dem Hauptmann Haupt tm 2. Infanterie-Regiment (Gwßherzog) Nr. 116, dem Hauptmann Sartorius tm 3. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, dem Hauptmann Freiherr Marschall von Bieberstein und
dem Hauptmann Neuling im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118,
dem Rittmeister Seederer im 2. Dragoner-Regiment (Leib - Dragoner - Regiment) Nr. 24,
dem Feuerwerks-Hauptmann Wlsotzky im Feld-Artillerie-Regtment Nr. 25 (Groß- herzogliches Artillerie-Corps);
3) das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Intendantur - Secretär Frank bei der Intendantur der Großherzogltchen
(25.) Division,
dem Premierlieutenant Fenner und
dem Zahlmeister Hecht im 1. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23,
dem Premierlieutenant von Eschwege im 2. Dragoner-Regiment (Letb-Dragoner- Regiment) Nr. 24,
dem Premierlieuteuant Wagner im Feldarttllerie-Regiment Nr. 25 (Großherzogl- Artillerie-Corps),
dem Garnison-Verwaltungs-Oberinspector Löffter.
4) das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philtpp's des Großmüthigen: dem Feldwebel Htebel, dem Feldwebel Lang,
dem Feldwebel Heß im 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115,
dem Stabshoboist Krauße,
dem Felbwebel Freudenberger,
dem Feldwebel Bangel im 2. Infanterie-Regiment (Grobherzog) Nr. 116, dem Bezirksfeldwebel Reinhart im 1. Landwehr-Regiment Nr 115, dem Bezirksfeldwebel Pfeifer tm 2. Landwehr-Regiment Nr. 116, dem Feldwebel Engel,
dem Feldwebel Hotsfeld im 3. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, dem Feldwebel Below,
dem Feldwebel Hökendorff,
dem Feldwebel Schlößer im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Nr. 118,
dem Wachtmeister Wahl im 1. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regt.) Nr.23, dem Wachtmeister Seppelt im 2. Dragoner-Regiment (Leib-Dragoner-Regtment)
Nr. 24,
dem Sergeant (Oberlazarethgehülfe) Christ,
dem Sergeant (Regimentsschuhmacher) Müller im Feld-Artillerie-Regtment Nr. 25 (Großherzogltches Artillerie-Corps.)
Berlin, 11. Septbr. Der Ausschuß des Comitös für die Hygieine- Ausstellung, welcher sich definitiv über die Ausführung des Ausstellungsgebäudes -schlüssig zu machen hatte, hat gestern seine endgültige Entscheidung getroffen. Es wurde das Project der Herren Dr. Pröll und Jeharowki-Dresden in Verbindung mit dem des Herrn Druckenmüller in Berlin zur Ausführung acceptirt. Das Project zeichnet sich durch seine technisch hochintereffante Anordnung besonders aus und hatte sich des vollen Beifalls der Commission zu erfreuen. Trotzdem schwankte, wie verlautet, die Wahl längere Zeit zwischen diesem Pro- jecte und dem der Firma Heinr. Lehmann u. Co. in Berlin, sowie dem der Firma Beuchelt u. Co. in Grüneberg in Schlesien. Mit den Arbeiten für das feuersichere Ausstellungsgebäude wird sofort begonnen werden.
— Die „Köln. Volkszeitung" bringt heute die interessante Meldung, daß t>ie rheinischen Bürgermeisterämter „dem Vernehmen nach" aufgefordert worden seien, schleunigst über die in ihren Bezirken bestehende Praxis der katholischen Geistlichkeit hinsichtlich der gemischten Ehen zu berichten. Das Blatt fügt, sehr bezeichnend für die Stimmung der Klerikalen, hinzu: „Selbstverständlich werden die Bürgermeistereien in dieser Sache nur berichten können, was zu ihrer Kenntniß gelangt ist. Die katholischen Gastlichen aber werden jedenfalls, wenn man sie ausforvert, jede Auskunft verweigern, da sie nicht verpflichtet, ja nicht einmal berechtigt sind, der weltlichen Behörde Rede und Antwort zu stehen über etwas, was unbestritten vor das Forum der Kirche und vor dieses Forum allein gehört."
