Ausgabe 
14.12.1882 Zweites Blatt
 
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In München starb am 5. ds. der hochverdiente Anatom und Physiolog Dr. Theodor Ludwig Wilhelm v. Bischoff- Am 28. Octoder 1807 zu Hannover ge­boren studirte derselbe tn Bonn, wo sein Vater von 18191861 Professor der Medictn war, Naturwissenschaft und Heilkunde, habiltttrte sich an derselben Universität 1833 als Privatdocent, wurde 1835 nach Heidelberg. 1843 als ordentlicher Professor der Physio­logie und Anatomie nach Gießen und 1855 nach München berufen. Seine wiffen- schaftlichen Forschungen bezogen sich vornehmlich auf die Entw ckelungsaeschtchte des Säugethiers und des Menschen. Der König von Bayern verlieh ihm 1871 mit dem Verdienstorden der bayerischen Krone den persönlichen Adelstand

Hanau, 8- December. Von ungewöhnlichem Glück scheint die Spur- und Spielkassezu den drei Hasen", der bekanntlich im vorigen Jahr das große Loos der 4proc. Prämien-Anleihe der Deutschen Hypothekenbank in Meiningen zufiel, begünstigt zu sein, denn von demselben Sptelpapier sind ihr 3 Loose, welche am Tage vor der Ziehung erst gekauft waren, sofort gezogen worden.

Aschaffenburg, 9. December. Die Mainbrücke hat durch das letzte Hoch­wasser so beträchtliche Beschädigungen erlitten, daß der Magistrat sich genöthigt sah, dieselbe sowohl für den Personen-, wie den Fuhrwerksverkehr zu fper. en.

Das Reichs - Postamt richtet auch tn diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Wechnachtssendungen bald zu beginnen, damit die Packctmasscn sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Die Packele sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkaften, schwache Schachteln, Cigarrenkiften u. s. w. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packele wuß d utlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht tn deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papvrs, w.lches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt sein muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Post Packetadressen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsortes muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetaufschrift muß sämmtliche Angaben der Beglett- adresfe enthalten, zutreffendentalls also den Francovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilaestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Begle'tadresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packten nach größeren Orten ist thunltch, die Wohnung des Empfängers, aus Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks (C., W., SO. u. s. w. anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bet, wenn die Packete franklrt aufgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des deutschen Reichs-Postgebiets beträgt bis zum Gewicht von 5 Kg. 25 auf Entfernungen bis zu 10 Meilen, 50 H auf weitere Entfernungen.

Mainz, 9. Decemder. Die Arbeiten wegen Errichtung eines Nothdammes an der Dammbruchftelle bei Bodenhetm sind einem Kosthctmer Unternehmer übertragen worden und werden die hterm erforderlichen Arbeiten schon morgen in Angriff ge­nommen werden. Drei Kämmmaschinen werden ununterbrochen tbätig sein, um die Pfahle für den Nothdamm in den Boden zu rammen. In Laubenheim, Bodenhetm und Nackenheim nimmt das Wasser einen sehr langsamen Abfluß, so daß noch eine ganze Reihe von Gebäuden meterhoch im Wasser stehen, dadurch stürzen fast täglich immer noch mehr Häuser oder Kellergewölbe ein.

Mainz. Im November 1847 wurde der höchst gelegene Theil unserer Stadt durch Pulver zerstört, 25 Jahre später, im November 1882, wurde der am tiefsten gelegene Stadtthetl durch Wasserfluthen schwer heimgesucht: im November 1857 hatten wir den niedrigsten, 25 Jahre später im November 1882, den höchsten Wasserstand dieses Jahrhunderts.

sReichc Spenden). Herr Oberst von Westernhagen, Commandeur des 117. Infanterie-Regiments, hat Namens des Offizier-Corps seines Regiments Herrn Provinzialdtrector Küchler 2000 Mark für die Wafserbeschädigten übergeben und dem Landes-Cömitö überwiesen.

Handel und Verkehr.

