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sowohl den Producenten wie den Consumenten nur zum Vortheil geteichen. Es fragt sich nur, wie dieselbe durchzusetzen ist.

Natürlich fehlen auch hier die Stimmen nicht, welche nach der Polizei rufen und eine gesetzliche Feststellung der Borgfrist fordern. Was das jedoch helfen soll, ist uns unerfindlich. Der Staat wird niemals schlechte und insolvente Schuldner zur Zahlung zwingen können. Die Hauptsache bleibt immer, daß diefaulen Kunden" bekannt werden und daß man sich dahin einigt, ihnen nichts mehr zu borgen. Das kann der Staat aber nicht erzwingen, sondern hier muß die Selbsthülfe der Interessenten ein­greifen, und daß diese wirklich erfolgreich wirken kann, dafür liegen erfreulicher Weise Belege vor. Die Erkenntniß hat scbon Fortschritt gemacht, daß nur auf dem Wege der Vereinigung eine gründliche Besserung der Creditoerhältnisse erfolgen kann. In vielen deutschen Städten haben sich bereits Vereine und Schutzgemeinschaften gegen schädliches Creditgeben gebildet, die zahlreiche Mitglieder zählen und positive Resultate aufzuweisen haben. Diese Vereine haben für ihre Mitglieder Auskunftsbureaux über Creditverhält- nisse ihrer Kunden errichtet, sie geben von Zeit zu Zeit Liften schlechter Zahler aus, verpflichten ihre Mitglieder, diesen nichts mehr zu borgen und übernehmen theilweise auch das Jncasso der Forderungen. Dieser Weg ist gewiß der richtige. Noch mehr ließe sich erreichen, wenn diese Vereine alle Gewerbtreibende einer Stadt zu Mitgliedern zählte und sich in allen Städten derartige Schutzgenossenschaften bildeten, die miteinander in Verbindung ständen. Der Anfang ist aber doch schon gemacht und es werden hoffentlich durch die erzielten Erfolge auch diejenigen zum Anschlüsse geneigt werden, die sich jetzt von der Sache noch nichts versprechen oder die es unter ihrer Würde halten, mit ihrem Schuhmacher, Schneider rc. in einem Vereine zu sein. Auch für die größeren Gewerbtreibenden, obgleich sich dieselben eher zu schützen wissen, wird sich der Anschluß als vortheilhaft erweisen, denn ohnefaule Kunden" wird keiner davon- fommen. Für die Kleingewerbtreibenden aber bieten diese Vereinigungen eines jener Mittel, durch welche sic ihre gedrückte Lage verbessern können, und wenn es auch kein Unioerfalmittel gegen den naturgemäßen Gang der gewerblichen Verhältnisse ist, so bietet es doch die Gelegenheit, in Anlehnung an denselben, mit einem veriotteten Krebs­schaden endlich gründlich aufzuräumen.

Vermischtes.

Mainz, 3. August. Herr Geheime Medicinalrath Wern her dahier, früher lange Jahre Professor an der Landesuniversität Gießen, beging heute sein 50jähriges Doctorjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar heute Vormittag 11 Uhr Seitens des Herrn Beigeordneten Dr. Oechsner Namens der Stadt Mainz begrüßt, während später Deputationen auswärtiger Universitäten und der hiesigen Aerzte dem Gefeierten ihre Glückwünsche darbrachten.

