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L^antworMche^dacttoin SlTScheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Piets» in Gichen. .
Hierzu eine xtetlaflt
Erwiderung
Die Annonce des Herrn Moritz Heichelheim in dem „Gießener Anzeiger" vom 6. (. Mts. nötlnat mich zu nachstehender Erwiderung: r
©nbe vorigen Jahres bot Herr Moritz Heichelheim mir sein Manufacturwaarengeschaft, zu dessen Aufgabe er sich entschlossen hatte, einschließlich seines Wohnhauses zum Verkauf an. Wir wurden damals über den Kaufpreis nicht einig nnd traten deshalb in Verhandlung wegen einer mehrjährigen Verpachtung. Herr Heichelheim nnd seine Fran erklärten bei Beginn dieser Verhandlungen, daß ich die Geschäftslokalitäten mietheu mögte, in welchem Fall ich das „brillante' Geschäftbet U)C- lctttc Heichelheim mitbekomme, mit dem zusätzlichen Versprechen ihrer nmsangreichsten Unter- stühung in meinem Geschäftsbetrieb. Bei den Verhandlungen ivurdc auch die Frage angeregt, ob ich das Geschäft unter der seitherigen Firma fortsetzen solle, Herr Heichelheim war jedoch der ^slcht, daß sich das nicht gut mache, da er oben int Haus unter der Firma Morttz Heichelheim em Lank- aefchäft treiben wolle, worauf, da ich auf die Firma kein besonderes Gewicht legte, von deren ,s-ort- aebrauch abgesehen wurde. Wir standen ferner wegen verkäuflicher Ucberlassung der Waarenvorrathe m Unterhandlungen, wurden aber hierüber nicht einig und entschloß sich Herr Heichelheim ganzluh auszuverkaufen. Hierbei versicherte Herr Heichelheim wiederholt, das; er fein Geschäft definrtw ausgebe nnd ein neues nicht mehr errichten werde. Lediglich auf Grund vorstehender Versicherungen des Herm Heichelheim Pachtete ich sodann die gesammten Geschäftslokalitäten und alle Geschaftsutcusllicn, namentlich die gestimmte Laden- und Comptoireinrichtung des Herm Heichelheim auf 10 Jahre, wre ich dies in meiner Annonce vom 10. Juli 1882, auf welche in meiner letzten Annonce ausdrücklich Bezug genommen ist, ganz deutlich erklärt habe.
Nach diesem streng wahrheitsgemäß dargestellten Sachverhalt, den uh mit Zeugen beweijen kann, überlasse ich es ruhig dem Ermessen eines vorurtheilsfreicn Publikums, ob ich berechtigt war, zu annon- ciren, daß ich das seither von Herrn Heichelheim betriebene Manufacturwaarcngeschäft mit ganz neuem Waarenlager weiter betreibe, oder nicht, wobei ich noch darauf aufmerksam mache, daß ich diesen Weiterbetrieb bereits in meiner Annonce vom 10. Juli l. I. ankündigte, ohne daß Herr Heichelheim an dieser Annonce damals Anstand genommen hätte. •
Von einem Kauf des Geschäfts des Herrn Heichelheim habe ich tu der Annonce vom IC. ^u t, sowie in derjenigen vom 3. September l. I. kein Wort gesagt.
Nicht unerwähnt lassen will ich noch folgende ^.hatsachcn.
1 Herr Moritz'Heichelheim hat seiner Zeit, als die Frage an uns herantrat, ob ug du Firma mit übernehmen sollte, erklärt, daß dies zwar aus dem oben erwähnten Grundc nicht angehe, daß er aber bereit sei, in der üblichen Form das Publikum durch öffentliche Annoncen zu ersuchen, das ihm geschenkte Vertrauen auf mich zu übertragen; eine Zusage, die ich damals acceptirtc, auf deren Erfüllung ich aber später nicht mehr zurückkam, weil ich glaubte und auch noch glaube, mir auch ohne die ausdrückliche Empfehlung des Herrn Heichelheim das Vertrauen des Publikums auch in meiner neuen Geschäftsbranche erwerben zu können.
2 Bei der schriftlichen Redaction des zwischen uns abgeschlossenen Vertrags, welche in unserem ’ gemeinschaftlichen Auftrag, nachdem wir über alle Vertragsbestimmungen bereits unter uns völlig einig'waren, durch einen Rechtsverständigen erfolgte, wurde meinerseits angeregt, es müsse auch in den Vertrag ausgenommen werden, das; Herr Heichelhem, ein gleiches Geschäft am hiesigen Platze nicht betreiben dürfe, worauf Seitens des Herrn Heichelheim erwidert wurde, das sei nicht uöthig, dafür habe ich ja sein „Wort".
Auf Grund dieser feierlichen Versicherung und nachdem von unserem damaligen gemeinschaftlichen Beauftragten noch besonders auf dieses Manneswort hingewiesen worden ivar, ivurdc von der ausdrücklichen Aufnahme dieses Passus in den Vertrag abgesehen.
Welches Interesse 5>err Heichelheim nach diesen seinen wiederholten Erklärungen daran haben kann meine Annonce, daß°ich sein Geschäft mit ganz neuem Waarenlager weiterführe, zu beanstanden verstehe ich nicht; es müßte denn dieses Verhalten des Herrn Heichelheim vielleicht die nur von ihm und seiner Frau wiederholt zugesicherte Unterstützung in meinen« Geschäftsbetrieb sein sollen.
Uebrigcns ist dies meine letzte Erklärung, die tch Herrn Heichelheim gegenüber aus d«e;e«tt Wege abgeben werde.
Gießen, den 7. September 1882.
Hermann Katz


