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Reisende erlitten unerhebliche Contusionen, einige Wagen wurden beschädrgt. Von Bamberg aus wurden die Reisenden mittelst eines besonderen Courierzuges bis nach Treuchtlingen befördert, die Ankunft in München erfolgte um 1 Uhr 35 Min. Nachmittags.

Karlsruhe, 13. März. Der heutigen feierlichen Beisetzung der Leiche des Markgrafen Maximilian von Baden wohnten die Mitglieder des badischen Fürstenhauses bei. Se. Majestät der deutsche Kaiser war durch den comman- direnden General v. Obernitz vertreten.

Wien, 13. März. Nach hier eingegangenen Meldungen aus Cettmie fallen die flüchtigen Insurgenten im Kreise von Bjelovavlici internirt werden.

Wien, 13. März. Osficiell. Aus die Nachricht, daß die Insurgenten in der Gegend non Genurno Verstärkungen erhielten und beabsichtigten, wieder die Narenta abwärts zu ziehen, wurden 3 Colonnen oon Kalinovic, Gacko und Fmmca aus in Marsch gesetzt- Dieselben erreichten am 11- ds. Mis. Pridvoricn und stellten die Ver­bindung unter einander her. Das Gebiet, welches die Truppen passtrten, war von den männlichen Einwohnern verlassen- Das Benehmen der Bevölkerung wurde allgemein unfreundlich gefunden- Außer kleinen Jnsurgenten-Abthetlungen bei Mecocia, Dubiaoa und Prestovac wurde vom Gegner nichts wahrgenommen- Bon Foca bis Tientiste fanden die Truppen sämmtliche Orte fast ganz verlassen- Die Einwohner sollen nach Montenegro geflüchtet sein: von den Jnsiirgenten war nichts zu sehen- General- Major David erreichte am 11- das Rakitnia Becken, ohne auf Insurgenten zu stoßen, da sich dieselben vor seiner Ankunft zerstreut hatten. . .

Der Kaiser hat an den aeldmarschall-Lieutenant Jovanovic ein Telegramm gerichtet in welchem er mittheilt, daß er den Bericht von der vollständigen Besetzung der Erivoscie mit Besriedigung zur Krnntniß genommen habe; gleichzeitig spricht der Kaiser Jovanovic für die energische Durchführung dieses Unternehmens seine besondere Anerkennung aus und beauftragt demselben, den beteiligten Commandanten und Truppen seine kaiserliche Zufriedenheit auszudrücken.

Rom, 13. März. Der Papst erthellte gestern dem preußischen Ge­sandten v. Schlözer die erste Audienz. Der Papst begegnete Herrn v. Schlözer mit großer Eourtoisie und versicherte, daß, wenn es von ihm allein abhmge, das Einvernehmen mit der preußischen Regierung bereits in allen Punkten her­gestellt sein würde. Der Termin für die Abhaltung des nächsten Consisto- riums ist noch nicht endglltig festgestellt.

Petersburg, 13. März. Anläßlich des Todestages des Kaisers Alexander 11. findet heute in der Peter-Paul-Kathedrale ein feierlicher Trauer­gottesdienst statt.

Petersburg, 13. März. Der Kaiser traf heute von Gatschma ieI Panama, 13. März. Wie das JournalStar und Herald" meldet, hat in Costa-Rica ein Erdbeben stattgefunden, durch welches die Städte Alajuela, Sanramon, Grecia und Heredia zerstört wurden. In Alajuela sind mehrere Tausend Personen umgekommen; die Ueberlebenden sind obdachlos.

Lokales.

Gieße«, 14- März. Tagesordnung für die Sladtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 16. März 1882, Nachmittags 4 Uhr.

1. Die Stellung der Realschulrechnung vom Jahr 1880/81.

2. Die Ergänzung des Wiesenvorstandes.

3. Entwurf einer Instruction für den Wiesenwärter.

4. Die Theilung der ersten Elasse der Stadtmädchenschule.

5. Reparaturen und Anschaffungen für die städtischen Schulen.

6. Gesuch wegen Eröffnung der Löbcrstraße.

7. Die Schottstraße betreffend.

8. Straßenauffüllung in der Westanlage.

9. Die Verbesserung des Eichwegs.

10. Gesuch der Firma E. W. F-rni- dahier um Erlaubmß zur Verlegung eines Weges.

11. Gesuch des Fabrikanten Georg Throm dahier um Erlaubniß zur theil- weisen Tieferlegung des Wetzlarer Wegs.

12. Gesuch des Geschirrhändlers Philipp Pfeiffer dahier um käufliche U-ber- lassung städtischen Geländes.

13, Verpachtung städtischen Geländes an Schwimmlehrer Rubsamen.

