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Samstag den 8. Juli
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint IL-lich mit Ausnahme des Montags.
W»eea«r Schulstraße B. 18.
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Der Kreisaussckuß des Kreises Gießen. Dr. Boekmann.
dadurch nicht unterbrochen.
Gießen, am 6. Juli 1882.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Deutschland.
Darmstadt, 5. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen den Generallieutenant und Generaladjutant, Ordenskanzler v. Grolman, sowie den Hofjägermerster v Werner ; zum Vortrag den Staatsminister Frhrn. v. Starck und den Geheimen Staatsrath Finger. , ar .
Berlin, 5. Juli. In den Centrmns-Organen rst, nachdem der Antrag d. Bennigsen gegen weitere Besteuerung des Tabaks mit knappster Stimmen- Mehrheit im Reichstag angenommen und die Geringfügigkeit drefer Mehrheit von den Officiösen tendenziös ausgebeutet worden, gegen die Nationalliberalen der Vorwurf erhoben worden, aus Fraktions-Eifersüchtelei dem sachlich aus dasselbe hinauslaufenden, nur etwas abgeschwächten Antrag Windthorst andere Anträge gegenübergestellt und dadurch eine imposante Kundgebung des Reichstages gegen weitere Tabaksteuerpläne verhindert zu haben. Wie es in Wahrheit mit diesem Vorwurf sich verhält, ersehen wir aus einem interessanten, jedenfalls von competentester Seite herrührenden Bericht der „Köln. Ztg." Nachdem constatirt worden, daß der Bennigsen'sche Aiitrag vor den Windthorst'schen gestellt worden, wird ein sehr bezeichnendes Faktum mitgetheilt. „Im Laufe der entscheidenden Sitzung, während welcher allgemein angenommen wurde, daß der nach Bennigsen's Vorschlag geänderte Antrag der Commission aus taktischen Gründen eine Mehrheit nicht finden werde (man traute nämlich dem Centrmn nicht zu, daß es seinerseits auf den kleinen Fractions-Triumph, die Centrumsforinulirung durchzusetzen, verzichten werde, und hatte darin, wie die Folge zeigte, auch ganz richtig geurtheilt; nur war die Rechnung ohne die Welfen gemacht, welche diesmal rein sachlich entschieden), wurde dem Antragsteller Dr. Marquardsen von volksparteilicher Seite der Vorschlag gemacht, zur Abkürzung der Verhandlung und zur Sicherung einer großen Mehrheit für die Resolution seinen Antrag, der ja nur der Antrag Bennigsen, bezw. der Commissions-Antrag mit deutlicher und zweifelloser Begründung war, mit dem Antrag Windthorst zu verschmelzen. Im Interesse der Sache wurde diesem Ansinnen gleich zugestimmt, allein Dr. Windthorst weigerte sich entschieden, darauf einzugehen. Aus welchen Gründen, weiß man nicht; aber eine solche Vereinigung hätte eine Zurückziehung des Antrags Bennigsen zu Gunsten der vereinbarten Formulirung ermöglicht oder wenigstens nach dessen Ablehnung der neuen Fassung eine große Mehrheit gesichert. Die Annahme des Antrags Bennigsen ist dem Centrum in dre Quere gekommen, aber nach dem Vorstehenden kann darüber nicht mehr ernstlich gestritten werden, daß nicht die Nationalliberalen, sondern die Führer des Centrums selber es verschuldet haben, wenn das formelle Abstimmungs-Ergebniß vom 15. d. Mts. nicht das richtige Bild von der Entschiedenheit giebt, mit welcher der Reichstag die fernere Beunruhigung und Mehrbelastung der Tabakindustrie verwirft." Die Tabakindustrie mag sich also bei Herrn Windthorst und dem Centrum bedanken, wenn sie auch fernerhin noch durch neue Steuerpläne beunruhigt wird. $ ewer Seite, deren Zuverlässigkeit bekannt ist, erhalten
die „Bnl. Polit- Nachr." aus Frankfurt a. M-, den 4. Juli, die nachstehenden Mittheilungen. , welchem die hiesigen Behörden in erster Linie betheiligt waren, ist neuerdings gemacht worden, welcher auf das Unzweifelhafteste darthut, daß derjenige Kweig der deutschen Revolutionäre, welcher in Most seinen Repräsentanten und Führer hat, sich anschickt, seine Lehren in's Praktische zu übertragen, d h. nach dem Muster der nihilistischen Terroristen zu-arbeiten. wirb noch erinnerlich sem, daß
