt einen großen Werth. Schon dieser Fund allein macht das Museum, dem er noch nicht lange einverleibt ist, sehr besuchenswerth. Außer diesen Neuheiten wäre noch die kaum erst geschaffene, wenig Wochen alte, ethnographische und homburgisch-historische Abtheilung zu erwähnen. Hier hat die Sammlung von Waffen, Gebrauchs- und Schmuckgegenständen anderer Volker des leider zu früh verstorbenen Herrn Adalbert von Barnim einen Platz gefunden. Ferner sei das der Landgräfin Elisabeth weiland gehörige Modell des Schlosses von Totheringay, m welchem am 8. Februar 1587 nach 19jährtger G-sangenschaft Maria Stuart enthauptet wurde, hervorgehoben. Das Modell soll mehrere geheime Fächer, resp. Nischen enthalten, m denen sich wahrscheinlich Schriftstücke befinden. Das Geheimniß, sie zu entdecken, hat man bis jetzt vergeblich zu ergründen gesucht. Das Saalburg-Museum verdankte seine Existenz eigentlich nur wenigen kunstverständigen Männern, die Geld und Zeit dem schönen Unternehmen opfern- Es steht zu wünschen, daß durch zahlreicheren Besuch, sowie durch Beittäge von Alterthümern rc., das Museum gefördert weide.
— [@in Sonderlings '' Der exeentrische Fürst Sulkowski, Herzog zu Bielitz, welcher noch immer in Berlin verweilt, hat sich im vergangenen Sommer unter anderm das Vergnügen gemacht, von Luzern aus auf die Spitze des Pilatus ein Elavier hinauftransportiren zu lassen, weil ihn die Lust anwandelte, dort oben einige Stunden zu musiciren- Im Hotel zu Kopenhagen, wo er unlängst verweilte, betrug seine Rechnung nicht weniger als 37,000 Kronen. .
— [Eine angenehme ßoQegin.) Eme Jllinois-Zettung schrieb wahrend der jüngsten kalten Tage: „Leider haben wir von einem Unglück zu berichten, das unserem lieben Collegen, dem Redacteur der hiesigen Wochenschrift, gestern passirt ist. Ihm sind beide Ohren derart erfroren, daß ihm von jedem eine Elle, und zwar bis zum zweiten Knoten, hat ampntirt werden müssen- Es ist nur gut, daß die Stummel noch hinlänglich lang genug sind, um für seine Stellung noch vollkommen auszureichen." ... „ .
— [Chemische Wortbildungen.) Die „Revue Scienttfique" macht die folgende treffende und amüsante Bemerkung: „Seit einiger Zeit fällt es auf, daß gewisse Namen in der organischen Chemie oft dreißig bis vierzig Buchstaben haben und die Erfinder scheinen sogar sehr befriebigt, daß sie, selbst um diesen Preis, den Substanzen, die sie endeckien, einen Namen geben können. Hier sind drei solcher Namen, die tn Fachwerken vollständig gang und gäbe sind: ethylenetetramethyldiphenylphosphonum — orthomononitrodiphenyldiacetylen — diparatolyldidiazophenylur.“
- [Durchstechung der Pyrenäen) Der „Köln. Ztg." schreibt man: Die Pyrenäen-Halbinsel ist zur Zell durch zwei Bahnen mit Frankreich verbunden,„deren eine, von Bayonne nach Madrid führend, bei Jrun das Gebirge überschreitet, während die zweite, welche von Perpignan nach Barcelona führt, in der Nähe von Port Ven- dres den Kamm der Pyrenäen kreuzt. Dem internationalen Verkehrsbedürfniß wäre damit eigentlich Genüge geschehen, wenn die Verwaltung und Ausstattung der Bahnen nur eine bessere wäre. Gleichwohl war es feit langer Zeit ein Lleblmgsgedanke der Spanier rote der Süd-Franzosen, die Pyrenäen zu durchstechen und einen Tunnel herzustellen, welcher beide Lander verbindet. Ein internationaler Ausschuß prüfte die besseren Lagen und richtete sein Augenmerk hauptsächlich auf Bielfa und (Sanfranc. Die Spanier haben nach langer Prüfung dem letzteren Kamme den Vorzug gegeben und die Cortes haben ein Gesetz angenommen, welches für den Plan einer Eisenbahn von Huesca nach der französischen Grenze die nötbigen Grundlagen bildet. Die Commission zum Ban der Bahn soll im Submissionswege vergeben werden. Der Staat wird einen Bauzuschuß von 60,000 Frcs. für das Kilometer geben und das Ministerium
ist ermächtigt worden, mit der französischen Regierung einen Vertrag in Bezug auf den Bau und die Ausbeutung des Tunnels abzuschließen. Spanien wird seinerseits die halbe Länge der Strecke bauen. In Frankreich nimmt man den Plan sehr günstig auf. Die „France" verspricht sich von dem Tunnel einen vermehrten Austausch spanischer Rohstoffe und französischer Industrie - Erzeugnisse und wirksamere Bekämpfung der englischen und deutschen Concurrenz. Die letztere wird dem Bau des Tunnels einigermaßen ruhig zuschauen dürfen. Noch bezeichnender ist indeß die chauvinistische Auffassung, welche die „France" der politischen Bedeutung dieses Tunnels beilegt. „Spanien", schreibt das Pariser Blutt, „ist zur Zeit mehr unser Freund als Italien. Es steht int Begriff, feinen Handelsvertrag mit uns zu unterzeichnen; wohlan, unterzeichnen auch wir diesen Tunnelvertrag mit ihm, und derselbe wird uns morgen gestatten, mit größerem Recht als Ludwig XIV. zu sagen: Es gibt feine Pyrenäen mehr."
