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Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 11. Januar. DieProv.-Corresp." reprobircirt den Erlaß -es Königs vom 4. Januar und sagt bei Besprechung desselben: Der Erlaß ist eine feierliche Verwahrung gegen gewisse Vorkommnisse der neuesten Zeit, woraus zum Schaden des Ansehens der Krone leicht parlamentarisches Recht und constitutioneller Brauch sich hätten entwickeln können. In Preußen herrscht wld regiert der König. Die Reichsverfassung hat dieses Recht der Krone Preußens nur bestätigen wollen. Daß der König nur herrscht, aber nicht regiert, ist eine auf fremdem Boden erwachsene Anschauung. . Dieser Lehre und den daraus entspringenden Jrrthümern entgegenzutreten, ist Recht und Pflicht der Krone, wo immer Gelegenheit dazu sich bietet. Das Wort des Königs an das Staatsministerium ist ein vollkommen treuer Ausfluß der preußischen Verfassungs­urkunde und enthält keine Neuerung, wendet sich aber gegen die Versuche, Neue­rungen herbeizuführen, über die Verfassung hinaus. An den bestehenden Ver­hältnissen nicht rütteln zu lassen, ist auch heute noch der Wille des Monarchen, wie derselbe dies vor 20 Jahren vom Throne verkündete.

London, 11. Januar. DieSaint-JameS-Gazette" schreibt, daß sie Nachrichten von Wichtigkeit aus Tunis empfing, wonach daselbst eine Hungers- noth befürchtet wird, mell vielfach in Folge der Unruhen die Landbebauung unterblieben sei. Sobald Nahrungsmangel im Innern des,Landes fühlbar würde, würde ein heftigerer Ausbruch neuer Unruhen zu erwarten feilt.

Einer Meldung desReuterffchen Bureau" aus Kairo vom 11. ds. zufolge hat die Aufregung abgenommen. Der Khedive telegraphirte an die Pforte den Worllaut der englisch-französischen Collectivnote. Die egyptische Re­gierung bereitet eine Antwortnote vor, worin sie, wie es heißt, den Regierungen Englands und Frankreichs für ihre Sorgfalt dankt, aber hinzufügt, daß Be- sorgniß unnöthig ist.

Sofia, 11. Januar. Die auswärts verbreiteten Mittheilungen von aufrührerischen Bewegungen und Feuersbrünsten Hierselbst sind einerHavas"- Meldung zufolge vollständig unbegründet. Im ganzen Fürstenthum ist die Ruhe ungestört.

Konstantinopel, 11. Januar. Die Pforte erhielt gestern den Text der französisch-englischen Collectivnote an den Khedive. Da Rußland direct von der rumelischen Regierung 4 Mill. Rubel Occupationskosten verlangt, suchte Aleko Pascha die Weisungen der Pforte nach. Der Expremier Kadri Pascha ist zum Gouverneur Adrianopels, Ghalib Pascha zum Gouverneur von Salo- nichi ernannt.

Lokales.

Gießen, 12. Tanuar. Die am 4. Januar im Cafö Schwiun adgehaltene Generalversammlung des hiesigen Volksbildungs-Vereins war auch diesmal nur schwach beucht. Der Vorsitzende, Herr Fabrlkam Han st ein,, war verhindert zu erscheinen und hatte Herrn Bürgermeister Gramm ersucht, den Vorsitz zu übernehmen. Der Schriftführer, Herr Reallehrer Alb ach, übernahm die Berichterstattung. Erhob hervor, daß der Verein getreu der Idee, welche seiner Entstehu ng zu Grunde lag, vor allem sein Augenmerk auf die Bildung der Heranwachsenden Jugend gerichtet und dem. gemäß nicht nur der Fortbildungsschule manche Unterstützung gewährt, sondern auch im Winter wöchentlich zwei Leseabende emgerlchtet bade. Die Bibliothek, welche zu diesem Zwecke geschaffen wurde, hat auch im 1 tzten Jahre durch Schenkung und Neu­anschaffung manche Erweiterung erfahren und wird, vesonders in der letzten Zeit, auch von ^Erwachsenen in erfreulicher Weise benutzt. Die Vorträge, welche un letzten Vereinsjahr gehalten wurden, waren zahlreich besucht und fanden allgemeinen Beifall. Mtt dem mtttelrh. Verbände, dem der hiesige Verein als Zweigverein angehört, wurde ein reger Verkehr unterhalten. Auf der Generalversammlung in Worms war der Verein durch seinen ersten Vorstand, Herrn Haustein, vertreten. Die nächste Generalversammlung wird künftiges Frühjahr hier in Gießen abgehalten werden.

