Vermischte-.
Regierungen und Central-Uereine.
1- Rea.-Ber. Schleswig, Gute Mittelernte, zum Theil mehr, trotz des schlechten Erntewetters. Roggen gut etngebracht, viel Stroh, weniger Korner " diese aber schwer und schön. Weizen gut — abgesehen von Körnerausfall wahrend der zweiten Regenperiode^ Hafer und Gerste reicher Ertrag. Buchweizen gut. Kartoffeln - viel FLulmtz Stand der Viehweiden vorzüglich. Vtehpreise gut, well Import aus Amerika abgenommen hat- »anbei mit Rindvieh und Pferden ,m Aufschwungs^
Ausrüae aus den bei dem Königl. preuß. landwirthschastiichen Ministerium eingegangenen voriänfigen Ernteberichten der Bezirks-
Eoncert der dreiundachtziger Kapelle tm Saale des Hotel L>chombardt war außerordentlich zahlreich besucht- Jngleichen war das PensionshauS und die in der Wsthelms-
Altenktrchen, 4. Oktober. Die Bürgermeisterei-Versammlung bewilligte heute, dem „A. KrSbl." .zufolge, einstimmig zum Zwecke des Grunderwerds für eine Eisenbahn von hier nach Au auf zwei Jahre eine jährliche Umlage von 1U pEt. auf die directen Steuern und genehmigte, daß der etwaige Ueberschuß der für die Strecke Altenkirchen-Hachenburg bewilligten Beträge für die neue Strecke verwendet werde. Ferner verpstlchtet sich die Bürgermeisterei, den für die Strecke Altenkirchen-Hachenburg erforderlichen Grund und Boden dem Staate gegen einen Staatszuschuß von 33,000 «X und Verleihung der Rechte der Enteignung zu überliefern. Endlich wird beschlossen, den Kreistag zu ersuchen, den Grunderwerb der Linie Altenkirchen-Au in die Hand zu nehmen und dazu 15—30,000 aus Kretsmitteln zur Verfügung zu stellen.
St. Goar, 6. Oktober. Ein Stör tm Gewichte von 100Kilo ist am Mittwoch in aller Frühe auf dem Salmenwaag Klodi, der Loreley gegenüber, gefangen worden. Bet dem Bergen des Ungethüms wurde einer der Fischer von dem Stör durch einen Schwanzschlag getroffen und ihm der Arm gebrochen. Die Fischer glauben, daß die Störe die Salme verscheuchen. rr ,
Kassel, 8. Oktober. Bei dem heutigen prachtvollen Herbstwetter herrschte auf
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" 2. Land'drostes Hannover- Seit Jahrzehnten ist eine so reich tche Ernte mcht vorgekommen. Alles Halmgetreide hat in Stroh und Körnern einen sehr ausgiebigen Ertrag geliefert. Die Hülsenfrüchte weniger reichlich, aber tmmerhsti befriedigend-- Ebenso Buchweizen. Ernteunkosten erhöht. Kartoffeln verschieden tm Ertrag. Nirgends so reichlich wie im Vorjahr. Futter-, Steck-Rüben, Kohl gut gerathen. Zuckerrüben reichlich quantitativ, Qualität noch zweifelhaft. Klee und Wiesenheu mittlerer
aber doch verstanden. ___. ,
— In Möning in Bayern wurde der Bierwirth Bogel vom Säuferwahnsinn befallen. Um ihn zu bändigen, steckte man ihn in einen Hopfensack, band den Sack Mit einem Schtebkarrenband fest zu und ließ ihn dann ungestört den Wahnsinn aus- toden. Nach einer Stunde wurde der Sack wieder geöffnet. Der Mann war ruytg geworden — für immer; denn er war erstickt.
— „Meinen Schneider könnte ich vergiften!" rief wüthend ein Studio. „Laß' das'" rieth ein Cand.jur., „dadurch kämst Du mit dem Strafgesetzbuch in Eonsttrt. Laß' ihn nur ruhig weiter für Dich arbeiten, da verhungert er ganz von selbst.
