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zahlreiche Nachkommenschaft gehabt, wie in diesem, in keinem Jahre sind die Rehe so rablreich durch den Wald gelaufen und selten hat es so viele Rebhühner gegeben, wie diesmal, auch sind dieselben im Allgemeinen größer und fleischiger als sonst, weil sie außerordentlich reichlich Nahrung finden, da durch den Regen sehr viele Körner aus den abgemähten Feldern ausgeschwemmt worden sind. Der milde Winter hat den Wildftand sehr gut gedeihen lassen. In ganz Mitteleuropa ist das Gleiche der Fall, so daß wahrscheinlich das Jahr eines der besten Wildjahre wird.

Aus dem Kreise Bensheim, 10. September. Laut einer Bekanntmachung des Großh. Kreisamts ist die Heegzett des Dachses in den Gemarkungen Seeherm, Jugenheim, Alsbach, Bickenbach, Zwingenberg, Auerbach, Bensheim Zell, Gronau, Schönberg, Hochstädten und Balkhausen für den Monat September wieder aufgehoben.

Frankfurt, 10. September. DerFranks. Beob." schreibt: »Seit drei Tagen bildet ein in der sogenannten besseren Gesellschaft vorgekommener raffinirter Dlamanten- diebftahl den Gegenstand der Unterhaltung. Eine Dame lud ein mit ihr ehr befreun­detes Ehepaar zu Tisch. Die Freundschaft gestattete dem Paare die volle freie Bewegung im Hause und konnte der neugierige Mann in Sachen herumkramen, die sonst profanen Augen nicht zugänglich sind. Bei Gelegenheit des lucullischen Mittagessens gerieth der Gast auch an das Schmuckkästchen der Hausfrau, welches im Nebenzimmer unver­schlossen stand. Während die Gastgeberin in eifrigem Gespräch sich befand, brach der Besuch mit der Geschicklichkeit eines Goldschmieds neun der schönsten Brillanten aus einem Collier und steckte sie ein. Ruhig, als sei nichts geschehen, kehrte der Dieb (nach einer Mittheilung derFrkf. Zta." wäre derselbe ein hervorragenderes Mitglied des Frankfurter Stadttheaters) zu seinem Platze am Tischezurück, ^unterhielt sich ganz unbefangen über Kunst und Poesie und brachte auch schließlich das Gespräch auf den Schmuck der Dame, welchen zu sehen er große Neugierde ze gte. Ahnungslos holte man ihn herbei und wurde fast ohnmächtig vor Schreck, als der Diebstahl bemerkt wurde. Entrüstet sagte die Dame dem Besuch die That ins Gesicht, doch dieser betheuerte seine Unschuld, wollte auf seine Kosten die echten Brillanten ersetzen lassen und entfernte sich. Zwei Tage darauf kam er mit einem Brillant-Armband im angeb­lichen Werthe von 600 <X zurück, um solches als Ersatz zu bieten, was man jedoch nicht annahm. Die Sache sprach sich inzwischen herum und schließlich erfolgte ein Geständniß, als es zu spät war und die Polizek schon Kenntniß von dem Vorfall hatte. Die Brillanten sind noch nicht zur Stelle. Die Gerichtsverhandlung wird sehr interessant werden. ________________

Zur Warnung theilen wir folgendesEingesandt" aus derFrankfurter Zeitung" mit:

Auf die Anpreisung des Herrn G-Kemp in Hamburg (siehe Inserat derFrank­furter Zeitung-), laut welcher eine magnetische Uhr für 2,50 Mark unter dreijähriger Garantie der genauen Zeitangabe, so gut wie ein Chronometer, von ihm gegen Nach­nahme zu beziehen sei, ließ ich mir eine solche senden. Ich erhielt einen unbedeutenden Gegenstand aus geringem Metall, angeblich als Sonnenuhr verwendbar, welchen ich bet der verehrlichen Redaction hinterlege für Leute, die vielleicht Lust hätten, sich ebenfalls solche Chronometer anzuschaffen. Ein Htnetngefallener."

