wenn wir nicht sähen, auf welche alberne Weste eme seit langer Zeit projcctirte Reise Im Voraus durch gewisse publicisttsche ausländische Organe ausgebeutet wirb.
Soldaten und die Wache mit Steinen ----------- , , .
wurde ein Pferd in Folge dessen scheu und der Reiter, ein Wachmann, stürzte und zog sich schwere Verletzungen zu. Ein Ulan wieder wurde vom Pferde herabgerissen und brach beim Sturze das linke Bein. So ging es von Vr9 Uhr ab in den Straßen zu; es war ein wildes Kriegsgetümmel.
Kaum war-n die ersten Angriffe abgewehrt, als sich neue Volkshaufen versammelten. Der Präsident gab den Auftrag, daß gegen diese vorgerückt werde. Abermals ein furchtbares Handgemenge, abermals Verwundungen. Bet der Lerchenfelderlinie wurden die Soldaten besonders heftig attafirt und dort kam es auch zur äußersten Steigerung der Leidenschaften. Eme ungeheure Masse stand dort. Als die Truppen gegen sie losstürmten, eilten sie m eine Seitengasse, welche auf der einen Seite vom Linienwall begrenzt wird. Die Soldaten, welche die Angreifer mit gefälltem Bayon- nett verfolgen, werden, sowie sie in die Seitengasse gelangen, von unsichtbaren Gegnern mit Steinen beworfen. Es stellt sich heraus, daß Steme von den Fenstern geworfen werden, Hunderte von Arbeitern im Liniengraben versteckt liegen. Die Soldaten schlagen nun mit den Gewehrkolben zu, die Wachleute mit dem Säbel und ein erschütterndes Wehgeschrei durchdringt die Luft. Dort sind viele liegen geblieben, weil sie sich in Folge der Verwundungen nicht fortzuschleppen vermochten.
Donaustadt folgenden Bericht: , t nr _
Die Polizeidirection war nicht im Zweifel darüber, daß die gestrigen Demonstrationen heute ihre Fortsetzung finden sollten, und ließ es an vorbereitenden Maßregeln nickt fehlen. In der Mitte der Kaiserstraße befand sich das Hauptquartier der Polizei. Dort stand der Präsident R. v. Krticzka, umgeben von seinem ganzen Stabe, ferner der Vertreter detz Generals vom Tage, ein Oberst der Infanterie, welcher die Bewegungen der Truppen im Verein mit dem Polizeipräsidenten leitete. Erst nach 1/28 Uhr enstand eine Bewegung in den wie festgebannten Volksmassen. Die Arbeiter aus den Fabriken strömten von allen Setten zusammen und es dauerte nicht lange, so johlte und heulte die ganze Menge, als wäre irgend ein freudiges Ereigniß eingetreten. Die Polizei hatte diesen Augenblick abgewartet, um nun rasch und energisch einzugreifen. Die Abtheilungcn rückten gegen die Menge vor. Voran die Sicherheitswache und die Infanterie, hinter ihnen die berittene Wache und Ulanen. Die systematische Formirung dieser Abteilungen hatte Anfangs eine vortreffliche Wirkung; die Massen zerstoben nach allen Windrichtungen schreiend oder laufend., Es schien, als würde man sie durch das Militär von weiteren Krawallen abgeschreckt haben. Aber dem war nicht so. Während sie die eine Straße verließen, sammelten sie sich in der andern und fo trieben sie ein furchtbar ermüdendes und aufreizendes Spiel mit den Wachen. Endlich kam der Zündstoff zur Explosion. Ein Arbeiter warf einen Stein gegen die Soldaten, ein anderer folgte seinem Beispiele und bald regnete es Steine, die oft faustgroß waren. Run kam es zu sehr ernsten ©eenen. Die Officiere commanbirten: „Fällt bas Bayonnet!" Die Wachleute zogen vom Leber unb alle stürmten gegen bie wild auf- schreimbe Masse bes Volkes. Man vergegenwärtige sich einen solchen wüsten Menschenknäuel, die blitzenden Lanzen der Ulanen, die bleichen Gesichter aller, das Gebrüll der Verzweiflung und der Wutb, das die Kämpfenden von Zeit zu Zeit ausstießen — wahrlich ein Bild, an das Jeder, der es gesehen, nur mit Grauen zurückdenken kann. Wir haben bereits erwähnt, daß die Mannschaft äußerst schonend vordrang. Wenn die Bajonnette schon die Brust der Gegner berührten, befahlen die Officiere Vorsicht und man begnügte sich, die Leute einfach davonzujagen, statt ihnen Verletzungen beizubringen. Aber diese Vorsicht hatte ihre äusterste Grenze erreicht. Das Stein-Bombardement wurde bei der Lerchenfelderlinie eröffnet unb war bald auf bie ganze Gürtelstraße verbreitet. Jebe Minute tret die Nachricht von einer anbern Seite ein, daß bie beworfen werden. Bei der Lerchenfelderlinie
Lokales.