14. Gesuch des Sattlers Louis Senner dahier um Erlaubniß zum tl-ber- fahren des städtischen Trottoirs.

15. Gesuch des Johannes Deibel V. von Wieseck um Erlaubniß zur Ab­tragung eines Theiles städtischen Geländes.

16. Gesuch des Heinrich Stüh le r dahier um Bauerlaubuiß.

17. Gesuch des Octunomen Peter Kennel dahier um Erlaubniß zur Vornahme von Bauoeränderungen.

18. Gesuch des Restaurateurs Louis Lenz dahier um Erlaubniß zur Erbauung einer Musikballe.

19. Gesuch des Bäckermeisters Louis Keil dahier um Erlaubniß zur Erbauung einer Remise und einer Waschküche.

20. Gesuch des Gastwirths Otto Lust dahier um Erlaubniß zur Entfernung einer Wand und zur Zumauerung einer Thür und eines Fensters.

21. Das Begießen der Straßen betreffend.

Wie erinnerlich, hatte vor einiger Zeit eine Rotterdamer Schwindelfirma- Wyprechi t Go., durch die in vielen deutschen Blättern, auch in hiesigen, erschienenen Annoncen wegen billiger Kaffeeoerkäuse zahlreiche Betrügereien verübt. Wie jetzt mit; gecheckt wird, hat nunmehr die Staatsanwaltschaft zu Rotterdam an die Polizeidtrection zu Bremen die Nachricht gelangen lassen, daß der Betrüger in der Person des vor längerer Zeit aus Berlin wegen socialdemokratischer Umtriebe verwiesenen Dr. Eduard Ganz ermittelt worden ist. Eine nähere Mittheilung über die etwaige Festnahme des Betrügers fehlt noch.

Allgemeine Bekanntmachung.

Die hiesige Faßeichanstalt befindet sich von Montag den 20. d. M. ab in dem neu hergerichteten Lokale im Hofe des städtischen Hospitals und werden zur Vornahme von Eichgeschästen bis auf Weiteres der Montag, Mittwoch und Freitag bestimmt.

Näheres durch den Faßeichmetster Herbert dahier.

Gießen, den 14. März 1882.

Großherzogliches Eichamt Gießen.

184 ,5 Dr. Hesse, Bauaccessist.

Bekanntmachung.

1762 Der Vorstand der Vorschußkasse in Steinbach veröffentlicht hiermit, daß die Zahltage nicht wie seither Mittwoch und Samstag Nachinittag, sondern vom 17. März an nur Freitags abgehalten werden, und daß über­haupt alle Geschäfte bei der Verwaltung nur an diesem Tage besorgt werden können.

Alle Quittungen müssen von Rechner Balser und Controleur Philipp Haas unterzeichnet werden.

Vermischte»

Worms, 8. März. Zur Verminderung der Spatzen, welche in der gegenwärtig vorhandenen Uederzahl der Landwirthschaft großeu Schaden verursachen, hat die Bürger meisteret angeordnet, daß für jeden abgelagerten Spatz 5 H durch den Rathsdiener Dambmann ausbezahlt merben.

Melsungen, 10. März. Wie unvorsichtig noch immer mit der Aufbewahrung der Schwejelhölz.r ning,gangen, beweist wieder einmal ein in Körle vorgekommener Unglücksfall, der schreckliche Folgen hätte haben können. Ein Kind von 3/« Jahr liegt im Bett und das 4jähiige Kind holt Schwefelhölzer und steckt das Stroh des Bettes an. Die Mutter kommt glücklicher Weise dazu, um rechtzeitig die beiden Kinder zu retten. Das kleine Kindchen hat arge Brandwunden davon getragen.

Frankfurt. ,> in hiesiger Künstler Minute um ein schmuckes Mädchen und bekam auch glücklich das Jawort der Muller und der Maid. Der glückliche Bräu­tigam entwarf der Braut em verlockendes Bild oon dem sie erwartenden Glück. Doch vor wenig Tagen stellte sich eine Frau in t sechs Kindern bei der Braut ein und gab sich als die Frau ihres Verlobten zu erkennen. Der Empfang des Letzteren bei der von ihm zur Braut Auserkorenen war am Abend ein derartiger, daß sich der Herr schneller zurückzog, als er gekommen war. In einem alten Geschäfte in der Töngesgasse stehen frohe Festtage bevor Gestern verlobten sich nämlich dessen beide Inhaber, ebenso die beiden Commis des Geschäfts und zum Schluß verlobte sich auch noch der Aus­läufer. Die fünf Hocbzeiteu werden an einem Tage statthaben.

