Ausgabe 
13.8.1882 Zweites Blatt
 
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1882.

Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen.

drr. 187. Zweites Blatt. Sonntag den 13. August

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Sttreatt : Schulstraße B. 18.

Vrcis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brjngerlalm.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark aO Pf.

Etatsjahr

52,097,026

61,353,305

Die Tabak-Produktion, ivelche 1880/81 schon gegen das Vorjahr bedeu­

tend

Schadenersatz hoffen können.

1881/82

246,620

351,473

2,724,400

1880/81

221,010

314,383

2,425,720

Jahre 1880,81); der Tabakpreis hingegen niedriger, der mittlere Preis von 100 Kg. Tabak im dach reifen, trockenen Zustande berechnet sich nämlich zu 67.58 Jl. gegen 72.19 im Jahre 1880/81; der Gesammtwerth der Ernte beziffert sich für 1881/82 aber doch auf 41,466,534 gegen 37,610,014 JL. im Vorjahre.

Deutschland.

Laut Nachweisung im neuesten Monatshefte des kaiserlichen statistischen Amts sind die Hauptdaten über den Tabakbau im deutschen Zollgebiete für das

gestiegen war, hat sich also im letztverflossenen Etatsjahre wieder stark ver­mehrt. Die angebaute Fläche war um 298,680 Ar größer geworden, der Durchschnitts-Ertrag vom Hektar stellte sich auf 2252 Kg. (gegen 2148 im

Gießen, 12. August.

Die Kaisertage von Ischl verliehen der zu Ende gegangenen Woche eine ganz besondere Bedeutung und um die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich in jenem lieblichen Städtchen concentrirte sich darum für uns hauptsächlich das Interesse an den Begebenheiten der Woche. Bereits in Ebensee hatte die erste Begrüßung zwischen beiden Monarchen stattgefunden, worauf sie gemeinschaftlich die Fahrt nach Ischl fortsetzten, wo die Ankunft oes Separathofzuges am Mittwoch Mittag erfolgte. Die Kaiserin Elisabeth empfing Kaiser Wilhelm auf dem Bahn Hofe und es geleitete sodann das österreichische Herrscherpaar den deutschen Kaiser unter den stürmischen Zurufen des zahlreich versammelten Kur-Publikums nach dem HotelElisabeth." Am Donnerstag Nachmittag trat Kaiser Wilhelm, nach herzlicher Verabschiedung von seinem kaiserlichen Freunde, die Heimreise an und traf'am Freitag früh wohlbehalten aus der Station Großbeeren ein, von wo aus er sich mittelst Equipage nach Schloß Babelsberg begab. Mit den Gefühlen der innigsten Theilnahme ver­nehmen die Völker Deutschlands und Oesterreichs die Kunde von der abermali­gen Begegnung zwischen den beiden so eng befreundeten Monarchen und die Gedanken der deutschen und der österreichischen Nation vereinigen sich zu dem Wunsche, daß auch die Jschler Kaisertage das Freundschaftsband, welches Deutschland und Oesterreich wie deren erhabene Kaiserhäuser umschlingt, immer enger und fester knüpfen mögen.

Auch Kaiserin Augusta hat, und zwar schon am Mittwoch, die Rückreise nach Potsdam von Homburg v. d. H. aus, wo die hohe Frau in den letzten Wochen weilte, angetreten.

Die preußisch-deutscben Angelegenheiten tragen noch immer eine gewisseFerien-Physiognomie" zur Schau, woran auch die abgelaufene Woche nichts geändert hat. In keinem der preußischen Ministerial-Ressorts lassen sich bis jetzt gesetzgeberische Vorarbeiten wahrnehmen, was nicht gerade überraschen darf, da sich die Urlaubsreisen der Chefs wie der Räthe noch über Monatsfrist hinausdehnen. Vis zur Rückkehr sümmtlicher Mitglieder des preußi­schen Staatsministeriums nach Berlin dürfte mindestens die Mitte des September herankommen, und erst von diesem Zeitpunkte an kann man der Inangriffnahme der für den preußischen Landtag bestimmten Vorlagen entgegensetzen. Heber den Zusammentritt des letzteren ist von offieiöser Seite her noch keine Andeutung erfolgt; jedenfalls muß der Landtag so zeitig wie nur möglich einberufen wer­den, da die umfassenden Commissions-Berathungen des Reichstages, sowie die bekanntlich am 30. November wieder beginnenden Verhandlungen des Plenums ein längeres Zusammentagen von Reichstag und Landtag als unthunlich erschei­nen lassen.