An der nun folgenden Dlscussion beteiligten sich besonders die Herren Piof Dr. Oncken, Bürgermeister Bramm, die Lehrer Ebeling, Fuhr und Alb ach. Herr Prof. Dr. Oncken äußerte den Wunsch, der Verein, der früher für Errichtung obligator scher Fortbildungsschulen cingetreten sei, möge den in der hessischen zweiten Kammer von dem Abgeordneten Frank und Eons, eingebrachten Antrag auf Auf­hebung der obligatorischen Fortbildungsschulen gegenüber die Erfahrungen, welche in dieser Beziehung mit der früheren freiwilligen Fortbildungsschule im Vergleich mit der obligatorischen gemacht worden seien, zur Aufklärung der Volksmeinung öffentlich darlegen. Nach längerer Debatte wurde auf Antrag des Herrn Bür germeist.r Gramm diese Angelegenheit dem Ausschuß des Vereins überwiesen.

Das Ergebniß der Ergänzungswahl war folgendes: Herr Prof. Dr. Gar eis wurde zum ersten Vorstand gewählt, da Herr Haustein in einem besonderen Schreiben erklärt hatte, wegen Mangel an Zeit, eine Wiederwahl nicht annehmen zu können. Herr W inhändler Mayer wurde als Rechner und Herr Reallehrer Alb ach als Schriftführer wiedergewählt Der Ausschuß wurde ergänzt durch Herrn Hanstetn, an Stelle des Herrn Prof. Dr. Gareis, und durch Herrn Prof. Dr. Ludwig; Herr Regierungsrath Haberkorn wurde wiedergewählt

Zum Schlüsse noch dankte die Versammlung dem seitherigen ersten Vorstand für feine langjährige, ersprießliche Thätigkeit durch Erheben von den S tzen.

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Villingen, 11. Januar. Heute Morgen hat der lljähriqe Sohn eines hirsiaen Bürgers seinen 9jähr'gen Bruder mit einem Jagdgewehre erschossen. Die That geschah in der Wohnstube und zwar beim Spielen mit dem geladenen Gewehr.

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Bonn, 5. Januar. In dem Garten der Bonner Sternwarte, so schreibt die B. Ztg.", lebt still und beschaulich eine betagte Schildkröte, welche bis zum Tode des Geh. Bergraths und Professors Nöggerath dessen treues Hausthier gewesen ist, an dem der greife Gelehrte bei seinen Gartenpromenaden stets viel Gefallen hatte. Diese Schildkröte pflegt sich beim Herrannahen eines strengen Winters stets ein Logis unter einem großen Haufen Blätter u. s. w. zu bereiten. In diesem Jahre sällt ihr das gar nicht ein und sie beharrt auf ihren Wanderungen, woraus wir also auf ein Vorhalten des milden Winterwetters bestimmt schließen können.

Moskau, 9. Januar. Aus Irkutsk wird gemeldet: Der Reisende-Suk- kowski berichtet, daß der DampferRodgers" am 9. August nach Herald-Land auf- gebroch.n sei, während der KüpperStrelock" aus der Providence-Bay nach den chinesischen Häfen zurückgekehrt sei. In der Providence-Bay sei vorher ein von Norden kommend"r amerikanischer Schooner eingetroffen, welcher den Capitän eines gestrandeten Wollfischfängers an Bord gehabt habe. Dieser habe erzählt, daß er bei der Herald- Jnsel ein Boot mit tobten Insassen gesehen habe, welche außer anderen Geg-nftänden silberne Löffel mit dem Namenszug ^Jeannette" bei sich gehabt hätten. Diese Mit­theilung habe denRodgers" zu dem Entschlüsse gebracht, nach Herald Land zu steuern, dort zu Überwintern und von dort aus mit in Kamtschatka gekauften Hunden nach verschiedenen Seiten Streifzüge behufs Nachforschung nach derJeannette" zu ver­anstalten.

