fällt fort für Schmalz von Schweinen und Gänsen Nr 26 c 1" (der Zoll beträgt gegenwärtig 10 JL pro 100 Kg-).
Abg. Dr. Barth befürwortet kurz die Annahme seines Antrages, indem er sich namentlich gegen die früheren Auslassungen des Regierungsvertreters wendet, daß die Einfuhr des amerikanischen Schmalzes schon in sanitätspolizeillchem Interesse so viel als möglich zu verhindern sei. Redner bestreitet, daß das Schmalz jemals zu derartigen Befürchtungen Anlaß gegeben, und constatlrt, daß in Frankreich ein Verbot der Einführung amerikanischen Schweineschmalzes nicht besteht.
Bundes-Commissar Director Burghardt hält im Allgemeinen seine früheren Ausführungen aufrecht.
Abg. o. Ludwig hält den Antrag Barth keineswegs für so unschuldig, wie es den Anschein hat. Es sei das der erste Schnitt in die Errungenschaften der Freunde der nationalen Arbeit und der Landwirthschaft vor drei Jahren. Redner erhebt gegen die conservative Partei den Vorwurf, daß sie selbst ihren Niedergang verschulde; ein großer Thetl der Conservativen arbeite mit zu geringer Ausdauer. Vor Allem aber möchte sie sich die fortschrittliche Presse zum Muster nehmen, die gegenwärtig die ganze Situation beherrsche. Es gäbe eine große Zahl Gimpel im Lande, die von der liberalen Presse eingefangen sei. Die Conservativen sollten sich endlich auf eigene Füße stellen und nicht immer warten, daß die Regierung ihnen die Kastanien aus dem Feuer holt. Er fordere die Conservativen auf, frisch an die Arbeit zu gehen und jeden von der liberalen Partei unternommenen Versuch, die Errungenschaften von drei Jahren in Frage zu stellen, energisch zurückzuweisen. Weiter erklärt sich Redner gegen die früheren Argumentationen des Abg. Richter gegen den Schmalzzoll. Der Richter'sche „arme Mann" kann, wie der ewige Jude, gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Es seien Flausen, wenn von Seiten der liberalen Partei behauptet wird, daß der arme Arbeiter durch den Schmalzzoll geschädigt werde. Er stelle den Antrag auf namentliche Abstimmung, um Diejenigen kennen zu lernen, welche den Antrag Barth anzunehmen bereit sind.
Abg. Schröter (Secess.) führt dem gegenüber aus, daß gerade der Schmalzzoll unsere ärmsten Mitbürger treffe. Die neue Zollgesetzgebung schädige überhaupt an hundert Stellen mehr, als sie an einzelnen Stellen Nutzen schaffe. Dieser Erkennt- niß könnten sich selbst die Conservativen nicht mehr velschließen. (Oho!) Möge man die ehrliche Probe nur fortsetzen.
Abg. v. Schalscha (Centrum) spricht seine Verwunderung darüber aus, unter dem Anträge Barth Namen zu finden, von denen er wisse, daß sie selbst erklärt haben, das Schutzzollsystem könne gar nicht angegriffen werden. Den Lebensmittelzöllen gegenüber stehe übrigens der Steuererlaß, und was die Schmalzeinfuhr anlange, so werde nur ein geringer Theil von unserem Arbeiterproletariat konsumirt- Der größte Theil des amerikanischen Schmalzes werde zu industriellen Zwecken verwendet-
Abg. Roland (Fortschr) glaubt, die Landwirthschaft habe keinen Nutzen von dem Schutzzoll, wie sie dies selbst anerkannt habe; was speciell den Schmalzzoll anlangt, so führt Redner des Weiteren aus, daß dieser Zoll noch verwerflicher sei, als der Salzzoll, denn während dieser alle Schichten der Bevölkerung durchdränge, treffe der Schmalzwll lediglich die untersten Schichten der Gesellschaft. Er bitte, mit ihm für die Aufhebung dieses Zolles und für den Antrag Barth zu stimmen, man werde damit den armen Volksklassen eine große Wohlthat erweisen-
Abg. v- Kar dorff erklärt sich entschieden gegen den Antrag Barth. Der Schmalzzoll gehöre dem ganzen Zollsystem an. Wer das System aufrecht erhalten wolle, müsse auch gegen die Beseitigung des Schmalzzolles stimmen.
