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Plätze in Aussicht genommen. Seitens der militärischen und anderer Vereine wird der Tag durch besondere Festlichkeiten begangen.

Schwerin, 2. Septbr. Die Sedanfeier wurde hier bet herrlichstem Wetter durch Veranstaltung eines Festzuges gefeiert, an welchem sich die Krieger­vereine, die Gewerke und höheren Schulen beteiligten. Daran schlossen sich eine Festrede am Kriegerdenkmal, gehalten von dem Rechtsanwalt Fahrenheim, und ein Volksfest im Großherzoglichen Schloßgarten.

Weimar, 2. Septbr. Der Sedantag wurde in den Kirchen und Schulen festlich begangen. Vormittags fand ein Festzug zum Kriegerdenkmal statt. Für den Abend ist ein Fackelzug beabsichtigt.

Bremen, 2. Septbr. Die heutige Sedanfeier wurde mit einem Gottes­dienst eingeleitet. Um 11 Uhr begann im Beisein des Senats und der Bür­gerschaft und unter Belheiligung zahlreicher Vereine, fämmtlicher Schulen und dichtgedrängter Volksmassen die öffentliche Festfeier auf dem Marktplatz, die mit Gesang und unter Glockengeläute und Kanonendonner begann und schloß. Heute Nachmittag findet em großes Volksfest auf dem Schützenhos und im Bürgerpark statt. Die Stadt hat zu Ehren des Sedantages festlichen Flaggenschmuck angelegt.

England.

London, 2. Septbr. Das Befinden des Erzbischofs von Canterbury hat sich wieder verschlimmert.

Nach Depeschen des Generals Wolseley aus Jsmailia vom 1. ds. erwartet derselbe nur die vollständige Organisation des Transport-Dienstes, um weiter vorzurücken. General Wolseley hatte darauf gerechnet, die Eisen­bahn und den Süßwafferkanal benutzen zu können, um den Truppen in der Front Vorräthe zuzuführen. Der Feind hat indessen diese Verbindungsmittel abgeschnitten, indem er im Kanal Dämme errichtete und ebenso den Eisenbahn­verkehr durch einen großen Damm absperrte. Diese Hindernisse sind jetzt besei­tigt und drei Locomotiven functioniren jetzt. Ein Maulthier-Transport ist aus Cypern eingetroffen, andere werden in kürzester Zeit von Malta, Italien und Syrien erwartet. General Wolseley hofft, Kameele der Beduinen zu erhalten. Die Hitze ist nicht so bedeutend, als man erwartet hat. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ein guter.

Wie derTimes" aus Alexandrien von heute telegraphirt wird, nimmt man daselbst an, daß General Wolseley, durch die schottische Brigade verstärkt, morgen oder Montag einen allgemeinen Angriff machen wird.

Nach einer Depesche aus Gassassin vom 2. ds. unternimmt die eng­lische Kavallerie täglich Recognoseirungen; im Uebrigen ist die Lage der Dinge dort unverändert.

Dublin. 400 Personen haben sich bereits zur Bildung eines besonderen Polizei-Corps einschreiben lassen. Der hiesige Municipalrath trat Abends zu­sammen. Der Lord-Mayor von Dublin kündigte an, er beabsichtige eine Pro­klamation zu erlassen, in welcher die Bürger aufgesordert werden sollen, Ange­sichts des Fehlens von Polizeimannschaften, zur Aufrechterhaltung der Ruhe mitzuwirken.

Sämmtliche Polizisten einschließlich der entlassenen 883 Mann, haben ihre Thätigkeit eingestellt. Nur die höheren Beamten, Jnspicienten und Sergeanten sind auf ihren Posten geblieben. Heute Abend fanden Ruhestörungen statt", welche das Militär, zuweilen mit gefälltem Bajonnet, unterdrückte. Es werden fortgesetzt Special-Constabler angestellt.

Asten.

Manila, 1. Septbr. In Jlo-Jlo, auf den Philippinen, herrscht seit 14 Tagen eine starke Cholera-Epidemie.

Aegypten.