— Am schwarzen Brett der Berliner Universität ist seit gestern ein selten erscheinender Anschlag mit der Ueberschrist: „Im Namen des Königs" ausgehängt. Der Anschlag verkündet die Relegation des stad. jur. Masai Leon Saweljewitsch, Chirurg aus Rußland, wegen Diebstahls, Urkundenfälschung, Unterschlagung und Betrug.
— Der Import japanesischer und chinesischer Luxus-Artikel nach Berlin hat in letzter Zeit so überaus großartige Dimensionen angenommen, daß die Einfuhr dieser Waaren sich im vergangenen Jahre auf nahezu sieben Millionen Mark beziffert hat. Vorzugsweise sind es die latfirten Holzwaaren, die Vasen und Service aus Porzellan und jetzt beim Herannahen der ©oinmerfaifon die Palmfächer, welche besonders stark begehrt sind. Von letzteren hat ein Berliner Haus über 50,000 Dutzend liefern lassen.
— [Erdbier.) Eine seltsame Geschichte berichten amerikan'sche Blätter aus Franklin, einer Stadt in der Petroleum-Region der Vereinigten Staaten. Am Ufer eines Baches daselbst befindet sich ein Hügel, der sich bei Nachbohrungen auf Petroleum sehr ergiebig erwies. Insbesondere eine Firma, Rial und Sohn, hatte dort große und ergiebige Peiroleumquellcn gefunden und machte damit viel (Selb, dis endlich eines Tages der Vorrath dennoch erschöpft schien- Die Firma gab nun ihren Arbeitern den Auftrag, tiefer zu bohren. Dies geschah und endlich traf man wieder auf Erdöl und als die Pumpe in Thätigkeit gesetzt wurde, kam em andauernd voller Strom der kostbaren Flüssigkeit zu Tage. Indeß gab cs einen eigenthümlichen Umstand dabei. Die Flüssigkeit hatte nicht ganz die Farbe und den Geruch von Erdöl, noch wollte sie Feuer fangen. Ein kühner Bursche entschloß sich endlich, sie zu kosten, um sich eine Meinung über ihre Qualität zu bilden Nachdem er einige Tropfen auf feine Zunge gebracht, schmatzte er behaglich mit den Lippen und meinte, ,ba müsse man dazu sehen." Er steckte das Ende eines Rohres in den Mund und trank eine so große Quantität des neuen Quellenproductes, daß feine Kameraden ihn endlich roegnffen, damit er sich feinen Schaden zufüge. Aber die Neugier drängte sie, feinem Beispiele zu folgen und die Confequenz war, daß Jeder von ihnen tranf, bis sie eine Stunde später Alle bewußtlos auf dem Boden ausgcstreckt unterlagen. Die Kunde verbreitete sich schnell, daß an dem neuen Oelbrunnen von Rial und Sohn etwas ganz Ungewöhnliches vor sich gehe. Die ganze in der Nähe hausende Bevölferung eilte herbei, um das wunderbare Erdöl zu foften und bald begannen die Leute schwerfällig zu reden, ihre Kniee schwanften und eine Betäubung überfiel sie. Nach und nach taumelte Alles zu Boden. Endlich famen Mr. Rial und fein Werf führ er herbei und waren nicht wenig erstaunt über den Anblick, der sich ihnen darbot. Der Werfführer foftete die Flüssigfeit und erflärte, daß sie einen seltsamen Biergeschmack habe. In Eile sendete Mr. Rial nach Herrn Großmann, dem Brauer und größten Bierfenner iw ganzen District, um sich mit ihm über den Gegenstand zu berathen- Der Brauer fam, kostete die Flüssigkeit und rief entsetzt aus: „Mein Gott, das ist Bier, mein Bier; Sie haben bis in meinen Keller gebohrt!" Weitere Nachforschungen zeigten, daß der Brauer Recht hatte; der Keller wurde untersucht und das größte Faß war nahezu erschöpft- Die (Sonfumenten dieses seltsamen Erdöls kamen nach und nach zu sich — und heute wünschen manche von ihnen, daß ihnen ein launenhafter Zufall öfter solche tolle Streiche spielen möchte.
