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maliaen Ausaaberi. Auf Preußen und die ihm unterstehenden Kontingente ent­fallen von den fortdauernden Ausgaben 264,302,915 <X (900,041 *X. mehr), auf Sachsen 21,450,937 «X (85,483 <X mehr) und aus Württemberg 14170 062 «X (126,393 «X weniger), von den einmaligen Ausgaben auf Preußen 7,351,224 (2,970,196 <X mehr), aus Sachsen 447,000 «X.

(525 361 «X weniger) und auf Württemberg 594,797 «X. (201,998 -X. weniger). Das Mehr an fortdauernden Ausgaben fällt vorzugsweise auf das KapitelNaturalverpflegung." Unter den einmaligen Ausgaben des preußischen Etats finden sich 1,699,000 -X. als erste Rate zum Austausch, bezw. zur In­standsetzung im Gebrauch befindlicher Gewehre, sowie zur Bewaffnung der nicht mit Gewehren versehenen Mannschaften der Fußtruppen mit Revolvern. Die Einnahme der Militärverwaltung für Rechnung der Bundesstaaten, mit Aus­schluß von Bayern, ist für Preußen auf 3,507,232 eX. (661,843 cX. mehr als im Vorjahre) und für Sachsen auf 198,077 JL (2893 °X mehr), für Würt­temberg auf 123,809 <X (12,630 -X. weniger), die Einnahmen der Mrlrtär- verwaltung für Rechnung der Gesammtheit der Bundesstaaten für Preußen aus 182,270 eX. (6039 «X weniger), für Sachsen auf 0 eX. und für Württemberg auf 651 cX. (gegen 0 <X im Vorjahre) berechnet.

An das General-Postamt wird, wie verlautet, eine Petition wegen Abstellung eines Widerspruchs zwischen den Bestimmungen des inländischen mit denen des internationalen Postverkehrs gerichtet. Während es nämlich inner­halb des deutschen Reichspostverkehrs verboten ist, Drucksachen, Nollen rc. in Rollenform unter Drucksachenporto mit der Post abzuschicken, und solche Sen­dungen vielmehr mit der Post als Pakete übergeben werden müssen, werden dieselben als Drucksachen nach den Ländern der Weltpostvereine angenommen. So kommt es, daß eine in Rollenform gelegte Sendung (etwa von gedruckten Noten) im deutschen Verkehr 50 H Porto verursacht, während sie nach New- York nur 5 kostet. Diese Ungleichheit soll auf einzelne Industriezweige un- vortheilhaft einwirken und wird deshalb um Aenderung der bezw- einschlägigen Bestimmungen petitionirt.

L o f a l e

©ieften, 14. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 16. November 1882, Nachmittags 4 Uhr.

1. Den Ausschlag der Kreisumlagen pro 1882/83 betr.

2. Die Erweiterung der Exercier- und Schießplätze.

3. Rückvergütung von Octroi an die hiesige Garnison-Verwaltung.

4. Das Recurrensfieber un Winter 1879/80.

5. Die Quellwasserleitung betr.

6. Die Errichtung einer forstlichen Versuchsstation im Großherzogthum Hessen-

7. Die Straßenbeleuchtung betr.

8. Beleuchtung der öffentlichen Aborte.

9. Beleuchtung der Löberstraße.

10. Den Weg von der neuen Aula nach dem Schiffenbergerweg betr.

11. Das Gäßchen an dem Wenzel'schen Garten.

12. Die Eröffnung der Bleichstraße.

13. Die Verbesserung des Hammwegs.

14. Den Feldweg in der Lichtenau am sogen. Felsen.

15. Kostendecreturen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Eorrespondenr-Drrrearr.

Berlin, 14. Novbr. (Privat - Depesche). Die vom Kaiser verlesene Thronrede betont den durch das Reichsgesetz angebahnten Aufschwung der Ge- iverbthätiqkeit sowie die gesegneten Ernteausfälle, erwähnt des Mißverhältnisses Mischen den Bedürfnissen und den Mitteln des Staates. Die Thronrede kün­digt ein Anleihegesetz an wegen des Deficits im Etat. Die Regierung beab­sichtigt besondere Vorlagen zu machen wegen einer weiteren Reihe ivlchtlger Schienen-Verbindungen, erwähnt ferner das Kanalgesetz, Verwaltungs- und Organisations-Vorlagen. Die Rede erwähnt die freundlichen Beziehungen zu dem Papst und hofft auf fortdauernd bethätigte Versöhnlichkeit. Die Regierung werde auch ferner bestrebt sein, günstigen Einfluß auf kirchenpolitischen Gesetzes­vorlagen zu begegnen, sowie für Erleichterungen bei Communal- und Schul­lasten besorgt sein, ebenso für Verbesserung der Beamtengehälter.

