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iehener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bureaur Schulstraße 7.
Erstes Blatt Donnerstag den 14. December
----------- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheil.
Betreffend: Unterricht im Hufbeschlag.
Bekanntmachung.
Indem ich Nachstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche ich die Herren Bürgermeister, die jungen Schmiede ihrer Gemeinden auf den Be
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Friedelhausen, nm 6. December 1882.
Unterricht im tzufbescklaq 1883.
Der Unterricht im Hufbeschlag für junge Schmiede an der Gr. Veterinär-Anstalt zu Gießen für laufenden Winter soll am 8. Januar 1883, Mittags “ * ’t^lÄSÄ SB* W. * *■ M N»b° «m W *- W »-« WWglg Gi-ßen zu melden und der Anmeldung den Nachweis über erworbene Schulkenninisi-, bestandene Lehrzeit und gules Betragen sowohl, al. auch
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Friedelhausen, am 6. December 1882. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
Darmstadt, 12. Decbr. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Arn 2 Decbr. den Kreis-Assistenzarzt für den Kreis Gießen, Dr. Karl Scharfenberg zu Lich, auf sein Nachsuchen von seiner Dienststelle zu entheben; u m
am 9. Decbr. den Landgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Oberhessen, Dr. Adolph v. Grolman, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienstführung, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen;
an deins. Tage den Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg, August Bergsträßer, zum Landgerichtsrath bei diesem Gerichte, — den Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Gießen, Karl Puckel, zum Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Oberhefsen, — den Amtsrichter bet dem Amtsgerichte Vilbel, Dr. Wilhelm Schäfer, zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Gießen, — den Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Homberg, Dr. August Sriba, zum Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Vilbel, — den Gerichts- Accessisten Ludwig Hechler aus Biedenkopf . zum Amtsrichter bei Großh. Amtsgerichte Homberg — zu ernennen;
"an dems. Tage den Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Worms, Joh. Münzer auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.
Berlin 10. December. Der Cultusminister hat dem Abgeordnetenhause die übliche Nachweisung der in Folge des Gesetzes vom 22. April 1875 eingestellten Leistungen aus Staatsmitteln für römisch-katholische Bisthümer und Geistliche zugehen lassen. Es ist durch diese Einstellung von Zahlungen bis zum 15. Juni d. Js. der Betrag von 13,426,895 Ji. ausgesammelt.
— Die Commission zur Vorberathung der Krankenkassen - Vorlage hofft noch vor den Weihnachtsserien in die zweite Berathung des Gesetzentwurfs ein» treten zu können. Man will das Krankenkassen-Gesetz als selbstständiges von dem Unfall-Versicherungsgesetz unabhängiges Ganzes behandeln und demgemäß die Berathungen abschließen und vor das Plenum des Reichstages bringen, um dann erst an die Unfall-Versicherungs-Vorlage heranzutreten. Man hofft, daß Seitens der Reichsregierung gegen diese Behandlung der Vorlagen Widerspruch nicht erhoben werden wird.
— In der bei uns von parlamentarischen und außerparlamentarischen Kreisen gepflogenen Erörterung der Vagabondensrage meldet sich neuerdings auch die' Schweiz zum Wort. Eidgenössische Preßstimmen führen schon seit Jahren Klage über die zunehmende Belästigung der nordschweizerischen Grenz- Cantone durch deutsche Landstreicher. Hiergegen Remedur zu schaffen, hat stch, aus der schweizerischen Darstellung der Sachlage zu schließen, die Action der beiderseitigen Grenzbehörden incompetent erwiesen. Nach der Art und Weise, wie sich nunmehr der Berner „Bund", welchem man nähere Fühlung mit der eidgenössischen Central-Negierung nachsagt, des beregten Themas annimmt, erscheint die Vermuthung gerechtfertigt, daß die aus dem massenhaften lieber» tritt subsistenzloser deutschen Reichsangehörigen auf schweizerisches Gebiet für die Eidgenossenschaft resultirenden Nachtheile in irgend einer Form zum Verhandlungs-Gegenstände zwischen Bern und Berlin gemacht werden dürsten.