— Der Affe beim Zahnarzt — genauer: der Zahnarzt beim Affen, ist das neueste Idyll aus dem Zoologischen Garten im Regents-Park zu London. Em großer Pavian hatte eine dicke ^Backe bekommen, saß trübselig in einer Ecke, roimmene unb preßte die Hand auf die schmerzhafte Stelle. Mahlzeiten verschmähte er gänzlich; kurz er verhielt sich ganz wie ein Mensch, in dessen Kinnbacken der böse Dämon Zahnweh sein H"im aufgeschlagen. Allein fein Leiden blieb nicht unbemerkt. Mr. Collam, der Secretär der Kgl- Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeit gegen Thiere, regte Mr. Hammond, einen berühmten Londoner Zahnarzt, an, dem tränten Peter den tränten Zahn auszuziehen. Peter aber war sehr unwirsch und erst nach vielem Zureden seitens des Lieblingswarters erlaubte er, ihm das Chloroformläppchen auf den Mund zu legen. Chloroform schien ihm angenehm zu duften und zu — schmecken; n leckte die Tropfen von dem Linnen ab, statt sie e-nzuathmen, bis er schließlich auf diese Weise besinnungslos wurde. Mr. Hammond öffnete ihm nun den Mund und entdeckte gar bald den tränten Zahn, den ersten Backenzahn der oberen Reihe. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es auch schließlich, denselben zu entfernen, furz ehe Peter wieder zum Bewußtsein erwachte. Nach dem Erwachen war der Affe sehr munter, befühlte aber anscheinend mit vieler Veiwunderung die Zahnlücke. Den ihm überreichten Backenzahn warf er achtlos hin, dagegen zeigte er Hunger und machte sich gleich über seine Mahlzeit, welche ihm allerdings tn feinem „Chloroformkater", wie die Operateure sagen, nicht gut b.tam.
Handel und Verkehr.
Gießen, 15. April. Auf dem heutigen Wochenmartte foftete: Butter per Pst». JL 1.05—1 15, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 0 H, Enteneier per ©HW 5-6 A Gänseeier per St. 9-10 H, Käse p. St. 5—8 A Käsematte per Stück 2-3^, Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 33 Tauben das Paar 80-90 Hüb"" per Stück JL 1.40-1-70, Hahnen per Stück JL 2 00—0 0», Enten per Stück 2 00-2.50, Ochsenfleisch per Pfund 64- 66 H, Kuh- und Rindfleisch 50-56 A Kalbfleisch^ bitz 48 A Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 A, Kartoffeln 10t Kilo jL 4 00—5.00, Zwiebeln der Centner JL 12, Milch per Liter 16—18 H.
Frankfurt a. M., 15. April, Nachmittags 2 Uhr — Mn. ^^^raphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäst Albert Kaufmann Gießen.) Creditactien 288%, Staatsbahnactien 278%, Galizier 266%, Asterr- ® tbe 66, 40/0 Ungar. Goldrente 76‘/lß, 4«/0 1880er Nüssen 71%, 2. Orient-Anleihe 57%, 5% Rumänische Rente 89%, Lombarden 124%. Tendenz fest.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
In Klein-Linden wird am 16. April 1882 eine Posthülfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Herrn Bürgermeister Germer übertragen worden ist.
Darmstadt, 12. April 1882.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
_________Hagemann.______________________________
Wohnungs-Veränderung.
Von heute an befindet sich meine Wohnung Löwen gasse im Hause der Frau Wittwe Gebhard. Schelle befindet sich am Hause.
Lina Herbert,
2757 ______Hebamme.___________
2777 3^ Mn beoorstedenven Schulwechscl empfehle ick- fammt- liche Schulbücher, Schreibhefte, sowie alle in dieses fifach cinschlagende Artikel.
Wilh. Klee, am Markt.
Landcspserdezucht-Verein.
Die Herren Mitglieder und sonstige Pferdefreunde beehren wir uns zur
Generalversammlung
auf Sonntag den 14. Mai, Nachmittags 2V2 Uhr, in das Gasthaus zur Krone zu Groß-Gerau ergebenst einzuladen.
Tagesordnung:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
2753
Jahresbericht des Vorstandes.
Bericht über die Rechnung und Decharge.
Ausschußwahl (§. 8 pos. 2 der Statuten).
Antrag des Herrn Rittmeister ä 1. s. Heyl-Worms auf Ueberfchüsse aus den Prämien für Vereinsstuten.
Beitrag zur Landesausstellung.
Einfuhr von Stutfüllen.
Verwendung der
Darmstadt, den 14. April 1882.
Der Vorstand.
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