- Aus Parts berichtet man von einem ganz neuen Metier, nämlich dem ves Kinderabwägens, das nun dort eine Art Sport der Mütter bildet. Mit seinem Instrumente, einer gut eingerichteten Kinderwaage, geht der Unternehmer von Haus zu Haus. Er hat Bulletins drucken lassen, auf denen er das Resultat jeder Abwägung sorgfältig nottrt. Diese Bulletins setzen den Hausarzt in Stand, bei reder ferner Visiten zu constatiren, ob das Kind normalerweise um die obligaten 20—25 Gramm in den ersten fünf Lebensmonaten zunimmt, ob es stehen bleibt oder zurückgeht.
— Die übergroße, mit einer mittleren Temperatur verbundene Feuchtlgkrrt des Sommers hat die mikroskopische Fauna und Flora zu fast tropischer Fülle ent nudelt. Man staunt über die Unzahl von Organismen, wenn man irgend ein langsam fließendes oder stehendes Gewässer mit Lupe oder Mikroskop untersucht. In einem Wasserquantum von kaum zwei Litern fanden sich nicht weniger als 27 Thier- und 9 Pflanzempecun. Zwischen den zierlichsten Kieselalgen, zwischen grünen, faden- und halbmondförmigen Algen und Süßwasserschwämmen schob, drängte, vecfolgte und vertilgte sich ein thiertsches Leben, wie es üppiger in keinem äquatorialen Urwald existtren kann. Die Amöbe, das Urthierchen, nur ein Tröpfchen lebendigen Schleimes, das seine Umrisse beständig verändert, fand sich neben den sonderbarsten und doch zierlichsten Jnfusoriengestatten, Armpolypen In grünem pflanzenfarbigen Kleide prangend, streckten die mit Gtft- apparaten besetzten Fangarme nach lustig durch das kühle Element tanzenden Krusten- thtcrchen aus; blutigrothe oder grüne spinnenartige Räuber würgten winzige, seltsam organisirte Würmer ab; dazwischen kugelte sich eine ganze Thiercolonie, aus Räder- thierchen bestehend, die ihre Jagdzüge unitis viribus ausführten. Eins dieser Ltliput- wesen wird immer die Beute des nächstgrößeren, stärkeren. Es ist ein Kampf ums Dasein, wie er unter den Riesen der Schöpfung nicht blutiger und grimmiger geführt werden kann.
— sErftgypste Weine.j Dem weintrtnkenden Publikum wird es nicht unintereffant sein, aus den unerschöpflichen Weinquellen der französischen Kellerwirthschaften von einer neuen BehandlungSwetse des edlen Traubensaftes zu hören, die so manches umer hochkltngcndem Namen die Weinflaschen füllende Geränk wohl noch vor das Forum des Strafrichters bringen wird. Noch ist das Lied vom „ungegypsten Wein" nicht ausgeklungen, da tönt uns aus den Kellereien Bordeaux der dunkle Ruf entgegen vom „entgypsten Wem". Der Weinfabrikant fragt nicht viel nach den Mitteln für seinen Zweck. Seine Tonnen sind voll von gegypstem Wein, und weil der aus dem Gleichmuth aufgeschreckte Eonsument jetzt nur noch nach ungegypstem Wein verlangt, warum sollte man nicht den gegypsten Wein entgypsen können. Doch wie heißt das Mittel? Ein giftiges Salz — Ehlorbaryum — wird dem Weine zugefügt, ob mit Ueberlegung, ob mit Willkür — das ist ja gleich. Das Ehlorbaryum „entgypst" allerdings den Wein. Es scheidet die Schwefelsäure als sogenannten Schwerspat ab. Nur schade, es tu unmöglich bei Zusatz von Ehlorbaryum zu einem Wein das giftige Baryumsalz gänzlich zu entfernen, da auch der in Wasser nicht lösliche Schwerspat im Weine tyettweste sich auflost. Ein entgypster Wein wird also stets mehr oder weniger birect giftige Beimengungen, nämlich gelöste Barytsalze, enthalten. t p t„n, — . „
, Es darf somit ohne Rückhalt ausgesprochen werden, daß „entgypste Weine schädlicher sind, als die „gegypsten Weine". Erkennen kann man in der Regel den entgypsten Wein daran, daß der mit destillirtem Wasser zur Halste verdünnte Wein auf Zusatz einer Mischung von Salpetersäure und Höllenstemlosung stark fleckig getrübt wird.
