Alexandrien, 7. Novbr. Lord Dufferin ist heute Vormittag hier eingetroffen.
Halifax, 8. Novbr. (Privat - Depesche). Das hiesige Armenhospital wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. 31 indem ober st en Stockwerk untergebrachte Kranke kamen in denFlam- men um.
Wien, 8. Novbr. (Privat-Depesche). Gestern Abend fand anläßlich der Auflösung der Schuhmacher-Gewerkschaft abermals eine Volks-Demonstration in der Kaiserstraße statt. Da das Einschreiten der Polizei fruchtlos bei der von Agitatoren bearbeiteten Volksmenge blieb und letztere die verhafteten Rädelsführer gewaltsam befreien wollte, wurden die Straßen durch Militär gesäubert.
Lokales.
Gießen, 8. November. (Sterblichkeit in Gießens Die Sterblichkeit während der Woche vom 29. Oktober bis 4. November blieb in demselben Verhältntß wie in der unmittelbar vorhergegangenen Woche. Es starben nämlich int Ganzen 8 Personen und zwar Kinder und Erwachsene zu gleichen Theilen. Unter den ersteren befand sich eins im ersten Lebensjahre, welches an Krämpfen verschied. Von den 3 schon älteren Kindern starben 2 an Diphtherie, eins an Bronchienentzündung. Bet den 4 verstorbenen erwachsenen Personen wurde als Todesursache bezeichnet: Darmeinstttlpung, Gehirnerweichung, Brighttsche Nierenkrankheit, Herzbeutelentzündung je einmal. G.
Vermischtes.
— (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armeecorps.) Biebrich, Postamt, Postschaffner 944 Cassel, Regierungspräsidium, 1 bis 2 Hilfshausdiener, 75 «X monatlich. Frankfurt a. M-, Postamt I., Briefträger, 1040 «X Postamt II. 1 Briefträger, 1 Postschaffner, je 1040 «X Postamt I., Stadtpostbote, 990 X Postamt VIII., Packetträger, 990 <X Postamt I., Landbriefträger, 960 «X Fulda, Postamt, Briefträger, 908 *X Hadamar, Postamt, Landbrtefträger, 570 <X Heldberg, Herzog!. Amtsgericht, Kopist, 800 X Niederbeisheim, Postogentur, ständiger Posthilfsbote, 1,40 «X Tagegeld. Wiesbaden, Postamt I., Postschaffner, 980 «X, Landbriefträger, 780 «X
Friedberg, 6- November. Bei dem gestrigen Submissionstermine der Actien- Rüben-Zucker-Fabrik Wetterau dahier sind sämmtliche Bauarbeiten der Firma Gebrüder Helfmann und Ambrosius in Frankfurt a. M. übergeben worden. Unter 12 Submittenten wurde derselben als Wenigstfordernde der Bau zu 385,000 Mark übertragen.
Marburg, 6. November. Sicherem Vernehmen nach ist der Besuch unserer Hochschule im gegenwärtigen Wintersemester ein so frequenter, daß er als der höchste überhaupt bezeichnet werden kann, da er die Zahl des vergangenen Semesters (706) jedenfalls noch übersteigen wird.
