Umbettichen, also das Hausiren mit Loosen, nicht statlftnden soll, und wenn dies aleicb mm Tb-ll auf besonderen, mit der Art des Betriebes verbundenen Gründen b-, ruben waa so wird damit doch Immerhin die G-sährlichkeit des letzteren an sich anerkannt und es ist dem Landesrechte wenigstens ein- Freigebung des Collectrrens in der bezeichneten Richtung unmöglich."
Türkei.
Konstantinopel, 2. Novbr. Das Resultat der Audienz Lord Dufferin's bei dein Sultan wird von beiden Theilen als befriedigend angesehen. Die Pforte hat ihren Botschafter in London, Musurus Pascha, telegraphisch angewiesen, von der englischen Regierung einen Aufschub der Abreise Lord Dufferin's nachzusuchen, bis jetzt aber noch keine Antwort erhalten. Die Abreise Lord Dufferin's nach Egypten soll an Bord des Dampfers „Antilove" erfolgen.
Telegraphische Depesche«.
Wotff's telegr. Correfpondenz-Bureau.
Leipzig, 3. Novbr. Das Reichsgericht hat auf die Revision der Staatsanwaltschaft das Urtheil des Landgerichts 11 Berlin, welches den Reichstags- Abgeordneten, Prof. Mommsen, von der Anklage der Beleidigung des Fürsten Bismarck freigesprochen hatte, aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an die erste Instanz zurückverwiesen.
Konstantinopel, 3. Rovbr. Lord Dufferin ist mit seiner Familie gestern auf dem Stationsdampfer „Antilope" nach Egypten abgereist, der Sultan hatte denselben vorher in einer Privat-Audienz empfangen. — Rach hier vorliegenden Nachrichten hat der türkische Botschafter, Musurus Pascha, der englischen Regierung gegenüber erklärt, die Abreise Lord Dufferin's sei geeignet, zu falschen Auffassungen Veranlassung zu geben, welche in dem Augenblicke, wo die Pforte übereinstimmend mit England zu einer Entente bezüglich Egyptens zu gelangen suche, eine ungünstige Wirkuug Hervorrufen würden. — Der türkische Botschafter in Paris, Essad Pascha, ist von der Pforte angewiesen worden, eine Aeußerung der französischen Regierung über die Investitur des neuen Bey's von Tunis durch die Pforte herbeizuführen.
Lokales.
Gießen, 4. November. Auch morgen wirb der evangelische Kirchengesangveretn zur Verherrlichung des Reformationsfestes bei dem Gottesdienst in der Stadtkirche Mitwirken. Wir heben aus den zum Vortrag kommenden Gesängen hervor: „Sei mit uns mit deinem Volke", von Palestrina, und den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr'" Bei diesen längeren Liturgieen dürfte es angemessen erscheinen, daß die Gemeinde sich erst bei der Aufforderung zum Gebet erhebe.
— Gestern wurde ein Frauenzimmer dahier verhaftet, welches in der Nacht vom 2. auf 3. l. Mts. auf einer Herberge zu Marburg Wäsche rc. gestohlen hatte. Die gestohlenen Gegenstände im Werthe von ca. 15 X sind von der Diebin auf dem Wege hierher für 50 Pfennige verkauft worden.
Handel und Verkehr.
Gießen, 4. November. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfund X 1.12—1.20, Hühnereier per Stück 7—8 H, Käse per Stück 4—10 Käsematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 X Tauben das Paar 50—70 -H, Hühner per Stück X 1.85—1.30, Hahnen per Stück X 0.70 bis i.lO, Enten per Stück X 1.80—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Kalbfleisch 54 bis 56 Schweinefleisch 62—64 Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—9.00, Zwiebeln per Centner X 4.00, Milch per Liter 1^—18^. Gänse per Pfd. 42—56 Weißkraut 100 Stück X 2—5.00.
Limburg, 2. November. Rother Weizen X 17.60, Saat-Weizen X 18.00, Korn X 12.40, Gerste X 9.15, Hafer X 6.30, Erbsen X —.—, Kartoffeln X —.—.
