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Nr. 211. Grftes Blatt. Sonntag den 10. September 1882.
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Gefundene Gegenstände:
1 Hundehalsband, 1 Kamm, 1 Päckchen mit Kleider, 1 Taschentuch, 1 Regenschirm, 1 Schürze, 2 Maulkörbe, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, am 9. September 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. B. d. C.: Kraemer.
Berlin, 8. September. Der „Reichs-Anz." schreibt an der Spitze des Blattes: Der Kaiser hat anläßlich der Sedanfeter, sowie im Laufe des Sommers zahlreiche Telegramme empfangen, in welchen patriotische Vereine und Versammlungen, Kriegerund Schützenvereine, Wahlversammlungen, u Ä- auch der konservative Provinzial^ verein zu Stettin ihre Huldigungen dargebracht und das Gelübde ihrer Anhänglichkeit und Treue erneuert haben. Der Kaiser zollt den Bestrebungen der gedachten Vereine seine Anerkennung und ist durch die erwähnten Huldigungen aufs Angenehmste berührt.
— Die „Nordd. Allg. Zlg " schreibt: Nach dem Berichte des nach Freiburg entsendeten Reichseisenbahncommlssars geben die bisherigen Erhebungen den ziemlich sicheren Anhalt, daß der Lokomotivführer die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht unwesentlich überschritten haben dürfte, daß eventuell auch das Bremserpersonal nicht mit gespannter Aufmerksamkeit seinen dienstlichen Functionen nachgekommen sein wird. Gericht und Staatsanwalt sind in vollster Thätigkeit.
Freiburg, 7. September. Bis heute Mittag waren die Arbeiten auf der Unglücksstelle soweit gediehen, daß nur noch 3 Waggons auf dem Geleise lagen, die anderen liegen in Stücken zu beiden Seiten des Planums. Die Räumung geschieht durch Zertrümmern, bezw. Abschrauben der ohnehin für immer unbrauchbaren Wagen. Selbst die Eisenbestandtheile sind zum größten Theile unverwendbar geworden. Einige Schienen sind gebogen, die eine fast sichelförmig. Die Arbeiten leitet Herr Bahn- Ingenieur Beghagel. Der Personenverkehr zwischen Colmar und hier findet in der Weise statt, daß jedem aus Colmar hier ankommenden Zuge einige Waggons von hier aus bis zur verbarrikadirten Stelle entgegenfahren. Die Passagiere steigen aus dem Zuge aus und gehen zu Fuß nach der andern Seite, um dort in die ihnen entgegenfahrenden Waggons einzusteigen. Die seit der Catastrophe aus Breisach-Colmar eintreffenden Tageszüge sind sehr stark besetzt, da viele Neugierige an die Unglücksstatte fahren und dort den nächsten zurückkehrenden Zug abwarten. Das Forträumen der Trümmer dürfte noch mindestens 8 Tage in Anspruch nehmen; hingegen wird aller Voraussicht nach nächsten Sonntag oder Montag das Geleise für den Verkehr wieder freigelegt sein. Gensdarmerie ist stets am Orte, um die noch immer sehr zahlreichen Neugierigen abzuhalten und ein ungehindertes Arbeiten zu ermöglichen. Heute Morgen hieß es, man hätte unter einem nächst der Maschine gelegenen Waggon noch eine Leiche gefunden. Jbr Berichterstatter fand jedoch auf eingezogene Erkundigungen das Gerücht unbestätigt. Am ersten Tage nach dem Unfälle mangelte es an einer genügenden Anzahl von Arbeitern, am anderen Tage jedoch waren aus allen umliegenden Ortschaften Arbeiter requirirt und zwar größtentheils solche, die an Bahnbauten thätig waren. Die Locomotive liegt noch an derselben Stelle, an der sie unmittelbar nach dem Unglücke lag; ihre Hebung dürfte nach Aussagen Sachverständiger mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, daß sie, einmal gehoben, auf dem Schienengeleise nicht wieder nach Freiburg gebracht werden kann. (F. I.) Aus dem dem Reichs-Eisenbahnamt von seinem Commissar über den Eisen- bahn-Unfall bei Hugstetten von Freiburg aus erstatteten vorläufigen Berichte vom /. d. M. ist das „5. I." in der Lage, Nachstehendes mitzutheilen:
