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Vnrcau: Schulstraße 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Gießen, am 4. Oktober 1882.
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Gießen, den 5. Oktober 1882.
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Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann.
PrciS ruenelMrlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch Die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Serjug zu bewerkstelligen. Auch in der Umgebung Preßburgs ist es zu argen Ausschreitungen gegen die Juden gekommen, so in Wartberg, Reihe, Joanka, Tanschütz. In Tanschütz wurden mehrere Häuser geplündert und dann ange- zundet. Aus dem gesummten Preßburger Comitat findet eine allgemeine Flucht »er 3uben nach Wien und Buda-Pesth statt. Fünf große jüdische Fabrikanten m Pretzburg haben die Verlegung ihrer Geschäfte nach Wien beschlossen. Dieselben beschäftigen ca. 2500 Arbeiter, welche teilweise schon am Sonntag entlaßen worden find.
In der Schweiz findet am 26. November d. Js. wieder eine allge- meme Volksabstimmung statt, und zwar über die vom Bundesrathe beschlossene zu errichtende Stellung eines eidgenössischen Erziehungssecretärs. Die föde- ralistiichen Demokraten und die Ultramontanen sind in vollster Thätigkeit, um den Beschluß des Bundesrathes zu Falle zu bringen, während die Liberalen ver- luchen, das Volk über die Absichten der Bundesregierung bezüglich des Erzrehungssecretärs aufzuklären. Jedenfalls wird die ganze Angelegenheit in den nächsten Wochen einen stärkeren Wellenschlag in dem politischen Leben der Schweiz Hervorrufen.
Der dänische Reichstag ist am vergangenen Montag ohne Thronrede eröffnet worden; bei der Präsidentenwahl wurde das bisherige Präsidium wiedergewählt.
In Schweden haben, fast gleichzeitig mit den Neuwahlen zum Stor- thmg in Norwegen, die Ersatzwahlen zur ersten Kammer stattgefunden. Es sind nunmehr alle 17 Ersatzwahlen bekannt; die einzelnen Parteigruppirunaen sind hierdurch wenig beeinflußt worden, namentlich hat die Linke keine neuen Srtze gewonnen. Ein bestimmtes Urtheil über diesen Gegenstand läßt sich jedoch noch nicht abgeben, da man über das politische Programm der Neugewählten, welche vorher noch keinen Sitz im schwedischen Reichstage gehabt haben, mehr oder weniger in Unkenntniß schwebt. Die Storthingwahlen in Norwegen haben bekanntlich einen kleinen Sieg der Radikalen ergeben, indem letztere, joviet bis jetzt bekannt ist, 10 neue Sitze erobert haben.
Der Zwischenfall bezüglich der von den Engländern für Egypten gedungenen türkischen Arbeiter ist wieder beigelegt worden. Die gemietheten Arbeiter, die am vergangenen Sonnabend in Konstantinopel mittelst des russischen Packetbootes „Odessa" anlangten, sollten ausgeschifft werden, aber die türkische Negierung verhinderte Anfangs die Ausschiffung derselben, da sie ohne Pässe waren. In Folge der energischen Intervention des englischen Botschafters, Lord Dufferin, erfolgte jedoch am Sonnabend Abend die Ausschiffung der Arbeiter, welche unter Gewährung jeder Bequemlichkeit im Polizeiministerium untergebracht wurden.
Die in Kairo eingesetzte Special-Commission des Kriegsgerichts hat am vergangenen Montag ihre erste Sitzung abgehalten. General- konjul Malet bedeutete die egyptische Regierung, daß selbst Präliminarmaßregeln nicht ohne Kenntniß eines Vertreters der englischen Regierung getroffen werden dürften. — Baker Pascha, welcher vom Khedive mit der Reorganisation der egyptischen Armee betraut worden ist, wurde am Montag Tewfik Pascha durch den Generalkonsul Malet vorgestellt. Mit der Ausarbeitung eines Entwurfs der Reorganisation der egyptischen Armee soll sofort vorgegangen werden.
Cetewayo, der besiegte Zulukönig, ist vorige Woche von seiner Reise nach England wieder nach der Capstadt zurückgekehrt, von wo aus er ungesäumt sich wieder auf den Rückweg nach dem Zululand begab. Cetewayo ist bekanntlich von den Engländern wieder zum Herrscher über den größten Theil seines früheren Gebietes eingesetzt worden, doch soll die Mehrzahl der
Großherzogliche Handelskammer. I. V. d. V.:
Bekanntmachung. >
einsehen. 3 TOn Veröffentlichung innerhalb der nächsten 8 Tage auf dem Bureau des Handelskammermitgliedes Herrn Gg. H. Schirmer
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Politische Ueberstcht.