— Ein interessanter Brief des Fürsten Bismarck, datirt Varzin, 4.October d.J, wird von der „Hessischen Morgenzettung" veröffentlicht. Derselbe ist an die Gebrüder Karl und Adolf Müller in Alsfeld gerichtet, welche sich durch ihre populären Schilderungen der Thierwelt einen rühmlichen Namen erworben haben und dem Surften den ersten Band des im Verlage von Theodor Fischer in Kassel erschienenen Werkes „Thiere der Heimath" überreichen ließen. Das in mehrfacher Hinsicht interessante Schreiben des Reichskanzlers lautet: „Ew. rc. danke ich verbindlichst für die freundliche Uebcrsendung Ihres Werkes Die fesselnde ‘Sdrlberung und die naturgetreuen Abbildungen haben die Abneigung Übet wunde r, welche mich sonst abhält, deutsche Bücher mit lateinischen Lettern zu lesen, weil ich mit der Zeit, welche Geschäfte und Gesundheit zu meiner Verfügung lassen, haushälterisch umgehen muß. Ich brauche erfahrungsmäßig 80 Minuten, um die Seitenzahl in lateinischer Schrift zu lesen, die more vemaculo gedruckt eine Stunde erfordert Französisch oder Englisch mit deutschen Lettern gedruckt, ober Deutsch mit griechischen, wird jedem Leser, auch dem wit allen Alphabeten gleichmäßig vertrauten, die gleiche Schwierigkeit machen. Der gebildete Leser lieft nicht Buchstabenzeichen, sondern Wortzeichen. Ein deutsches Wort in lateinischen Buchstaben ist ihm eine eben so fremde Erscheinung, als Ihnen ein griechisches Wort in deutschen Buchstaben sein würde und nöthigt zu langsamerem
0Z. Hildesheim- Ausfall der Ernte — mit Ausnahme der Kartoffeln — sehr aünstig, übertrifft sogar meift die frühere Schätzung der Göttinger Vereine und bezeichnet die Ernte als die beste seit Menschengedenken. Weizcnernte 50 p6t. über Durchschnitt. Ebenso Roggen. Hafer, Gerste, Hülsensrüchte durchschnittlich mehr als reichliche Mittelernte Man hofft' Ertrag wird eine solche um 70p6t. überschreiten. Kartoffeln — halbe Ernte. Zuckerrüben noch nicht sicher zu sagen, voraussichtlich Quantität besser n\a hie Qualität. Futter ernte ausreichend.
4 Lüneburg. Recht gute Mittelernte. Weizen größtenthnls gut, gibt das 10. unb 11" Korn. Roggen sehr gut. Vorzügliches Stroh Hafer gut. Stroh kurz, kräftia Gerste gut, aber wenig gebaut. Erbsen und Bohnen, Oelsaaten mittelmäßig- Buchweizm verschieden Kartoffeln mittelmäßig. Hackfrüchte, auch Zuckerrüben gut. Ebenso älachs und Hans- Klee nur vereinzelt gut, tm allgemeinen gering. Wiesenheu verschieden. Grummet besser. Hopfen vorzüglich. Waldbe-r-n zufriedenstellend. Honig- prtri7n Nickt bedeutend- Weiden gewahren reichliches Futter.
0 5 Stade Roggen reichlich: gut eingebracht 5lO Kgr. in der Marsch, 340 Kgr. nr Ealenberaer Morgen- Weizen 500 Kgr. guter Qualität. Gerste gut, aber wenig a baut 6af?r 700X im Marsch, 450 in Geeste, also sehr gut. Erbsen, Bohnen, Buckwei^n aut Mps 450 Kgr- - ein mittelmäßiger Ertrag. Heuernte gut, Klee bat aelitten0 Kartoffeln in Marsch schlecht gerathen, besser in Geest. Obst wenia gewachsen ' Pflaumen haben guten Absatz nach England. Fettweiden liefern nach
™n®Ä ÄÄffnungen sind erfüllt worden. Ernte wie seit Jahren nicht Auch Buchweizen reichlich namentlich in Meppen-Lingen. Alle Früchte über Mtttelernte, nut Kartoffeln weniger __ et,,,*..,,.-
7 Aurtck Im ganzen Bezirk und für sämmtliche Fruchtarten mehr als eine Mittelernte. Roggm in Qualität und Quantität bezüglich Korner unb Strop gelobt. SBetjen roeniaet Hafer viel geerntet, aber vielfach verdorben. Bohnen sehr gut. Bnch«e,zm mäßig gerathen. Kartoffeln einer Mittelernte zu hoffen. Heu mäßig — hat durch Ueberschwemmungen gelitten- Etwa 20000 Hectar waren davon betroffen-^^^ultat trotz erheblicher Schädigung durch Regenwetter tm Großen und Ganzen gut Roggen und Weizen an Körnern und Stroh relchlich. Hafer hat mehr gelitten, in Gebirgsgegenden Ernte noch nicht beendet l-^ösen, Bohnen, Buchweizen, Linsen ziemlich gut. Flachs geringe Ernte. Heu,und Klee-Ecnte gift- Grummet meist verdorben. Frühkartoffel stark gelitten (Spauartoffel noch nicht zu beurtheilen, doch wird auch hier über Fäulniß geklagt. Zucker- Futterrüben, Möhren zeigen guten Stand. Obsternte gering- Korbweiden zurückgebHeben. Viehpreise steigend.