Bundes-Commissar Dircctor Burg hart hält die gegen die Zollgesetzgebung erhobenen Einwendungen für unsubstantiirt und stellt im Uebrigen einige Angaben über die Arbeiteroerhältnisse richtig.
Abg. Ahlhorn (Fortschr). ist der Ansicht, daß nichts die Landwirthschaft so sehr geschädigt habe, als die landwirthschaftlichen Zölle. Er hoffte noch den Tag zu erleben, wo diese Ueberzeugung sich allseitig Bahn brechen und das gegenwärtige Schutzzollsystem beseitigt sein werde.
Abg. Frege (conservativ) tritt den Ausführungen deö Vorredners entschieden entgegen. Seiner Meinung nach müßte es im Lande einen schlechten Eindruck machen, wenn von landwirthschaftlicher Seite diese Zölle bekämpft würden. Es könne dies indeß nur von ganz gut situirten Besitzern geschehen, die auf die gedrückte Lage der minder gut situirten Mehrheit und die Lage namentlich der Landwirthe in den nordöstlichen Gegenden gar nicht Rücksicht nehmen. Die Landwirthschaft könne diese Zölle gar nickt entbehren.
Die Abstimmung ist eine namentliche. Bei derselben stimmen 129 gegen, 120 für den Antrag, derselbe ist somit abgelehnt. Damit ist der Antrag erledigt.
II. Wahlprüfungen.
1. Die Wahl des Abg. Dr. Papellier (1. Wahlkreis Oberfranken) wird für gültig erklärt.
2. In Bezug auf die Wahl des Abg. Löwe (Berlin) wird der in der Sitzung vom 17. Januar 1882 gefaßte Beschluß für erledigt erklärt.
3. Abg. Dr. Dohrn berichtet über die Wahl desAbg- Riekert (14.Wahlkreis Württemberg) und empfiehlt den Antrag der Wahlprüfungscommission: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, wegen der stattgehabten Wahlbeeinflussung dem Wahlcom- missarius, Regierungsrath Rampacher eine Rüge zu ertheilen, die Wahl selbst aber für ungültig zu erklären.
Der Antrag der Commission wird nach kurzer Debatte angenommen.
III. Erste Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Feststellung eines Nach- traysetats (Umbau des Hauses Wtlhelmsstraße 75 für das Auswärtige Amt 105000 J4). — Die Vorlage geht an die Budgetcommission.
IV. Erste Berathung der allgemeinen Rechnung über den Reichshaushaltsetat pro 1878/79
Dieselbe geht an die Rechnungscommission.
. Das Haus vertagt sich hierauf.
Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Tages-Ordnung: Dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend Abänderung des Zolltarifs (das Haus beschloß gegen den Vorschlag des Präsidenten mit 118 gegen 81 Stimmen, diesen Gegenstand als erste Nummer auf die Tages-Ordnung zu setzen); Interpellation Kardorff und Gesetz betreffend die Fürsorge der Wittweu und Waisen der Reichsbeamten. Schluß 51/» Uhr.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Brrreau.
Baden-Baden, 7. Juni. Ihre Maj. die Kaiserin ist heute früh von hier nach Betlin zurückgereist.
Karlsruhe, 7. Juni. Der Großherzog und die Frau Großherzogin haben sich von Badenweiler nach Schloß Mainau begeben.
Augsburg, 7. Juni. Der „Augsb. Post-Ztg." zufolge haben circa 300 Arbeiter der Buntweberei (vormals Riedinger) wegen verweigerter Aufbesserung der niedrigen Löhne die Arbeit eingestellt.
Nürnberg, 7. Juni. Dem „Fränk. Kurier" zufolge wird der deutsche Aerztetag am 30. ds. in Nürnberg abgehalten.