Nordhausen, 4. Januar. [@in schlauer Schuster.) In der vorgestrigen Schöffengerichtssitzung zu Artern erschien der Apotheker Hartleb als Kläger wider den Schuhmacher Franke. Letzterer hatte im October o. I. im ArtenerWochenblattes angezeigt, daß er das beste Heilmittel gegen Hühneraugen besitze. Kläger glaubte sich geschädigt und verklagte Franke wegen unerlaubten Betriebs von Heilmitteln. Richter zu Franke:Sie sind angeklagt, ein Heilmittel gegen Hühneraugen verkauft zu haben. Geben Sie das zu?" Verklagter:Nein." Richter:Sie haben es aber doch im Wochenblatt" Nr. 41 bekannt gemacht." Verklagter:Ich habe nur bekannt gemacht, daß ich ein solches besitze ich habe es aber nicht zum Verkaufe ausgeboten, liebere Haupt werde ich dasselbe nicht verkaufen, da ich es selber sehr nöthig gebrauche, das Heilmittel besteht nämlich in meinen gut gearbeiteten Leisten." Franke wurde frei- gesprochen.

Ein Paar Schuhe für 1 X ist doch sehr billig, dachte L. und kaufte solche in emem Laden zu Hannover. Es war Regenwetter und er fand bald, daß die Sohlen weich wurden und auseinander gingen weil sie von Papier waren. Voll Entrüstung über den Betrug, reichte er beim Staatsanwalt Klage ein und der Kaufmann wurde, obwohl er dem Käufer keine unrichtige Angaben gemacht hatte, zu 60 X Strafe ver- urtheilt. Der Verkäufer hatte nachgewiesen, daß ihm die Schuhe selbst auf 80 H zu stehen kamen, daß er also nur 20 H daran verdiente, und die Geringfügigkeit des Betrages, um den der Käufer geschädigt war, bewirkte, daß von der beantragten Gefäng- nißstrase abgesehen wurde. Der Betrug wurde vom Gerichtshof darin gefunden, daß der Kaufmann den Käufer über die Natur der Schuhe, auch ohne daß dieser fragte, mebt belehrt, daß er ihn nicht auf die Pappsohlen aufmerksam gemacht hatte. Das Unheil erscheint zwar hart, dürfte aber die wohlthätige Wirkung haben, daß solche völlig unbrauchaare Waare keinen Absatz mehr findet und folgeweise nicht mehr fab- ricirt wird.

sEisenbahn auf die Wartburg) Das Ministerium hat dem General-Unter­nehmer H. Bachstein in Berlin die Erlaubniß zu Vorarbeiten für eine electrische oder Drahtseilbahn vom Bahnhof Eisenach auf die Wartburg ertheilt.

sHinter den Coulffsen) lÄne Petersburger Zeitung ergänzte ihren Bericht über die Benefizvorstellung Sarah Bernhardtts durch Mittheilung eines für eine Dame der Bernhardt-Truppe unangenehmen Vorfalls, den dos Blatt folgendermaßen erzählt: Kaum war der Vorhang nach dem letzten Acte vonLa princesse Georges herab­gerauscht, als auf der Scene einer der Gerichtsexecutoren des St. Petersburger Friedens­richterplenums erschien. Er erklärte, daß er nicht zu den Zuschauern gehört, sondern im Namen des Gesetzes auftrete. Es stellte sich Folgendes heraus: Eine der zur Truppe Sarah Bernhardtts gehörenden Schauspielerinnen hatte während ihres zwei- wöchentlichen Aufenthalts in St- Petersburg täglich bei Borrel g frühstückt und war in dieser kurzen Zeit dort 500 Rubel schuldig geblieben Angesichts der bevorstehenden Abreise der Truppe entschloß sich Borrel kurz und reichte dem Friedensrichter eine Klane ein, mit der Bitte, die Debitorin durch einen Revers zu verpflichten, Peters­burg nicht vor Regulirung dieser ihrer Angelegenheit mit Borrel zu verlassen. Auf Grund dessen erschien der Gerichtsexecutor auf der Scene des Alexandra-Theaters und die Künstlerin mußte ihm dort den geforderten Revers ausftellcn.