Die Rede kündigt eine Vorlage wegen Aufhebung der vier untersten Stufen der Klassensteuer an, in welcher Vorlage auch Deckung wegen des Ausfalls vorgesehen sei.

Die Beziehungen zu allen auswärtigen Regierungen gewahrten bie lieber« -euqung, daß die Wohlthaten des Friedens gesichert seien.

Berlin, 13. Novbr. DieKreuz-Ztg." erfährt, die Thronrede werde kurzqefaßt fein, auf den Umschwung in den öffentlichen Verhältnissen und auf die Belebung des Verkehrs Hinweisen, des Deficits von 30 Millionen erwähnen, welches aber gegenüber der Gesammtlage kaum in's Gewicht falle, und die Ab­sicht der Aufhebung der vier untersten Stufen der Klaffensteuer entschieden ankündigen. Der frühere Oberpräsident v. Senfft-Pllsach ist gestorben.

Dresden, 13 Novbr. Durch bie Explosion zweier Patronenklsten auf ber Eisenstein-ZecheRother Adler" bei Ober-Rittersgrün finb 33 Bergleute mehr ober weniger verwunbet worben.

Von ben burch bie Explosion in Ober-Rittersgrün betroffenen Berg­leuten finb 7 sehr schwer verletzt unb bie übrigen für längere Zeit arbeitsun­fähig geworben. Die Verletzungen bestehen zumeist in Branbwunden. Em Tobesfall war bis heute früh nicht eingetreten. Die beiben explobirten Patro­nenkisten enthielten 12 Kilo Pulver.

Wien, 13. Novbr. Auch gestern haben sich bte Ruhestörungen nicht wieberholt. Eine Anzahl Schriftsetzer hat bie Arbeit eingestellt, bei zwei Journalen erfolgten Kündigungen. . c ,

Petersburg, 13. November. Der Kaiser empfing, wie ber heutige Regier -Anz" melbet, vor einigen Tagen ben Stifter bes Kaiser-Alexander- Collegiums, Poljakoff, in Gatschina in längerer Aubienz, ließ sich von bemselben bie Pläne für biese Stiftung zu Gunsten ber ©tubirenben vorlegen und sprach den Wunsch aus, daß auch in anderen Städten solche Convicte für die studi- rende Jugend errichtet werben möchten.

Rom, 13. Novbr. DerDrritto" bezeichnet bie Nachricht als unbe- grünbet baß an Italien von irgenb einer Macht hinsichtlich ber vom Vatikan ausgesprochenen Ansicht über bie Jncompetenz ber italienischen Justiz im Pro- cesse Martiuucci's gegen ben päpstlichen Haushofmeister Vorstellungen gerichtet worben seien. . . ,.L , m . ... .

Madrid, 13. Novbr. Die Königin ist von einer Prinzessin entbunden worden.

16. Ueberfluthungen des Neustädter Feldes.

17. Die Reinigung der Polizetlocalitäten.

18. Gesuch des Fabrikanten Karl Klingspor dahier um Bauerlaubniß.

19. Gesuch der Erden des Commerzicnraths Georg Karl Gail dahier um Erlaubntß zur Anlegung eines Thors und zur Verlegung eines Abzug- grabens.

20. Gesuch des Ziegeleibesitzers Kaspar Schomber dahier um Erlaubntß zur Abhebung eines städtischen Rains.

21. Straßenanlage auf der Pipp'schen Schanze betr.

22. Verpochtung von Kellerräumen in der alten Realschule.

SBctmtfcbtirfct

Mainz, 11. November. Hiesige Localblätter bringen heute Abend eine Verfügung, welche die Beschlagnahme des Vermögens der in dem Rekrutirungsbetrug gravirten beiden Wolf, Vater und Sohn, anordnet. Diese Verfügung geht vom Gericht m Mülhausen aus. Man ist jedoch der Ansicht, daß jenes Vermögen durch frühere 23er-- schreibungcn auf Andere vor solcher Maßregel geschützt fei. In Mülhausen sollen 16 in den Prozeß verwickelte Personen bereits etnyezogen sein.