Die deutsche Marine hat einen empfindlichen Verlust zu beklagen. Das schöne PacketbootMosel" des Norddeutschen Lloyd scheiterte, auf der Fahrt von Southampton nach New-Iork begriffen, am Mittwoch früh bei Kap Lizard (England). Alle Passagiere, die Post und das Gepäck find glücklich an's Land gesetzt worden, auch die Ladung ist größtentheils geborgen, die Mosel" selbst aber scheint in Folge ihrer schweren Beschädigungen verloren zu sein.

In Oesterreich drängen die Tagesereignisse die Erinnerung an das furchtbare Verbrechen von Triest immer mehr zurück und namentlich in dieser Woche trat dieses düstere Ereigniß vor dem Glanz der Jschler Kaiserbegegnung ganz in den Hintergrund. Wie Deutschland, so erblickt auch die Bevölkerung des österreichischen Kaiserstaates in der Zusammenkunft beider Herrscher vor Allem ein Symptom der Fortdauer der innigen Beziehungen zwischen den Monarchen selbst, als auch zwischen den unter ihren Sceptern stehenden Völkern; in diesem Sinne äußern sich die österreichischen Blätter über die Jschler Zusam­menkunft. Was das Triester Verbrechen anbelangt, so hat sich die Nachricht, daß drei Fleischergesellen die Urheber desselben seien, noch nicht bestätigt, man muß also nähere Mittheilungen hierüber abwarten.

Für Frankreich lag die Bedeutung der Woche in der nach vielen Mühen endlich erfolgten Neubildung des Cabinets. Dasselbe trägt den Namen des Senators Duelerc (Präsidium und Aeußeres), außerdem sind in das Ministerium neu eingetreten: Falliöre (Inneres), Legrand (Handel), Deväs (Justiz) und Duvaux (Unterricht). Tirard, Jauroguiberry, Billot, Cochery und de Mahy bleiben auch im neuen Cabinet. lieber das neue Cabinet gehen die Meinungen auseinander; die Einen nennen cs dasVersöhnungs-Ministe­rium", weil es sich aus Anhängern aller republikanischen Parteien, mit Aus­nahme der Radikalen, zusammensetzt. Die Andern nennen es dasFerien- Ministerium", weil sie der pessimistischen Meinung sind, daß sich das Cabinet Duclerc nur während der parlamentarischen Ferien, welche am Mittwoch begonnen haben, am Ruder erhalten werde. Jedenfalls ist der Umstand bedenk­lich, daß dem neuen Ministerium in Falliere, Legrand, Deves und Duvaux ausgesprochene Gambettisten angehören und Deutschland wird sich dem neuen französischen Ministerium gegenüber wahrscheinlich sehr reservirt verhalten, denn ein Ministerium in Frankreich, das mehr oder weniger im Sinne Gambetta's gehalten ist, kann in Berlin unmöglich Vertrauen erwecken.

Die Aufmerksamkeit Englands wurde in dieser Woche haupt­sächlich durch den zwischen den beiden Häusern des englischen Parlaments wegen der irischen Pachtrückstandsbill entstandenen Conflict in Anspruch genommen. In der Dienstags-Sitzung des Unterhauses wurde das erste Amendement des

Etatsjahr 1881/82 folgende:

Zahl der Tabakpflanzer......

bepflanzten Grundstücke . . . Fläche der Grundstücke Ar . . geernteter Tabak in dachreifem, trockenem Zustande, Kg. . .