Nachdem deutsche und österreichische Osficiöse in diesen Tagen die Intimität des Bündnisses der mitteleuropäischen Kaisermächte so unumwunden und mit bisher noch nicht dagewesenen Nachdruck hervorgehoben haben, ist den Neidern und Feinden der deutsch-österreichischen Freundschaft der Faden des Verständnisses für die Giers'sche Reise augenscheinlich verloren gegangen. Sie wissen nicht recht, sollen sie von einem vollen oder nur halben Erfolg, resp. von einem bedingten oder gar unbedingten Mißerfolg des russischen Staatsmannes reden. 2>er russische Telegraph hat eben erst dem Giers'schen Aufenthalte in Rom jedweden politischen Charakter abgesprochen. Die Thatsache aber, daß Herr v. Giers am Tiberstrande mit den Häuptern der weltlichen und geistlichen Macht, ioroie mit den vornehmsten Würdenträgern des Quirinals wie des Vatikans in Verbindung getreten ift, bleibt bestehen, und mit ihr das Bestreben der journa- istischen Neuigkeitskrämer, hinter »die Geheimnisse der hohen Politik zu kommen
_ die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind. Was Herr v. Giers in Varzm Berlin und Rom etwa mitgetheilt oder erfahren hat, läßt stch weder extenstv, noch intensiv in den Rahmen einer diplomatischen Specialmisston emfügen. Daß die unterwegs aufgenommenen Eindrücke dem mehrgenannten Staatsmann^ auch für seinen Wiener Aufenthalt zu statten kommen werden, ist so selbstverständlich, daß ein unbefangener Sinn kaum begreift, wie überängstliche Gemüther au$ ber neulichen „Grenzboten"-Notiz und analogen Verlautbarungen auf den Fehlschlag der vermeintlichen Giers'schen Sendung schließen. ,
Gladstone's Organ, die „Daily News", stellen den Eintritt Lord Derby s m das Cabinet in nahe Aussicht. Gladstone selber würde nur den Premierposten beibehalten, die Leituna des Schatzkanzleramts jedoch abgeben. Weitere Veränderungen dürften noch vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments Platz areifen. Ob die bevorstehende Modification des Ministeriums, welche stch als dic Umbildung des gegenwärtigen Coalitions-Cabinets bezeichnen läßt, von Einfluß auf die Gestaltung der auswärtigen Politik Englands werden wird, darf in allen wesentlichen Punkten verneint werden. Die Beziehungen zu Frankreich nähern sich nachgerade dem diplomatischen Gefrierpunkt. Während das englische Kriegsamt vier Bataillone aus Egypten zurückzuziehen sich anschickt, haben in Alexandrien Demonstrationen gegen die Verschleppung Der Liquidation der Entschädigungs-Gläubiger stattgesunden, bei denen der französische Consul eine hervorragende Rolle spielte.
Telegraphische Depesche«.
Wolff'S telegr. Correspondenr-Bureau.
Berlin, 12. December. Der Kaiser hat für die durch Hörwasser geschädigten Bewohner der Rheivpioviuz aus seiner Schatulle 15,000 X gespendet.
— Prinz Wilhelm besuchte heute Mittag längere Zeit den Reichskanzler.
— Das Abgeordnetenhaus verwies nach wenig erheblicher Debatte die Hundesteuervorlage an die Agrar-Commlssion. - Beim Etat der Bauverwaltung wünscht Berger eine bessere Organisirung des Nachrichtendienstes bei drohenden Flußuber- schwemmungen. Der Regierungs-Commissar erwidert, die Regierungen seien mit den erforderlichen strengen Anweisungen versehen worden. Auf eine Anfrage wegen d-s Baues des Rbetn-Maas-Canals antwortet der Regierungs-Commissar. die Verkam - langen mit Holland schwebten noch und die Regierung könne arüber zur Zeit mchks mittheilen. Der Minister Bötticher theilt mit, die Convention zwischen Preußen und Hessen über die Rheinregulirung zwischen Mainz und Bingen sei noch "'chl abgeschlossen, weil die Zustimmung des Reichs fehlte, in den letzten Tagen sei aber die Bufttmmung des R'ichks erfolgt. Der Vertrag werde nunmehr dem Hause zugehew Die für die Sorrection des Rheines geforderte Post «mbe nach dem Anträge der Budget Commission abgelehnt. — Fortsetzung Freitag: Präsidentenwahl, Steuererlaß, Lwenzsteuer.^ Sortfd)Tjtt§p(jrtei be§ Landtages wird eine Interpellation einbringen über die körperliche Züchtigung eines Mädchens durch den Amtsvorsteber v Rotenhan.
- Die Commission des Reichstags für das Beamtenpensronsgesetz strich heute die Bestimmung, wonach über 65 Jahr alte Beamte auch ohne Nachsuchen in Ruhestand versetzbar sein sollen.
Wien, 12. Decbr. Jrn Asylhause für Obdachlose sind in Folge gering» füqiger Ursachen arge Excesse vorgekommen; ein Civilwachmann wurde durch einen Messerstich verwundet. Der Gemeindediener wurde bie stiege hinabgeworfen. Die Excedenten löschten die Lampen aus, zündeten die Strohsacke an und zertrümmerten die Möbel. Die requirirte Feuerwehr oschte die Flammen; die Polizei verhaftete 34 der Excedenten. Der Bürgermeister und der Polizei- Präsident waren persönlich erschienen.
Paris 12 Decbr. Der heutigen Beerdigung Louis Blanc's wohnte eine arosie Volksmenae bei. Den mit Kränzen bedeckten Leichenwagen zogen echs Pferde Es folgten viele Senatoren, Deputirte, Vereins- un° andere Deleaa^ onen Am Grabe verlas Charles Edmond eine Rede Victor Hugo s, worin er den Glauben an Gott und die Unsterblichkeit der Seele betont. Außer- dem sprachen Henri Martin, Barodet, Madier de Montjau, Lockroy re. Ge- rufen wurde1 Vive la r6publique I Keine Unordnungen fanden statt.
Windsor, 12. December. Die Königin empfing heute die Gesandten Madagaskars.