Mannheim, 6. August. Es sind nun über zwei Wochen dahingegangen, daß bas VI. Verbandschießen beendet wurde und dürfte eine kurze Rückschau über den Verlauf dieses Schützenfestes am Platze sein, solche wurde nur aus dem Grunde bis jetzt verschoben, um auch der Schießresultate erwähnen zu können, über welche nach nun beendeter Revision der betreffenden Liften erst jetzt Zuverlässiges rnitgetheilt werden kann. Das Wetter hatte das VI. Verbandschießen nicht gerade sonderlich begünstigt, rm ersten Festtage regnete es fast den ganzen Tag, Montag und Dienstag darauf nicht viel weniger, so daß solches auf den Fremdenbesuch influirte, erst am Mittwoch Nach­mittag begannen die Regenwolken zu weichen und beschien von da an die Sonne den Festplatz. Wenn der Besuch desselben deffenungeachtet ein so lebhafter wurde, als er es in Wirklichkeit war, so muß solches in erster Reihe der regen Antheilnahme der Mannheimer Bevölkerung zugeschrieben werden, welche wie 1863 auch dieses Jahr die zohlreichen Festbesucher stellte und so ihre Sympathie für das von der hiesigen Schützen­gesellschaft übernommene Fest bekundete. Die Theilnahme am Schießen war stark, es detheiligten sich daran über 800 Schützen. Auf Feld wurden 44, auf Stand 58, Mammen 102 Becker erschossen. Die glücklichen Schützen erhielten auf den sieben Hestscheiben (2 Feldstick-, 2 Standstich-, 1 Feld-Ehren-, 1 Stand-Ehren- und 1 Jagdstich- Scheibe), zusammen 170 Ehrengaben incl. der aus den Einsätzen gemachten Baarzulagen im Werthe von 14073 vH, aus den Einsätzen angekaufte 29 Ehrengaben im Werthe von 1550 vH und 455 Baargaben im Betrage von 6011 vH, also insgesarnrnt 654 Gaben im Werthe von 21634 vH Zuzüglich der Becherprämien, Fest-und Nummerprämien rc. auf den Kehrscheiben betrugen die auf sämmtlichen Scheiben gegebenen Gewinnste zusammen 31849,70 vH Was die wahrend des VI. Verbandschießens gebotenen Unter­haltungen anbelangt, so sanden solche allgemeinen Anklang. Der imposante Festzug am 9. Juli wurde zwar durch das Regenwetter beeinträchtigt, doch machte derselbe trotzdem einen günstigen Eindruck, das Festcomitä hat durch Concerte der Militär- cupellen, Vorträge der hiesigen Gesangvereine, Feuerwerk, Beleuchtung, Volksbelusti­gungen rc. alles aufgeboten, die Festbesucher angenehm zu unterhalten, die Bewirthung in der Feftballe war ausgezeichnet, so daß auch den nicht Schießenden das Fest Freude bereitete. Was das finanzielle Ergedniß anbelangt, so steht jetzt schon fest, daß ein Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben erzielt wurde, ein genaues Ergebniß laßt sich erst nach Absckluß der Rechnung sagen. Alles in Allem dürfte gefaßt werden, daß das VI. Verbandschießen in Mannheim sich würdig den vorangegangenen anschloß.

[Wie man's auch dreht, immer ist der Bismarck in der Mittel Nämlich im preußischen Ministerium, wie folgende architecionische Zusammenstellung des Herrn Baumeister Wichmann in Neunkircken zeigt:

Das frühere Ministerium: Das jetzige Ministerium:

_ Witter Fried Werg

Fr-edberg Luc-us

Lucius von Storck

von KaZ eke von KaZ eke

Mvybach Maybach

von ©ofelen von Goßle^

DOn Scholz

von Putt-amer von Putt-amer.

m-'Ä1» Fine seltene Naturerscheinung wird aus der Umgegend berichtet. In der Nahe des Dorfes Kulte wurde am 27. d. Mts-, Nachmittags 3 Uhr "ach kurz vorangegangenem Gewitter bei ruhiger stiller Luft eine Land- oder Windhose von den auf dem Felde beschäftigten Personen beobachtet und in ihrem Verlaufe verfolgt. Eine dicke schwarze Wolke von eigenthümlichen Dimensionen lagerte sich auf dem bortigen gioßen Teich und setzte das sonst so ruhige Wasser meine wirbelnde Bewegung, dav bs schaumte und zischte und man den Grund des Teiches sehen konnte. Dann erhob sich die Wolke in trichterförmiger Weise, zog das Wasser mit in die Höhe und bewegte sich nun m rasendem Laufe unter wirbelnden Drehungen vom Teiche fort ins taub hinein. Die vielgestaltigen Trümmer bezeichneten den Weg, den die Wetterfäule genommen, starke Eichbäume und Obstbäume wurden entwurzelt, ein auf der Chaussee Sender dicker ftarfrr Birnbaum wurde wie ein Strohhalm geknickt und die Baum- krone von dem wüthenden Phänomen eine ganze Strecke hoch in der Lust mit fort« genurbelt. Im Dorfe selbst wurde den Dächern übel mitgespielt und selbst Menschen welche die Wettersaule auf der Dorfstraße erfaßte, wurden emporgehoben und eine Strecke lv't '0/tgeschleudert. so daß sie bewußtlos zu Boden fielen. Gärten und Felder wurden zerstört und Getreide sowohl als Knollengewächse entwurzelt und vernichtet Die Erscheinung raste bann an dem kleinen Flusse (der Twiste) entlang nach Volkmarsen ju und har auch dort vielen Schaden angerichtet. Während der fast einstündlgen Dauer dieser seltsamen Naturerscheinung wurde an einzelnen Stellen beobachtet, daß die Wütersaule nicht immer den Boden berührte, sondern sich abwechselnd hoch in die Luft erhob. Dieselbe verschleuderte auf ihrem ganzen Wege Wasser und verbreitete auf große Entfernung einen rothlichen, feuerähnlichen Schein, so daß es aus der Entfernung aussah, als brenne es im Dorfe; habet machte sich ein schwefelartiger Geruch bemerkbar. In der Nahe von Volkmarsen, auf hessischem Gebiete, hat sich dann die Landhose In der hiesigen Gegend hat man seit Menschengedenken eine solche ober ähnliche Naturerscheinung niemals wahrgenommen; wenigstens hat man weder hier noch tn der ganzen Umgegend von einer solchen etwas gesehen noch gehört.