Englische Blätter vom 4. September berichten über das Aufbrechen der Mosel" wie folgt: Am Samstag Abend etwa um 6 Uhr fiel die Vorstenge nach der Backbordsette hin über Bord, zerschmetterte dte Rahen und verursachte Beschädigung auf dem Verdeck. Einige Minuten später wurde der Kiel unter dem Logis infolge einer fürchterlichen See durchschnitten und das Schiff selbst von letzterer höher auf die Felsen hinaufgeschoben. Gestern Morgen um 6 Uhr vernichtete eine schwere von Südwest kommende Grundsee das Schiff gänzlich. Es brach hinter dem Maschinenraum zwischen Großmast und dem Schornstein auseinander. Der Großmast fiel nach der Steuerbord­sette über und riß die dort aufgestellten sechs Centrifugalpumpen nebst Zubehör mit sich fort. Letztere sind mit dem Schiffe untergegangen, jedoch bei Niedrigwasser sichtbar. Der Dampfer ist in drei Theile gebrochen. Große Massen von Kisten, Fässern, Kajüts- gegenständen und anderes Inventar trieben mit der Ebbe im Canal herunter. Dte Pumpen werden, falls das Wetter es zuläßt, von dem Schlepper geborgen und dte Bergung der Ladung eifrig fortgesetzt werden.

(Rechtfertigung.) Richter: Sie sind angeklagt, diesen Herrn mit einem Kübel Wasser begossen zu haben. Angeklagte: Ja, Herr Richter, aber es ist ihn nicht ange­gangen; in der Dunkelheit hielt ich diesen Herrn für meinen Mann.

731) Ueber die Hohe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttäuscht sehen, wenn man ron der Annoncen - Expedition von HAASEIVSTEIIW de VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsiohte dar für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reiche-' Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen tnverlassigen Rath ertheilt

Steinbruch- Versteigerung

Dienstag den 19. September, Nach­mittags 2 Uhr, soll der zur Concurs- masse des Karl Port in Gießen ge­hörige, in der Gemarkung Steinbach gelegene Basaltsteinbruch mit einer großen Anzahl Quadratmeter an­grenzendem Gelände auf hiesigem Rathhaus einer dritten und letztmaligen Versteigerung ausgesetzt werden.

Zahlungstermin Martini 1882, 1883 und 1884, je mit einem Dritttheil.

Steinbach, den 12. Sept. 1882.

Großh. Ortsgericht Steinbach. 5951 Nicolaus.

Obflversteigerung. Montag den 18. September, von Morgens 10 Uhr an, soll das Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, ver­steigert werden.

Eberstadt, den 12. Septbr. 1882.

Großh. Bürgermeisterei Eberstadt.

5936 Görlach.__________

Ohflversseigerung.

Montag den 18. September, von Morgens 9 Uhr an, soll das Gemeindeobst an Ott und Stelle versteigert werden.

Groß-Buseck, den 12. Sept. 1882. Großh. Bürgermeisterei Groß-Buseck. 5935 Wagner.

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Gg. Wilk. Woidig.

Allgemeiner Anzeiger.

d. II. Ordu. zu Giessen.

Der Unterricht beginnt Dienstag den 19. September, Morgens 8 Uhr. Anmeldungen werden Montag den 18. September, von 8 Uhr an, von dem Unterzeichneten im Nealschulgebäude entgegengenommen. Die Aufnahmeprüfungen finden an demselben Tage statt.

Gießen, den 10. September 1882.

Großherzogliche Realschuldirectior.

5907 Soldan.

Waaren - Versteigerung.

Dienstag den 19. September und event. die folgenden Tage, jedesmal Morgens um Vs 10 Uhr und Nachm. um V23 Uhr anfangend, werden im Saale des GasthofsZum Einhorn" dahier öffentlich meist­bietend gegen Baarzahlung versteigert:

Wollwaaren, als: Kinderkleidchen, Damen- und Herrenunterjacken, Unterhosen, Tücher in schwarz, bunt und weiß, Knabentttcots, Tischdecken, Flanell.

Leinen, als: doppelbreites und einfaches Handtücherleinen, Tisch­tücher, Servietten, Taschentücher, Tischdecken.

Englische Tüll- zu Vorhängen.

Feiner Samrnt.

Herrenhalsbinden (Schleifen).

Gießen, den 13. September 1882.

Bühner,

5947 Großh. Gerichtsvollzieher.

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