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iibuna nach Hause kamen und unterwegs von der Fluthwelle überrascht wurden. Allgemeines Bedauern erregt der Tod zweier hoffnungsvollen Söhne des Strumpf- waarenfactors Ludwig in Gelenau. Was der Wolkenbruch verschonte, vernichtete schließlich ein zweistündiges Hagelwetter, welches nicht nur die Feldfrüchte und Obst- däume zerstörte, sondern auch Dächer und Fenster einschlug. Der Schaden ist ganz unermeßlich. Hoffentlich thul der Staat und die Privatmildlhätigkeit das Möglichste, um das hereingebrochene Elend zu mildern. Das Unglück erstreckt sich über Gelenau, Drebach, Sonneberg, Griefsbach, Scharfenstein, Hopfgarten, Schönbrunn. Bei Heidelbach ist der Bahndamm zerstört worden (Chemnitz-Annaberger Linie); die Reisenden müssen dort umsteigen.
Oldenburg, 3. Juni. Ein Duell mit tödtlichem Ausgange versetzte gestern unsere Stadt in nicht geringe Aufregung, zumal die Veranlassung eine geradezu lächerliche war. Der etwa 60jahrige Rechtsanwalt Jansen begab sich am Mittwoch Abend cmf einem Geschäftsgänge zu dem Holzhändler Spreen, in dessen Hause die oberen Mäume der Lieutenant der Infanterie Fischer bewohnt. Fischer besitzt einen Hund, den er Schafskopf" getauft hat- Das Thier lag nun gerade in dem Augenblick, als Jansen ins"Hans treten wollte, vor der Thür Lieutenant Fischer, welcher gerade in Civil- Ueidung zu verreisen im Begriff stand uib zunächst seinen Hund in Sicherheit bringen wollte, damit derselbe ihm nicht nachlaufe, rief nun von oben herab: „Schafskopf, komm herauf." Diesen Ruf bezog Jansen irriger Weise auf sich und als er bald d rrauf den Lieutenant das Haus verlassen sah, folgte er ihm auf den Bahnhof, wo er ihm nach e nig> n Auseinandersetzungen eine Ohrfeige applicirte, worauf der Lieutenant mit se nem Stocke kräftigst erwiderte. Eine Forderung war die Folge. Bet einem auf Donnerstag Abmd angesetzten Rencontre verfehlten sich die Gegner, es wurde daher ein neues Zusammentreffen auf gestern angesetzt. Beide Parteien waren rechtzeitig zur Stell«'. Jansen, welcher den ersten Schuß hatte, traf seinen Gegner leicht am Kopfe, worauf der Limtenant ihn durch einen Schuß ins Herz zu Boden streckte. Jansen war sofort eine Leiche; er hinterläßt Frau und Kinder.
Halle, 29. Mai. Der Professor W. aus B. kam mit seiner Gattin nach Halle und reiste von hier weiter, vergaß aber in Halle seinen Reisesack mitzunehmen. Die Frau Professorin stieg deshalb in Naumburg aus, um nach Halle telegraphircn zu lassen, daß der Reisesack nach Gotha geschickt werde; sie batte sich aber wahrscheinlich zu lange aufgehalten und der Zug ging ohne sie ab. Deshalb stieg nun der Professor in Apolda aus, um sofort mit dem nächsten Zug die Gattin wieder zu treffen. Als er nicht wieder im Waggon erschien, bemerkten die anderen Passagiere, daß der Professor seinen Paletot und seine Hutschachtel habe liegen lassen und gaben die Effecten mit der Adresse auf dem Bahnhofe in Gotha ab. So befanden sich nun der Paletot und die Hutschachtel in Gotha, der Professor in Apolda, die Frau Professorin in Naumburg und der Reisesack in Halle.
— (In Kreide-Maniers Ein Vater besuchte zu München seinen Sohn, der sich daselbst auf der Akademie zum Maler bildete. Als der Papa mehrere Oelgemälde und Bleistiftzeichnungen gesehen, die sein Herr Sohn gefertigt, war er damit sehr zufrieden. „Jetzt, lieber Vater", begann der Sohn, „sollen Sie auch sehen, was ich in Kreide geliefert habe, kommen Sie nur mit in die Unterstube" — „Hast Du denn auch da ein Atelier?" — „Freilich! Da sitze ich oft stundenlang, kommen Sie nur mit, es wird Ihnen gefallen." Beide gingen herunter, der Sohn öffnet die Thür und — sie befinden sich in einer Bierstube. Nachdem Vater und Sohn etliche Seidel getrunken, nimmt der Maler seinen Vater bei der Hand und sagt: „Jetzt will ich Ihnen zeigen, was ich in Kreide geliefert habe." Er öffnet die schwarze Tafel am Schänkschranke und da steht: „Herr Zachelhuber 16 Gulden 13 Kreuzer." Der Alte macbte zwar anfänglich ein schiefes Gesicht, bezahlte aber dann die Schuld und sprach: „Male Du -künftig mehr in Oel, diese Kreidemanier will mir doch nicht so recht gefallen."
— sSchnellphotographie.) Nach einem an die französische Academie der Wissenschaften erstatteten Bericht ist es einem Photographen Namens Marcy gelungen, den Flug der Vögel zu photographiren, eine Leistung, welche die des Herrn Muybridge in San Francisco — derselbe photographirte hauptsächlich galoppirende Pferde —
wesentlich übertrifft. Der dazu benutzte Revolver-Apparat hat die Gestalt eines Jagdgewehrs und nimmt in einer Secunde zwölf Bilder auf, wobei die meiste ßeit für die Veränderung der Stellung des Apparats verbraucht wird, da die Aufnahme selbst bet trübem Wetter Vtco, bei Sonnenschein gar nur Visoo Secunde beansprucht. Bringt man nun die Aufnahmen in einen geeigneten optischen Apparat, so hat man ein getreues Bild von den Bewegungen der Flügel während des Fluges. — Die Förderer der Luftschifffahrt erhoffen von dem Studium der Flugbewegungen sehr viel und meinen, es dürfte das Problem des lenkbaren Luftschiffes erst in Folge dieses Studiums einer befriedigenden Lösung entgegengeführt werden können.
Eingesandt.
Der Frauenverein für Armen- und Krankenpflege dahier ist naturgemäß kein specifisch evangelisch-christlicher; er läßt seine werkthätige Hilfe auch Nicht- evangelischen angedeih n. Und nicht mehr als billig; denn er empfängt auch von Nichtevangelischen reiche Geldunterstützungen. Wie kommt es nun, und ist es nicht auffallend, daß unter den 21 Damen, die den Vereinsvorstand bilden, consequent immer nur evangelisch-christliche sich befinden?
731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine •der mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HA AS ENSTE I]V * VOGLER in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
E v a n g e l i s ch e Gemeinde.
Gottesdienst:
Sonntag den 11. Juni (1. nach Trinitatis).
Vormittags 9*/r Uhr: Reallehrer Schwabe.
(Katechismuslehre für die confirmirte weibliche Jugend.) Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Sonntag den 18. Juni werden wegen des Jahresfestes der Kirchengesangvereine die Gottesdienste Vormittags 8 Uhr in der Hospitalkirche und Vormittags 9Vr Uhr in der Friedhofskapelle gehalten werden.
Die Pfarr g e sch äste in der Woche vom 11. bis 17. Juni besorgt Pfarrer Dingeldey. (Wohnung Ludwigsplatz 1695.)
Katholische Gemeinde.
Sonntag in der Octave von Frohnleichnam.
Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.
V2IO Uhr: Sacramentalisches Amt und Predigt (Pfarrer Rady). 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7>, 4 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9>o. ____________________
Wafferwärme der Lahn.
Am 9. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 15V? R-, Luftwärme + 12» R
L- Ehr. Rübsamen.
Lieferung.
Donnerstag den 18. dS. M., Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur Lieferung für 1882/83 500 Kilo Hammelwolle öffentlich versteigert und mnlO'/^UHr 700 Kilo frische Butter im Submissionsweg vergeben, und sind die Offerten bis zu diesem Termin versiegelt bei der Direction einzureichen. Die Lieferungsbedingungen liegen bei hiesiger Kasse zur Einsicht offen; auch können solche gegen Erstattung der Copialien daselbst bezogen werden. 3941
Marienschloß, den 3. Juni 1882. Großh. Landeszirchthaus-Direction. Heugras-Perlteigerung in der Oberförstern Schiffenberg.
Freitag den 16. I. Mts.,
Vormittags 9 Uhr, M das Heugras von den cameral- siscalischen Wiesen in den Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn in dem Gemeindehaus zu Watzenborn versteigert werden.
Gießen, den 9. Juni 1882.
Großh. Oberförsterei Schiffenberg. .3991 Geor gi.
Holz-Versteigerung.
Die Donnerstag den 8. ds. Mts. im Anneröder Gemeindewald abgehaltene Holzversteigerung ist nicht genehmigt und wird nächsten Dienstag 'den 13 ds. Mts, von Vormittags 9 Uhr an, nochmals versteigert:
18 Fichten-Derbstangen mit 1 Fstm.
Inhalt,
4073 Fichten-Bohnenstangen.
Die Zusammenkunft ist aus der »Grünbergerstraße bei der Gansenburg.
Annerod, den 9. Juni 1882.
Großh. Bürgermeisterei Annerod. ^988 Engelhardt.
Dienstag den 13. ds. Mts.,
Nachmittags 3 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien der Friedrich Führer Wwe. r Flur 1 Nr. 265, 267a 267b, Hofraithe, Hofraum mit Scheuer auf dem Seltersweg, Nr. 259,6, 25 Mtr. Hofraum in der Löwengasse, Nr. 260, 169 Mtr. Hofraithe das. meistbietend freiwillig versteigert werden. Gießen, den 5. Juni 1882.
Großherzogliches Ortsgericht. 3897 Lüdeking.
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oöQODOoooaaoDaoaaDaöcx)DDOooaoaaoaaDOog O Ich beehre mich hiermit anzuzeigen, daß der Ausverkauf in meinem U 0 seitherigen Locale nur noch bis 1 Juli dauert und demgemäß die § Q Preise meiner Waaren nochmals ermäßigt habe. Es bietet sich meinen n Q geehrten Abnehmern hierdurch Gelegenheit, die gediegensten Waaren O g sehr vorteilhaft einzukaufen, wobei besonders auf ShirtingS, g O Leinen und Handtücherzeuge re. aufmerksam mache. 3786 O
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