Ausgabe 
14.5.1882 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

IT nterie- sisters

3417

irg:

nd.

E

leric^teten

le marine merksam m suchen. Beifügung

tz.

3412

« Rügil- eruhr M m Settto der *W irpeb. b. iben.

I.

N *

« 81S*, 1>"

>, ll63,1** 1«, F, 1* js« F, f4'

: VS«- ,3

ii 2«, 4

6S*-C

3*,*T

fetten 3«

ii2. Erstes Blatt. Sonntag den 14. Mai 4882.

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

f Preis vierteljährlich 2 Mar! 20 Pf. mit SringeiMn.

«Sxi-e«« I Schulstraß- B. 18. Erscheint«l!ckl mit Ausnahme des Montags. $Urd) die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pf.

Amtlicher J6 eil.

Bekanntmachung.

Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Vorstand desMitteldeutschen Kunstgewerbe-Vereins" zu Frankfurt a. M. die Erlaubniß ertheilt, Loose für eine im Dezember d. I. in Frankfurt a. M. zu veranstaltende Ausspielung von kunstgewerblichen Erzeugnissen der Neuzeit im Großherzogthum vertreiben zu dürfen. Der Reinerlös der Verloosung ist zur Erweiterung der kunstgewerblichen Mustersammlung des Mitteldeutschen Kunst- gewcrbe-Verelns zu Frankfurt a. M. bestiimnt. Nach dem von dem König!. Preußischen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Ausspielungs­plane dürfen nicht mehr als 30,000 Loose, das Stück zu 1 Jt., abgesetzt werden. Der Werth der zu verloosenden Gegenstände muß mindestens 60% des Erlöses aus dein Verkauf der Loose, abzüglich des Betrags der Stempelkosten der Loose, betragen.

Gießen, den 12. Mai 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

__________________Dr. Boekmann.__

Gefundene Gegenstände:

1 Knabenstrohhut, 1 wollenes Tuch, 10 alte Geldstücke, 1 Pincennez, 1 Schürze, 1 Hundehalsband nebst Marke, 1 Hemdenkragen, 1 Portemonnaie mit Inhalt 2 Regenschirme, 1 Glacehandschuh, mehrere Schlüssel.

Gießen, am 12. Mai 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

_____Fresenius._______________________________.____________________

Betreffend: Die Einsendung der Sterbfallszählkarten. Gießen, den 13. Mai 1882.

Das Großherzogltche Kreis-Gesundheitsamt Gießen

an die Großherzogtichen Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche mit Einsendung der SterbfallSzählkarten noch im Rückstände sind, werden an sofortige Erledigung dieser Angelegenheit erinnert. Dr. Glasor.

Deutschland.

m. Darmstadt, 12. Mai. Die zweite Kammer erledigte heute sämmtlichc noch zur Bcrathung reife Gegenstände und vertagte sich sodann auf unbestimmte Zeit. Zu­nächst erstattet Abg. Theobald Namens des Finanzausschusses Bericht über die weitere Stceommunication der ersten Kammer bezüglich des Staatsbudgets. In Bezug auf die Geldbewilligungen sind die Beschlüsse beider Kammern nunmehr übereinstimmend und in Bezug auf eine Reihe von an die Regierung zu ^M.mdcu Ersuchen. dcneu die erste .'toiniiKt IWtberboli nicht beigetrcken ist, wird der Erlaß einer einseitigen Adresse 0-,chlosscn. 9lad> den Kammerbeschlüssen betragen die ordentlichen Ausgaben pro Jahr en runder eiirnmc 16,800,000 die Einnahmen 17,558 000 M. Einschließlich eines vorhandenen Uebcrschusscs der Staatsschuldcnvcrwaltung bleiben im Ganzen 1,565 000 M disponibel. Staatsminister Freiherr v. Starck beantwortet hierauf die Interpellation des Abg. Schroeder, den Erlaß eines Masserrechtsge s etz cs betreffend, dahin, daß die Regierung mit Ruckficht aus den in Aussicht stehenden Abschluß des büraer- licben Gesetzbuches für das Reich Bedenken trage, diese Materie gesetzlich zu ordnen, um vielleicht zum Nachtheil der Bevölkerung in kurzer Frist von Neuem die Gesetz­gebung nmzugejtalten. T ic Regierung ist dagegen bereit, schon dann an die nothwendia erkannte gesetzliche Regelung des wichtigen Gegenstandes heranzutrcten, wenn die Grund- iatze bekannt geworden, nach denen der Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches die Ma­lme regelt und wenn, wie Mimsterialrath Lothcisen zufügt, die Grenzen zwischen dem Hcrrichast^gcbiet des zukünftigen Cwilrechts und der Landesgcsctzgcbnng festgestcllt und. Rach einigen Bemerkungen der Abg. Schroeder und v. Rabenau wird der Gegenstand verlassen und die Beantwortung der Interpellation der Abgg. v. Rabenau und Genossen, den Uebergang v° n Vicinalstraßcn in das Eigenthum d es «taateo betreffend, von Exeellenz dem Herm Staatsminister Freiherrn v. Starck entgegengenommen. Hiernach smd Erhebungen darüber, welche Vieinalstraßen Staats siraßcu werden sollen ,m Gange und wird noch diesem Landtage eine desfallM Vor­lage zugehen. Weiter beantwortet der Herr Staatsminister die <lntPrnPllXn Abgg. v. Rabenau und Theobald, die Bildungde? Amtsa^r icktsbe-1?ke betreffend Es wird detailirt ausgeführt, wie bei der ohnlängst stattgehabtenftutheilung einiger oberhe sischen Orte zu andern als den feithmam ? vTt