9. Reg.-Bez. Eoblenz. Eine gute unb mehr wie eine Mittelernte haben bie Kreise Altenkirchen, Wetzlar, St- Goar, Kreuznach. Im allgemeinen Weizen unb Roggen quantitativ gute Mittelernte. Qualitativ weniger günstig, Körner sind dickschalig.
glauben mußte, halb Kassel sei Ijiute nach Wilhelmshöhe ausgeflogen.
— Eme erheiternde Scene spielte sich dieser Tage in einem Wiener Hotel ab. Kommt von London ein begeisterter Musikfreund nach Wien, Engländer, deutsch radebrechend- Kommt selbstthätig, noch nicht vom gehobenen Fremdenverkehr angezogen. Besichtigt Alles, was mit Musik in Verbindung. Auch das Wohn- und Sterbehaus Beethooens natürlich. Erinnert sich, daß Beethoven oft unb gern im Watschakerhof gespeist. Geht also dahin- Fragt im Speisesaale den Oberkellner: „Bitte, zeigen mir den Tisch, wo immer Beethoven gesessen." „Beethoven?" „Jawohl, er ist ja immer hergekommen." „Ach ja, der Herr ist verreist ..."
Friedrichsdorf bei Homburg v- b- H-, 7. Oktober- In unserem Fabrik- städtchen würben seither bie ortsüblichen Bekanntmachungen durch die Schelle tn französischer Sprache vollzogen. Für die vielen hierher verzogenen und hier beschäftigten Nichteingeborenen war dies höchst unangenehm, denn es entging denselben manche Kenntniß von Versteigerungen und manche Gelegenheit zur Arbeit oder Lieferung, und in Fällen, wo es sich um Steuer- rc. Zahlungen handelt, sind Viele, da sie die des- fallsige Bekanntmachung nicht verstanden, in Strafen gekommen. W mehrfache Beschwerden ist nun, wie der „T- B-" berichtet, verfügt worden, daß von diesem Monat an zuerst deutsch und bann französisch ausgerufen wird. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß anfänglich das Deutsche etwas sehr „gemischt ausfallt. Es wird
schmalem. ^ctbr Der Complice des wegen des versuchten Bomben-
Attentats verhafteten Wilhelm Oberdank, der Apotheker Demetno Rogasa m Prato (Toskana), ist von der italienischen Polizei verhaftet worden. Die vorgenommene Haussuchung soll das^Estatirt"haben ^Rogasa I Kassel, 8. Oktober. Bei dem heutigen prachtvollen H-rbstwctt-r herrschte auf riums für die Anfertigung von Sprenggeschossen cons a 9 0 1 un(ercr Wilhelmshöhe ein so starker Fremdenverkehr, wie er im laufenden Sommer
wurde bei der Verhaftung ohnmächtig, ivtan meint, da^ die Auslieseruna R0 afi ben Waffertagen wohl selten geherrscht hat. Ebenso pilgerte unser städtisches ,.ntri,6 nn Oesterreich erfolaen werde, da der gegen denselben erlasiene Steckbrief Publikum in hellen Haufen nach Wilhelmshöhe, in Folg- dessen die Trambahn fon- $ f nnh nerinckten Ateuckelmord laute. während so sehr belagert war, daß Viele keinen Platz zu erhalten vermochten. Das
auf Hochverrath u \ cy rtprn Qeaen 200 Circassier, Alba- Eoncert der dreiundachtziger Kapelle im Saale des Hotel Schombardt war außer-
Alexandrien, 11. Octbr. Gesternsind gegen ft eaMische ordentlich zahlreich besucht Jngleichen war das Pensionshaus und die in der Wllhelms-
nesen und Türken hier angekommen, bie zur Einstellung w oie egyplftcye । 2lüec gelegenen Restaurationen sehr^zablreich^ frequentin, so daß man schier