— Man hat sich in Börsenkreisen nicht geschämt, den Gesundheitszustand unseres Kaisers als Quelle von Sensations-Nachrichten für Speculationszwecke zu machen. Die „Neue Börsen-Ztg." sagt darüber: „Daß der Börse nichts verwerflich dünkt, was zur Begünstigung von Speculationen dienen kann, ist eine Thatsache, die leider nicht zu bestreiten ist. Daß man jedoch neuerdings nicht davor zurückschreckt, falsche Gerüchte über das Befinden des Kaisers zu Börsenzwecken in Umlauf zu bringen, erscheint als eine Schamlosigkeit sonder Gleichen. Wenn das Börsen-Commissariat nicht die Fähigkeit oder die Macht besitzt, einem derartigen Unfug zu steuern, so wäre es wirklich an der Zeit, daß von der dem Aeltesten-Collegium vorgesetzten Behörde Schritte nach dieser Richtung hin geschehen. Uns ist nicht einmal bekannt geworden, daß sich das Börsen-Commissariat Mühe gegeben hätte, den falschen Gerüchten, die Tag für Tag jetzt in Börsenkreisen zu Zwecken der Tendenzrnacherei circuliren, auf den Grund zu gehen."
— Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: In dem Befinden des Herrn Reichskanzlers ist noch immer keine befriedigende Besserung eingetreten. Auf ärztliche Vorschrift enthält er sich aller Geschäfte und beschränkt seine Bethelligung an ednselben aus die nothwendigsten Unterschriften.
England.
London, 10. Septbr. Der Vicekönig von Irland hat 208 von den reumüthigen Polizisten wieder in Gnaden ausgenommen und sie ohne Strafe in Amt und Würde wieder eingesetzt; 17 dagegen bleiben wegen anerkannt üblen Charakters ausgeschlossen. Auf diese Weise vermengt Lord Spencer uneingeschränkte Mllde mit unnachsichtiger Strenge. Eine ähnliche Energie bekundete er gegenüber dem Ansinnen des Lord-Mayors, die über Hynes verhängte Todesstrafe umzuändern. Marwood, der englische Henker, ist schon von London in Dublin angekommen und wird sich, begleitet von einer Anzahl irischer Geheim- Polizisten, nach Limerick begeben, wo die Aufknüpfung zum Vollzug gebracht werden soll.
Aegypten.
Port Said, 11. Septbr. Nachrichten aus Kairo vom 6. ds. besagen, daß in der Stadt Ruhe herrsche und daß die dort befindlichen Europäer in keiner Weise belästigt werden. Das Standbild Ibrahim Pascha's war in Folge eines Beschlusses der Ulema-Versammlung, daß die Errichtung von Standblldern den religiösen Vorschriften zuwider sei, niedergelegt und beseitigt worden.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Eorrespondenr-Vrrrearr.
Augsburg, 12. Septbr. Die „Augsb. Postztg." bringt eine Antwork des Reichskanzlers Fürsten Bismarck auf die Anzeige des Frhrn. v. Thüngen von der Gründung des Fränkischen Bauernvereins. Die Antwort des Fürsten,
datirt Varzin 11. September er., sieht in jedem Bauernverein, der gegründet wird, ein neues Organ bäuerlicher Selbstständigkeit.
Petersburg, 12. Septbr. Der Kaiser und die Kaiserin in Begleitung des Thronfolgers und der übrigen Großfürsten trafen gestern Morgen 10% Uhr aus Peterhos auf der Jacht „Alexandra" in Petersburg ein. Von der Anfahrtsstelle der Dampfer fuhren dieselben sodann in offener Equipage unter den begeisterten Hochrufen einer zahllosen Volksmenge durch die im reichsten Festschmucke prangenden Straßen zur Alexander-Newski-Kathedrale. Nach Beend:-- gung des Gottesdienstes frühstückten die Majestäten bei dem Metropoliten Isidor, worauf dieselben in offenem Wagen unter erneuten Hochrufeu der Volksmenge nach dem Anischow-Palais und sodann über das Marsfeld, wo ein Volksfest stattfand, nach der Festungskirche fuhren. Daselbst verweilten der Kaiser und die Kaiserin einige Zeit im Gebete an den Gräbern des verewigten Kaiserpaares und kehrten alsdann längs des Palais und des englischen Quais zur Dampseranfahrt zurück, wo die Jacht „Alexandra" dieselben wieder aufnahm und nach Peterhof zurückbrachte.