. GieHen, 5. October.
- v : 1 m § VuLLe des Bundesrathes beginnen, wie schon gemeldet, m owser Woche ihre Thatlgkeit, und zwar mit Prüfung resp. Feststelluna der Prmken gestellten Anträge. Dieselben beziehen sich auf die Vornahme einer Viehzählung, sowie Erhebung einer Anbaustatistik, damit gleich nach'Lusammen- tntt des Bundesrathes das Plenum Anlaß nehmen kann, sich mit den Anträgen 8" beschäftigen. Im Uebrigen wird allgemein erwartet, daß es im W^entlichen Verwultungsangelegenheiteii sein werden, welche den Bundesrath demnächst befchasügen und daß von neuen Eingängen nur der Etat zu erwarten " ÄA" fbe.n fe,1<nen preußüchen Minister-Ressorts macht sich wieder erneute Thatlgkeit bemerkbar. Vor Allem ist dies mit dem Finainministerimn der Fall wo demnächst mit dem Eintreffen des FinanzminfferfSchch'vm lemem Urlaube die Etatsarbeiten ihren Abschluß finden we den. Nach den getroffenen Anordnungen wurde der preußische Staatshaushalts-Etat dem Laud- wge am. November vorgelegt werden können, doch ist dieser Umstand nach
einer .Aittheilung der „Nat.-Ztg." keineswegs als maßgebend dafür anzusehen daß^ der ^.andtag noch m diesem Jahre einberufen wird. Das genannte Blatt weiß mü größter Bestimmtheit zu melden, daß Vorschläge dahin, sowie meiner bcl Vertagung des Reichstages au entscheidender Stelle
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fm„ ,AR, m , Nr- des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. September, enthält:
Vom 15.'September 1882 ^"^ betreffend den Beitritt Luxemburgs zu der untern, 3. November 1881 abgeschlossenen internationalen Reblaus-Convention.
dieses Jahres genehmigten Grundsätze für die Besetzuna der ©Stern unb in’TraftSreto1^7^ür1 fafiStaatsbehörden mit Militäranwärtern m Kraft getreten. (Für Elfaß-Lothrmgen ist der Termin aus leicht begreiflichen Gründen um zwei Jahre, bis zum 1. Oetober 1884 hinausae cbobenk Die in dem Entwürfe enthaltenen Bestimmungen habenjedoch ?nanche^ ir tbümW Auslegung gefunden; so heißt es z. B. in | 2 daß Gemfindediensi-N lllu ni|t unter die Bestimmungen des Entwurfes fallen. Hieraus will man schließen, daß die Communen vom 1. October ab nicht mehr vervsticktet feien ihre Snb- altern* und Unterbeamten-Stelleu mit Militäranwärtern zu besetzen. Dies ist aber irng, denn m dem angezogenen Paragraphen heißt es ausdrücklich, „...., unbeschadet der in den einzelnen Bundesstaaten bezüalich der Versorgung der Militäranwärter im Civildienste erlassenen weiteren Bestimmunaen." yleraus folgt natürlich, daß m Preußen die alten thatsächlich weiterqehenven Eisenbahngesellschaften u. sw. verpflichten, m Kraft bleiben , dagegen wird in andern Staaten, besonders in den süddeut- ,$en wo derartige Bestimmungen bisher nicht existirten, durch die nunn.eijr in • ^^^k^tenen Kunde rathl cheu Beschlu se keinerlei Zwang auf die Anstellung
von Mllttaranwartern rm Communaldlenst ausaeübt
eltp. _ ..Di° Judenkrawalle in Preßburg haben, Dank der energischen . Bemühungen der Behörden ihr Ende erreicht. Der Minister des Innern hat
. .. ?n die Behörden der ertadt einen strengen Erlaß gerichtet, in welchem er die- jtpH «*■ den ausfordert , den von der Regierung entsendeten Commissar auf das Wirk- H<'* san>ste ju unterstützen und die Durchführung der Anordnungen desselben ohne
eigen.
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«r. 233. Freitag dm 6. Oktober i882
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
-------------------------------------------------------------------- L. Geor g i.
In der Nacht vom 23-/24. September entkamen in Kohden bei Nidda: ---
9< mit (?,n5en. und eingepreßten waffelförmigen Verzierungen,
31 rino gefüllt m rothem Barchent mit weißem baumwollenen Ueberzug, gezeichnet M. U. 6.;
4) -l! mSfB SVÄ« «IT - "•***• ** •" *
Ich bitte um Nachforschung und Nachricht.
Gießen, den 4. Oktober 1882. Der Untersuchungsrichter ,1.
6510 gez- Holzapfel.


