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Zum sportlichen Verlauf des Festes sei oorausgeschickt, daß die Rennen nut anerkennenswerther Pünktlichkeit und ohne unnütze Zeitvergeudung aufeinander folgten und daß das ganze Arrangement als wirklich gelungen bezeichnet werden darf.

Im ersten Rennen für 4 riems outrigged Giggs für Seniors mußte Oberrad Juniors statt Seniors laufen lassen und mag dies wohl dazu bcigetragen haben, daß die bisher noch nicht besiegte Oberrärer Rudergestllschaft mit 2-3 Bootslängen von der Coblenzer Ruder-Gesellschaft geschlagen wurde. Den Siegern fiel der 1. Preis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft, 1 schwerer silberner Pokal und 5 silberne Ehrenzeichen, zu.

Im 2. Rennen für outrigged Giggs für Juniors starteten der Mainzer Ruder- oerein und unsere hiesige Gesellschaft. Flott gingen beide Boote vom Start ab, eine weite Strecke Bord an Bord kämpfend ; langsam gelang cS Mainz, von seinem Gegner tret zu werden und vergrößerte sich der Zwischenraum dcr beiden Boote immer mehr, bis schließlich Mainz mit einem Vorsprung von ca. 23 Bootslängen als Sieger durchs Ziel ging. Wie es uns vom Richteramt aus schien, hielt der Steuermann keinen geraden Cours ein und dürste daher der noch kurz vor dem Ziel entstandene bedeutende Vorsprung der Sieger zu suchen sein; ein reich vergoldetes Trinkhorn, gestiftet von dem Ehrenmitgliede Herrn C. W. B. F er nie, und 5 tzlberne Ehrenzeichen war der Preis für dieses Rennen.

Das 3. Rennen um den Ehrenpreis des von Mitgliedern des Mandarinenkastens gestifteten Humpens und 1 silbernes Ehrenzeichen fuhren Sklffs-Juniors und zwar Herr Metzler von der Offenbacher Rudergesellschaft Undine und Herr E. Balser von der hiesigen Rudergesellschaft; Herr Metzler ging zuerst und allein durchs Ziel, während Herr Balser erst einige Minuten später erschien und beim Richteramt Protest einlegte, indem die Boote collidtrt und Herr Metzler das Fahrwasser des letzteren genommen hätte! Herr Balser offerirt Herrn Metzler, sofort noch einmal zu starten und eine halbe Bootslänge sogar vorzugeben; derselbe wollte sich aber nicht darauf einlassen und verlangte den Preis. In Anbetracht der vorgerückten Zeit und des schlechten Wetters mußte die Preisvertheilung vorgenommen werden und konnte das Richteramt nicht enbgiltig zur Abstimmung kommen; jedenfalls wird die Sache in der nächsten Zett auf unparteiischem Waffer entschieden werden; der Preis bleibt bis dahin in den Händen des Regatta-Comit^s-

Im 4. Rennen für 4 riems inrigged Raceboote, Seniors, siegte die Frankfurter RudergesellschaftGermania", hart gedrängt von ihrem Gegner, um V< Bootslänge über den Offenbacher Ruderverein; der schöne Stiel, der regelmäßige Schlag und die gut trainirte Mannschaft scheint diesem Verein stets den Sieg zu sichern. Der 1. Ehren­preis, gestiftet von ber hiesigen Schützengesellschaft und 5 silberne Ehrenzeichen lohnte die Sieger.

Im 5. Rennen für Skiffs-Juniors siegte Herr Stern von der Frankfurter RudergesellschaftGermania" gegen Herrn Gill berg er vom Frankfurter Ruderverein mit ca. 1 Bootslänge unter lautem Beifall seiner Freunde. Der Ehrenpreis, von ber Gießener Rudergesellschast gestiftet, bestehend aus Trinkbecher und Serviettenring in Ctuts, sowie 1 silbernen Ehrenzeichen, wurde d«m Sieger überreicht

Für das 6. Rennen, 4rudrige deutsche Kielboote, für Vereine, die vor dem 1. Januar 1882 noch keinen Preis gewonnen, hatten sich die Casteler Rudergesellschaft und der Höchster RuderclubNassovia" gemeldet. Castel, das gerade nicht sehr stylvoll ruderte, siegte mit ca. 8 Bootslängen über Höchst; die Höchster Mannschaft schien sehr gut trainirt, arbeitete auch sehr regelmäßig und schön, schien aber durch Gewicht und Construction des Bootes benachtheiligt. Der Preis, welchen Castel sich holte, bestand in einer reich vergoldeten Weinkanne und silbernem Becher, sowie 5 Ehrenzeichen, gestiftet von dcm Regatta-Comit4.