Frankfurt a. M., 4. November, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 261 %, Staatsbahnactien 2963/8, Galizier 266%, Lombarden 119%, Nord- weftbahuactien 174%, Darmstädter-Bankactien 156, Oberschlesische E.-B.-Act. 258%, Oefterr. Silberrente 66, 4% Ungar. Goldrente 748/i6, 4% 1880er Russen 69%, 5% 1877r Russen 87, 2. Orient-Anleihe 55, Spanier 62%, 5% Rumänische Rente 93, 4% Unitic. Egypter 71V16, Disconto Comm. 204%, Gotthardbahnactren 98 /0. Tendenz ruhig.
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.
Aufgebote.
Oktober. 31. Der pens. Förster Johann Heinrich Karl Emmerich, Wittwer von Braunfels mit Christiane Renting, Tochter^des verstorbenen Ackermanns Johann Konrad Reining von Sellnrod. November. 1. Schneider Johannes Diehl von Ober-Ohmen nut Ellsabethe Hofmann, Tochter des verstorbenen Oeconomen Christoph Hofmann I. von Groß-Buseck. 3. Schmied Ph. Klotz von Tiefenbach mit Anna Dorothea Plewe, Tochter des verstorbenrn Schneiders Joh. Plewe von Kiauen.
Geborene.
Oktober. 25. Dem Bierbrauer Ernst Otto Franke eine Tochter, Johanna Emilie. 25. Dem Bahnmeister Christian Sircoulomb ein Lrohn, Hermann Richard. 26. Dem Weißbinder Louis Hellmold eine Tochter, Susanne Emilie. 28. Dem Kutscher Heinrich Hofmann Zwillingskinder, ein Sohn und eine Tochter. 28 Dem Hautboist Heinrich Eyert ein Sohn. 29. Dem Bierbrauer Peter Worch ein Sohn, Heinrich Peter. 31. Dem Bahnarbeiter Karl Otter Zwillmgstöchter. 31. Dem Schuhmacher Heinrich Thielmann eine Tochter. November. 2. Dem Apotheker Hermann Collmann em Sohu.
Gestorbene.
Oktober. 27. Anna Marie Hartmann, 62 Jahre alt, von Altenstädten. 30. Juliane Reutzel, geb. Reutzel, 24 Jahre alt, Ehefrau des Oeconomen Johannes Reutzel von Kefenrod. 30. Dorothea, 7 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Conrad Pfeiftr V. 29. Luise, 3 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Heinrich Formhals von Groß-Linden. 30. Taglöhnerin Marie Burk, geb. Schmidt, 45 Jahre alt, Wittwe des Jacob Burk. 31. Juliane Gleißner, geb. Reuter, 38 Jahre alt. Wittwe des Landgerichtsdieners Heinrich Gleißner. November. 1. Karolinc von Rau, 52 Jahre alt. 1. Em Sohn von auswärts, Eduard Alfred, 3 Jahre alt. 3. Max, 4 Monate alt, Sohn des Handschuhmachers Friedrich Wilhelm Wusig.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Vermischtes.
Mainz, 3. November. Vor einiger Zeit ist es der Aufmerksamk.it eines hiesigen Zollbeamten gelungen, eine seit längeren Zeiten getriebene Zolldefraudation zu env »ecken. Ein auswärtiges Haus bezog nämlich größere Sendungen Zrmmt unter der Bezeichnung des zollfreien Sassavarillcholzes. Kürzlich ist nun der Prozeß wegen Zolldefraudation gegen das Geschäftshaus zur Einschreibung gekommen, wobei die fragliche Firma in eine Geldstrafe von 18,000 X verurtheilt wurde.