Heldenbergen. Am vergangenen Freitag, Abends etwa gegen 9 Uhr, brach hier in einer mit Frucht rc angefüllten Scheune Feuer aus, welches so rasch um sich griff, daß in kurzer Zeit die Scheune darniederlag. In der Nacht von Sonntag auf Montag brach abermals Feuer aus. Es brannte in einer an die oben erwähnte Brand­stätte angrenzenden Scheune; das Feuer äscherte dieselbe, sowie 2 Wohnhäuser em. Unter den letzteren befindet sich auch das, welches bei dem ersten Brande mit Mühe gerettet wurde. Ueber das Entstehen beider Feuer weiß man, trotzdem verschiedene Gerüchte umherschwirren, bis jetzt nichts Bestimmtes; jedoch soll am Montag Abend ein verdächtiges Individuum verhaftet worden fein.

London, 10. November. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses theilte der Minister des Innern auf eine Anfrage Burke's mit, daß er im Laufe des Nachmittags in Betreff der Clay-Croß-Grubenkxplosion ein Telegramm von dem Gruben-Jnspector Evans erhalten habe, welcher die Nachricht mittheilte, datz bis jetzt 25 Leichen aus der Grube hervorgebracht worden seien und daß man hoffe, den Rest der Lerchen noch am nämlichen Abend heraufbringen zu können. Soweit bis jetzt ermittelt, betrage btt Zahl der Todesfälle ungefähr 40. Es finde bereits eine genaue Untersuchung zur Er- Mittelung der Ursache des Unglückes statt; doch könne das Resultat erst in einigen Tagen bekannt gegeben werden Eine weitere Explosion ereignete sich in der Kohlen­grube Mesygoyg unweit Buckley in Flrntshire. Zwei Arbeiter wurden in einem schrecklich verstümmelten Zustande aus der Grube an das Tageslicht befördert, wo sie in kurzer Zeit ihren Geist aufgaben. Die Ursache der Explosion ist bis jetzt nicht bekannt.

Ueber den Brand des Armenhauses in Halifax wird derT>mcs" berichtet: Als das Feuer ausbrach, lagen alle Insassen im tiefen Schlafe. Der westliche Flügel, in welchem sich die Blinden und Lahmen befanden, konnte schnell entleert werden, dann erreichten bie Flammen aber ben Elevator und durch diesen das obere Stockwerk, das als Hospital diente, in welchem etwa sechzig Personen untergebracht waren. Die Versuche, die Unglücklichen mittelst Leitern durch die Fenster zu retten, blteben ver­geblich; nur 10 Personen konnten in Sicherheit gebracht werden, fünfzig verbrannten leider. Ihr Hülferufen war grauenhaft; man sah die Unglücklichen durch die Fenster und konnte ihnen doch nicht helfen. Die übrigen Insassen des Hauses waren gerettet worden und wurden in einer benachbarten Scheune auf Strohlagern untergedracht. Das Gebäude wurde gänzlich zerstört.

Friedberg, 11. November. DemFr.Journ" wird aus Homburg geschrieben: Schon vor einem Jahrzehnt war die Erbauung emer Eisenbahn von Homburg nach Friedberg fest beschlossen; es hatte eine Actiengesellschaft bereits die staatliche Ge­nehmigung erhalten und die ganze Bahnlinie war schon abgesteckt. Da trat derKrach" dazwischen und machte diesem Pioject, wie so vielen anderen, ein rasches Ende. Wir freuen uns, nunmehr melden zu können, daß der Staat die Erbauung dieser Bahn in feine Hand nehmen will und daß wahrscheinlich schon dem in wenigen Tagen zusammentretenden preußischen Landtag eine diesbezügliche Vorlage zugehen wird. Die Stationen werden die alten fein: Homburg, Seulberg, Friedrichsdorf, Köppern, Ober­roßbach und Friedberg. Wir zweifeln nicht daran, daß der preußische Landtag diesem Vahnbau zustimmen wird und wollen hoffen, daß dies Unternehmen auch unserer Stadt zu emer erhöhten wirthschaftlichen BlÜthe verhelfen werde."