Das 7. Rennen für Sciffs^Seniors, welches sehr interessant zu werden versprach, verlor leider dadurch sein Interesse, daß Herr Meixner von ber Frankfurter Ruber­gesellschaftGermania", der Vormittags bereits schwer erkrankt war, dessen Gegner Herr Biersack von Sachsenhausen einen angebotenen Ersatz nicht acceptirte unb deshalb allein über die Bahn ging. Auf diese Weise fiel Sachsenhausen ber von ben passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft gestiftete 2. Ehrenpreis, 1 silberner Pokal und ein silbernes Ehrenzeichen mühelos und ohne Anstrengung zu.

Das 8. Rennen ffür 4riems hing. Raceboot um den 2. Preis von dem hiesigen Schützenoerein, 1 vergoldete Weinkanne und 5 silberne Ehrenzeichen, führte die Sachsen« Häuser Rudergesellschaft und Offenbacher Ruderverein auf die Bahn.

Sachsenhausen übernahm von Anfang an die Führung, ohne daß Offenbach im Stande gewesen wäre, den Sieg ernstlich streitig zu machen Die Haltung der Offen­bacher war der überlegenen physischen Kraft Sachsenhausens gegenüber immerhin eine lobenswerthe. Differenz an Ziel ca. 4 Bootslängen

Alles sah mit größter Spannung dem jetzt folgenden 9. Rennen entgegen. Galt es doch den Ehrenpreis der Damen unserer Vaterstadt zu vertheidigen; galt es doch, unserer Gesellschaft die erlittene Niederlage wieder gut zu machen. Mit ängstlicher Spannung sah man nach ber Lahnccke, um welch- die Boote kommen mußten; alle Operngläser richteten sich dorthin. Oberrad unb Gießen waren es, die in 4rub. outrg. Giggs, und zwar beide Mannschaften zum zweiten Male, die Bahn durchliefen. Endlich zeigten sich die beiden Boote, Bord an Bord kämpfend, eben einen kleinen Vorsprung erreichend, um ihn im nächsten Augenblick wieder zu verlieren; es war in ber That hochinteressant, die jungen Leute so hartnäckig um den Preis ringen zu sehen- die Mannschaft unserer Gesellschaft hielt sich wirklich recht brav unb thaten ihr Mög' lichstes, schienen auch einen kleinen Vorsprung zu haben, da, beim letzten Spurt kurz vor dem Durchfahren des Zieles, sah ber 2. Schlagmann nach dem Publikum, zog da- burch statt durch's Wasser burch die Luft nnd bte Race war für Gießen verloren; bie Boote schossen zwar fast gleichzeitig durch's Ziel, Oberrad aber mit einem Vorsprung von ca. 1 Fuß.

Der von ben Damen Gießens gestiftete Ehrenpreis, bestehenb aus einer reizenben silbernen unb vergoldeten Fruchtschaale und 5 silbernen Ehrenzeichen, wurde von der Oberräder Rubergesellschaft unter Ausdruck des Dankes an bic Damen entgegen^ genommen.

Als Nr. 10 wurde von dem Regatta-CoE noch ein Rennen für 4rub. ing. Raceboot eingeschoben, um ber Sachsenhäuser Rudergesellschast Gelegenheit zu geben ihre Kräfte und Senior-Mannschaft zeigen und laufen zu lassen; diesem Verein war nämlich gestattet worden, sich nach Meldeichlutz aus Nr. 4 des Programms noch anzumelden

Wafferwärwe der Lahn.