— (Chicagoer Unternehmungsgeist.) Unter dieser Spitzmarkc berichtet ein amerikanisches Blatt über eine recht heitere Scene. die sich kürzlich in Chicago abspielte. Ein speculativer Kleiderhändler hatte nämlich annoncirt, er werde zu einer bestimmten Zeit 100 Ueberzieher von dem Dache seines Hauses auf die Straße werfen. Das wohlthätige Unternehmen fand die Billigung der Behörden und so konnte denn der Rummel zur festgesetzten Zeit losgehen, oder vielmehr eine halbe Stunde früher, denn es hatte sich eine so große Menschenmenge eingefunden, daß das Gedränge die gefährlichsten Dimensionen annahm. Natürlich war Jeder, der keinen Ueberzieher batte — und auch in Chicago gibt es genug Ueberzieherlose — noch vor der festgesetzten -zeit am Platze. Der Straßenverkehr war vollständig unterbrochen. Als der Mayor die Menschenmenge in's Unendliche anschwellen sah, ließ er den menschenfreundlichen Spender vor der festgesetzten Zeit „loslegen". Es geschah. Ein Ueberrock stürzte herab. Tausend Hände streckten sich darnach, noch ehe er den Boden erreichte, war er m Dutzmde von Stücken zerrissen, was, wie die eingeweihte Zeitung bemerkt, durch seine Beschaffenbeit als ächte Chicagoer Maare sehr erleichtert wurde. Der Stoff war nämlich der auch bei uns grassirende „Shoddy" und die einzelnen Stücke waren nur in nothdürftigster Weise zusammengeflickt. Die nachfolgenden Röcke erlebten dasselbe Schicksal. Eme Anzahl Röcke verfing sich in dem Netz von Telegraphendrähten. Ein beherzter Kletterer kletterte m die Höhe. Den ersten Ueberzieher, den er erreichte, zog er sich selber an; die übrigen schüttelte er in die Tiefe, wo sie dieselbe Kampflust erweckten wie ihre Vorgänger Als er dann hinabsteigen wollte, sah er so viele gierige Augen auf sich gerichtet, daß er ihn wieder auszog und in ein offenstehendes Fenster warf, um ihn dann holen zu können. Ein Neugieriger, der einen eigenen Ueberzieher an hatte, war froh, als er mit dessen Hinterlassung die Flucht ergreifen konnte. So dauerte der Skandal eine ganze Werle, bis der Mayor endlich Halt gebot. Ob der andere Meyer auf feine Kosten kommen wird mit dieser Reklame?
— (Etwas für Pferdeliebhaber) Die Araber sind bekanntlich die eifrigsten Pferdevfleger, daher dürften folg-nde arabische Regeln für Pferdebehandlung von ganz besonderem Interesse für alle Pferdeliebhaber fein: 1) Halte Dein Füllen wie ein Haussier, auch verkehre mit ihm von feiner frühesten Jugend an und Du wirst ein Pferd daraus machen, das sanft, gelehrig, gehorsam und treu ist, auch zu den äußersten Leistungen fähig und die größten Strapazen für Dich ertragend. 2) Schlage nie Dein Pferd und fchelte es nicht mit rauher Stimme; werde nicht böse mit demselben, sondern rüge seine Fehler sanft, es wird sie ablegen, denn es versteht Deine Sprache und Meinung. 3) Hast Du eine lange Tagreise mit Deinem Pferde zu machen, so gehe erst langsam, schone seine Lunge und spare ferne Kraft) bis es dreimal geschwitzt hat und wieder trocken geworden ist- Darauf kannst Du Deinem Pferde das Aeußerste zumuthen und es wird solches leisten- 4) Beobachte Dein Pferd, wenn es aus einem Bache säuft Beugt es dabei seine Glieder (Beine) nicht, so sind dieselben nicht intakt; denn des Pferdes ganzes Gebäude ist symmetrisch- 5) Vier Theile an Deinem Pferde sollen breit fein: Stirn, Brust, Lenden und Sprunggelenke: vier Theile lang: Hals Brust (tief), Vorderarm und Kruppe.