Welches Mädchen

wünschte nickt, einst eine tüchtige Hausfrau zu werden, welche Frau nicht, eine solche zu sein? Was eigene Erfahrung nicht bietet, ersetzt oft ein Rath Anderer, und wenn sich eine Reibe von bewährten Hausfrauen, Müttern, Erziehern, Aerzten rc. vereint, um ihre Erfahrungen und Rathschläge den Strebsamen unserer Frauenwelt mitzu- theilen, so verdient ein solches Unternehmen wohl Unterstützung seitens der Frauen und Männer. Dörner'sAausfrairen-Jettirng" ist ein solcher Rathgeber für Frauen und Mädchen, sie lehrt, unter besonderer Berücksichtigung der für unsere Zeit so nothwendigen Sparsamkeit, alle Zweige des Hauswesens, indem sie Anleitung gibt für die Pstege Gesunder wie Erkrankter, für Erziehung rc. Außerdem bietet sic gediegenen Unterhaltungsstoff in Romanen, Novellen, Erzählungen rc. und das Alles für den Preis von 10 H für die Wochennummer. Abonnement (zu X 1.30 viertel­jährlich) nehmen alle Buchhandlungen und Postämter an, letzteren ist die Nr. 2050 der Zeitungs-Preisliste anzugeben. Probenummern sind auch vom Herausgeber F. Dörner in Berlin Landgrafenstraße 2, gratis zu beziehen.

Handel und Verkehr.

Limburg, 11. Januar. (Fruchtmarkt.) Rotb-r Weizen M. 20.10, Weißer Weizen M 20 00 Korn 15.10, Gerste JL 10,55, Hafer M. 8,05, Erbsen M. 00.00 Kartoffeln X 00,00.

Frankfurt a. M., den 12. Januar, Nachmittags 2 Uhr Mm iTelegr. Coursbertcht. Mitgetbeilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in lüften.) Credrt- actien 294 Staatsb.-Zetten 275V«, Galizier 2623/8 Oest Silberrente 66«/16, 4°/,> UngM. Goldrente 76?/i6, 4% 1880er Russen, 2. Orient Anleihe 587/ö, o°/0 Rumänische Rente 89, Lombarden 1241/a- Tendenz. ______

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Der Vorstand.

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n .. Sonntag den 22. Jan., Abends 8 Uhr:

Concordia. TaMÄ^ltua=

Alleinige Niederlage bei , .

Gg. Wilh. Weidig, «urßeii

Bekanntmachung.

Die Landbriesträger führen auf ihren Bestellgängen Bücher mit sich, welche zur Eintragung der ihnen vorn Publikum zur Beförderung nach der nächsten PostanstaÜ übergebenen Sendungen mit Werthangabe, Einschreib­sendungen , Postanweisungen, gewöhnlichen Packete und Nachnahmesendungen bestimmt sind und zu größerer Sicherheit für die richtige und rechtzeitige Ab­lieferung dieser Gegenstände dienen. Will der Absender die Eintragung selbst bewirken, so hat der Landbriefträger demselben das Buch vorzulegen. Bei Ein­tragung des Gegenstandes Seitens des Landbriefträgers muß dem Absender auf Verlangen durch Vorlegung des Buches die Ueberzeugung von der statt­gehabten richtigen Eintragung gewährt werden.

Da diese Einrichtung und das dem Publikum durch dieselbe gebotene Mittel zu seiner Sicherstellung nicht genügend bekannt zu sein scheint, so wird auf das Bestehen derselben besonders aufmerksam gemacht.

Darmstadt, den 4. Januar 1882.

Der Kaiserliche Ober- Postdirector.

Hagemann.

Meine so beliebt gewordene, nicht durchsichtige, aber wirklich gehaltvolle,

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U'mversal-Glyc^i.'iM.-Seife

empfehle für Jedermann als mildeste, billigste und für die Gesundheit der Haut zuträglichste Waschseife per Stück 15, 20 und 30 Unentbehrlich zum Waschen für Kinder.

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