Der verunglückte Extrazug, welcher am 3. d. Mts., Vormittags, mit 1200 Personen aus Münster, Colmar und den diesen benachbarten Ortschaften auf Bahnhof Freiburg eingetroffen war, sollte Abends 8 Uhr 10 Minuten vom letzteren w zurückfahren. Nach Vermehrung der angegebenen Passagierzahl durch Hin- zutrttt verschiedener mit Tagesbillets versehener Personen fuhr der Zug 8 Ubr 15 Minuten vom Bahnhof Freiburg ab. Die vorgeschriebene Geschwindigkeit für die Rückfahrt betrug 40 Km. in der Stunde. Die Bahnstrecke " Freiburg in einer Curve und sodann bis zur nächsten Station geraden Lime liegt, hat Neigungen von 1 : 79 auf 486 M 1 1 : 111 auf 641 M-, 1 : 143 auf 1920 M. Länge 5,5 Km.' vc
an welcher zunächst zur nächsten Station Hugstetten in einer ------ - 79 auf 486 M., 1 : 86 auf 2211 M-, ~ ■ c . - c . 20 M. Länge 5,5 Km. von Stationsgebäude
Freiburg entfernt. Au der ml: 143 liegenden Strecke entgleiste der aus 2b Personenwagen 3. Elaste, 1 Schutzwagen hinter der Maschine und 1 Schluß- ron0en (betbe waren leere Gepäckwagen) bestehende Zug fast oollständtg. Särnntt- Ä.5?“0™ ?,£en ,2adlfif'<rf0 der Zug 56 Achsen zählte, nach der Entgleisung ra L^Qf^nC sEt Tender aufrecht und anscheinend unbeschädigt ea. 8 M bem n-beuliegenden, dreiviertel Meter unter der Sch'enen- oberkante liegenden Wiesengrund, in diesem etwa Vz bis 3/ Meter t-ef eingewühlt. Die Wagen des Zuges waren auf dem Bahnkörper «eiter gelaufen so dah der w-'t-r halb auf dem Bahnkörper und dessen mit umgedrehter Lage sich befand. Die vordere
Stirnseite desselben mit dem Zugführer-Coup6 war nach hinten gerichtet, während der re»i^Ke»/"des Rabnkörrn ""tlständig umgestürzt und zertrümmert auf ÄtirnmnnS .rft^Ä^na rssA8!, wahrend der dritte Wagen im Zuge in die ,®S“',esL± ttitltt?0?8’ eingedrungen war. Di? darauf folgenden lä Wagen wmren theils vollständig au einander geschoben, so daß bei einigen der obere Theil Wagenkasten nicht mehr vorhanden oder in einzelne Atome zerdrückt war, theils umgeworfen und die Stirnwände eingedrückt; nur die vier letzten Wagen waren nicht entgleist und der fünfte Wagen vom Schlust »and nur mit einer Achse außerhalb des Geleises. Im Ganzen können 9 W-gend"s Zuges als unbeschädigt angesehen werden. Der Oberbau an der Uualücksstelle kUm Th-» zermalmt, die Schienen gebogen b'*na$e, halbkreisförmig. Der Haupttrümmerhaufen war ea. 8 M. hoch ?ebben mV« welcher mit eisernem Ueberbau per-
150 aterfnn^ bedeckt war In Folge der Entgleisung verunglückim über 150 Personen, von denen 52 auf der Stelle getödtet und 7 bis rum 7 d. M.
D^r^tzungen erlegen sind, nahe an 100 me&r oder weniaer schwer und sich in ärztlicher Behandlung im X/ÄÄ bem von Colmar in der Nacht reqmrirren Zug von Hugstetten direct nach Hause gefahren sein Die ärztliche Hilfe wurde in ausreichendem Maße und fn der aufopferndsten West durch di SteUn anFbUlXrFaft-b?r0PA0eteLfteV fo b"6 Nachts 2 Uhr kein leb?nber MJn UnifnI nnhUh,mMtrn£ ?ef°nb, sonbern fast alle in bem akabemi-
"Ä bem ^üheren Blatternhaus in Freiburg untergebracht und in Ort <,ro^n* Die eingehendsten Untersuchungen an
daß der Bahnkörper und der Oberbau in gutem Zustande sich befinden, Schwellen und Schienen sind von guter Beschaffenheit,
auch deren Verbindung eine betriebssichere. Die Spurweite auf der intact gebliebenen Strecke vor und hinter der Unglücksstätte ist überall richtig befunden, der Oberbau der Bahwirecke zwischen Freiburg und Hugstetten wird allmälig umgebaut und hat zur Hälfte und zwar auf der dem Bahnhofe Freiburg zunächst liegenden Strecke eiserne Querschwellen und auf dem anderen Theil, wozu auch die Entgleifungsftelle zählt, hölzerne Qucrschwellen. Die bisherigen Erhebungen und Untersuchungen geben nach Ansicht des Commissars der Vermuthung ziemlich sicheren Anhalt, daß der Locomottvführer die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht unwesentlich überschritten haben dürfte und daß eventuell auch das Bremser- Personal nicht mit gespannter Aufmerksamkeit seinen Dkenstfunctionen nachgekommen sein wird. Gericht und Staats-Anwalt sind in vollster Thätigkeit.
dort zu schlagen, ursprünglich die'
Der Krieg in Egypten.