Gründe obgewaltet haben mid jedenfalls di7JiW^?-?Sohne? d^-str Or - Lt oder nur in ehr geringem Maße berührt worden seien (Sa .rtc t111

der Interpellation^ W° s s e r b u r g und Wolfsk c h U tz d c Z Raünna d d-n Brücke bei Mainz und die Vergebung der Bauarbeiten aus der Hand betreffend' durch Herrn Ministerialpras,deuten Schleiermaelier . oeiicueno,

die bis zur Vergebung der Arbeit nothwendig gewesenen Vorarbeiten iind beme?kt° es iei -,ne rasche Vergebung der Bauarbeiten bei dem stetigen Steigen der Effenvreise nothwendig gewesen. Unter den , Offerten, welche auf Ueberuahme der Arbest in Generalentrcprise emgegangen seien, habe sich diejenige der Firmen Solkmann 7, « J in Frankfurt und Benckiser in Pforzheim als die billigste und an"X& s°d°ß in vorliegendem Falle diese Art der Vergebung umsomehrden NÜg7Ä m als in dem mit den genannten Firmen abgeschlossenen Vertrag der Reaiernno -in > beschranktes Aufsichtsrecht über die Ausführung des Bauwerks aewäbrt ic? 'ffs W «ne staatliche Aufsichtsbehörde unter der speciellen Leitung des H??rn^berbmiratb

gebildet worden, welche ihre Thätigkeit unverzüglich beginnen solle ^Mit ?i^g?!uikenbau werde ehestens begonnen werden und innerhalb dreier -Zabre müsse

rr ?le Verkehrseroffnung fertig gestellt werden. Die Abg Wolfs?eb l glauben, daß an einer beschränkten Coneurreuz sich eine Aumbl

Wdur» ^Crl8t ^a6m würde und daß eine Herabmiiiderung des Gesammtkostenvreises eSen Sx6Cror01bcn fet Nachdem sftinifterialratöginfÄ

Musies^'eckdi^t^ M1 Regstr.n^g"nach'dem Anträge des^Aus?

ldes deutfcheN^K-7,7' besgleichen der Gesetzesentwurf, die Ausführung ^rdnungen für GeUästsvolliwber$£ s£V§ a"nd der deutschen Mhr "^ Der Gesetzesentwurf, die Äann^i nb ^SBarj e U e ?? mrft-nb'3C betreffend. ::h Tnclchcni hpufp piyip r unn- u n D -p r 3 cllenDerincii u n a betteftenb Debatte auf Antrag des Aba ©rnps®ntr30e 5in0^worden, wird nach kurzer Berathm-über den damit in ea?+ ben Ausschuß zurückverwiesen und die Die Land.skulturae?etzaeb^nn?''^«"g stehenden An rag des Abg. v. Rabenau, Lessi wird ausgesetzt. - Die

Krankreich.

Paris, 11. Mai. Deputirtenkammer. Villeneuve richtet eine Anfrage cn die Regierung über die Angelegenheiten in Egypten und wünscht namentlich darüber Auskunft, welches die augenblickliche Lage sei und welche Politik in Bezug auf eine türkische Intervention die maßgebende sein werde. Minister- prüsideW Freycu--! cküuklsit an, daß die diplomatischen Schriftstücke über Egyp­ten der Kammer in etwa 14 Tagen mitgetheilt werden würden, weist sodann ans die jüngsten Zwischenfälle in Egypten hin und bezeichnet die Lage als eine ganz exceptionelle. Das ägyptische Ministerium revoltire gegen den Khedive. Frankreich sei bemüht, die Unabhängigkeit Egyptens so aufrecht zu erhalten, wie sie sich aus dem von den Mächten anerkannten Firman ergab, Frankreich werde keinem Schritt zustimmen, der Egyptens Unabhängigkeit schmälern könne, die Un­abhängigkeit Egyptens werde, Dank dem vollständigen Einvernehmen zwischen Frankreich und England, behanptet, das Einvernehmen zwischen Frankreich und England werde nicht gestört werden. Die Dinge könnten eine Wichtigkeit an- Nehmen, die das europäische Gleichgewicht interessire, es sei deshalb nothwendig, sich mit den Mächten über die Regelung der egyptischen Frage zu verständigen. Von den Mächten werde die präponderirende Stellung Frankreichs und Eng­lands in Egypten anerkannt,die Consultirung der Mächte kann uns daher nur eine um so größere Macht gewähren, um allen Eventualitäten entgegenzutreten, es sind feste und sichere Schritte nöthig, mit denen man vorgehen muß. Die Action der Regierung wird sich ans der Höhe ihrer Pflichten befinden und die Regierung nimmt die Verantwortlichkeit vor dem Lande von vornherein auf sich." Villeneuve dankte dem Ministerpräsidenten für feine Erklärung womit der Zwischenfall erledigt war.

Deutscher Reichstag.

8. Sitzung. Freitag den 12. Mai.

Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um UV« Uhr. Am Tische des Bundbsraths v. Boettichcr, Scholz, Dr. v. Mapr, v. d. Planitz u. A.

Der Präsident macht Mittheilung von dem Empfange des Präsidiums beim Kronprinzen und dem Prinzen Wilhelm behufs Entgegennahme der Glückwünsche des Reichstages aus Anlaß der Geburt eines Prinzen des kaiserlichen Hauses. Se. kaiser­liche Hoheit der Kronprinz sowohl wie Prinz Wilhelm seien sehr erfreut gewesen über die vom Reichstag bekundete Theilnahme und hätten das Präsidium beauftragt, dafür ihren herzlichen und aufrichtigen Dank dem Hause zu übermitteln. Weiter macht der Präsident Mittheilung von dem heute Morgen erfolgten Tode des Abg. Dr. Hüter. Das Haus ehrt das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.

Tagesordnung: Fortsetzung der ersten Berathung der Tabakmonopolvorlage.

Erster Redner ist Abg. Dr. Windthorst (gegen die Vorlage). Er und seine politischen Freunde seien der Ansicht, daß die Einführung des Tabakmonopols in Deutsch­land unthunlich sei. (Beifall.) Sie bekämpften das Monopol nicht um deshalb, weil sie eine Steuerreform nicht wollten. Im Gegentheil, wir sind der Meinung, daß es im höchsten Grade wünschenswerth wäre, das Maß der indirekten Steuern zu erhöhen, um auf diese Weise die direkten Stenern zu ermäßigen. Wir sind der Meinung, daß mit aller Macht dahin gestrebt werden muß, die ärmeren Volks- klassen in Beziehung auf die direkten Steuern zu entlasten; ebenso muß, auf eine Ent­lastung der Kommunen Bedacht genommen werden. Der Herr Schatzsekretar Scholz hat eine Wendung gebraucht, die zu dem Mißverständnisse fuhren konnte, als ob der­jenige, welcher gegen das Monopol stimmt, irgend welches Mißtrauen gegen die Regier- Uvg hätte. Das ist nicht der Fall: wir haben den festen Willen, die Wirthschaftspolitik der Regierung zu unterstützen. Wir sind gegen das Monopol aus wirthschaftlichen Gründen zunächst. Durch die Einführung des Tabakmonopols wurde eine große und bedeutende Industrie mit allen Nebengewerben und diese sind nicht gering absolut vernichtet werden. Damit würde eine ganze Reihe von Existenzen vernichtet werden, die jetzt ihr gutes Auskommen haben. Nach meinem Dafürhalten ist jedes Monopol etwas Widernatürliches. Wir sind in der Monopolisirung schon viel zu weit gegangen, wenn es so weiter geht, wird der soziale Staat bald fertig fein. Was den Nutzen des | Tabakmonopols anlangt, der mit der Schöpfung so vieler Ruinen erkauft werden soll.