— (Hochwasser) Von einem Correspondcnten, welcher die Wanderung von Meran nach Bozen gemacht hatte, erzählt die ,R. fr. Pr." aus Meran vom 30. Oktober folgende Schilderung:
„Nach 12 Uhr Samstag Mittags fuhr ich in einem Landauer des Hotels »Erzherzog Johann" mit zwei Begleitern von hier unter ziemlich starkem Regen ab. Unterhalb Untermais passirten wir die Naif, welche viel Wasser brachte, aber wenig Geröll- Wilder geberdete sich der Sinnichbach bei Burgstall; ec hatte sein B tt durchbrochen und wälzte sein schmutzig-gelbes Waffer direct gegen den Eisenbahndamm. Die Bahnleitung, die Gefahr erkennend, ließ den Damm an der bedrohten Stelle sofort ausgiebig schützen, was zur Folge hatte, daß der Bach sich staute und thetlweise in das Rinnsal der Raff trat, mit welcher vereint er in die Etsch sich ergoß Bei Gargazon geberdete sich der Bach recht ungestüm. Er hatte die Straße etwas übermuhrt, ohne aber ncnnenswerthen Schaden anzustiftcn. Schlimmer stand es in Terlan. Der Terlaner Bach, sonst ein unbedeutendes Wasser, stürzte tosend und brausend, massenhaft Geröll mit sich führend, von den Felsen herab. Die Chaussee war zerstört und der unterhalb des Ortes um denselben berumsührende Weg hoch übermuhrt- Hier einen Wagen durchzubringen, war fast unmöglich. Einige Lohnkutscher, welche es versuchten, setzten damit die Pferde und Wagen aufs Spiel. Nach Besichtigung dieser Muhre beschlossen wir, den Landauer zurückzulassen und nur die Pferde über die verschüttete Stelle zu führen. Dies ging auch ohne Anstand. In der Terlaner Bahnhof-Restau- ration wurde uns berichtet, das Wasser stände bei Moritzing bereuS wieder so hoch auf der Chaussee, daß es unmöglich sei, die Strecke Siebeneich-Moritzing zu passiren In diesem Augenblicke kam ein Materialzug der Meraner Bahn von Sigmundskron in Terlan an. Der Locomotivführer berichtete, die Strecke bis Sigmundskron sei intact, in der Guguau überfluthe das Wasser den Bahnkörper und steige fortwährend. Die Pferde ließ er uns dagegen zur Verfügung. Wir spannten die Pferde vor ein zweisitziges Wägelchen, welches der Terlaner Wirth beistellte und setzten die Fahrt gegen Bozen fort. Bet Siebeneich hatte der dortige Bach sein Bett unterhalb der Chausseebrücke total eingemuhrt und strömte über die Brücke und Straße. Die Passage war hier ziemlich unangenehm. Die Brücke war theilweise demoliit, mit S butt und Steinen bedeckt und das Wasser stürmte mit Macht über sie hinweg. Die Pferde scheuten zurück, ein leichter Peitschenschlag feuerte sie jedoch zum Vorwärtsgehen an. Der Kutscher lenkte quer gegen den Berg, die Rosse zogen und in dem Augenblicke, wo das Wasser die Hinterräder faßte und das Wägelchen gegen den Brückenrand drängte, hatten die Pferde auch wieder festen Boden unter den Hufen Ein Ruck und wir befanden uns auf der Chaussee- Jetzt näherten wir uns dem sogenannten Moritzmger See. Da lag er wieder vor uns in seiner ganzen unglückseligen Größe wie vor circa sechs Wochen, da er die Hoffnungen der Landwirthe von Gries, Moritzing u. s. w. über Nacht begrub Wieder stehen die Bäume bis zur Krone im Wasser und die Hütten und Stadel ragen aus dem nassen Elemente nur mehr mit den Dächern hervor. Ein Floß oder Boot war, als wir zum Wasser kamen, noch nicht vorhanden. Wir verließen den Wagen und schlugen den Fußweg über den Berg ein. Das war richtig, denn das Wasser war stellenweise so tief, daß es den Pferden bis zum Halse ging und im Wagen bis hoch über die Sitzpolster reichte. Unsere Fußtour über die Felsen längs des Seeufers war nichts weniger als angenehm. Der Boden war eine grundlose, lehmige Masse, das Gesträuch hing voll schwerer Regentropfen und von den Bäumen kam alle Augenblicke ein Schauer, der uns gründlich durchnäßte Nach einer halben Stunde gelangten wir an das jenseitige Seeufer, woselbst wir Kutscher, Pferde und Wagen wieder vorfanden. Wir stiegen ein und jetzt gings in raschem Trabe nach Bozen, wo wir ohne weitere Abenteuer gegen 6 Uhr eintrafen.
In Bozen fand ich d:e Situation bei weitem nicht so schlimm, als ich sie nach den nach Meran gelangten Telegrammen erwartet hatte. Die Talfer brachte viel Waffer, war aber schon wieder im Sinken begriffen und von dieser Seite keine Gefahr mehr zu befürchten. Wild und stürmisch dagegen wälzte der Eisack seine schmutzigen Fluthen daher und da laut einer Bekanntmachung des Statthalterei-Präsidiums Innsbruck aus dem Pufterthale große Wassermassen zu gewärtigen waren, wurden von Militär und Feuerwehr alle Vorkehrungen getroffen, um besonders gefährdete Uferstellen zu schützen. Viele Hunderte Bäume waren im Laufe des Tages gefällt und eingehängt worden. Unablässig wurde bei Fackellicht noch gearbeitet. Man war auf das Aergste vorbereitet und gefaßt und siehe da — das Aergfte kam nicht, weil man den Kopf nicht verlor, sondern der Gefahr muthig ins Auge schaute und unverzagt gegen sie ankämpfte. Die Stadt Bozen hat alle Ursache, den Jägern, Landesschützen und Mannschaften des Regiments Maroicic, sowie ihrer tapferen freiwilligen Feuerwehr zu danken. Ein großer Theil von Bozen und Gries wurde durch ihre Bravour vor der Ueberschwemmung und Zerstörung bewahrt. Die ganze Nacht hindurch ward gearbeitet, geschützt und gebaut, bei Mondschein und Fackelbeleuchtung. Gegen Abend hatte sich plötzlich ein ziemlich heftiger Wind erhoben, welcher das Gewölk zerriß und gegen 9 Uhr dem Mond gestattete, sich in den trüben Wellen des Eisack zu spiegeln. Er beleuchtete mit seinem matten Schein ein düster-trauriges Bild, aber er goß auch neue Hoffnung in die Seele der Zagenden, die Hoffnung, daß das Aergste überwunden sei. Und so war es auch.
Was die Communication zwischen Bozen und Brixen betrifft, wurde mir Folgendes als authentisch mitgeiheilt: Die Chaussee zwischen Bozen und Waidbruck ist bei Kardaun auf circa 10 Klafter zerstört. Die um den Hochklausener Tunnel führende Holzbrücke ward größtentheils vom Waffer meggeschwemmt, dagegen Hot der neue Bahnkörper bei 39lumau wenig gelitten. Die Brücke über den Tierserbach ist zerstört, desgleichen die Chaussee bei Steg am Lotterbrünnel. Bei Deutschen riß der Eisack die Holzüber
brückung der Straße fort. Das hölzerne Bahnprovisorium bei Steeg wurde bis auf wenige Piloten mitsammt dem Schlagwerk vom Wasser weggeschwemmt und bei der sogenannten Röthelebrücke hat der Cisack den p'lotirten Pfeiler neuerdings unterwaschen. Die Starzerbrücke, sowie die Brücke über den Grodenerbach zur Station Waidbruck exfftiren nicht mehr. Die Südbahn verkehrt bis Brixen, von dort bis Roveredo ist aller Verkehr eingestellt- Von Personen, denen ich wohl ein Unheil über die Dauer der Unterbrechung Bozen Waidbruck zutrauen durfte, wurde mir die Versicherung, daß es bet gutem Wetter möglich sein werde, die provisorische Straße in einigen Tagen wieder so weit herzustellen, daß leichtere Fuhrwerke dieselbe passiren könnten. Wie es aber mit der Verbindung gegen Süden stände, darüber konnte mir Niemand Auskunft ertheilen.
— Der Maler Professor Franz Defregger ist, wie uns ans München geschrieben wird, von einem schweren Geschick betroffen worden; fünf Vettern von ihm sind bet der lüngften Wasseisnoth in des Malers Hcimath, Dölsach in Tirol, elend um das Leben gekommen. Wir sind in der Lage, den Brief, welcher dem berühmten Künstler den Tod der fünf Verwandten anzeigt, im Wortlaut wiederzugeben. Der Briefschreiber ist der Lehrer Joses Desregger in Dölsach. „Dölsach, am 30. Oktober 1882. Liebster Vetter! und alle unsere lieben Angehörigen, die in München sich befinden! Die traurigsten Tage unseres Lebens waren die drei letzten verflossenen. Diese Euch zu beschreiben, wagt meine schwache zitternde Hand- Nach einer bangen und Sorge erregenden Nacht vom 27. auf den 28. v. Mts. brach endlich der Tag, Simon und Judastag, an. Der Dölsacher Bach tobte furchtbar, der von Gödnach nicht weniger. Hofer Marcl (Gott habe ihn wie auch alle anderen Verunglückten selig!) ging mit Plaur Jaggl, während die Sturmglocken von Dölsach erdröhnten, dem Kolmanbrückele zu, um dasselbe abzuziehen. Donnertosen und das Rauschen des Baches lassen das nahe Unglück nicht ahnen, aber eine Güsse, pfeilschnell daherrollend, nimmt beide mit sich Das Gejammer der Hoferischen ist unbeschreiblich; nun geht Andree Hofer und Kunz Marcl auf Suchen aus. Neben dem Kunz Garten auf der anderen Seite fanden sie zuerst einen Sterbenden, konnten aber nicht hinüber, es war der Kapaunhans. Im Weitersuchen findet Hofer Andree dann eine Leiche, es war der älteste Deutschsohn, Namens Joseph. Andree hatte die größte Besorgniß, seinen Sohn Martl nicht mehr finden zu können. Endlich fand man den Martl tobt. Man bahrte sie beim Unterhofer auf. Den Jammer könnt Ihr Euch vorstellen. Kunzen's ältester Sohn, der Seppile und Plaur Jaggl, sind bis heute nicht gefunden und werden es auch nicht werden können, weil den ersten Güssen, die also fünf Menschenleben mitgenommen, noch zehne folgten. Der Kuenz Vater, der Kolman, der Joster Martin und noch zwei aus Frühan wurden auch von der Güsse fortgerissen, Kuenz und Kolman sogar eingesandet, wieder ausgespült und endlich noch lebend an's Ufer geworfen. Viel Sand und Blut mußten sie brechen. Heute war das Begräbniß des lieben Martele und Deutschsohnes unter zahlreicher Betheiligung und Trauermusik. Alles Volk, Geistliche nicht weniger, schluchzten laut; der Pfarrer konnte kaum die üblichen Gesänge verrichten Morgen begraben sie den Kapaunhans. Das Knenz-Seppele und Planz sind im Gerölle verscharrt. Lebt Alle recht wohl. Jos. Defregger.
— (Das Elend einer Weltstadt-) Unter dem Titel „Paris Horrible“ hat Georges Grison, der im „Figaro" feit Jahren an der Spitze der Lokalberichterstattung steht, soeben ein Buch veröffentlicht, welches von dem in gewissen Stadttheilen der glänzenden französischen Metropole und besonders in den Arbeiterquartieren herrschenden Elend wahrhaft grauenhafte Schilderungen entwirft. Da gibt es Miethskasernen wie die C't4 de Jeanne d'Arc z B., in denen 1500 Familien, also mindestens 4000 menschliche Wesen auf dem engsten Raume zusammengepfercht, in verpesteter Luft geboren werden, leben und sterben. Der Mangel an Raum hat alle Unterschiede der Familien, her Altersklassen und der Geschlechter beseitigt, und wenn das EUnd in diesen Höhlen der Armuth groß ist, so ist das schamlose Laster daselbst vielleicht noch größer. Herr Grison erzählt von zahlreichen menschlichen Wohnstätten, die nicht einmal eine Oeffnung Zum Einlaß von Luft und Licht haben. In her Straße Rambuteau existiren Schlafstellen, deren Zugang jeden Morgen von 4-5 Uhr von Hunderten Obdachloser umlagert wird, welche auf den Moment warten, wo die dort beherbergten Maurer an die Arbeit geben, um sodann gegen ein paar Sous in deren noch durchwärmt? Lagerstätten zu schlüpfen. Einem Polizeicommissär in der Rue be Horror« wurde jüngst angezeiqt daß der Bewohner einer Dachstube im Nebenhause sich das Leben genommen. Um den Thatbestand zu Protokoll zu nehmen, begab sich der Beamte an Ort und Stelle. Er fand den Leichnam des Selbstmörders in einem Bodenverschlag, zu dem man nur auf Händen und Füßen kriechend, Zutritt erlangen konnte. Der Commissär war genöthigt, die Dachlucke zu offnen, Kopf und Schultern h'ndurchzustecken und sein Protokoll auf dem Dache zu rebigiren, während der Selbstmörder zu seinen Füßen lag.
Handel und Verkehr.
Gießen, 7. November. Auf dem heute dahier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 5 Pferde, 610 Stück Rindvieh und 621 Stück Schweine. Die Preise waren denen am vorigen Markte ziemlich gleich.
Nächster Markt Dienstag den 21. und Mittwoch den 22. d. Mts., am letzteren Tage auch Krämermarkt (2. Zwiebelmarkt).
Frankfurt a. M., 8. November, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursberrcht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen. > Creditactien 261%, Staatsbahnactien 298%, Galizier 268, Lombarden 120% Nord- westbahnactien 176, Darmstädter-Bankactien 156%, Oberschlesische E.-B.-Act ' 2587/<c Oesterr. Silberrente 66%g, 4% Ungar. Goldrente 74%, 4% 1880er Russen 69% 50/o 1877r Russen 86%, 2. Orient-Anleihe 55%, Spanier 63% 5o/o Rumänische Rente 93%^ 4% Unific. Egypter 71 Vie, Disconto Comm. 205, Gotthardbahnactten
Aufruf.
Zum zw-tt-n Mal- Im Lause weniger Wachen sind da? Etsch- und Pusterlhal und viele Sntcnthal-r der deutschen Alp-nländer in Tirol und Kärnthen das Ovser verheerender G-birpswasser geworden. Gewaltige an mehreren aufeinander folgenden Tagen ununierbrochen niedergegangene Gewitterregen tu Verbindung mit dem durch einen Föhmturm geschmolzenen Neuschnee ließen Rinnen und Bäche nt Klassen und Flüss- ,u reißenden Strömen anschwellen, welche mit unerhörter Krust vom Hochgebirge in die menschenbewohnten Thäler niederstürzten und >n wenigen Tagen d,e mühsam erworbenen Frücht--m-s mitunter vteljährigen menschlichen Fl-ches ganz oder Iheil- weise vernichteten. Straßem Damme, Brücken sind zerstört, Häuser, Scheunen, Ställe weggerissen, Vorräthe und Erndten verdorben, Pferde und Rindvieh ertrunken Viele M-nschenl-b-n sind zu beklagen, ganz- Familien verschüttet worden. All- B-rbindunaen sind aurgeboben- °
stt auf stundenweile Entfernung in einen See verwand elt. Di ekle iner en Settenthal er Kärnthens stehen unter Wasser. Unberechenbarer, ^"Ersetzlicher Schaden ist erwachsen, die Einwohnerschaft, in den kleineren Thäleru ohnedies arm, aller Unterhaltsmittel beraubt, das Elend um so schrecklicher, als an zahlreichen Orten Schlamm- und Gerollmüren viele Morgen des fruchtbarsten Wiesen- und AckergelandeS für ewige Zeiten begraben haben.
Wir können den sich auf Millionen beziffernden Schaden nicht vergüten, aber wirkönnen wenigstens den unglücklichen Bewohnern, welche ihrer beweglichen Habe größtentheils beraubt, ohne Vieh und Vorräthe einem trostlosen Winter und einer H""gz^"0th entgegengehen, über bfe strengen Wintermonate hinaushelfen unb ihnen einfUammeln°^ CmCn ®PQrPfcnnfd zur Neugründung ihres Haus- unb Viehstanbes , r.^SS^ger 1 Steuert nach Kräften bet zur Rettung ber bieberen, schwer heim gesuchten Gebirgsbewohner, es sind deutsche Brüder in Noth, welche sich bis auf den heutigen Tag ein echtes deutsches Herz bewahrt haben.
Wir haben oft unserer österreichischen Brüder in glücklichen Tagen gedacht unb wollen ihrer auch jetzt im Unglücke gedenken.
_ _HEverall nn deutschen Veiterlande rüstet man sich zu Sammlungen, die Bewohner Heffens, welche m Seiten großer Unglücksfälle stets mit willigen Händen gaben, werden auch letzt mit leuchtendem Beispiele vorangehen.
. Gütige Beiträge nimmt Herr Bürgermeister Bramm, sowie die Expedition Quittung ***** Anzeigers" recht gerne entgegen und ertheilt hierüber öffentlich