__ Der vor einigen Tagen wegen Aufforderung zu neuen Gewaltthaten festgenommene Scheck ist mit 100 Stockstreichen bestraft und gefangen gesetzt worden; ferner wurde in Tantah eine größere Quantität von Waffen in Be-
Wichtig genug sein werde, sich die Eonseguenzeu der Herrschaft ^Liberalismus , """
aus wirthscha tlichem, socialem, kirchlichem und polcktschem Gebiete klar zu > -------
macken und sich bei den Wahlen zu vergegenwärtigen. Sie vertraut , daß bie ftraft fortschrittlich-liberaler Schlagwörter nicht groß genug sein werde, um die Wähler über die fortschrittlich-liberalen Ziele zu täuschen. Sie hofft aber auch, daß die Wähler in der nahenden wichtigen Entscheidungsstunde voruriheilslos aenua sein iverden, um anzuerkennen, daß die Regierung mit der Foicksetzung der vor wenigen Jahren begonnenen und damals so lebhaft begrüßten Reform- SitW aS dem richtigen Wege ist, um die Jntereffen des Volkes zu fordern und daß hiermit auch nicht die entfernteste Möglichkeit geschweige die Absich ver- Kunden ist, die Freiheiten des Volkes und die Rechte des Parlaments zu
'$Ia9 Rom^E'Oktober. „Naziom" und „Puntzvlo- melden die Verhaftung des Avotbekers Raaosta aus Istrien in Prato bei Florenz, welcher Sprengstoffe für em in Xrteit qeplantes Attentat gefertigt haben soll. — Ein Senatorenschub steht bevor.
PeW, 11 Oktober Unterhaus. Bei ber Entwickelung bes Arbettsprogrammes des Kaufes erwähnte der Mmisterpräsidcnt Tisza noch, daß dem Hause Vorlagen |u- JSen würben: betreffenb bas Wuchergesetz, die Beamtenqualification d.e Revtsion der Gewerbe- unb Jagdgesetze, bie Eodification des Strafpr0ceßverfahrund bdrivat- rechts, bie Autorenrechte, bie definitive Organifirung ber (^errt^tSbarfei1, bie ^bI^f ber Regalien, bie snbventionirten Eisenbahnen, bie Verhrnberung ber Weinfalschung Unb ^^Jvan^Simonyi^ri^ete bie Anfrage an ben Ministerprasibenten, ob geneigt sei, bei Wiederholung ähnlicher Excesse, wie ckte in Preßburg ^orgekommenen, Aus- nabmemittel zu ergreifen. Tisza erwiderte, baß er, wie schon gestern erwähnt, keine Behelligung irgenb welcher Klasse ber Bevölkerung dulden unb "othigenfalls stärkere Maßregeln ergreifen werde. Geza Onoby wünschte zu wissen, ob der Juftizminister Kenntniß bovon habe, baß gegen ben in Nyftegyhaza fungirenben Staatsanwalt Havas wegen in ber Tisza-Eszlarer Affaire begangener Ungesetzlichkeiten e.n Prozeß angestrengt sei. Der Justizminister Panier erklärte, er habe Kenntmß erhalten und werbe nachher Untersuchung weitere Verfügungen treffen- Ludwig Esernatony interpeHiTte ben Ministerpräsibenten, ob er es nicht für nothwenbig erachte, in Folge ber Hetzere ien bie UnS^^ ber Tisza-Eszlarer Affaire von Nyiregyhaza fort zu verlegen Tisza erwiberte, es sei hierzu kein Grund vorhanden, so lange die jetzige lobenswerthe Haltung der dortigen ungarischen Bevölkerung anbauere. Er hoffe, baß sich dieselbe auch fernerhin nicht °^^rverde. ße^eiterte Dampfer „Herber" ist am Montag Rackts m tiereres Wasser gesunken, man befürchtet baher, daß nicht so viel Labung zu EN s-,u wird °ll m°n ursprünglich erwartete. Das Schiff ist Bergern übergeben worben, welche die Labung nunmehr herausschaffen.__