Kaffasfin, 12. Septbr. Die schottische Brigade und die indische Infanterie sind gestern hier eingetroffen; General Wolseley's Armee ist nunmehr vollständig beisammen, man nimmt an, daß noch heute der Angriff auf Tel-el- Kebir erfolgen werde.
— General Wolseley hat mit den Divisions-Generalen heute früh das Lager verlassen, um den Angriffsplan festzustellen. Die Armee des Generals Wolseley, welche, wie bereits gemeldet, vollzählig ist, erwartet stündlich den Befehl zum Vormarsch. Eine aus 250 Mann bestehende Abtheilung von Marine- Truppen mit 6 Gattling-Kanonen nahm eine Melle von der Front eine Vorpostenstellung ein.
Lokales.
Gießen, 13. September. (Sterblichkeit in Gießen.) In der Woche vom 3. bis 9. September belief sich dahier die Zahl der Todesfälle tm Ganzen auf 5. Es starben 2 erwachsene Personen (eine an Lungenerweiterung, eine an Lungenschwindsucht) und 3 Kinder. Unter den letzteren befand sich ein nur wenige Tage altes, welches in Folge eines angeborenen Bildungsfehlers sein Leben nicht fortsetzen konnte. Zwei Kinder hatten das 2. Lebensjahr schon erreicht und war bei dem einen Diphtherie, bet dem anderen Etteransammlung in der Brust die Todesursache. G.
Vermischtes.
Darmstadt, 12. September. (Landwirthschaftliche Landesausstellung.) Auf der landwirthschaftltchen Ausstellung in Darmstadt werden diesmal, Dank den Bemühungen des Landes-Pferdezucht-Veretns, auch die Pferde schon recht viel Beachtens- werthes bieten. Wenn auch die moderne Wtrthschaft mit den Pferdekräften ihres Dampf-, Gas- und electrischen Betriebs, wo es nur irgend angeht, die lebende Kraft zu verdrängen sucht, so wird doch das Pferd dieser drohenden Macht noch nicht zu weichen haben. Leider gibt es aber Viele, die das Pferd als ein nothwendtges Uebel betrachten und ihm nicht gerne den Rang etnräumen, welcher ihm gebührt. Es muß deshalb umsomehr Denjenigen erfreuen, welcher noch Sinn für Thtere hat, die nicht gerade nur dazu da sind, dtrect Nahrungsstoff zu liefern, daß bei der Ausstellung der hessischen Landwirthe unter Abtheilung I des Katalogs die Pferde aufgeführt sind. Baut und bringt das Pferd der Kuh das Futter, so gibt sie reichlich Milch und Butter. Es ist dies zwar nur ein schlechter Knittelvers und der kleine Landwtrth. welcher zur Noth mit Spaten und Karren auskommt, wird den Kopf dazu zweifelnd schütteln, doch möchten die Herren, welche mit Recht das Molkeretwesen vor Allem hochstellen und auch die Mastvieh-Enthusiasten nie des Pferdes vergessen, welches ihren Zwecken dient — ohne Neid — wenn es auch noch so mager ist.
Es liegt hier nahe, einen Vergleich zu wagen. Auch der Pferdezucht-Verein ist nicht fett im Vergleich zu den landwirthschaftltchen Vereinen, die ihn zwar nähren helfen und deshalb auch Dienste von ihm beanspruchen können; er hat aber auch redlich diese Pflicht erfüllt und seine Kraft bis zum Aeußersten angespannt, selbst dann, wenn der Magen laut dazu knurrte. Dem Pferdezucht- und Marktverein muß die Anerkennung des gerechten Landwtrthes werden. Beide können im Bewußtsein ihrer in kurzer Zett unter drückenden Verhältnissen errungenen Erfolge mit Ruhe dem Resultat entgegensehen, welches die Pferdeausstellung liefern wird. — Der Pferdezucht-Verein hat 2000 Mark, der Pferdemarkt-Veretn 300 Mark bedingungslos zu dem Prämienfonds für Pferde bewilligt.