- Obgleich wissenschaftlich nunmehr feststeht, daß die katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege, auf einer Entzündung der Schleimhäute beruhend, eben so rasch gehoben werden können, als diese Entzündung durch ein geeignetes Fleber und entzundungs- widriges Mittel beseitigt wirb und trotzbem in der Praxis m vielen taufenben von Fällen diese wissenschaftlichen Ergebnisse durch die auf Basis derselben bargestellten Apotheker W- Voß'schen Katarrhpillen sich glänzenb bewahrt haben, l-'.gibt es dennoch noch einzelne Zweifler, welche nicht begreifen können, daß man mit einigen Pillen, die man birect in den Magen führt, den Husten, die Heiserkeit, überhaupt den Schnupfen resp. Katarrh so rasch beseitigen könne. Für diese sei zu besserem Verstandniß erwähnt, daß der entzündliche Zustand der Schleimhäute durch Massenauswanderung der weißen Blutkörperchen bedingt, daß diese Massenauswanderung durch die innerliche Anwendung der Chinaalkaloide beschränkt und hierdurch der entzündliche Zustand selbst nut seinen Folgen (Katarrh, Schnupfen rc.) beseitigt wird. Die ächtm W. Voß'schen Katarrhpillen sind in den meisten deutschen Apotheken ä. Schachtel 1 X vorräthig- 7290
Getaufte.
Den 29. Oktober. Dem Schutzmann Balthasar Müller ein Sohn, Emil Georg Heinrich, geboren den 27. September.
Denselben- Dem Bahnarbeiter Martin Kohlermann ein Sohn, Karl Eduard, geboren den 13. Oktober.
Denselben- Dem Schneidmühlenbesitzer Philipp Euler ein Sohn, Albert Rudolf, geboren den 31. August.
Den 30 Oktober. Dem Fabrikant Louis Emmelius ein Sohn, Karl Hugo Cun, geboren den 26- August.
Den 1. November. Dem Scribent Heinrich Greb ein Sohn, Georg Friedrich Anton, geboren den 1- August.
Den 3- November. Dem Bremser Adam Weiß ein Sohn, August Ludwig, geboren den 23- Oktober.
Denselben. Em unehelicher Sohn, Karl Gustav, geboren den 17. Oktober-
Beerdigte.
Den 28- Oktober. Justine Schäcker, geb. Pimper, Wittwe des verstorbenen Kreisbauaufsehers Friedrich Schäcker, alt 63 Jahre 6 Monate 27 Tage, gestorben den 26. Oktober.
Denselben. Charlotte Geist, geb. Bender, Ehefrau des Großh. Gymnasialdirectors t. P. Dr. Eduard Geist, alt 68 Jahre, 11 Monate 11 Tage, gestorben den 26. Oktober.
Den 1. November. Juliane Gleißner, geb. Reuter, Wittwe des Landgerichts' dieners Heinrich Gleißner, alt 38 Jahre 4 Monate 15 Tage, gestorben den 30. Oktober.
Den 3- November Karoline von Rau, des verstorbenen Postmeisters Georg von Rau dahier ehel che ledige Tochter, alt 52 Jahre 8 Monate 28 Tage, gestorben den 1- November.
Brodpreise
vom 5. bis 19. November 1882.
der Bäcker H
1
2
1
2
1
2
3
Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod ....
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bei Konrad Rinn Hl
(6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Keil, L. Kroneberg, Konrad Haas, Karl Wallenfels 11., Martin Lenz, Ludwig Schneider, Fr. W. fiartmann ei Gg- Müller .....
Kgr.
170
1
2
1
2 3
1
2 3
30
60
27
54
24
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50
Gießen, den 4. November 1882.
der Brodverkäufer
2 Pfd.) Weißbrod . . . .
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Großherzogliches Polizeiamt Gießen
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Fresen ins.
Für die Wasserbeschädigten in Tirol gingen weiter bei uns ein: Von Professor Dr. Lemcke 20 X, Dr. Levi 3 X, Musikdirector Felchner 2 X, Pfarrer Dr. Haupt 3 X, R- S- 3 X, M. K- 2 X, an Zeugengebühren 10 X, A. Kraatz 5 X, gerichtsrath Pf. 5 X, Rechtsanwalt Th- B- 5 X, Director V- 3X, Apotheker C- 3 X, Dr. M- 3 X ,
Den freundlichen ©ehern herzlichen Dank sagend, bitten wir um weitere Gaben, da die Noth groß und Hülfe dringend nöihig ist. . u
Die Expedition des „Gießener Anzeiger.
SS’ Das Museum des historischen Vereins (im alten Rathhaus) ist von nun an jeden Sonntag, Mittags von 12—1 Uhr geöffnet.