1880 gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers bei der Eröffnung unseres Stadttheaters aufrührerische Schriften verbreitet wurden. Seit jener Zcit wurde der revolutionären Propaganda, die namentlich von der Schweiz und London aus hier betrieben wurde, scharfe Aufmerksamkeit geschenkt, die schließlich zu Entdeckungen führte, welche geeignet sind ein grelles Licht auf die Thätigkeit des Londoner Agttations-Comite's zu werfen. Neuerdings tauchen hier, resp. in der Umgebung zwei Individuen auf, die, obschon unter falschen Namen reisend — das eine Individuum hat hier im Gasthof von Worner loairt — doch als Emissäre der Most'schen Gruppe erkannt wurden. Nachdem sie einige Keit hier sich aufgehalten, begab sich der Eine, ein gewisser Balthasar Grün, nach Kassel, der Andere, ein Schlosser Rinke, nach Darmstadt. Beide wurden tn den genannten resp. Orten festgenommen und die Untersuchung, die vorgenommen wurde, führte zu dem Resultate, daß man in den Röcken etngenäht Recepte zur Anfertigung
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«ros»»» ^°^°München73^Juli Zum L Male waren gestern die Altkatholiken in der Keinen, aber ihnen doch so lieb gewordenen St. Nckolaikirche auf dem Gasteia versammelt; es fand die gewöhnliche sonntägige Ferer mit Predigt und oeümaener Messe statt Daß es für die altkatholische Gemeinde Münchens em bedeutunqsvoller A t sein müsse, merkte man vor wie nach dem Gottesdienste an dm ruhig ernsten Gesichtern, in denen sich ebenso tiefe Betrubniß wie inniges Vertrauern in die Zukunft aussprach; in der Kirche selbst aber gewann der Abschiedsinoinent einen Charakter, der jedes nur einigermaßen gefühlvolle Heiz erschütterte, als Pfarrer Gatzenmeier, nachdem er mit Beziehung auf das Evangelium des Tages in schlichten Worten erklärt hatte, wie das Christenthum Jeder nur durch eine Wiedergeburt im Wasier und Geist erringen könne, zum Schlüsse die wenigen Worte an die Gemeinde richtete: „Geliebte, theuere^Gemelnd^ Heute sind wir zum letztenmale in diesem Gotteshause versammelt. ^ie Stunde ist gekommen, wo wir nicht mehr aus diesem Berge zum Vater beten können Darum nehmen wir Abschied von diesem heiligen Orte Langer als 10 ^ahre sind wir, zum Theil aus weiter Ferne, allsonntägltch hier zusammengekommen, mn anzubeten im Geiste nnd Wahrheit; denn Gott ist Geist und die ihn anbeten mMm ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Wo nur unfein nädnlen Gottesdienst halten werden, ich kann es noch nicht sagen, Ihr werdet e§ aber — so Gott will! — in Bälde erfahren. Wir haben unsere Mm? auf den Herrn gesetzt, er läßt uns nicht zu Schanden werden DerWvln, Luit und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, — der wird auch Wege finden, wo Dein Fuß gehen kann." Schon bei den ersten Worten wurde lang verhall ttner Sch'nerz L uu7 nicht blos Kinder und Frauen ich sah selbst bärtige ergraute Männer vom Schmerz übermannt h gießen. Auf die traurigen $orgänge W nroaJ?.abu* m£r ffia£e Ver eine gewiesen worden. Der Geist des christlichen FJ aufrec^t tn dieser Stätte der Verkündigung gefunden, er halt die Gemeinde aucy au,r m schweren Stunde.
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Dreyen, am o Dr Boekmann, Provmzml-Drrector. _
England.
, „ - , „.(«herum drei Morde zu verzeichnen.
London. Die irische Blmchromk «in's schwarze Buch der geheimen
Blake, der Agent Lord Clanricardes, welcher^schon neue Pgchth„abs-tzungen
Fehme eingetragen ward, wesi er u”b J^nber hetannten irischen Outside Cars; er saß sträubten, fuhr nach der Kirche 'n einem be^renb sein Diener auf der rechten den mit seiner Frau auf dessen linker S t, ® ankamen, an dessen einer Sette Qüael führte. Als sie an einer Biegung des ö f-e cjn Schuß, der durch eine eine ungefähr 5 Fuß hohe Mauer ben Himerkopf 3etroffen, stürM vom
Bresche der Mauer Gefeuert Ed» Blak Pferd los das sich in Galopp
Wagen zu Boden. Der Diener h^ieb denurz sich sein Körper auf dem
setzte als ein zweiter Schuß auch h . Blake anlehnte; das Pstrd raste Wagen, indem der K°p! M rwegs ^ufgchKen ward. Frau Blake erhielt eine der Stadt zu, bis daß unterwegs m Oertlichkeit hat gezeigt, daß die Schußwunde in's Bein. . ^r..a,i£fiung von Steinen mit natürlichen Schießscharten Mauer vorbedächtlich durch AusZiehung $au§[u(6un0en wurden vorgenommen, ausgestattet worden E^^einen Erfolge, der Regierung auf's Neue klar zu machen, aber wie früher nur mit dem «nen^ Regierung gegenüber befindet. Em
daß sie sich einer anvct, v i
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