Beilage M Nr. 211 des Gießener Anzeigers.
Allgemeiner Anzeiger.
Ein Wort
an die deutsche Landbevölkerung.
Mehrere Tausend Hausirer überschwemmen neuerdings im Dienste amerikanischer Nähmaschinen-Compagnien die deutsche Landbevölkerung. Drese Herren Amerikaner sind von der deutschen Nähmaschinenindustrie jählings aus dem Sattel gehoben worden, die Lärmtrommel mit dem „Allein echt" und „Allein original" können sie nicht mehr so recht rühren, da klopft man ihnen nach Gebühr auf die Finger, nun versuchen sie es um so fieberhafter mit dem Hausirvertrieb und der mündlichen Verleumdung der einhe^ncurreuz. ^ande (und auch Ihr vielfach heimgesuchten Städter)
seht Euch im allöreiaensten Interesse, im Interesse Eures Geldbeutels, diese fremden Nahmaschinen ja recht genau an', ehe Ihr einen Kauf oder emen sogenannten Kauf- Miethsvertrag abschließt-^ Kümmert Euch darum, ob auch die neuesten Verbesserungen d'ran sind, ob ein selbstthätiger Spulapparat dabei ist, ob sie Spannungslufier haben, ob eine Radauslösung vorhanden, ob das Gestell auf Rollen steht, und dann Zeigt die Maschine, wenn Ihr keinen Mechaniker zur Hand habt, wenigstens dem nächsten Schlosser: er wird Euch aufmerksam machen auf die wackligen Wellen und Radel- schieber, auf die rohen Fraisflächen, auf die schlechtgeschnittenen Zahnräder, und er wird Euch die schöne Aussicht eröffnen, daß Ihr m Jahr und Tag statt einer Nahmaschine nur noch eine Klappermühle tm Hause stehen habt. Und glaubt m nicht, was Euch diese Hausirer einreden wollen, sie verstehen gar nichts davon, das find Leute, die heute mi* Kattun und Zwirn und morgen mit Nähmaschinen handeln — fie pfeifen den Tag nur das nach, was ihnen die Amerikaner früh vorgepfiffen haben. ,
Und wie könnten Euch diese Yankees preiswerthe Nähmaschinen verkaufen i Zo bis 30 Prozent geben sie dem Hausirer, der begleitende Geschäftsführer thnts auch nicht umsonst, dann kommen die Filialgeschäfte, welche die Maschinen anliefern; doch den Hauptgewinn sackt wohl der Herr General-Agent m Hamburg selber em. Die Fracht über Land und Meer kostet auch einige blanke Thaler und nun macht Euch selbst ein Bild davon, was Ihr alles mit bezahlen müßt, wenn Ihr Euch eine solche Maschine aufhausiren laßt. — c ir,
Wir bitten Euch, seht Euch vorerst un nächsten besten deutschen Nahmaschmen- geschäft um, ehe Ihr ein solches Aergerniß in's Haus nehmt. Hier findet Ihr Auswahl, hier könnt Ihr die neuesten Verbesserungen sehen, welche die Amerikaner nach dem Patentgesetz gar nicht nachmachen dürfen, hier könnt Ihr Vergleiche anstellen, hier wird man Euch nach Kräften gleichfalls Zahlungserleichterungen gewahren und zwar unter besserer Garantie, denn ein stehendes Geschäft kann nicht so leicht auf und davon gehen, wie ein Hausirer. Und diese verbesserte und saubere Maschine wird man Euch obendrein 10 bis 15 Prozent billiger verkaufen können, der geringeren Geschäftsunkosten ^6en. öor biesen Hausirern nicht die Thüren zuhalten wollt, so haltet wenigstens die Taschen zu, bis Ihr nicht ein beut|d)e5 920^0^11160^^0^ befud)teL Habt Ihr Euch hier ordentlich nmgethon und unterrichtet — und dos dürfen wir billig von unfern Londslenten erworten, dann werden die Herren Yankees ihre „allein echten" Nähmaschinen auch allein behalten müßen. —
Die „Concordia",
Vereinigung deutscher Nähmaschinenfabrikanten und Händler.