Groß-Karben, 11. November. Ihre Correspondenz von hier bedarf ber Berichtigung. Brücker gab zwar ben Sachverhalt so an wie mitgetheilt, jedoch bte durch das fiauptfteueramt in Gießen veranlaßte, noch am nämlichen Tage durch die Staatsanwaltschaft eingeleitete Untersuchung ergab, wie wir hören, keinerlei Anhalts­punkte für die Angaben Brückers. Das Resultat bleibt abzuwarten. (W- B)

Nürnberg, 8. November. S- M. ber König hat ben Ankauf von 3000Stück Loosen ber Lotterie der Bayerischen Landesausstellung befohlen. Der ohnehin nur geringe Rest unverkaufter Loose Hai durch diesen Akt königlicher Munifizenz eine weitere erhebliche Minderung erfahren. Die Ziehung findet unwiderruflich am 15. ds., SBor? mittags 9 Uhr im Hörsaale des Bayerischen Gewerbemuseums öffentl ch statt.

Literarisches.

JungMieze, Bilder aus dem Kinderleben. Der Zauber des Weihnachts­festes, dem sich nun einmal Niemand entziehen kann, umfängt uns schon jetzt, sobald nur das erste unserer Kinderwelt gewidmete Buch auf unserem Büchertische erscheint. Vor uns liegt so ein reizendes Stückchen ßectüre für artige Kinder mit köstlichen Bildern von Fr. Werckmeister. Es klingt so anspruchslos: Bilder aus dem Kmder- leben! Aber was der Zeichner und was der Verfasser des Textes zu diesen Bildern unter diesem Titel bieten, das zeugt von großem Reichthum kindlich-reinen Empfindens und von liebevollem Verstündniß für das, was in bie Kinderseele dringt, so daß man sagen muß, es 'haben Zeichner und Dichter das kleine Gesäß mit köstlichen Früchten ausgefüllt. Wir wollen noch verrathcn, daß Victor Blüthgen, der beliebte Märchen erzählet, der Dichter der allerliebsten Verse ist. Er läßt die kleine Mieze, die wir auf dem ersten Blatte in weißem Hemdchen auf dem Polster im Vollgenuß ihres kindlichen, freudevollen Daseins ausgestreckt sehen und die uns schelmisch anblickt, so zu sagen ein Zueignungsgedicht lallen, in dem das kleine Wesen uns um unsere Liebe bittet. Nun, die Mütter, welche ihren Lieblingen eine rechte Freude machen wollen, werden die Jung Mieze gern bei ihnen zum Besuche kommen lassen, mit anderen Worten: ihnen das schöne Buch auf den Geburtstags- ober Weihnachtstisch legen. Es ist erschienen im Verlage derPhotographischen Gesellschaft" in Berlin.

Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd m Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen.

Bremen, 13. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd m Bremen, welcher am 29. Oktober von Bremen und am 31. Oktober von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen __________

Telegraphische Dampsernachrichten. Mitgetheilt von den General-Agenten Gebr. Gosewisch und Max Jos. Schroder, Mainz. r

New-York, 8. November. Angekommen von Hamburg DampferAuftralia der directen deutschen Dampfschifffahrt-Gesellschaft (Abfahrt 19. Oktober).

New-York, 8. November. Angekommen von Havre (Abfahrt 28. Oktober) DampferSaint-Germain" ber Comp. Generale Transatlantique.

(Spitzwegerich-Bonbons?) Wer hat fick nicht schon bei ranh.r Witterung erkältet unb bet anfänglicher Unachtfamkeit einen tüchtigen Luftröhren- ober Bronchial- katarrh geholt und wer verbringt nicht manche schlaflose Nacht, gequält von Hustenreiz, ber sich oft bis zum Erbrechen steigert? So Mancher kämpft des Morgens mit der Entfernung des über Nacht angesammelten vertrockneten Schleims der Luftröhrengänge unb ber Bronchie unb steht rathlos vor einem ganzen Heere nutzloser Heilmittel, beten Anwendung in ben seltensten Fällen von Erfolg gekrönt ist. Wir machen daher auf die echten Spitzwegerich-Bonbons der Firma Victor Schmidt unb Söhne in Wien auf­merksam , von beren ausgezeichneter Wirkung sich Jedermann durch einen Versuch überzeugen kann. Die unschätzbare Spitzwegerich-Pflanze schließt das bis heute unauf­geklärte Geheimniß in sich, der entzündeten Schleimhaut des Kehlkopfes und des Luft- röhren-Systems ebenso schnell als wirksam Linderung zu geben und dadurch die Heilung der erkrankten Organe rasch zu befördern. Es sollten daher diese in ausgezeichneter Wirkung existtrenden Bonbons in keiner Familie fehlen. In Gießen nur bet Herrn Friedt. Seibel.