Am 12. Juli, Mittags zwischen 11 unb 12 Uhr: + 13V? R-, Luftwarme +13° R. L. Chr. Rübsamen.

da aber die beiden bereits angemelbeten 2 Vereine, Offenbacher Ruderverein unb Germania" bies später nicht acceptirten unb man Sachsenhausen nicht S J 211 ^?s."nb konnte so ließ man biefelben gegen sich selbst fahren unter der Bedingung daß sie die Strecke in kürzerer Zeit durchfahren müßten, als das zweit- anrommende Boot in dcr von Ihnen f. Z. angemeldeten Race Nr. 4; sie haben diese Aufgabe (s. die No iz m Nr. 158 b. Bl.) mehr als gelöst unb sind Ihnen dafür auch oie ausgesetzten fünf Ehrenzeichen überreicht unb von Damenhand die betr Mannschaft persönlich beconrt worben. 1

Jetzt mit der letzten Nummer des Programms ließ auch ber Regen nach unb fonnte Zur Preisvertheilung geschritten werben; Herr Professor Dr. Gareis, umgeben Don b<m R'chteramt den Siegern unb einer Menge Zuschauer, ergriff das Wort, um nach alter guter deutscher Sitte Sr. Majestät unseres Kaisers, sowie unseres Landes­vaters ^r. Komgl. Hoheit des Grotzherzogs zu gedenken und ein kräftiges hipp hipp ent^ufiate ° blC ^cn0e unter Tusch unserer Regimentsmusik

Nunmehr traten die betr. Sieger vor unb empfingen unb zwar von einigen Damen die sich in ber liebenswürdigsten Weise hierzu bereit erklärt hatten, die wirklich großartig ausgefallenen Preise nebst den silbernen Ehrenzeichen, letztere mit den hessischen Farben versehen, überreicht; noch viele hipp hipp hurrah, ausgebracht von fremden Vkrclnen auf Gießen und den Rudersport und die Festlichkeit hatte auf dem Festplatz tyr Ende erreicht. v

Das für Samstag Abend arrangtrte Banket war über Erwarten stark besucht und verlief in nur schönster unb gemüthlichster Weise; Herr Professor Dr. Gareis batte bie Freundlichkeit, bie fremben Rubervereine in langer und gewohnter schwung- voller Weise zu begrüßen und gedachte auch in humoristischer aber sehr treffender Weise deS in denOberhesstchen Nachrichten" kürzlich lautgeworbenenalten Hessen" Herr Director Noll toastirte auf die Damen, Herr Wallach auf den Vorstand ber Gießener Rubergesellschaft u. s. w. Als Vertreter der Gießener Rubergesellschaft ergreift zum Schluß Herr I. Kirch noch bas Wort, um in kurzer aber trefflicher Weise allen benjentgen Korporationen, Damen unb Herren, seinen Dank abzuftatten, welche bas Unternehmen unterstützt unb geförbert haben; ein kräftiges mit großem Beifall auf­genommenes hipp hipp hurrah auf bas Regatta:Comitö bildete ben Schluß dieses Festes; noch lange saßen bie Ruderer unb ihre Gäste gemüthlich zusammen unb würbe noch manches Glas auf ben eblen Rubersport geleert.

Die Sonntag Abenbs abgehaltene Reunion war ebenfalls recht zahlreich besucht unb bilbete einen roürbigen Abschluß bes im Ganzen nur als gelungen unb schön zu bezeichnenben Festes. h 3

Handel und Verkehr.