Literarisches.

Der zweite Band der mit Abbildungen und Karten reich illustrirten dreizehnten Auflage von Brockhaus' Conversations-Lexikon ist soeben mit dem 30. Hefte vollendet worden. Er umfaßt auf 60 Bogen die Artikel Arras bis Bibelerklärung und bringt 27 Tafeln mit mehreren hundert Abbildungen, 11 geographische Karten und Plane und außerdem wieder viele in den Text gedruckte Holzschnitte. Sämmtliche Karten und auch die besonders schöne und inftructiöe Tafel, welche die Organe des menschlichen Auges darftellt, sind in Farbendruck ausgeführt. Die Zahl der Stich­wörter, unter welche der alte und der hmzugekommene neue Stoff vertheilt ist, belauft ftch auf nicht weniger als 4125 gegenüber nur 1920 im zweiten Bande der vorigen Auflage. Trotz dieser das Doppelte übersteigenden Vermehrung fehlen jedoch auch nicht jene eingehendem, in sich abgerundeten Artikel, welche stets als eine werthvolle Specialität des Brockhaus'schen Conversations-Lexikons gerühmt worden sind. Wir nennen z. B.: Athen, Atlantischer Ocean, Australien, Großherzogthum Baden, Bayern, Belgien, Berlin; Artillerie, Aether, Auge, Barometer; Ausgrabungen, Ausstellungen, Auswanderung, Banken, Baumwollindustrie, Baustile (illuftrin durch 12 Tafeln mit Abbildungen der berühmtesten Architecturwerke aus älter und neuer Zeit), Beleuchtung und Beleuchtungsapparate, Bevölkerungstheorie; ferner die interessanten biographischen Artikel Präsident Arthur, Berthold Auerbach, Augier, Bakunin, Bamberger, Bazaine, Beaconsfield, Bebel, Begas, Bennigsen, Beust u. a. Aus dem Gesagten geht zur Genüge hervor, daß der zweite Band sowohl hinsichtlich der Textbearbeitung wie des JlluftrationsmaterialS dem ersten Bande gleichwerthig an die Seite tritt und daß die neue Auflage, die bereits so allgemeinen Beifall und so große Verbreitung gefunden hat, in erfreulich prompter Weise fortschreitet.

Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 5. August. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 5. August. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hohenstaufen, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. Juli von Bremen und am 25. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Handel und Verkehr.

Grünberg, 5. August. (Fruchtpreise vom 22. Juli.) Weizen vH 24.70, Korn vH 19.20, Gerste vH 17.00, Hafer vH 16.28, Erbsen vH., Lein vH, Sarney vH 26.52, Kartoffeln vH 4..

Frankfurt, 5. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu vH 3.004.80, Stroh vH 1.702, Eier das Hundert vH 5.256.00, Stück 6 Butter 1. Qualität vH 1.35, 2. Qualität vH 1.03, Kartoffeln per Centner vH 2.503.00, ausgek. Erbsen das Pfund 50 H, Bohnen per Pfund 810 H, Wirsing 810 H, Blumen­kohl 2570 H das Stück, Schinken per Pfd. vH 1.101.20, Ochsenfleisch per Pfd. 65-70^, Kuhfleisch 45-60, Rindfleisch 45-60 H, Kalbfleisch 5O-6OH, Schweinefleisch 6575 Hammelfleisch 4565 1 Hahn vH 0.000.00, 1 Huhn vH 1.1.50,

1 Poularde vH 00.00, 1 Ente vH 1.802, 1 Taube 00 1 Welschen vH 812

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