Gissten, 13. November. Gestern feierte die hiesige Loge „Ludwig zur Treue" unter zahlreicher Betheiligung auswärtiger Brüder ihr 66jähriges Stiftungsfest.
— Ein gestern Nachmittag 3 Uhr entstandenes Feuer legte em Nebengebäude sHolzremise) der Gail'schen Villa in der Wilhelmsstraße in Asche. Dank der raschen Hülse ist ein weiterer Schaden nicht zu verzeichnen, trotzdem die Flamme, genährt durch em riesiges Quantum Brennmater-al, eine haushohe war. .
— Gestern Abend gegen 8 Uhr entstand in einem Hause der Neustadt ein Himmerbrand, welcher alsbald gelöscht wurde
— Einem Gehilfen eines hiesigen Handschuhfabnkanten war seine goldene Uhr feit Samstag Abend abhanden gekommen. Der Verdacht des Diebstahls fiel auf einen Neben-Collegen, welcher heute abreifen wollte. Dieser Verdacht hatte sich als bestätigt erwiesen und wurde der Dieb heute verhaftet. Die Uhr wurde, im Keller vergraben, vorgefunden. —
Straßenkiimpse in Wien.
Wien, 8. November.
Unter diesem Titel bringt die „Presse" über die bedauerlichen Vorgänge in der
Vermischtes.
Mainz, 10. November. In Folge anhaltender Regengüsse haben auf der Streck^ Erbach—Eberbach Rutschungen des Bahnkörpers ftattgefunben, deren Wiederherstellung einige Tage in Anspruch nehmen wird. In der Zwischenzeit ist der durchgehende Verkehr auf dieser Strecke unterbrochen.
Frankfurt, 11. November. Wie wir vernehmen, haben mehrere junge Leute, welche durch Gärtner'sche Hilfe militärfrei wurden, Reisen in's Ausland angetreten, andere sollen auf Grund stattgehabter Anzeige verhaftet worben sein. Der Preis für eine Freimachung bewegte sich zwischen 2500 unb 3000 X, in einzelnen Fällen würben sogar 5000 X gezahlt. Alle Schichten der hiesigen sog besseren Gesellschaft sollen bei diesem unsauberen, seit sechs Jahren getriebenen Handel beteiligt fein. Diejenigen Leute, welche auf diese Weise frei wurden, müssen 4 Jahre dienen.