— Für manche Kreise dürfte die Notiz von Interesse sein, daß am Dienstag den 19. September, von Vormittags 9 Uhr ab, in den Ausstellungsstallungen ein Markt stattfindet, auf welchem das in den Tagen vom 16. bis 18. September ausgestellte Schlacht- bezw. Fettvieh zum Verkauf gelangt.
Butzbach, 12. September. Gestern Nacht gegen 2 Uhr wurde unsere Einwohnerschaft durch den Ruf „Feuer" aus ihrer Ruhe aufgeschreckt. Ein in der Nähe der Stadt, an der Kirchgasse sitzender Holzhaufen, ca. 1700 Buchen- und Tannenwellen, brannte total nieder. Eine Gefahr zur Weiterverbrettung des Feuers war, da der Haufen isoltrt saß, nicht vorhanden. Versichert soll das Holz, welches Herrn Beigeordneten Chr. Heil gehörte, nicht gewesen feht. Der Schaden (Werth der Wellen ca. 200 Mark) ist, zumal verschiedene!, in der Nähe des Feuers gestandene Obstbäume vernichtet wurden, ein nicht unbedeutender. Vermuthlich ist das Feuer durch das gleichgültige Wegwerfen eines noch brennenden Streichholzes oder Cigarrenstummels entstanden, jedoch dürfte Brandstiftung das wahrscheinlichste sein. Untersuchung wurde sofort etngeleitet. (W- B.)
Kassel, 11. September. (Fünflinge geboren.) In dem Dorfe CaSdorf bei Homberg an der Efze hat sich der gewiß ganz ungewöhnliche Fall Ende der vorigen Woche zugetragen, daß die Frau eines dortigen Einwohners mit Fünflingen nteder- gckommen ist. Die Kinder kamen tobt zur Welt, wurden von dem dortigen Arzte in Spiritus gethan und an die Anatomie der Universität Marburg gesandt.
Rendsburg, 8. September. Heute gegen Abend erplodirte auf der Eider die mit Petroleum und Naphtha beladene, von Bremen nach Petersburg bestimmte Kuff „Anna". Ein Koch und ein Matrose sind in den Flammen umgekommen, Capitän und Steuermann aber mit nur leichten Brandwunden gerettet-
Freiburg, 10. Sepember. Mit den inzwischen ihren Wunden erlegenen Michael John, Fuhrgeldetnnehmer von Kolmar und Magdalena Kohlbecker (10 Jahre alt) von Münster beträgt die Zahl der Todten nunmehr 63 (nicht 66). Von den noch Dar- niederltegenden fürchtet man für 3-4; die übrigen sollen außer Lebensgefahr sein. Auch der Erbgroßherzog hat in Begleitung des Staatsmtntsters Turban den Verwundeten einen Besuch abgeftattet. Zu demselben Zweck kamen hier der Gemeinderath von Kolmar und der von Münster an. Die Bahn zwischen Freiburg .und Kolmar wurde bereits gestern wieder regelmäßig befahren- — Zur Theilnahme an der Untersuchung und zur Begutachtung technischer Fragen sind außer dem Prtvatingenteur Müller von hier noch mehrere außerbadische Ingenieure beigezogen worden, darunter auch der Centralbahningenieur Rud. Mohr aus Basel. Man darf wohl gegründete Hoffnung haben, daß die Untersuchung eine durchaus unbefangene, unparteiische sein wird.
Mainz, 7. September. Ein großer Thetl der Schafe, welche bet dem Würz- burger Eisenbahnunglück zerquetscht wurden, gehörte der hiesigen Firma Heister, Srmon und Koch. Die Thtere kamen aus Odessa und waren für Paris bestimmt. Es dürste von Interesse sein, zu vernehmen, daß diese Tausende von Schafen (die Firma Herster u. Co. liefert allein nach Frankreich und England 40,000 Stück) wegen der Vtehsperre gegen Rußland, nach Deutschland nicht exporttrt werden dürfen, während w Frankreich und England der Import ungehindert und zwar durch Deutschland geschehen kann, ohne daß in diesen Ländern auch nur ein Fall der Viehseuche vorgekommen wäre. Daß durch diese Sperre das Fletsch nicht verbilligt wird, ist selbstverständlich.
., f Marburg, 10. September. Wie man vielseitig hört, verspricht die Jagd in diesem Jqhre recht günstig zu werden. In keinem Jahre hatte Freund Lampe so