Bezugsquellen für Deutsches Fabrikat in Nähmaschinen sind:
Theodor Haubach in Gießen. — Philipp Weil in Frankfurt a. M-, Kaiserstr. 4. — In Darmstadt: Carl Jordan, Ludwigsplatz 3 und Aug. Engel. — In Wiesbaden: E du Fais und Carl Kreidel, Weberg. 42. — C Simon in Mainz- — Rosa Erlanger in Marburg. — Louis Ochs in Hanau, Frankfurterstr. 1- — H Bindewald in Friedberg i- d- W. — Chr. Endres in Fulda. — In Kreuznach: Th. Beuffleur und Th. C. Evtl- bauer. — Hermann Schuster in Diez a- d- Lahn. 5814
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Welche Nähmaschine ist die beste?
Ein merkwürdiger, fast wunderbarer Erfolg ist den Nähmaschinen der Singer Manufacturing Co., New-York, zu Theil geworden; in Folge der Güte und Beliebtheit dieser Maschinen nehmen die Verkäufe darin mit jedem Jahre größeren Umfang an, so daß sich dieselben im vorigen Jahre allein auf 561000 Stück beliefen. , . .
Diese Erfolge erweckten die Mißgunst anderer Fabrikanten und Händler, die dann einen Verein — die sogenannte ^Concordia" — bildeten, ausschließlich zu dem Zwecke, die Original Singer Maschinen zu bekämpfen. Wenn dieser Kampf lediglich aus sachlichen Gründen geführt würde, so ließe sich dagegen nichts sagen — das Gute bricht sich von Jelbft Bahn — der "Eoucordla" ist aber zur Erreichung ihres Zweckes jedes Mittel recht, das beweisen ihre Annoncen und Flugblätter, in welchen geschäftliche Einrichtungen, die im Interesse des Publikums getroffen sind, z. B. Verkäufe durch geringe Abzahlungen und durch Reisende, in der gehässigsten Weise angegriffen werden, obgleich Mitglieder des genannten Vereins ihr Geschäft genau in derselben Weise führen. Ueberhaupt haben diese bis jetzt es nur verstanden, vom Nachahmen zu profitiren, sowohl was geschäftliche Einrichtungen als auch den Bau der Maschinen selbst betrifft — abgesehen von einigen unwesentlichen Neuerungen, die meistens werthlos sind und die Handhabung der Maschine nur umständlicher machen oder erschweren. — Diese Thatsache dürfte das beste Licht auf den Charakter der „Concordia"-Annoncen werfen.
Der weitere Zweck der Concordia-Veröffentlichungen ist, das Publikum glauben zu machen, alle Maschinen, die von den Mitgliedern dieser Vereinigung fabricirt oder verkauft werden, seien von gleicher Güte. Wie ist dies aber möglich, wenn dieselbe Maschine von dem Einen zu 75, von dem Andern zu 100 Mk. ausgeboten wird? Dazu tragen diese Maschinen nicht einmal immer den Namen des Fabrikanten und oft weiß der Käufer nicht, wohin er sich wenden soll, wenn ihm Ersatztheile, Nadeln oder dgl. fehlen; seine Maschine steht ihm also völlig nutzlos da. ,
Welche Vortheile bieten dagegen die Original Singer Maschinen! Im Preise nicht höher als manches andere mmder- werthige Fabrikat, sind sie vom vorzüglichsten Material hergestellt und von unübertroffener Güte und Leistungsfähigkeit. An allen Plätzen von Bedeutung befinden sich Niederlagen der Original Singer Nähmaschinen, es kann also Jeder am Orte selbst oder in nächster Nähe stets Alles erhalten, dessen er zu s.iner Maschine bedarf, sowie ihm jede Auskunft und Unterricht immer stets zu Diensten steht; mit einer Original Singer Maschine kann man niemals in Verlegenheit kommen.
Hiernach mag man den Werth der „Concordia"-Annoncen beurteilen, der nachdenkende Käufer aber wird sich selbst sagen, daß eine Maschine, wovon jährlich über eine halbe Million verkauft wird, mehr werth sein muß als solche Maschinen, die zu jedem Preise zu haben sind und zu deren Empfehlung Mittel der vorgedachten Art angewendet werden müssen. 4840
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