Alexandrien, 2. Septbr. Die Verfügung des internationalen Gesund- heitsrathes schreibt für die Provenienzen aus Bombay und Aden die Anwendung der gewöhnlichen Vorschriften bezüglich der Cholera vor. Der Khedive beab­sichtigt die hiesige Polizei zu reorganifiren.

Suez, 2. Septbr. Der Kanal ist von bewaffneten Booten wohl bewacht: die wichtigsten Punkte zwischen Jsmailia und Suez sind von indischen Trup­pen besetzt.

Amerika.

New-Nork, 2. Septbr. Der Präsident Arthur, welcher sich gegen­wärtig auf einer Reise an der Küste von New-England befindet, soll, wie ver­lautet, am Malaria-Fieber erkrankt sein.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Eorrespondenr-Burearr.

Paris, 3. September. Die französische Regierung hat in Algier und Tunis Vorsichtsmaßregeln angeordnet bezüglich derjenigen Schiffe, welche aus den von der Cholera heimgesuchten Theilen Asiens kommen.

DerTemps" sucht den Nachweis zu liefern, daß die englische Expedition in Egypten für Frankreich von einem größeren Nutzen sein werde, als für Eagland selbst. Das Blatt glaubt, England erstrebe kein Protectorat über Egypten, aber selbst wenn England sich m Egypten festsetzen sollte, wie Frankreich in Tunis, würde Frank­reich dabei ebensoviel gewinnen wie England.

Paris, 3. September. Ferdinand v Lesfeps ist hier angekommen und von seinen Freunden empfangen worden- In einer Ansprache an dieselben bemerkte er, er könne denjenigen, welche die Absicht gehabt hätten, ihm zu Ehren ein Bankett zu ver­anstalten, nur seinen Dank dafür aussprechen, aber das Banket habe er nicht acceptiren können, da dieser Art von Kundgebung die Emmüthrgkeit der Zustimmung gefehlt haben würde und politische Erwägungen sich in verhängntßvoller Weise hätten emmtschen können Ich habe mich überdies, seitdem ich den diplomatischen Dienst verlassen und meine Stellung als Vertreter Frankreichs in Rom aufgegeben habe, nicht mehr mit Politik befaßt. Man hat mich für einen Freund Englands und einen Feind Arabi Paschas ausgegeben; ich habe aber nur als Freund und Vertheidiger des Suezkanals, jenes Werkes von universeller civilisatorischer Bedeutung, gehandelt. Was Arabi Pascha betrifft, welchen man als einen Barbaren bezeichnet hat, so mutz ich demgegen­über heroorheben, daß er allein die Neutralität des Canals respecttrt hat und daß, wenn der Canal sich noch in intactem Zustande befindet und der Marine aller Nationen offen erhalten geblieben ist, man dies ihm verdankt-

London, 3. September. General Wolseley meldet in einer Depesche von gestern, daß er von der Front nach Jsmailia zurückgekehrt sei und daß die Truppen reichlich mit Proviant versehen seien- c r

Dublin, 3. September. Der größte Theil der strikenden Polizisten hat gestern Abend seine Funktionen wieder ausgenommen, nachdem die Polizisten ein Schreiben an den Vicekönig gerichtet hatten, in welchem sie ihre frühere Haltung lebhaft bedauern, ihn in den respectvollsten Worten ersuchen, ihre Beschwerden in Erwägung zu ziehen- Eine gewisse Anzahl Polizisten beharrten jedoch in ihrer widerspenstigen Haltung.

Der Vicekönig besichtigte Abends die 700 Specialpolizisten, welche sich gestern und heute hatten einschreiben lassen, und hielt hierbei eine Ansprache an dieselben, in welcher er ihnen im Namen der Königin für ihre Loyalität und ihre durch Uebernahme des Polizeidienstes für das öffentliche Wohl bewiesene Gesinnung dankte.

Das Centrum der Stadt ist noch immer von Mtlttärabtheilungen besetzt, da die Polizisten, welche ihre Funktionen wieder ausgenommen haben, in die Vorstädte von Dublin gesandt wurden. Um Mitternacht fanden in den Hauptstraßen größere Ruhestörungen statt; die Menge griff das Militär m't Steinwürfen an, worauf dieses mehrere Male Feuer gab und die Menge dadurch zerstreute. Mehrere Personen wurden verwundet, einige Verhaftungen vorgenommen.