London, 7. Juni. Einer Mittheilung der „Times" aus Konstantinopel zufolge hat der französische Botschafter, Noailles, den Minister des Aeußern, Said Pascha, in Erwiderung auf das jüngste Circular der Pforte benachrichtigt, daß die französische Negierung durch die Argumente der Pforte nicht überzeugt worden sei, sie beharre dabei, daß die Conferenz sofort zusammentrete.
Alexandrien, 7. Juni. Die Dacht „Jzzedin" mit dem türkischen Commisiar ist heute Nachmittag 3 Uhr in oen hiesigen Hafen eingelaufen.
— Die Admirale des englischen und des französischen Geschwaders statteten dem tilrkischen Commissär Derwisch Pascha an Bord der Dacht „Jzzedin" einen Besuch ab. Derwisch Pascha ist im Palais Naseltin abgestiegen und wird sich morgen früh nach Kairo begeben. Er wurde von den Truppen und den Eingeborenen gut ausgenommen.
Norn, 7. Juni. Die Verbrennung und Beisetzung der Leiche Gari- .■a<Dis wird morgen Vormittag um 11 Uhr stattfinden. Die Minister Zanar-
delli und Ferrero werden persönlich den Leichenfeierlichkeiten beiwohnen; die übrigen Minister laffen sich vertreten.
— Heute Nachmittag um 3 Uhr ging ein Sonderzug mit dem Herzoge von Genua, den Ministern Zanardelli und Ferrero und Repräsentanten des Senats, der Kammer, der Municipalität und der Presse nach Civitavecchia ab Der König, Ministerpräsident de Pretis und der Hofstaat waren auf dem Bahnhofe anwesend. Für die morgen Nachinittag stattfindenden Leichenfeierlichkeiten werden große Vorbereitungen getroffen._______________
Guiseppe Garibaldi +
Am Freitag Abend vergangener Woche starb Garibaldi, der Nationalheld des neuen Italiens, auf seiner Felseninsel Caprera. Sein Leben bietet des Abenteuerl'chen so viel daß wir eine genauere Uebersicht desselben bringen. Die Schicksale, welche Garibaldi erlebt sind fast märchenhaft. '
Guiseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 in Nizza geboren. Der herrliche Anblick des Meeres, dessen er sich als Knabe erfreute, bestimmte ihn schon in frühester Jugend, Dienst auf der sardinischen Flotte zu nehmen, in welcher Laufbahn er durch Umsicht und Kühnheit bald die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich zog. Der Gedanke der politischen Einigung Italiens, welchem er sein ganzes Leben weihte, verwickelte ihn bald in Verschwörungen und zwang ihn 1834 zur Flucht nach Marseille. Dort gab er eine Zeit lang Unterricht in der Mathematik, trat aber bald darauf in das Heer des Beys von Tunis ein. Auch da war seines Bleibens nicht lange und im Jahre 1836 ging er nach Südamerika, wo er der Republik Uruguay seine Dienste anbot. Er erhielt den Oberbefehl über das Geschwader, welches gegen Buenos Ayres vorging. Nach der gemeinsamen Einmischung der Franzosen und Engländer führte er ein Corps von 3000 Mann gegen Rosas und erwarb sich bald den Namen eines gefürchteten Parteigängers. Ader die ersten Nachrichten, welche 1848 von der neuen Bewegung der Geister aus seinem Vaterlande zu ihm drangen, liefen ihn nach Italien zurück. Mit einer kleinen Schaar Getreuer, etwa 100 an der Zahl, und feiner in Südamerika gewonnenen Gattin Annita, verließ er im April Montevideo, am Maste seines Schiffes, der Speranza, den dreifarbigen italienischen Wimpel. Ende Juni traf er in Turm em, indeß zu spät- Der König Karl Albert nahm ihn» sehr kühl auf und die Negierung von Mailand übertrug ihm zu spät den Oberbefehl über ihre Frei- will'gencorps. Die vereinzelten Erfolge, welche er im Süden von Tyrol erfocht, vermochten den Lauf der Dinge nicht zu ändern und den Waffenstillstand, welcher am 9. August geschlossen wurde, nicht zu verhindern. Von der Opposition in die piemon- tesische Kammer gewählt, wurde er sodann einer der eifrigsten Gegner des Königs.