Bei jetziger Hauptreisezeit, bie sich bis nach Beendigung sämmtlicher Ferien ausdehnt, ist es für diejenigen Reisenden, welche die Eisenbahn benutzen, von Interesse, auf ben Erlaß bes Königlich preußischen Minister« der öffentlichen Arbeiten h n- zuweisen, welcher an sämmtliche Königliche Eisenbahn-Directionen in Preußen gerichtet ist unb die Plac'rung der Reisenden in den Eisenbahn-Coupec's betrifft. Die Be­stimmung dieses Erlasses (vom 21. December 188C) geht dahin, daß bet der Zuweisung unbeschadet nothwendiger Einrichtungen im Interesse ber Orbnung, Sicherheit unb Oekonomie des Betriebes, ben Wünschen unb ber Bequemlichkeit bes reisenden Publi­kums in entgegenkommendster Weise Rechnung zu tragen, vor Allem auch die für bie wirme Jahreszeit angeordnete mäßige Besitzung ber Coupee's 1. Classi (in sechs Sitzen) 4 Personen, 2. Classi 6 Personen, 3. Classi 8 Personen in Zukunft all­gemein unb ohne Beschränkung auf bie warme Jahreszeit, so lange hinreichender Platz vorhanden, als Regel feftzuhalten sei. Dieser Erlaß ist wohl dem die Bahn benutzenden Publikum zu wenig bekannt unb auch mancher Schaffner mag benfelben nicht kennen ober schützt wohl Nichtkenntniß beffelben vor, f ob alb das Publikum sich auf benfelben bezieht. Jedes Mißverftändniß schwindet sowohl von Seiten ber Reisenben, als bes Zugpersonals, wenn man sich auf biefen Erlaß positiv beziehen Fann. Um bieses aber möglich zu machen, möchte man hiermit an bie Königlichen Eisenbahn-Directionen bie Bitte richten, in ben sämmtlicben Coupee's Plakate anbringen zu lassen, welche ben Abbruck bes betreffmben Erlasses enthalten- Dieser Wunsch ist gewiß gerechtfertigt; möge man benfelben berücksichtigen unb bald erfüllen.

Frankfurt a. M., 12. Juli, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 268, Staatsbahnactien 279, Galizier 268, Lombarden 113, Nord- westbahnactien 1741/?, Darmstädter-Bankactien, Oberschlesische E.-B.-Act. Oesterr. Silberrente 6515/i6, W Ungar. Goldrente 74/8, 4% 1880er Russen 68V2, 50/0 1877r Russen 85%, 2. Orient-Anleihe 55"/ie, Spanier 28V«, 5% Rumänische Rente, 4% Unific. Egypter 56. Tendenz anfangs flau, später besser.

SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dretz Nachfolger Gießen.

Bremen, 8. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Poftdampsir Donau, Capt- R. Ringk, vom Norddeütschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Juni von Bremen und am 27. Juni von Southampton abgegangen war, ist beute 2 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 9. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Sauer, Capt. A- Jaeger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 9. Juli. Der Poftdampsir Neckar, Capt. R. Bussins, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. Juni von Newyork abgegangen war, ft gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere. Post und Ladung 1 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 141 Passagiere und volle Ladung.

gegen hypothekarische Sicherheit in größeren Beträgen verfügbar.

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3446 Mehrere Oleander sind preis" würdig zu verkaufen.

Georg Hoß, Nahrungsberg.

4701 550400 Mesten Holzkohlen verkaufen.

Heinrich Faß, Ludwigsplatz.

Wohnungs-Veränderung.

Der werthen Kundschaft und verehrlichem Publikum zeige hiermit ergebenst üu, daß ich von heute ab in meinem neuerbauten Hause Neue Bäue (Modischer Garten) wohne.

Gießen, den 10. Juli 1882. Achtungsvoll

Phil. Schäfer,

-4656 Weißbinder unb Lackirer.

Die

Kenten-^ebensverslcherungs-AnstaltMAarmstadt

hat zu jeder Zeit

Geltier »tem Ausleihen

Zur Beachtung.

Am 10. Juli hat ein Herr, welcher Freimarken und Wechselstempelmarken im Werthe von 7 JC. bei der Stadtpoststelle eingekaust, von dem Beamten aus Versehen anstatt 8 Stück Stempelmarken zu je 50 8 Stück zu je 5 OL. erhalten. Der Herr, welcher persöMch, wenn auch nicht dem Namen nach, bekannt ist, wird um gefällige Rückgabe der erhaltenen gegen Empfangnahme der richtigen Marken gebeten.

Gießen, den 11. Juli 1882.

Kaiserliches Postamt.

In Vertretung: Schreiber.

Beim «uartalwechfel hält sich zum Abonnement empfohlen da«

wj 4 Deutsches xamilienblatt mit Zllustratlonen.

11 A h PtlH Erscheint wöchentlich und ist durch alle Buchhand- \X\\VV Ul. lunqcn und Postämter oiertchahrllch für 2 Mk. zu / beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in

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