^Schlechte Heizung preußischer Eisenbahn-Waggons.) Es wird mehrfach geklagt, daß die Waggons der preußischen Bahnen, namentlich jene der Tour Köln-Berlin, eigentlich so viel wie gar nicht geheizt sind. Am 3. d. Mts., Abends 83/< Uhr, kamen in Berlin bei sehr kaltem Wetter Damen mit Kindern an, welche am Centralbahnhofe vor Kälte zähneklappernd ausstiegen und alsbald erkrankten. Die Fensterscheiben des betr. Wagens waren dicht gefroren. Diese Damen, welche, von Köln kommend, sich unterwegs mehrfach über die im Waggon herrschende eisige Kälte aufs bitterste be­schwerten, erhielten vom Wagenheizer die Antwort, es sei dies nicht seine Schuld, er gebe allerdings den fatalen Zustand zu, allein es sei ihm ein allzu dürftiges Heiz- Material zur Verfügung gestellt und sogar vorgezählt worden. Bei dem Umstande, daß sich die Verwaltung der Kgl. preußischen Bahnen ersichtlich alle nur erdenkliche Mühe gibt, den Reisenden nicht nur den möglichsten Comfort zu bieten, sondern ihnen auch sonst bjc Reise angenehm zu machen, ist es ganz undenkbar, daß an ihr die Schuld an dem gerügten Mißstande liege Dieselbe wird es jedoch wohl nur dankbar erkennen, wenn ihr ähnliche Fälle zur Kenntniß gebracht werden, damit das doch sonst so wohl begründete Renommä der Kgl. preußischen Bahnen nicht ferner durch eine ähnliche sehr schlecht angebrachte Sparsamkeit von Setten dcs betr. Dienstpersonals wieder ver­kümmert werde.

Allgemeiner Anzeiger.

Christbescheerung.

Da die Noth in diesem Jahre auch unter den Armen unserer Stadt wirklich recht groß ist, so sand sich der Unterzeichnete doppelt veranlaßt7 in Gemeinschaft mit seinen Schulkindern wieder eine Weihnachtsbescheerung für arme Kinder zu veranstalten. Obschon nun zu diesem gewiß schönen Zweck manche Versprechungen unerfüllt geblieben, so sind doch von vielen andern Seiten die Gaben so reichlich geflossen, daß wir in der freudigen Lage waren, 124 Kinder reichlich bedenken zu können.

Wir sagen hiermit für die uns zu Theil gewordene freundliche Unter­stützung allen edlen Geberinnen und Gebern unseren herzlichsten Dank. Die Bescheerung, wozu wir hiermit alle Freunde und Gönner unserer Sache freund­lichst einladen, findet kommenden Sonntag den 17. Dezember, Nachmittags 41/2 Uhr, in unserem Schulhause (Schillerstraße) statt. Von der Vertheilung der Gaben kann am Bescheerungstage, Morgens zwischen 11 und 12 Uhr und Nachmittags zwischen 2 und 4 Uhr, Einsicht genommen werden.

Curschmann Lehrer.

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Mit Ansicht von Gießen aus dem Jahr 1775.

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Die periodische Literatur.

Die Stadt.

Die Bevölkerung.

Die Festung.

Schulanstalten.

Das Gymnasium.

Die Universität.

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Gelehrte Gesellschaften.

EinGießenerStudent d.1775 Gießener Studentenleben.

Inhalt: Universitätsgesetze. Goethe in Gießen. Polizei und Bettelei. Luxus- Kaffee. Die Gesellschaft. Vergnügungen. Gesundheitsverhältnisse. Medicinisches. Phänologisches. Kirchliches. Der Ackerbau.

Die Viehzucht.

Der Wald.

Kriege mit Wetzlar.

Anfang des 7jähr. Krieges.

Französische Besatzung in Gießen.

Gießen blokirt.

Ende des 7jährigen Krieges.

Auch aus der Franzosenzeit. Gießen 1796 beschossen. Schluß des Jahrhunderts.

Die deutsche Literaturzeilung von Herbst, der Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit und das Literarische Centralblatt haben die Schrift auf das Günstigste beurtheilt.

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Einladung.

Zu der Christbescherung unserer Kleinkinder-Bewahranstalt, die am nächsten Sonntag, den 17 Dezember, Abends 6 Uhr, in der städtischen Turn­halle stattsinden soll, laden wir alle Freunde und Wohlthäter unserer Anstalt, sowie die Eltern unserer Kleinen hiermit freundlichst ein. Als Eintrittsgeld zum Saal der Turnhalle sollen 20 H, auf die Gallerte 10 erhoben werden.

Etwa uns zur Christbescherung noch zugedachte Geschenke wolle man baldigst uns zukommen lassen.

Gießen, den 11. Dezember 1882.

Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt.

Dr. Naumann. Pfarrer.

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sowie sämmtliche Schul- und Bureaubedürfnisie, erlaube ich mir in empfehlende Erinnerung zu bringen.

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