Bukarest, 3. September. Wie dieJndependance de Roumanie" gerüchtweise meldet, soll demnächst eine Zusammenkunft der Könige von Rumänien und Serbien und des Fürsten von Bulgarien in Rustschuk stattfinden.

Alexandrien, 3. September. In Folge eines Mißverständnisses zeigte der mit dem Stgnatdienst betraute Officier gestern an, daß die Egypter im Vormarsche auf Mex längs des Mariutsees begriffen seien- Der General Drury Lowe traf alsbald ent­sprechende Vorkehrungsmaßregeln, der Feind zeigte sich aber nicht.

Es herrscht hier große Besorgniß wegen des Süßwassers, da dasselbe heute früh ausgeblieben ist.

Karlsruhe, 4. Septbr. (Privat - Depesche). Der gestrige Extrazug zwischen Freiburg und Colmar entgleiste auf der Rückfahrt bei dem Dorfe Hug­stetten (Badens. Es heißt, daß 50 Personen getödtet sind, außer einer großen Zahl Verwundeter. Authentisches fehlt.

Lokale-.

Gießen, 4. September. Die diesjährige Sedanfeier in unserer Stadt beschränkte sich neben dem Schmuck der Häuser auf die kirchliche Feier am Samstag in der Synagoge und gestern in den Kirchen. Eine öffentliche Feier veranstaltete nur der Kriegerveretn- Um 11 Uhr gestern Vormittag marschirte derselbe nach dem Friedhof zur stillen Feier des Angedenkens der theuren fürs Vaterland Gefallenen und zur Bekränzung des Krieger-Denkmals. Nachmittags war eine größere Feier auf der schön hergertchteten Burg Gleiberg arrangtrt, bei welcher nur zu bedauern war, daß diese nicht von allen Vereinsmitgltedern besucht wurde.

Das 35. Stiftungsfest des hiesigen Turnvereins verlief, von einem gnädigen Himmel unterstützt (es regnete auffallenderweise gestern nicht), in recht hübscher Weise. Wir werden in kommender Nummer eingehend darauf zurückkommen.

Herr Haupt-Steueramts-Controleur Korwan, welcher am 14. August eine Urlaubsreife nach Tyrol angetreten, wurde am 19. desselben Monats auf dem Gatsberg bei Salzburg tobt aufgefunden. Den Verstorbenen muß jedenfalls ein Schlaganfall betroffen haben. Dadurch daß keine hinreichende Legitimation vorgefunden wurde, konnte erst heute die Leiche als die des Vermißten anerkannt werden.

Vermischte-.

Darmstadt, 1. September. Wie wir aus zuverlässiger Quelle vernehmen, werden in Kürze fast sämmtliche Mitglieder der hiesigen evangelischen Ktrchengemeinde- vertretung, in Folge der bekannten Vorgänge bet der Besetzung der 4. Pfarrstelle, ihr Mandat ntederlegen. (D- T- A.)

Das Schöffengericht verurtheilte heute den Offiziersasptranten St-Richat von London, der am 24- Juni einen Militärschwtmmlehrer während seines Dienstes am großen Woog durch die SchimpfworteSchweinhund" undverfluchter Deutscher" beleidigte, zu 10 Tagen Gefängniß und verfügte die sofortige Verhaftung des Ver- urtheilteu, der wiederholt, aber vergeblich, unter Berufung auf sein bevorstehendes Examen jede beliebige Caution bot. Der Amtsanwalt hatte sogar 3 Wochen Gefängniß in Antrag gebracht-

Darmstadt, 3. September. sLandwirthschaftliche Landesausstellung.) Im Nachstehenden bringen wir die Fahrpreisermäßigungen, welche während der Dauer der landwirthschastlichen Ausstellung zu Darmstadt (vom 16. bis tncl. 24. September er.) verwilltgt sind.