Als im Jahre daraus die Republik in Rom erklärt war, eilte er mit seiner Legion zu ihrer Vertheidigung. Am 30. April warf er das Corps zurück, welches der General Ondinot unvorsichtiger Weise gegen Rom geschickt hatte, und brachte ihm schwere Verluste bei; am 9. Mai überwand er mit 3000 Mann 5000 Neapolitaner, trug am 19. bei Velletri trotz feiner erhaltenen Wunde das Meiste zu dem Siege des Tages bet und vertheidigte darauf Rom gegen die Franzosen. Als diese unhaltbare Verthetvigung aufgegeben werden mußte und Rom in Ondinot's Besitz überging, zog Garibaldi mit 3000 Mann nach Norden, um dort der Sache der Befreiung zu dienen. Doch von allen Seiten durch die Oesterreicher eingeschlossen, mußte er trotz glänzender Bewährung seines strategischen Talentes schließlich bei San Marino den Rest seines Corps auflösen. Er selbst floh nach Ravenna, wo die Gattin, welche in Amerika wie in Italien alle Gefahren getreulich mit ihm getheilt hatte, irn Kindbett starb. Gehetzt gleich einem Wilde, schlug sich Garibaldi allein bis Cbiaoari durch, wurde aber dort auf Befehl der sardinischen Negierung festgenommen. Man ließ ihm die Wahl zwischen Gefangenschaft und Auswanderung. Er wählte die letztere und ging wieder nach Tunis, wurde aber auf Betreiben des französischen Consuls auch dort zurückgewiesen. Wieder ging er nach Amerika, doch nicht als Parteigänger, sondern um sich industriellen Unternehmungen zuzuwenden. Er erwarb dadurch einiges Vermögen, mit welchem er 1854 nach Italien zurückkehrte, um den nördlichen Theil der Insel Caprera zu kaufen. Hier widmete er sich drr Landwirthschaft, bis ihn das Jahr 1859 wieder den Pflug mit dem Schwerte vertauschen ließ. Zum sardinischen General ernannt, schlug er mit seinen Alpenjägern bei Varese und San Fermo das an Zahl weit überlegene österreichische Heer und die ganze Lombardei jauchzte dem Namen des gefeierten Helden zu. Wie ein Sturmvogel zog er, den Sieg vor sich hertragend, tollkühn der Armee voraus und bedrohte die südtyrolifchcu Pässe; da vernichtete der Vorfriede von Villasranca, der nach der Schlacht von Solferino geschlossen wurde, alle seine Hoffnungen. Seine Absicht, im Dienste der mittelitalienischen Staaten die päpstlichen Staaten mit Krieg zu überziehen, wurde von der sardinischen Partei hrntertrieben und die glänzenden Huldigungen, welche ihm überall, wo er erschien, insbesondere in Modena, entgegengebracht wurden vermocht.n nicht, ihn für seine verlorenen Hoffnungen zu entschädigen; grollend zog er sich nach Caprera zurück. In jene Zeit fällt seine unglückliche Ehe mit der Tochter des Grafen Raimondi, welche mit dem Hochzeitstage bereits ihr Ende nahm, da die Dame ihn schmählich betrogen hatte. In seinem Grimme versäumte er, dieser Scheidung die gesetzliche Kraft zu verschaffen, eine Unvorsichtigkeit, die ihm vor einigen Jahren bei der Regelung seiner letzten Ehe unangenehme Verdrießlichkeiten eintrug.