Ans Schlesien, 7. November. Das Hirschberger Thal hat schon wieder einmal einen Skandal, der diesmal mit dem Mischehenftreit m engem Zusammenhänge steht. In Arnsdorf starb einem evangelischen Handwerker feine katholische Ehefrau im Kindbett. Da der betreffende Ehemann sich geweigert hatte, die von dem katholischen Pfarrer geforderte Verpflichtung, alle Kinder aus der Ehe katholisch erziehen zu lassen, einzugehen, so war der standesamtlich vollzogenen Ehe die kirchliche Einsegnung versagt worden und mit Rücksicht darauf verweigerte der katholische Geistliche die Beerdigung der Leiche auf dem katholischen Fnedhofe. Auf die Anfrage des Vaters und des Ehemannes der Verstorbenen, wie sie sich zu verhalten hätten, erhielten sie, wie dem „Boten" mitgetheilt wird, von einem um Rath gefragten Gensdarmen bie Antwort: „Wenn Sie sie hier nickt unterbringen können, schicken Sie sie doch nach Breslau in die Wurstfabrik". Endlich beschloß man, auf das Läuten der Glocken und die Einsegnung der Leiche unter bewandten Verhältnissen zu verzichten. Als die Stunde der Beerdigung nahte, wurde die Leiche unter Musik und zahlreicher Begleitung nach dem katholischen Kirchhofe gebracht, in dessen Thor Pfarrer und Küster standen. Nach einem dem „Boten" zugegangenen Berichte aus Arnsdorf entspann sich nun in dem Durchgänge cm Handgemenge. Der Pfarrer stellte sich dem Leichenzuge in den Weg, faßte den vordersten Musiker beim Arme unb verweigerte ihm den Eintritt in den Kirchhof. Es entstand ein großer Tumult unter der Grabbegleitung. Der Pfarrer wurde durch Jemand von den Leidtragenden auf die Seite gedrückt und die Leiche unter Lärmen und Verwünfchungen beiderseits zu Grabe getragen. Der Vorgang wird das Gericht noch beschäftigen. Durch einen Zufall trifft die Meldung von diesem Vorgänge gleichzeitig mit der Publikation eines offenen Brieses des Arnsdorfer Pfarrers Sternaux zusammen, in dem dieser erklärt, daß er sich durch nichts abhalten lassen werbe, in allen kirchlichen Fragen seiner heiligen Kirche, bem Papste unb seinem Fürstbischöfe unvee- brüchlichen Gehorsam und Treue zu halten bis in den Tod.
— Der Schauplatz einer furchtbaren That ist vorgestern Gy arm ata, ein kleiner ungarischer Ort in der Nähe von Temesvar gewesen. Die Ungar. Post berichtet darüber: Der hiesige Gerichts-Executor B6la Kyertyanffy wollte gegen die dortigen Insassen, die Nazarener Jovda und Michael Jovda, ein auf Wohnungs-Evacuation lautendes Urtheil in Vollzug setzen. Nachdem er jedoch davon verständigt wurde, daß die zu Exeauirenden fanatische Nazarener seien die man bis jetzt selbst wegen Steuerschuld nickt zu exiguiren wagte, nahm er sechs Männer als Assistenz mit; unter denselben befanden sich der Richter Rosar und der Geschworene Ebener. Als Gyertyanffy das Executions-Versahren beginnen wollte und den Zweck seines Erscheinens mittheilte, schrie einer der Nazarener, sein Messer schwingend: „Gehen Sie hinaus, sonst. .
Gyertyanffy befahl nun dem Nazarener, das Messer niederzulegen, dieser gehorchte; als aber der Executor erklärte, daß er im Namen des Gesetzes vorgehe, gaben bte Nazarener zur Antwort, daß sie nur ihre eigenen Gesetze anerkennen unb denselben entsprechend vorgehen. Gyertyanffy erklärte hierauf neuerdings, daß er den Befehl des Gesetzes vollstrecken müffe und begann die im Zimmer befindlichen Möbel aufzuschreiben. Da schreit plötzlich der Richter Rosar auf: „Ach, man hat mir einen Stick versetzt!" Gyertyanffy fchautc sich nun im Zimmer um, den Rechtsvertreter des Klägers, den Advocaturs-Candidaten Reiter suchend, doch hatte dieser schon das Zimmer verlassen. Hierauf flüchtete sich auch der Executor und langte barhaupt zu Fuß in Temesvar an. Als Gyertyanffy sich entfernte, überfielen die Nazarener den Geschworenen und durchschnitten demselben die Gurgel. Ein schreckliches Blutbad entstand, die übrigen im Zimmer befindlichen Personen, die Gerichtszeugen unb Schätzmeifter vertheibigten sich, jedoch vergebens. Zwei Personen wurden getödtet, sechs schwer und eine leicht verwundet. Der Vicegespan belegirte den Stuhlrichter mit einigen Panduren an Ort unb Stelle. Beibe Thäter, die von den in Gyarmata garnifonirenben Husaren in Haft genommen wurden, sind vor mehreren Jahren aus Mähren eingewandert. — Daneben liegt aus Pest eine weitere Nachricht vor, durch die die Untersuchung wegen des Verschwindens der Esther Solymossy wiederum in neue Bahnen gelenkt werden konnte. Das „Wiener Fremdenblatt" hat die folgende Depesche aus der ungarischen Hauptstadt erhalten: In Csongrad wurde die kopflose Leicke einer Frauensperson aus der Theiß gezogen. Wie „Nemzet" meldet, scheint bie Leiche längere Zeit in Kalk gelegen zu sein. Da bie Auffindung derselben mit der Tisza-Eszlarer Affaire tn Zusammenhang gebracht wird, erregt die Meldung großes Aufsehen." — Wir vermögen natürlich nicht zu überblicken, mit welchem Rechte man die kürzlich ausgefundene Leiche mit dem Prozeß von Tisza-Eszlar in Zusammenhang bringt. Leider ist durch Böswilligkeit unb Leichtsinn so viel Falsches, Halbwahres unb Tenbenziöses Über jene unglückliche Sache verbreitet worben, baß jede neue Nachricht nur mit ber größten Vorsicht aufzunehmen ist unb baß man eine Klarstellung des Sackverhalts wohl nur von den Genchtsverhanblungen selbst erwarten darf, die hoffentlich mit ber größten Unparteilichkeit werden geführt werben; bies ist Ungarn sich selbst bei einem Prozeß schuldig, der das Interesse der ganzen gebildeten Welt erregt hat und an den man weitgehende Folgerungen zu knüpfen versucht hat. Der Zeitpunkt der öffentlichen gerichtlichen Verhandlungen scheint denn nun auch in Kurzem heranzunahen; wenigstens sind am gestrigen Tage die sämmtlichen auf die Tisza-Eszlarer Angelegenheit bezüglichen Acten von dem Nyeregyhazaer Gerichtshöfe an den Staatsanwalt Hamas ausgehändigt worden, unb bannt bürste bte Angelegenheit in ein neues, entschelbendes Stabium getreten sein.
— Zur Tisza - Eszlar - Affaire wirb jetzt aus Bubapest von einem Vorfall ge- melbet, ber daselbst großes Aussehen macht. Ignaz Klein, ber wegen der T'sza-Eszlar- Affatre monatelang verhaftet gewesene unb während ber Untersuchung gefolterte Israelit, würbe am Sonntag in der Ofener Hofburg von dem Kaiser in Audienz empfangen. Der Kaiser nahm Klein Überaus huldvoll auf und behielt ihn eine Viertel- tunde im Audienzsaal, was Sensation machte, da die Audienzen gewöhnlich nur wenige Minuten dauern, lieber die Vorgänge während der Audienz wurde Klein Stillschweigen auf erlegt; man horte nur, daß der Kaiser vor ber Enlassung Klein auf die Schulter klopfend, auf ungarisch sagte: „Geh' nur nach Hause, mein Sohn, das Uebnge wirb meine Sorge sein!"
Vom Rhein. Ein unschuldig Verurtheilter, der fast 2 Jahre als Mörder im Zuchthaus gesessen, ist soeben von dem Schwurgericht zu Elberfeld wieder für ehrlich erklärt worden. Der Fall, welcher ungemeines Aussehen auch in juristischen Kreisen erregt, ist folgender: Im Oktober 1877 hort der Polizeisergeant Weylepp von Mettmann in einem Walde einige Schüsse, er vermachet Wilddiebe, geht tn den Wald, man hört ein Halt! abermals ein paar Schüsse, Weylepp kommt nicht wieder und erst 4 Wochen später findet man ihn als Leiche in einem benachbarten Teiche. Er war ermordet worden and ein Taglöhner Julins Lückenhaus, der allerlei Drohungen gegen den Beamten ausgestoßen hatte, wurde als der That verdächtig eingezogen. Da man aber feine Schuld nicht beweisen konnte, so wurde im März 1878 die Untersuchung gegm ihn niedergeschlagen und die Sache ruhte, bis anfangs 1880 ein Arbeiter W<esemann erklärte, er habe gesehen, wie Lückenhaus mit feinem Bruder Nachts eine Leiche in den Hugenhauser Teich versenkt habe. Auf Grund dieser Aussage wurde Lückenhaus im Jahre 1880 des Todtschlags schuldig befunden und zu 12 Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust verurtheilt- Die beantragte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen und Lückenhaus wanderte ins Zuchthaus. Da erhielt im Januar 1882 ber Bürgermeister von Mettmann einen Brief ans Neuß, worin Anhaltspunkte enthalten waren, bie zum Nachweis ber Unschuld des Verurtheilten führten. Der eigentliche Thäter war ein Heizer Namens Matheisen, denn bas böse Gewissen nach Amerika trieb und ber wahrscheinlich auf der Ueberfahrt Schiffbruch gelitten hat unt mit seiner Familie ertrunken ist. Vor seiner Abreife hat er seine Schuld mehreren Personen aus seiner Bekanntschaft eingestanden unb seine Angaben ließen keinen Zweifel an ber Unschulb des Lückenhaus mehr aufkommen. Dieser wurde denn auch im Februar 1882 aus dem Zuchthaus, worin er über IVz Jahr gesessen, entlassen und seine -Lache von Neuem vor das Elberfelder Schwurgericht verwiesen, welches ihn am 31. Oktober ebenso einstimmig freisprach, wie es ihn vor 2 Jahren einstimmig verurtheilt hatte. Derjenige aber, dessen Aussagen damals zur Schuldigsprechung des Lückenhaus geführt hatten, ber Arbeiter Wiesemann, saß jetzt gleichzeitig wegen Meineids auf ber Anklagebank unb baburd) kommt in den ganzen Prozeß noch ein neues Moment. Denn bte Verhandlung stellte nicht klar, aus welchen Beweggründen Wiesemann zu seinen belastenden Aussagen gegen Lückenhaus gekommen sei. Nur oermutben konnte man, daß ihn die auf Entdeckung des Thäters ausgesetzte Belohnung von 300 Mark gelockt habe. Die Staatsanwaltschaft sprach für Schuldig unb die Geschworenen erkannten auch demgemäß. Aber der Gerichtshof wollte nicht zum zweiten Male Gefahr laufen, einen Unschuldigen zu verurtheilen unb er machte, wohl zum ersten Male seit Einführung der neuen Strafprozeßordnung, von dem § 317 der St.-P.-O. Gebrauch. (Auch ein württembergstchcs Schwurgericht hat ebenfalls bei einer Anklage wegen Meineid schon von dem § 317 Gebrauch gemacht ) Darnach kann das Gericht eine Sacke zur nochmaligen Verhandlung vor ein neues Schwurgericht verweisen, wenn es der Ansicht ist, daß die Geschworenen sich zu Ungunsten des Angeklagten in der Beantwortung der Sckuldfrage geirrt haben. Die Richter waren einstimmig ber Ansicht, daß ein solcher Jrrthum zum Nachtheil des Wiesemann hier oorliege und so wurde die Anklagefache gegen diesen vor das Schwurgericht ber nächsten Sitzungsperiobe verwiesen.
— sEin $ielbewetbter.] Von der westafrikanischen Küste wird ber Tob bes Königs Omoru gemeldet. Dieser afrikanische Monarch soll, wie man glaubt, über 700 Weiber besessen haben. Er war ber Vater von 95 Kinbern, von benen 77 am Leben ftnb. Sein ältester Sohn hat 400 Weiber.
Handel und Berkehr.
Frankfurt, 11. Nov. Auf bem heutigen Markt kostete der Centner Heu M 3.50—4.30, Stroh X 2.00—2.30, Eier das Hundert x 6—7.50, Stück 6* 2—8 H, Butter 1. Qualität X 1.25, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner -X 3.00—3.50, Kopfsalat per Stück 5 Wirsing 6—8 H, Rothkrant 15—35 H das Stuck, Gans «X 4.00—9.00, Huhn X 0.00, 1 Ente X 1.80—2.50, 1 Taube 50-70 H, Hahn X 1.20-1.70.
Grünberg, 11. November. lFruchtpreise.) Weizen X 18.88, Korn X 15.60, Gerste X 13.14, Hafer X 12.24, Erbsen X 18.62, Lein X —, Samen X 26.72, Kartoffeln X 6.00.
731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von MAASER’STElirc <& WOUILEn in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft eintordert, die auch binsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Briefkasten.
Allenborf. K. W. Wollen Sie sich nicht mit Ihren 3 Fragen an einen Rechtsanwalt wenden?
Lollar. ^Anonyme Einsendungen finden keine Aufnahme. D. Red-