Nachdem die Engländer Alexandrien bombardirt und besetzt haben und nachdem sie ferner von dem Suezkanal und dessen Aus- und Eingangspunkten Besitz genommen, ist der englische Feldzug nun in Egypten in das Stadium gekommen, wo es gilt, die härteste Nuß zu knacken, Arabt Pascha in feinen festen Stellungen -mfzufuchen unb bort zu schlagen. Der englische Oberbefehlshaber, General Wolseley, hatte sich wohl ursprünglich bie Erreichung bieses Zieles ziemlich leicht gebucht, er wollte Arabt Pa,cha bei Tel-el-Kebir überrumpeln unb mit Hülfe der überlegenen englischen Artillerie ober Kavallerie kurzer Hanb nieberschmettern ober In bie Wüste jagen. So leicht ging bies aber nicht, benn wenn Arabt Pascha sich auch am Suezkanal unb den Nachbarorten hatte überraschen lassen unb bort ben Englanbern so gut wie keinen Wiberstanb entgegensetzte. fo gr ff Arabi Pascha boch am 28. Augus bie englische Avantgarbe an ber Schleuße von Sastasin wüthenb an unb hätte b,e englstche G->rb--Cavallert- nicht -men verzweifelten Angriff noch bei Nacht gewagt, so waren bie Englanber be, Sa sastn wahrscheinlich aesch aaen worben unb hätten ihren Rückzug nach bem Suezkanal an. treten müffen. $ ®aä eVnftbafte Gefecht bei Sassasin hatte für Arabt Pascha aber boch ben Erfolg baß bie @nglanber zunächst nicht «eiter nach Tel-el-Kebir vorzubringen wagten b?nn General Wolseley mußte sich bet Sassasin Überzeugen, baß er erst seine Streitkräfte vermehren müsse, um weiter zum Angriff vorschretten zu können. Wie es scheint hat ber cnalische Oberbefehlshaber beßhalb bie schottische Brigade unter General Saniert ber noch bet Alexanbrien ftanb, an sich gezogen, ferner hat sich ber Oberbefehlshaber aber auch aus England einen ganzen Belagerungspark mit 1300 Artilleristen
Telegraphische Depeschen.
Wozff's telegr. Correspondenr-Bureair.
Breslau, 8. Septbr. Ihre K. K. Hoheit die Kronprinzessin besuchte im Austrag Ihrer Maj. der Kaiserin heute Vormittag das Kloster der barmherzigen Brüder und wurde daselbst von dem Fürstbischof Herzog im großen Ornat, dem Prior mit dem Convent, der Herzogin von Ratibor und dem Minister Dr. Friedenthal empfangen. Der Fürstbischof beabsichtigt noch ein Hochamt abzuhalten.
— Se. Maj. der Kaiser hat heute Nachmittag im offenen Wagen eine einstündige Spazierfahrt nach dem Scheitnitzer Park unternommen.
Karlsruhe, 8. Sevtbr. Der Erbgroßherzog hat sich heute in Vertretung des Großherzog, vom Staatsminister Turban begleitet, gleichfalls nach Freiburg begeben, um die bei dem Bahnunglück Verwundeten zu besuchen.
StraHburg, 8. Septbr. Die „Elsaß-Lothr. Ztg." theilt folgendes, an den hiesigen Frauenverein gerichtete Telegramm Ihrer Maj. der Kaiserin un^ Königin mit: „Das entsetzliche Eisenbahn-Unglück, durch welches so viele Bewohner des Elsaß betroffen worden sind, veranlaßt Mich, den Zweigverem zu sofortiger Ermittelung aufzufordern, in wieweit durch Geldspenden die Lage der Hinterbliebenen erleichtert und das hervorgerufene Elend gemindert werden könnte. Entsprechenden Falles hat der Verein sogleich durch Aufruf eine Sammlung zu veranstalten, an der Ich Mich mit 1000 «M. betheilige, die dem Vereine morgen zugehen werden. Kaiserin-Königin."
London, 8. Septbr. Die „Times" sagt in einem Artikel über die gegenwärtige Stellung Deutschlands, sein großer mäßigender Einfluß in Europa, seine große militärische Stärke, das gebietende Ansehen seiner geschickten weitsehenden Diplomatie habe unter gleichzeitiger Wahrung der deutschen Interessen jedweden Versuch, den europäischen Frieden zu stören, stets mit Erfolg unter - dllickt. Es habe auch jedwedes Unternehmen vereitelt, welches selbst unabsichtlich Unheil angerichtet haben würde. Es sei des Fürsten Bismarcks beständiger Entmuthigung aller Einmischungs-Versuche zu danken, daß England jetzt seine Aufgabe in Egypten lösen könne. Deutschland sei lediglich auf die Erhaltung des Friedens bedacht und habe Alles Aufgeboten, die Behandlung der egypti- schen Angelegenheiten zu einer loealisirten zu machen.
— Eine Depesche General Wolseley's aus Jsmailia vom 7. ds. sagt: Die Eisenbahn-Verbindungen sunctioniren jetzt gut, Gesundheit und Geist der Truppen sind ausgezeichnet, die Durchschnittszahl der Kranken ist wenig erheblich, alle Verwundeten befinden sich an Bord der Schiffe in ärztlicher Pflege.
Dublin, 8. Septbr. Von den entlassenen Polizeibeamten sind 208 wieder angestellt worden.
Port Said, 8. Septbr. In Folge eines zwischen den englischen Behörden und der Süßwasser-Compagnie getroffenen Uebereinkommens wird Port Said 500 Tonnen Wasser und Jsmailia das für die täglichen Bedürfnisse der Einwohner erforderliche Wafferquantum erhalten.