Badenheim, 8. März. Auf dem früheren Braunwart'schen Gute, jetzt Eigen- thum des Herrn Jakoh Willms, wurde gestern ein Vogelhaus vollendet, das eine Länge von 10 und eine Breite von 6 Metern hat und über 1000 unserer gefieberten Lieblinge ausnehmen kann

Eine humoristische Neuheit findet man eben vielfach an den Uhrketten der Herren. Es sind dies nämlich zierliche, als Uhrgehäuge zu tragende, thecks gelbe, theils gi aue Metallschildchen (ä 50 Pj.), auf deren einer Seite man lieft:Mitglied be§ Vereins gegen Verarmnug der Bierbrauer", während auf der anderen Seite steht: 11". Da die Befolget dieses Trinkerparagraphen in der Welt immer zahlreicher werden, so dürste der edle Zweck jenesVereins", welcher keinen Vorstand hat und dessen Statuten nur aus jenem einzigen Paragraph.n bestehen, sicher erreicht werden. Glückliche Bierbrauer!

Theater.

Unter den Novitäten, welche wir Gelegenheit hatten in dieser Saison auf unserem Theater zu sehen, ist gewiß Paul Lindau'sMaria und Magdalena" eine der interessantesten, und wohl ist noch über kein Erzeugniß der deutschen Bühnen-Literatur so viel geschrieben, gesprochen und geurtheckt worden, als über dieses intereffante Werk des geistreichen Berliner Feuilletonisten. Hunderte von Aufführungen hat es erlebt an allen großen und kleinen Theatern und stets hält es sich noch immer als Zug- und Kassen-Magnct, den alten Spruch bewährend:Das wirklich Gute bleibt ewig neu. Warum es dem hiesigen Repertoir bis jetzt nicht einzusügeu war, mag wohl in der Schwierigkeit der Besetzung der Hauptrolle der Maria Serina g.legen haben. Diesem Umstand ist aber in dieser Saison abgeholsen und wir fühlen uns Fräulein v. Jarzebowska zu besonderem Danke verpflichtet, daß sie mit der Wahl zum Benefiz die Aufführung ermöglichte und sind im Voraus überzeugt, bei den künstlerischen Leistungen, die uns die Dame bis jetzt geboten hat, wieder eine Schöpfung wie Olis einem Guß an ihr bewundern zu können Wir glauben deshalb im Interesse eines kunstsinnigen Publikums nicht unterlassen zu dürfen, auf das Benefiz des Fräulein v. Jarzebowska noch einmal und ganz besonders ausmerksam machen zu müssen, damit die liebenswürdige Künstlerin durch ein vollbesetztes Haus die Anerkennung ihres Strebens finden möge.

Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, G W. Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 13. März. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampser Oder, Gapt G. Unbütfd), vom Norddeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 26. Februm von Bremen und am 28. Februar von Southampton abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angetommen.

Bremen, 13. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Hermann, Gapt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. Februar von Bremen abgegangen war, Jift gestern Morgen wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 14. März. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pid. Jt, 1.151.20, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 5>, Enteneier per StA 56 H, ©änfeeier per St. 910 4, Käse p. St. 59 Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 26 Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 90110 H, Hübner per Stück M. 1.302.00, Hahnen per Stück M. 2.003.00, Enten per Stück 2 703.00, Gänse per Pfund 000 H, Welsche per Stück M. 0.0000, Ochsenfleisch per Pfund 60- 62 H, Kuh- und Rindfleifcb 4550 Kalbfleisch 4044 H, Schweinefleisch 62 bis 64 3> Hammelfleisch 5060 5>, Kartoffeln 100 Kilo M- 4.00-4-50, Zwiebel» per Gentner 912, Milch per Liter 1618 H.

Franksnrt a. 3R., 14. März, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischki Coursbericht. Mitgetheilt durch bas Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießens Grebitaetien 269>/a, Staaisbahnactien 258, Galizier 249Ve, Oesterr. Silberrenti 631/4, 4°/o Ungar. Golbrenie 74, 4% 1880er Russen, 2. Orient-Anleihe 56% 5°/0 Rumänische Rente 87'/?, Lombarben 119*/4- Tenbenz.

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I Kirchliche Anzeigen der evsng. Gemeinde Gießen.

Mittwoch den 15 März:

Abenbs 6 Uhr: 4. Paffionsgottesdienst.

Pfarrer Dr. Naumann.

: Anzeiger.

| W ohnungs-V eränderung.

Meinen wcrthen Kunden zur gefälligen Nachricht, daß sich meint Wohnung von heute an im .Haufe der

Frau Zülch Wittwc, Selterswcg 188,

befindet. Achtungsvoll

Friedrich jMLuynu*, Schuhmacher.

Umversal-Catarrh- u. Husten-Bonbons

Paquet ä 15 Pfg. von E. 0. UOStT (t Cie in Stuttgart

Zu haben bei: Herren H. Kinkel, Ehr. Krämer, Hoflieferant Ed. Lind, Carl Schwank in Gießen. 1855

Stäötifdje fianhe(s=Sdjufp, (penlioniit) in Marktbreit a. Main. Die Abfoluiorialzeugniffe berechtigen zum einjährig- freiwilligen Militärdienste. Gute Verpflegung und strenge Beaufsichtigung int Penstonate des Unterzeichneten. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an

1844 J. Denim, Vorstand der ftäbt. Handelsschule.