Ausgabe 
9.12.1882
 
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Handel und Verkehr.

Anfang nächsten Jahres werden sämmtliche Locomotiven und Tender der Staatsetsenbavnen mit neuen Bezeichnungen versehen werden und zwar sollen statt der jetzt üblichen Namen künftighin die Locomotiven und Tender fortlaufende Nummern, die in jedem Directionsbezirk mit 1 beginnen, den preußischen heraldischen Adler und die Buchstaben K. P- E- V- tragen.

Die Versendung von Eilpostgegenständen und Telegrammen nach Landorten hat neuerdings dadurch eine weitere Erleichterung erfahren, daß bte Vorausbezahlung der Bestellgebühr nach festen Sätzen erfolgen kann, die frühere umständliche Hinter­legung eines Geldbetrages also in Wegfall gekommen ist. Die festen Satze betragen ohne Unterschied der Entfernung für Briefe, Telegramme. Postanweisungen und Geld- brtefe 80 dagegen für Packete 1,20 JL Ist das Eilbestellgeld nicht im Voraus entrichtet, so bat der Empfänger, wenn er die Sendung annimmt, das volle Botenlohn zu zahlen. Den Eilboten werden Geldbriefe und Werthpackete bis zum angegebenen Werth von 400 Postanweisungen ebenfalls bis zur Höhe von 400 JL mitgegeben. Eilpackete im Gewicht von 5 Kilogramm werden nur insoweit abgetragen, ms Die Postanstalt am Bestimmungsort es für angängig erachtet. Bet Vorausbezahlung des Eilbestellgeldes ist unter dem Vermerkdurch Eilboten" hinzuzufügen:Bote bezahlt". ______________

AranNurt a. M.. 8. December, Nachmittag 2 Ubr Min. (Telegraphischer Eonrsbericht. Mtgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.,' Creditactten 245, Staatsbahnactien 292Vr, Galizier /4, Loncharden 117, Nord- westbahnactien, Darmstädter-Bankactien 1533/4, Oberschlesische E.-B^-Äct. 258, Oesterr. Silberrente 65Ve, 4<V0 Ungar. Goldrente 73, 1880er Russen 69,

50/g 1877r Russen 86%, 2. Orient-Anleihe 54'/4, Spanier 61»/4, 5°/o Rumänische Rente 92%, 4% Unific. Egypter 72, Disconto Comm. 196%, Gotthardbahnactren 116'/2- Tendenz: matt. _________ . ____-

Vermischtes.

Friedberg, 5. December. Am vergangenen Freitag, genau an dem vertrags­mäßigen Tage, wurde das neue, von der Firma A. Aird in Berlin austzefuhrte Wasser­werk dem Betriebe übergeben. Nachdem in der Burg, woselbst der stattliche Reservoir- thurm erbaut ist, das Werk durch den Vertreter der genannten Firma den städtischen Behörden übergeben worden war, fand zur Feier des Tages unter Mitwirkung der Feuerwehrkapelle ein Bankett statt, b i welchem in zahlreichen Reden und Toasten das für unsere Stadt so wichtige Ereigntß und insbesondere die Verdienste unseres jetzigen Bürge,.mcisters Scriba, dessen Initiative und unermüdlicher Thätigkeit wir die rasche

London 7 December. lieber die Beobachtung des Venus-Durchgangs lieaen folgende Meldungen vor. Aus Melbourne: Die Beobachtungen waren von Erfolg, das Wetter war hell, es gelang, 23 photographische Aufnahmen ni machen. Aus Havard: Es sind über 800 heliometrische Messungen vorge- nommen worden. Das Spektroskop zeigte keinerlei bemerkbare Dämpfung des Sonnenlichts durch die Atmosphäre der Venus. Aus Hartford: Die deutschen Beobachter erzielten befriedigende heliometrische Aufnahmen. Aus Florida: Die französischen Beobachter melden, ihre photographischen Aufnahmen und ihre Be­obachtungen seien ersolgreich gewesen. In St. Antonio, in St. Louis, in Cin­cinnati und aus den Beobachtungs-Stationen in Canada sind die Beobachtungen nicht vollständig gelungen, weil dieselben durch Wolken beeinträchtigt waren.

Kairo, 7. Decbr. Heute Vormittag wurden Mahniud Pascha, Sanii Ali Pascha Fehmi Abdellal Pascha und Tulba Pascha vor das Kriegsgericht gestellt. Alle bekannten srch, wie Arabi Pascha bei der kriegsgerichtlichen Ver­handlung von vorigen Sonntag, der Rebellion schuldig. Die Sitzung des Kriegs­gerichts wurde alsbald aufgehoben und das Urtheil wie beim Proceß gegen Arabi vertagt. m ,, , ,

Gegen Ali Fehmi Pascha, ©amt Pascha, Tulba Paicha und Abdellal Pascha, welche heute vor das Kriegsgericht gestellt waren, ist auf Todesstrafe erkannt, letztere aber in lebenslängliche Verbannung uingswandelt worden.

"" Für di- Waff-rb-rch-digten im Grohhcrzagthum gingen weHer ein:

Kurz 5 Schaffner Wlnter 1 X, Philipp Mootz 1-A Fr. W-lck-r 1 .

H. Noll- 0,50 X, Louis Fricbel 1 X, Lou's Z->dter 1 X.. 211 Pfeil l

Euler 1 X, M. S. 0.60 X. Fr. Will), $artmmm 3 Jl, K. Bender 0,50 X, grau Schmoll Wiitwe 1 X, El'se Wolf IX, »arl SntfO.bO X, 2B- O.bOX, Iber 1,50 X, F. Cost 1 X. Marte Löb-r I. 5 X. F-rd. Drei.eS 2X. SJatban Seot II. 3 X, G. O. 1 X. Alb-rt Behrend 1 X, S. Elsoff n b X. £> 3 X. ®arl ©tobr 3.A

H. Schäfer 10 X, Fritz Lom) 3 X, Carl Metzger 3 X, Carl M-ik-l 3 X, 3- TOarj 1 X. Marx 3 X, F. Nebl 1 X. E. Pistor 12 X, E. Pfftor Schmücker

10 X, I M. Schulhof 3 X-. E Balzer o X. I- Beyinh 0 50 X, llh-rr«

3 X, Köster 2 X, Kl-eberger 1 X, Walther 3 X, i>r. Haupt 5 X, 21. Ivallensels Wwe.

Lokales.

Gietzen, 8. December. [18. Sitzung der Handelskammer am 1. Deccmbers Anwesend bte Herren Ed. Silbereisen, L. G-orgt, S. Heichelheim, A. Katz, A- Kraatz, F- C. B. Koch, A. Zintzer, R. Scheel.

Bei Eröffnung der Sitzung theilt der Herr Vorsitzende mit, daß der Seitens der hiesigen Handelskammer in der letzten Eisenbahnconferenz in Frankfurt gestellt- Antrag auf Beseitigung des Zuschlages, welcher auf dtrecie Billete von hier nach den Stationen der Nassauischen Bahn gelegt war, in zustimmendem Sinne erledigt worden sei. Die betreffenbe Ankündigung ist bereits veröffentlicht. . . ,

Eine Mit,Heilung des Grotzh. Mtnisteriums des Innern und der Justiz, b-tr. Die Errtchtung einer Petroleum-Börse und eines T-stbureaus in Bremen, ist bereits durch Veröffentlichung zur Kenntntß der Interessenten gebracht worden.

Das Erotzh. Ministerium des Innern und der Just«, bringt eme Note des Reichskanzlers zur Kenntniß. laut welcher der Kaiserliche Consul Hoyack in Amsterdam rum Reichscommissär für die internationale Export-Ausstellung bestellt worden sei. Demselben liegt die Vertretung der Abtheilung der deutschen Ausstellung tm Allgemeinen und die Förderung der an die deutsche Abtherlung sich knüpfenden Jnteresten ob: die Wahrnehmung der kaufmännischen Angelegenheiten einzelner Aussttller wird ntC^t Fjft b^eUb0eaDoerfte^^ent)eHandelskammerwahl wird der 12. December als Wahltag

Der Vorsitzende theilt mit, daß laut Telegramm der Mainzer Handelskammer die Abhaltung des zweiten hessischen Handelskammertags vom 3. auf den 10. December verlegt worden sei. Die Tagesordnung für denselben ist eingelaufen, die einzelnen Positionen werden eingehend berathen und Beschlüsse wegen Jnstruirung der bestellten ^-elegirten^gefaßt-^ ^fct über daS Gesuch des Reichseisenbahnamts, die Handels­kammer möge sich gutachtlich äußern über das von den Oesterreich-Ungarischen Bahnen ftstachaltene Verbot der Vorschrift einer bestimmten Zollabfertigungsstelle und beantragt, zu erklären, daß die Kammer hierin keine Schädigung wesentlicher und berechtigter Interessen erblicke. Die Kammer beschließt demgemäß.

Gießen, 8. December. Nach der Ausloosung vom 7. December 1882 haben nachstehende Schöffen für das Jahr 1883 Sitzungstage:

Am 4., 11. und 18. Januar die Herren Stallmeister Georg Balser und Tabakhändler Johann Peter Bracht von Gießen.

Am 25. Januar, 1. und 8 Februar die Herren Oeconomieverwalter Johannes Schultheiß auf Hof Heibertshausen und Landwirth Kaspar Mayer II. von Groß- ^"^Äm 15- und 22. Februar und 1. März die Herren Landwirth Balthasar- Philipp VII von Watzenborn und Landwirth Melchior Mank III. von Wieseck.

Am 8., 15. und 20. März die Herren Goldarbeiter Carl Brück von Gießen und Bürgermeister Ludwig Volk XIII. von Mendorf a- d. Lahn.

Am 29. März, 5. und 12. Apnl die Herren Gastwirth Konrad Petri von Oppenrod und Landwirth Johannes Deibel von Wieseck.

Am 19. und 26. April und 1. Mai die Herren Buchhändler Fr. Ernst Fehsen- feld und Rentner Heinrich Flick von Gietzen. r

Am 10., 17. und 24- Mai die Herren Kaufmann Emil Fischbach von Gießen und Wirth Philipp Kreiling IV. von Heuchelheim.

Am 31. Mai, 7. und 14. Juni die Herren Rentner August Mohr von Lang- Göns und Wirth Friedrich Koch II. in Mainzlar. . .

Am 21. und 28. Juni und 5. Juli die Herren Kaufmann Daniel Ludwig Fuhr und Kaufmann Ludwig Frohnhäuser von Gießen.

Am 12., 19. und 26 Juli die Herren Kaufmann Moritz Friedberger und Agent W ernbard Die tz von Gießen.

Am 2., 9. und 16. August die Herren Redacteur Dr. Julius Engelmann und Rentner Balthasar Emmerich von Gießen.

Am 23. und 30. August und 6. September die Herren Landwitth Georg Weller von Wieseck und Gemeindceinnehmer Philipp Karl Brück von Albach.

Am 13-. 20. und 27. September die Herren Professor Dr. Friedrich Eich­baum von Gießen und Gastwirth Ferdinand Gundrum II. in Reiskirchen.

Am 4., 11. und 18. Oktober die Herren Landwirth Ludwig Haas VI. von Steinbach und Verwalter Wilhelm Kilbinger von Groß-Linden.

Am 25. Oktober, 1. und 8. November die Herren Landwirth Johannes Dern II. von Leihgestern und Bürgermeister Ludwig Dern von Hausen.

Am 15-, 22. und 29. November die Herren Landwirth Johannes Schneider I. von Wieseck und Kaufmann Theodor Geilfuß von Gießen.

Am 6. und 13. December die Herren Ziegler Hernr ich Adam Lindenstruth von Beuern und Landwirth Philipp Ford ach von Alt-Buseck.

Am 20 und 27- December die Herren Kaufmann Heinrich Wilhelm Moll, Beigeordneter von Allendorf a. d. Lumda und Negierungssecretär Victor Dörr von Gießen. , , , w r p

Hülfsschöffen:

Herren pens. Reallehrer Dr. E. Glaser, Rendant Karl Maria Gölz, Buchhalter Max Guggenheim,. Fabrikant Fr. Habenicht, Kaufmann August Haubach, Kaufmann M oritz He ich elh e im, Tabakhändler Daniel Heil, Oeconom Fr. Helfrich, sämmtlich von Gießen- ... ,

- Bei dem Deutz-Gießener Zuge, der gestern Nachmittag 4V2 Uhr hier eintraf, wurde ein Bremser vermißt. Bei näherer Nachforschung wurde derselbe als Leiche aus der Bahnstrecke zwischen hier und Wetzlar in der Nähe von Dutenhofen ganz ver­stümmelt aufgefunden. Der Betreffende hat auf dem letzten Wagen des Zuges die Bremse bedient und ist aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Wagen heruntergefallen und dann von dem kurz daraus folgenden Güterzuge überfahren worden. Der Bremser wohnte in Köln und hinterläßt Frau und 4 Kinder.

und glückliche Lösung unserer schon seit Jahrzehnten schwebenden Wafferfragen ver­danken, gefeiert wurden. Die Leistungsfäbigkeit der Leitung ist für mindestens bie dreifache Zahl unserer jetzigen Einwohnerschaft genügend; das Wasser ist rein und für alle technischen Zwecke geeignet. Da jetzt schon über zwei Drittel der hiesigen Gebäude Zultitungen hergestellt hab n, auch der demnächstige Anschluß der fiskalischen Gebäude in Aussicht steht, scheint auch der finanzielle Erfolg der für eine kleine Stadt immerhin respektablen Leistung gesichert zu sein.

Mainz, 5. December. Eine Anzahl der hervorragendsten Bewohner des Garten­feldes sind der Ansicht, daß der Bruch des Effenbahndammes vor dem Rheinthor durch ein Verschulden der städtischen Verwaltung entstanden sei und zwar deshalb, weil von Seiten der Stadt der nach der sog. Ingelheimer Aue ziehende Querdamm bei Heran- nahen der Katastrophe nicht durchstochen worden sei. Der Verein resp. der Vorstand des Vereins für Gartcnftlder Angelegenheiten hat in einer gestern Abend abgehaltenen außerordentlichen Sitzung diese Frage ventilirt- Neber die Mittel und Wege, die ein­zuschlagen sind, um einestheils eine absolute Entschädigung der Betroffenen, andern- theils eine genügende Sicherung vor ähnlichen Katastrophen herbeizuführen, wird sich, an der Hand des gesammelten Materials, eine in den nächsten Tagen stattfindende Generalversammlung des Vereins schlüssig zu machen haben. (Nach der Ansicht Sach­verständiger kann in dieser Frage die Stadt Mainz auch nicht der leiseste Vorwurf treffen.)

Im Laufe des heutigen Tages haben die Niederländischen und Köln-Düsseldorfer Dampsschifffahrtsgesellfchaften ihre Fahrten wieder begonnen Welches Material sowohl Eisenbahnen als Rheinschiffe durch die Unterbrechungen der Fahrten zu bewältigen Haden, ist kaum glaublich. Der Rhein fallt nunmehr ziemlich rasch und wird das Ufer in wenigen Tagen vollständig vom Wasser frei fein. Soeben findet in unserer Stadt eine Untersuchung des Wassers sämmtlicher städtischer und privater Pump- brunnen statt und wurde dabei conftatirt, daß eine sehr große Anzahl dieser Brunnen Nbeinwasser in sich aufgenommen haben. Die Sanitätspolizei hat das Schließen dieser Brunnen im Interesse der Gesundheit angeordnet. Das Entleeren der Keller vom Hochwasser soll auf städtische Kosten durch eine Locomobile ins Werk gesetzt werden.

Ruhrort, 2. December. Eine solche Hochfluth, wie sie gegenwärtig Städte und Dörfer, Felder und Fluren verwüstend aufgetreten, ist seit Menschengedenken nicht vorhanden gewesen. Ruhrort, Meiderich, Laar, Beek, Alsum, Stockum und andere Ortschaften der Bürgermeisterei Holten, auf der gegenüberliegenden Rheinseite Hom­berg, Essenberg, Hochemmerich, Barel und viele Dörfer der Grafschaft Mörs ein? Fläche von mehreren Quadratmeilen sind vollständig überschwemmt, zum Theil in einer Höhe, daß nur die oberen Stockwerke aus dem Wasser hervorragen. Das Grund­wasser, welches zugleich mit dem Gewässer der Emsch^r die Straßen unserer Stadt fett Sonntag überflutet, steht an einigen Stellen 5- 6 Fuß hoch und hat seinen Einzug in Hunderte von Häusern gehalten. Der Verkehr in den Straßen der Stadt wird durch Nothbrücken, Kähne und Flöße, in den überfluteten Nachbarorten vorzugsweise durch Kähne in nothdürftigster Weise hergestellt. Alle Geschäfte jedweder Art leiden unberechenbaren Schaden. Es gibt hier außer der oberen Hafen- und Dammstraße kein trockenes Plätzchen mehr. Eine Dampfpumpe, sowie die Maschine eines im^Hafen liegenden Schraubenschiffs sind bemüht, das Wasser in den Straßen zu bewältigen, was aber erst dann in wirksamer Weise erfolgen kann, wenn der Höhenunterschied zwischen dem Rhein und dem Wasser in den Straßen sich ausgeglichen hat. Daß auck die Hafenstraße größtenteils unter Wasser gesetzt, ist ein Ereigniß, das bis dahin fßv unmöglich gehalten wurde. Die Gasfabrik hat seit vorgestern ihre Thätigkeit einge­stellt; daher sind die Bewohner der Stadt öffentlich aufgeforbert, durch in den Fenster-, Nischen ausgestellte Lampen die Nothbrücken zu erleuchten, was um so notwendiger erscheint, als bet der durch den eingetretenen Frost erzeugten Glätte die Passage er­schwert fft. Doch ist die Lage hier noch günstig zu nennen im Verhältniß zu den benachbarten Ortschaften, in denen, trotzdem die Gemeindevertretungen in lobenswerter Weise den Bewohnern die notbwendigften Lebensrnittel, sowie Steinkohlen mittels Nachen zuführen, die Noth mit jedem Tage wächst. Am fchlimmsten sind die Leuts in Mühlenfeld und Meiderich (einem Orte von 14,000 Einwohnern) daran, wo an zahllosen Stellen mehrere Familien zusammengedrängt in den obersten Hausräumen wohnen, oft in Gemeinschaft des Viehs, und hier in Angst und Sorge die schrecklichen Tage verleben. Tausende von Arbeitern auf den Hüttenwerken, in den Häfen, ben Kohlen- und anderen Magazinen sind ohne Arbeit. Die HüttePbönix" hat ben Be­trieb auf dem ganzen ausgedehnten Werke einstellen müssen, nur die Hochöfen sind noch in Thätigkeit. Die Noth ist demnach in unserem so ausgedehnten Jndustriegebier mindestens ebenso groß als in jedem Gebiete des Mittelrheins. Und wenn es sich darum handelt, die vom Staate gespendeten Unterstützungen zu verwenden, fo gibt es wohl wenige Strecken nm Rhein, wo größere Hülfe Noth thut. Seit gestern fällt der Rhein; heute um die Mittagsstunde zeigt der Pegel 25 Fuß 10</2 Zoll. Seine größte Höhe betrug 28 Fuß 6Vr Zoll, fast einen Fuß mehr als bet der Hochfluth im Jahre 1876.

SchiffSberichtl ^Mitgetheilt von dem Agenten des Norddcirtschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen.

Br em en, 4. December. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer America, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. November von Bremen abgegangen war, ist am 2. December wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 5. December. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. N. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 22. Noobr. von Bremen und am 24. November von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.