Der Aufstand, welcher im Frühjahr 1860 in Sicilien losbrach und ihn zu neuen Thaten rief, ließ ihm allerdings damals wenig Zeit zur Erledigung der formalen Angelegenheiten. Mit 1000 Genossen auf zwei am Hafen von Genua erbeuteten Schiffen bei Marsala gelandet, zog Garibaldi am 27. Mai nach heißen Kämpfen als Dictator in Palermo ein. Jeden Widerstand besiegend, unterwarf er sich, hauptsächlich durch den Sieg von Milazzo, 20. Juli, die Insel und ging darauf am 20. August nach Calabrien über. Am Tage daraus schlug seine Vorhut bei Reggio die Neapolitaner, die Hauptmacht und der linke Flügel drangen nach und zogen gegen Salerno, das Heer des Königs Franz vor sich hertreibend, „so wie der Wolf die Heerde scheucht". Am 7. September zog er, nunmehr Dictator beider Sicilien, in das vom Feinde verlassene Neapel ein. Als am 21. Oktober Victor Emanuel, dessen Truppen inzwischen von Norden her durch den Kirchenstaat in Sicilien eingezogen waren, als König von Italien begrüßt mar, zog sich Garibaldi wieder nach Caprera zurück-
Aber der Plan, welchen er schon damals gefaßt hatte, Rom, Italiens natürliche Hauptstadt, zu erobern, ließ ihn und ließ Italien nicht mehr schlummern- Garibaldt's Name wurde die Losung für jede freiheitliche Bewegung Italiens und es ist nichts natürlicher, als daß sich auf ihn die Augen des ganzen Europa richteten; insbesondere die Hoffnungen unterdrückter Völker, deren Freiheitsrausch oft, wie z B. der der Polen, nicht von der sittlichen Kraft der italienischen Einyeitsbestrebungen getragen war und daher mit der Zeit der Mißachtung verfallen mußte. Man schreibt Garibaldi aus jener Zeit manches thöricht maßlose Wort zu, das vielleicht weniger ihm selbst zum Vorwurfe gereicht als eben dieser Zeit, welche ihm eine abgöttische Verehrung entgegentrug. Seine stolze Bescheidenheit hat dieser Gefahr für sein besseres Selbst lange widerstanden und lange trennte er seine Sache nicht von der Viktor Erncmuel's. Doch mit der Zeit wich die bessere Besonnenheit dem Einflüsse der übertriebenen Huldigungen und er unternahm 1862 auf eigene Faust einen Zug gegen Rom. Es war ein Putsch, welcher trotz des Jubels, der seinem gefeierten Namen entgegenflog, mißglückte. Bei Aspromonte am 29. August schwer verwundet, gerieth er in Kriegsgefangenschaft und kehrte, nachdem er freig lassen war, am 19. December nach Caprera zurück, um seine Wunden zu heilen- Die Zeit reifte die Frucht, welche er vorzeitig hatte brechen wollen; Garibaldi hat indeß von da ab in feinem Ungestüm weidlich dafür gesorgt, daß diese Früchte den üblen Beigeschmack des Unverdienten erhielten, so in seinem abermaligen thörichten Feldzuge gegen Rom, nachdem Venetien 1866 mit dem Königreich Italien vereinigt war, und so namentlich in dem noch thörichteren Unternehmen von 1870, dem dümmsten Streiche seines Lebens, zu dem er sich ttotz dec „Wunder, welche das französische Chassepot bei Mentana gewirkt" — wie General de Failly frohlockend nach Paris gemeldet hatte — durch den tönenden Namen „der franzöfischen Republik" verlocken ließ. Die Tage von Autun und Beaune haben seinem Ruhmeskranze keine neuen Blütheir hinzugefügt, und selbst Dljon, wo sein Sohn Menotti dem preußischen 61 Regiment, welches verzweifelt gegen die Uebrrmacht der feindlichen Truppen an- kampste, schwere Verluste beibrachte, hat diesen französischen Kriegszug nicht vor dem Fluche der Lächerlichkeit gereitet, von dem der Undankbarkeit zu schweigen. Der alte Freiheitskämpe selbst hat noch die Zeit erleben müssen, wo die Verstimmung gegen die französische Republik von den Alpen bis zur Südspitze von Sicilien das Königreich durchzitterte. Die Gedenkfeier der sicilianischen Vesper, gewiß alles andere denn ein Fest der Verbrüderung mit Frankreich, überschien wie Abendroth die Neige seiner