1. Von der Königlichen Eisenbahn-Directton in Hannover (Main-Weser-Bahn). Von der Königlichen Eisenbahn-Direction in Frankfurt (Frankfurt-Bebra-Bahn1. Ver­längerung der Gültigkeitsdauer der Retourbillete, welche vom 16. bis 24 September er. nach Frankfurt a. M- gelöst werden, bis incl- zum 25. September er. wenn vor dem Betreten der Ausstellung beim Lösen des Ausstellungsbillets durch das Ausstellungs- Comit6 auf der Rückseite des Retourbillets eine, auf die Gültigkeitsdauer des Billets sich beziehende und mit dem Trockenstempel der Main-Neckar-Bahn versehene Tectur aufgeklebt worden ist und beim Antritt der Rückreise die Retourbillete auf der Rückseite mit dem Datumstempel der Station Darmstadt resp. Bessungen versehen wurden. Einbezogen in diese Vergünstigung sind jeboeb nur biejentgen Stationen ber beiden vorgenannten Bahnen, welche auf hessischem Gebiete liegen resp. Zugangsstationen aus hessischem Gebiete nach Darmstadt sind, wie z. B- Gelnhausen, Fulda rc.

2. Von der Badischen Bahn für die auf hessischem Gebiete gelegenen Stationen, von ber Hessischen Ludwigseisenbahn für sämmtliche Stationen, von ben Oberhessischen Eisenbahnen für sämmtliche Stationen, von ber Main-Neckar-Bahn für sämmtliche Stationen (incl. der badischen Station Mannheim), freie Rückfahrt auf einfache Billete, wenn dieselben bei- dem Betreten der Ausstellung beim Lösen des Ausstellungsbillets auf der Rückseite von dem Ausstellungscomitä mit dem Ausstellungsstempel versehen wurden. Wo directe Billete bei den betreffenden Stationen ber Badischen Bahn und Hessischen Ludwigsbahn nach Darmstadt bestehen, sind solche zu verwenden- Die ein­fachen Billete erhalten die gleiche Gültigkeitsdauer wie solche den für die betreffenden Strecken bereits eingeführten Retourbilleten beigelegt ist. Bei Benutzung der Schnell­züge zur Hin- und Rückfahrt ist ein einfach's Schnellzugsbillet, bet einmaliger Benutzung eines Schnellzugs bei der Hin- oder Rückfahrt ein Zusatzbillet zu lösen.

Bei der Hessischen Ludwigsbahn ist bei Benutzung eines Schnellzuges zur Hinfahrt ein einfaches Schnellzugsbillet zu verwenden, dagegen berechtigen die einfachen gewöhnlichen Personenzugsbillete auch zur Rückfahrt in den Schnellzügen ohne Zukauf eines Zusatzbillels.

Sämmtliche nach der Station Darmstadt der Main-Neckar-Bahn lautende Billete berechtigen auch zum Aus- und Einstergen auf Station Bessungen, soweit die Züge, für welche sie Geltung besitzen, dortselbst anhalten.

Der Verkauf ber Ausstellungsbillete färbet am Eingang ber Ausstellung statt.

Telegraphische Dampsernachrichlen. Mitgetheilt von ben General-Agenten Gebr. Gosewisch und Max Jos. Schröder, Mainz.

New-York, 31. August. Angekommen von Havre (Abfahrt 19. August) DampferSt. Germain" der Comp. General Transatlantique.

Baltimore, 1. September. Angekommen von Bremen DampferStraßburg" des Norddeutschen Lloyd.

Handel und Verkehr.

Grünberg, 2. September. (Fruchtpreise.) Weizen X 20.64, Korn X 16.06, Gerste X 14.50, Hafer x 12.76, Erbsen X, Lein X, Samen X 26.30, Kartoffeln X.

Frankfurt, 2. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 2.503.80, Strohs 1.501.80, Eier das Hundert 56.00, StücköVr6H, Butter 1. Qualität X 1.40, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 2.503.50, ausgekernte Erbsen das Pfund 80 H, Bohnen per Pfund 10 4, Wirsing 68 H, Blumen­kohl 6070 H das Stück, 1 Hahn X 0, 1 Suppenhuhn X 0.901.20, 1 Poularde X 00.00, 1 Ente X l.iO1.80, 1 Taube 4050 ,H, 1 Welschen X 00, 1 Gans X 4.50-5.50. '

731) lieber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von M A.AS1E1VSTEIIV A VO^LEH in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einlordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reiche^ Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt