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Vorzügliches erwarten.

Mehrere Verehrer der Zithermusi!.

Frankfurt a. M., 13. März, Nachmittags 2 Uhr Mm. (TelegrGM Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann tn W Creditactien 2713/», Staatsbahnactien 257'/,, Galizier 250 Oesterr. Silbers , 4»/0 Ungar. Goldrente 74'/,, 4% 1880er Russen 68/,, 2. Orient-Anleihe *> 5°/0 Rumänische Rente 87'/z, Lombarden 119. Tendenz geschästslos.

Theater.

Das seit kurzer Zeit avisirte Characier-Lustspiel Mart« und Magdalenr wi Paul Lindau soll am Mittwoch den 15. März zum Benefiz fürFil. v. Jarzeboniti in Scene gehen. Die Vorzüge dieses Lindau'schm Werkes näher h-rvorzuheben, r>»m wir unterlassen und nur auf den immensen Erfolg hindeutcn, den es an allen THIMI Deutschlands, übersetzt auch in Frankreich, erzielt hat. DassUbe nun hierorts zur »M sührung zu bringen, ist specielles Bemühen des Fräulein v. Jsrzebowska. Sie vchl es in der Erwartung zu ihrem Benefiz, um dem Publikum etwas Gutes und Gedregas zu bieten, von einem Autor, mit dem sich unsere moderne Literatur starr beschofW Möge ihr Lindaus Cbaractergemälde ein volles Haus eintragen.

Handel, und Verkehr.

Frankfurt, 11. März. Auf dem heutigen Markt- kostete der Sentner £ je nach Qualität X 3.50-4 80, Stroh X 3.20-3 50 Eier das ßunbert x 5|(M« Ochsenfleisch das Pfund 65-70 4, Kuh- und Rindfleisch 45 -55>4, KalbfleM bis 55 4, Hammelfleisch 4053 4, Schweinefleiich 6575 4, 1 £>ot)n X_l-70 -

1 ©ubn V 1.50-2.50. 1 Poularde 0 00-0.00, 1 Gans X 0.00-0.00,. 1 Sj 50-60 X Reh per Pfund 00 4, 1 Hast X 0^0-0-00^ Butter 1 Qual, im D « X 1.30, 2. Qualität X 1.10, Handkäs 45-50 4 das Pfund, Kartoffeln das M» X 4.50-7 00, Kopfsalat 15-18 4, gelbe Rüben das G-bund 7-12, Romain« 1020 4, Rettig das Stück 510 4, Sellerie der Kops 10-20 4, Blumenkohl R« 70 4, Wirsing 8-15 4, Weifikraut 1530 4 das Stück, Rothkraut 20-40 4,®* 1' kraut 10 4, Kohlrabi 0-0 4, Endivien 00-00, Zwiebel 7-9 4 das Pfund.

Grünberg, 11. März. (Frachtpreise vom 11. März.) Wetzen X 24* Korn X 20.26, Gerste x 17 36, Hafer X 16 80, Erbsen X 22.00, Lein X (®* Samen X 00.00, Kartoffeln X 00.00, Wicken X 17.50.

Oesterreich.

Wien, 11 März. Officiell. Die Truppen besetzten am 9. ds. Dzepe ohne auf den Gegner zu stoßen. - Von Insurgenten wurde versucht, nut dem Stations-Commanvo zu Konftca zu unterhandeln. Dieselben zogen sich m klei­neren Gruppen in die Gegend von Rakitnika zurück. einem .ßatrouiUeiv Gefechte am 8. ds. in der Nähe von Gorazda bei Smiaki an der Mmwung des Oalecevo-Baches sind 3 Mann gefallen. . ..

Uebereinstimmenden Meldungen hiesiger Zeitungen zufolge wäre die ganze Crivoscie nunmehr unterworfen. Die Insurgenten seien in wilder Flucht in der Richtung auf Montenegro zurückgeworfen worden.

Zara, 11. März. WieNarodni tifti" meldet, haben die Truppen mit geringen Verlusten Dragalj besetzt.

Rußland.

Petersburg, 11. März. Den im Trigonja-Processe Vernrthellten ist am 9 ds durch den Senator Belostotzky in Gegenwart der Vertheidiger das llrtheil in envglltiger Form verkündet worden. Die Mehrzahl der zum Tode Verurtheilten beabsichtigt, durch ihre Vertheidiger ein Gnadengesuch bet dem Kaiser einzureichen.

Zur Feier des Geburtstages des Kaisers sand gestern Vormittag in Gatschina die Auffahrt sämmtlicher Minister, der Generalität und der hohen Würdenträter statt. Die Mitglieder der kaiserlichen Famllie waren vollzählig erschienen Nach der Gratulation fand ein Dejeuner statt, an welchem 500 Per­sonen theilnahmen; Abends war Familientafel. Die Stadt prangte in festlichem Schmucke. Der Gouverneur von Jekaterinoslaw Durnowo ist zum Gehilfen des Ministers des Innern ernannt worden.

Seröien.

Belgrad. 11 März. Die Minister und Abgeordneten leisteten heute dem König den Eid der Treue. Der Kömg erließ eine ausgedehnte Amnestie.

Türkei.

Konstantinopel. 10. März. Die Mitglieder der außerordentlicheu vreusiifcben Gesandtschast begleiteten den Sultan heute auf dem Ritt nach der Mosch? Morgen wir^ ein Ausflug zu Pferde nach Belgrad am Bosporus unternommen werden.

Afrika.

Tunis 11 März Ein Trupp südtunesischer Insurgenten, etwa 1000 Mann stark, unternahm unweit Eldjem einen Angriff auf eine französisch Recognoseirungs-Abtheilung, wurde aber zuruckgeschlagen. Die Insurgenten ließen etwa 10 Todte auf dem Platze und nahmen ihre Verwundeten mit sich fort. Gerüchtweise verlautet, daß die Insurgenten Alt Ben Khaltfa zum -oey proklamirt hätten. Fliegende Colonnen sollen sich von Gasfa und Gabes nach der Grenze von Tripolis begeben.

Berlin 11 März. Abgeordnetenhaus. Berathung des Cultusetats. ; Frhr. v. Fürth bringt die Festschrift der Universität Halle zur Sprach, worm, die katholische Kirche beleidigt werde. Der Cultusmtmster erwidert, dre Schrift; liebe eine Parallele zwischen Erasmus und Döllinger, um nachzuweifen, daß die katdolifche Kirche zu Zeiten Männer wie Erasmus ertragen, heute aber nicht mch? Lftne Stellen enthielten allerdings eine herbe Stattt, barau. aber, sowie aus dem ganzen Inhalt sei auf eme beleidigende Absicht gegen die katholische Kirche nicht zu schließen. Windihvrft vor angt Trennung der Medicinal-Abtheilung vom Cultusministerium, Wiederherstellung der katholsichen Abtheilung eventnell Ernennung eines besondern katholischen Cultusmmisters. Minifter v. Goßler erwidert, die Trennung der Medicrnal-ckbtheilung sei wie­derholt vom Ministerium berathen worden, man sei aber immer bei der letzigen Einrichtung geblieben. Ueber die Wiederherstellung der tatholischen Abiheilung könne er sich nicht bindend äußern. In längerer Debatte wurden sodann noch Beschwerden über Maßregelung von Lehrern wegen liberalen Wählens und ihres kirchlichen Verhallens, sowie Wünsche, betr. emes Unternchtsraths und

».WH»* «w* *» Berathung der Monopolvorlage nnd genehmigte mit 16 gegen 9 Stimmen das ganze Gesetz mit mehreren Aenderungen und einer die Rücksichtnahme auf Bremen und Hamburg empfehlende Resolution.

Posen, 11. März. In dein Soeialistenprocesse gegen Mendelssohn und Genossen hat die königliche Staatsanwaltschaft die eingelegte Revision zurückge­zogen. Von den Verurthellten haben nur Truszkowski und Janiszewski Revi­sion eingelegt. .

München. 11. März. Die Kammer der Reichsräche beriet!) heute über den Beschluß der Abgeordnetenkammer gegen die Einführung des Tabaks­monopols. Der Berichterstatter Graf Lerchenfeld führte aus, daß er das Monopol für die richtigste Belastungsart halte, das Gesetz vom Jahre 1879 erscheine aber noch nicht durchgeführt, auch vermisse er m dem Entwurf die Be­stimmung , daß die Beaufsichtigung der Fabriken in Bayern durch die bayerische Regierung erfolgen solle; er bitte daher, das Monopolfür M als uner­wünscht zu erklären. Der vormalige Minister des Auswärtigen, v Pftetzschner, sprach sich für das Monopol aus, erklärte aber, daß er gegen beide Anträge stimmen werde, weil der Gesetzentwurf über das Wtonopol bem Bundesrath noch nicht vorliege. Graf Ortenberg sprach sich gleichfalls für das Monopol aus Der Finanzminister erklärte, ber Gesetzentwurf über bas Tabaks Monopol sei noch nicht an ben Bunbesrath gelangt, er sei batet Nicht m der Lage, sich heute definitiv darüber zu äußern. Schließlich wurde der Antrag des Ilbgeord- netenhauses, den König zu bitten, daß er die Vertreter Bayerns un Bundes­rath anweise, gegen die Einführung des Monopols zu flimmert, mit 32 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten u. A. die Prinzen Luitpold, Ludwig und Ludwig Ferdinand, gegen denselben Prinz Leopold.

Hamburg, 11. März. DieHamb. Börsenhalle" schreibt: Die Nach­richt daß der Dampfer des Norddeutschen Lloyd,Hermami", mit gebrochener Schraube in New-York angekommen sei, scheint sich auf den DampferHer­mann" der White-Croß-Linie zu beziehen. Der LloyddampferHermann befindet sich augenblicklich auf der Reife nach Baltimore und wird dort heute over morgen erwartet.

Lokale».

Gictzcn, 12. März. Am 9. d. Mts. tagte bierfelbft eine Versammlung ber in ben hiesigen Tabaks- und C garrei-sab-iten und Tabaks- und Cigarren-Eng'oshand- lungen als Commis beschäftigten Hanblungsg-H Isen, um auch ihr-rfeits bte Mittel uni ffiege zu besprechest, weiche zu einer mnksamen Kundgebung unb Wahrung Ihrer BetuZ- intereffcn gegenüber ber von ber Retchsregterung beabsichtigten Einführung bes TabakS- monopols einzufchlag-n sun möchten.

Nachdem ber durch AccUmstion gemähtte Vorsitzende, Herr Edmund Wettet, bie bekannte Monopotvorlage d leucht t hatte, ging Herr H. Lux spectell auf bit Schädigungen ein, welche mit Einführung bis Monopols in erster Linie für die kauf männlichen Hilisktäfie der Tabaks- und C gacrenbranche, sodann mittelbar aber auh für bie ber anderen Branchen unausbleiblich sein würden.

Er hob n Bezug auf ein eie zu-ächu hervor, welche empfindliche Beemtrachtz gung ihrer ganzen Zukunft dadurch bevotsiände, bah ihnen mit einem Schlage d« Möglichkeit benommen würde, in ber Branche, welcher sie mit berechtigten Hoffnung!, jahrelang ihre Klüfte gewidmet, m welcher sie die Basis für ihre Zukunst zu gewimm meinten, jemals das erstrebte Ziel, die Selbiistänbigkeit zu erreichen, wie sie baburi ihres schönsten Lohnes für oft laug s, mühsames Sirenen verlustig gingen. Uni« Hinweis darauf, daß man im deutschen Reiche ca. 15000 größere und kleinere ftabrit; betriebe, ca. 80d0 Handlungen, w iche ausschließlich Handel mit Tabak und Cigarm h.tieiben zähle, schildert er die traurige Lage, in welche bie vielen Tausende duck beschäftigter Kaufleute durch ben hei Eiuiüh nng des Monopols unausbleiblichen Verlust ihrer Stellung geratben müßten, nachdem an Stellenfuchenden aller Branchen ohnehil schon liingst großer Uebeifluß, au Unterkommen aber Mangel herrsche; welche na* teieiltge mibaltenbe Rückwirkung durch den Zufluß so vieler Tausende auf die Berufs- genossen in ankeren Branchen hervorgerufen unb welch unerträgliche, verderblich! (S'.oncurren^ anderen gesunden Erwerb^zweigtn ei wachsen würde; wie dürftig ferner d r von Manchen gehegte T>ou sei, beim Monopol entsprechende Anstellung zu erhaiteii. da die Verwaltung voraussichtlich gleich anderen Monopolstaaten in erster Linie inoalifi resp. pensionirte Militärs berücksichtigen wüide.

In Anbetracht dieser trüben Perspective erschien cs der Versammlung Nicht angezeigt, dem Verlaus der Dinge ruhig zu-usehen unb wurde einmüthig befchlossni, eine thatkrästige Agitation gegen das Monopol einzuleiten und mit einem vom Pi mi­sorischen ComNö verfaßten Aufruf an sämmtliche beteiligte Kreise zu beginnen, worin u A um rasche Bildung von Comitös in ben von ber drohenben Maßregel berühfiit. Gegenden eisucht wird, deren Endzweck es sein solle, eine mit Unterschrstten belegti gemeinsame Petition der in der Tabaks- unb Cigarren-Branche beschäftigten kuui- männischen Hilfskräfte rechtzeitig an ben Reichstag gelangen zu lassen. Es würbe*, hieraus in das definitive Comitö gewählt bie Herren! Edm. Wetter (Vorsitzender), Hans Lux (Stellvertreter des Vorsitzenden), I. Jung (Schriftführer), H. Pein iCasster). F. W. Köser, Karl Kormann und Otto Kehm.

Möchte dieses so sehr berechtigte Vorhaben in allen beteiligten greifen in * Hinsicht kräftige Unterstützung finden und insbesondere bie Presse ihre mächtige Hch demselben angebehen lassen. . ....

Gietze«, 13. März. (Das Concert des Grafen Z i ch p am 12. Marz.j Siels Wohlthätigkeits-Concert. bas bereits in diesem Blatte genügende Ankündigung gefuubti, wurde in liebenswürdigster Weise vom hiesigen academrschen Gesangverein unter Leitung des Herrn Musidirectors Felchner durch mehrere gemischte Chorge;änge (von Mendelssohn, Niels- G ade u. a.) eröffnet und unterltützt, sowie nicht nrnta vermannigfaltigt durch Leistungen auswärtiger und einheimischer Kunstbefl.sstim, Graf Zichy bewies durch sein virtuosenhaftes Spiel, was wahre Inspiration für dir Kunst vermag, die, wie hier, im Bunde mit einem edlen Zwecke,, wahrhaft hinreißend und bezaubernd wirkte. In ber B a ch'schenChaconne", vom Grafen Zichy arrangit unb vorgetragen, sowie in dem paraphrastrten Schuber t'fchcn LiedeDu bgt bie Ruh" und in einem selbst componirtenBachanale" konnte man, in Folge des ftro fischen, einzig in feiner Art dastehenden Virtuosenthurns des einarmigen Mannes tat ba§ Fehlen einer rechten brand vermissen, ja, was noch viel mehr ist, man beite in dem großartigen Styl des Vortrags entschieden den Schüler des Meisters Frei, Liszt Endloser Beifall und lautes Rufen des Publikums gab den großen Effect funb. Frau Schrattenholz-Schneider aus Bonn brachte in der Arie aus Cb«,, sowie in einem von Gras Zichy componirten LiedeEs war tm duftenden SBulr unb in einem Schuman u'fchen L ebe vortreffliche (Stimmmittel zu Geltung und Anerkennung. Fräulein L a n g § b o rf f von hier erntete reichsten Beifall buch warmempfundenes ausdrucksvolles Sinnen einer von dem verstorbenen LiedercomponNe» Pfarrer Müller in Staden gedichteten Concert-Arie. Müller ein naher Verw-wdiir ber Sängerin, hat in biefer Arie einem classischen Gedichte Göthe's wahrhaft clasftschtn Gesangsaiisdruck verliehen. Man erkennt in biefer anmuthigen Composition fofort Spuren ber Haybn-Mozart'schen Schule, Grunbes genug, um berartigen Liebern blti- benben Werth zu geben. Auch bie anberen Lieder von Fräulein Langsdorfs «urbie durchaus günftta ausgenommen. Professor Co ßm ann's Cello-Spiel in Boccheritns Adagio und Allegro", sowie die anderen Piecen bewährten seine bekannten (Sigau schäften, markige Gediegenheit ber künstlerischen Ausführung, sowie burchaus seelenockki Ausbruck des Spieles. Rauschenber Beifall würbe auch ihm zu Theil.

Staufenberg, 13. März. Am 10. b. Mts. wurde ber Diestknecht fflilita Sommer dahier in ber Wohnung seines Dienstherr« erhängt aufgefunben unb ist <S* morb, im Zustande getftiaer Störung verübt, anzunehmen.__

Eingesandt.

Wir freuen uns mittheilen zu können, daß ber ZithervereinAlpenrösäM" rofeber einmal etwas von sich hören lassen will. Derselbe beabsichttgt nämlich in« nächsten Tagen auf bern Lenz'schen Felfenkeller ein Concert zu veranstalten und koiiiii» wir, besonders da der Verein mit einem vollständig neuen Programm auftritt, tt®it

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