Oberhauses zu der ermähnten Vorlage, welches darin gipfelte, daß ein Pächter nur mit Genehmigung seines Gutsherrn um Hilfe bitten darf, mit 293 gegen 143 Stimmen abgelehnt. Ein zweites Amendement der Lords nahm das Unter­haus nur mit den von Gladstone vorgeschlagenen Aenderungen an. Das Unter­haus hat sich in diesem Streit also entschieden auf die Seite der Regierung gestellt und dieser Umstand wird die letztere voraussichtlich ermuthigen, gegenüber dem Oberhause auf der Regierungsvorlage bestehen zu bleiben. Der wegen geheimer Waffensendungen nach Irland angeklagte Fenier Walsh ist von der Londoner Jury zu 7jähriger Zwangsarbeit verurtheilt worden.

Die Gerüchte von einer bevorstehenden Reise des Czaren nach Wien werden von Petersburg aus dementirt. Es sollen am russischen Kaiserhofe durchaus keine Anzeichen vorhanden sein, welche auf eine derartige Absicht des Czaren deuten.

Nach den jüngsten Meldungen aus Konstantinopel zu schließen, dürfte sich die Couferenz noch vor Ablauf dieser Woche aufunbestimmte Zeit" vertagt haben, was allerdings auch das Beste ist, das die Conferenz gegenwärtig thun kann. Der Sultan hat endlich den von England gewünschten Jrade erlassen, welcher die Aechtung Arabi's verkündet und die Militär-Convention mit England berührt. Bezüglich der Aechtung Arabi's heißt es kurz, daß der­selbe ein Rebell und Verbrecher sei. Am-Freitag, den 11. d. Mts., sollten 6000 Mann türkischer Truppen direct nach Egypten abgehen.

In dieser Woche ist es auf dem egyptischen Kriegsschauplätze verhält- nißmäßig ruhig gewesen, da zwischen Engländern und Egyptern kein ernstlicher Zusammenstoß stattgefunden hat. Größere Operationen englijcherseits erwartet man erst nach Ankunft des Generals Wolseley und der Verstärkungen.

Im Zululande befürchtet man den Ausbruch neuer Unruhen, da, wie es heißt, der englische Gouverneur, Sir Bärtle Frere, es nicht verstünde, sein Ansehen zur Aufrechterhaltung des Friedens zwischen den einzelnen Häuptlingen geltend zu machen. Cetewayo, der jetzt in England weilende ehemalige König der Zulus, soll erklärt haben, nur durch die Wiedereinsetzung in seine frühere Würde Dem Ausbruche des Bürgerkrieges im Zululande vorbeugen zu können.

Äegypten.

Von einem aus Egypten geflüchteten Europäper gehen derKöln. Zeitung" folgende beachtenswerthe Bemerkungen zu: Man konnte in letzterer Zeit häufig die Ansicht aussprechen hören, daß von den in Alexandrien in ihrem Eigenthum beschädigten Europäern eigentlich nur diejenigen zu bemitleiden wären, welche unterlassen hatten, ihr Hab und Gut gegen Feuersgefahr zu versichern, denn Jeder, der versichert war, würde natürlich sofort von der betr. Gefelstchaft den erlittenen Schaden ersetzt erhalten. Dies ist nun ein großer ^rrthum, rote mich meine eigene Erfahrung lehrt; meine Wohnung mit ih^m ganzen Inhalt ist vollständig niedergebrannt, und obgleich ich letzten: seit faft 10 Zähren gegen Feuersgesahr regelmäßig versichert habe und meine augenblickliche Police noch lange nicht abgelaufen ist, so habe ich dennoch heute fern Recht, einen Schaden­ersatz von meiner Versicherungs-Gesellschaft zu beanlpruchen, da stirnmtliche Oe* sellschaften Versicherungen nur unter der Bedingung annehmen, daß sie nicht verantwortlich sind, im Falle das Feuer durch Bombardement, Revolution u. s. w. entsteht. Somit sind wir Vorsichtigen in diesem Halle schlimmer daran, roie die­jenigen, welche nicht versichert waren, denn letztere haben wenigstens ferne Prämie unnütz zuin Fenster hinausgeworfen. Es folgt demnach, daß d^ Europäer in Egypten, ob geplündert oder abgebrannt, nur aus diplomatischem Wege auf

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19 9Iuauft (Sitzung der Stadtverordneten vom 10. August.) An- »efenb Set® Stamm, £>ett Bdg.otbn.te. gellet, oon Seiten bet

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