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Mittwoch den 5. April

1882.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Schulstraße B. 18.

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Betreffend: Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.

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xJ v t V v v j v w h v i, 4/ U- l- V v II UUJlvvy|lUUlll vl| v ll vvlllll|lvLll die schriftliche Einladung zugehen lassen, zu den Berathungen des Bundesrathes .xf, Son Beitimmunaen der (Seldin ftänrhttnrm hoÄ 9AntthpÄrntfiPÄ stell nm

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PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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jtlbe verlängert in ihrem ersten Artikel die discretionären Vollmachten des Juli- Btzes von 1880 (Dispens vom Eid des Bisthumsverwcfers, Aufhebung des Sperrgesetzes und der commissarifchen Vermögensverwaltung) bis zum 1. April 1883. Dann folgen Artikel 2, 3 und 3a der Vorlage, betr. die Bifchöfe, die

gemäß den Bestimmungen der Geschäftsordnung des Bundesrathes sich am 15. April in Berlin einzufinden.

Dispensen betreffs der Vorbildung der Geistlichen, die Aufhebung desCultur- eramens" und die Befeitigung des Institutes derStaatspfarrer", Artikel 4 Gnzeigepflicht) und Art. 5 (Zulassung der Hilfsgeistlichen) der Regierungs- rorlage fallen weg. Das Centrum hat alfo einen Theil feiner Ansprüche fallen Men, während die Confervativen als Gegenleistung auf die beiden letzten Artikel her Regierungsvorlage verzichteten. Was nun die Verhandlungen selbst anbe- ckngt, so dürften dieselben zur Stunde bereits zu bekannt fein, um eine aus- ehrliche Wiederholung derselben zu rechtfertigen; wir tragen daher aus der entscheidenden Freitags-Sitzung nur noch nach, daß die kirchenpolitische Vorlage in dritter Lesung nach den Beschlüssen der zweiten Lesung mit 228 gegen 130 Stimmen angenommen wurde. Cultuäminister v. Goßler erklärte hierbei noch­mals, daß die Negierung principiell an ihrer Vorlage festhalte, doch verfehlte er nicht, feine Freude darüber zu erkennen zu geben, daß das Centrum feine rein negirende Position^ aufgegeben habe. Hierauf genehmigte das Haus noch 4as Gesetz, betr. die Fürsorge für die Wittwen und Waffen der unmittelbaren taatsbeamten definitiv in der Fassung der zweiten Lesung und vertagte sich sodann bis Dienstag, den 18. April, für welchen Tag kleine Vorlagen auf der Tagesordnung stehen. Das Herrenhaus hielt am Freitag ebenfalls eine Sitzung ab, in welchem der Etat im Ganzen genehmigt wurde; das Haus ver­tagte sich sodann auf unbestimmte Zeit.

Der Reichskanzler Fürst Bismarck vollendete am 1. April fein 67. Lebensjahr und hat der Geburtstag unseres großen Kanzlers diesmal noch deshalb eine besondere Bedeutung, weil in diesem Jahre zwei Decennien sich vollenden, feit Bismarck in das preußische Ministerium eintrat und damit jene großartige patriotische Wirksamkeit begann, wie sie vor ihm noch kein deutscher Staatsmann, wenigstens mit solchem Erfolge, entfaltet hat. Wie man auch Über die socialpolitischen Bestrebungen des Reichskanzlers denken möge Eines müssen selbst die erklärtesten Gegner desselben zugestehen: oaß Fürst Bismarck mit eiserner Consequenz an dem Bestreben festgehalten hat, Dentschland zur Größe zu führen und alle Zwischenfälle und Verwickelungen zu dessen Besten zu rvmden. Der 1. April wird daher allezeit in unserer Geschichte stehen als einer der Ausgangspunkte unserer wiedergewonnenen nationalen Größe; an den nachfolgenden Geschlechtern ist es, dieses kostbare Gut zu hüten und zu

wahren.

Der Reichskanzler hat den bundesstaatlichen Ministern

In der französischen Deputirtenkammer hat Gambetta ß für seine Niederlage bei den Wahlen zur Buöget-Commission wenigstens insofern z eine kleine Genugthuung erhalten, als er in voriger Woche einstimmig von 'einer Abtheilung in die Commission für das neue Recrutirungsgefetz-Proiect

Das Hauptereigniß in unserer inneren Politik ist zur Zeit die in voriger Woche im preußischen Abgeordnetenhause unmittelbar vor dessen Vertagung erfolgte Annahme der kirchenpolitischen Vorlage, wie sie aus den ~ - e .. , Die-

Dolitische Uebersicht.

Gießen, 4. April.

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Diejenigen Einwohner von Gießen, welche Tauben halten, werden hiermit aufgefordert, diefelben ohne Ausnahme vom 5. April bis 3. Mai l. I. bei Neidung der im Art. 79 des Feldstrasgesetzes vorbestimmten Strafen in den Schlägen eingesperrt zu halten.

' Gi eßen, am 3. April 1882. ' Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

Fresenius.______ ___

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« FrietacWr H^bandlungen zwischen Centrum und Conservativen hervorgegangen ist. bekannten Bm*. > - u ~- ' « <- - "

die von ärM' meiner cheralscl 1882.

gewählt wurde. Letzteres ist eine gemeinsame Arbeit des Kriegsministers Cam- penon und Gambetta's, und die Wahl Gambetta's ist daher eine Art Anerken­nung dieser Arbeit. Ob jedoch die Kammer dem Recrutirungsgesetz-Projecte selbst ihre Zustimmung geben wird, ist noch sehr fraglich, da die Meinungen untef den Deputirten über den betr. Entwurf noch sehr getheilt sind.

Die englische Negierung hat trotz des Umstandes, daß die Ver­hältnisse in Irland sich noch nicht im Geringsten gebessert haben, beschlossen, keine strengeren Maßregeln gegen Irland zu ergreifen. Der Geheim-Siegel- bewahrer Lord Carlingford theilte am Freitag dem Oberhause mit, daß die Regierung nicht die Absicht habe, die Jurpgesetze in Irland zu suspendiren und daß die Regierung überhaupt bezüglich der Zustände in Irland gegenwärtig keine neuen Gesetze zu machen habe.

In Palermo, der Hauptstadt Siciliens, ist die 600jährige Gedenkfeier an die sicilianifche Vesper (30. März 1282), soweit bis jetzt be­kannt, ohne störende Zwischenfälle verlaufen. Die Nachricht, die in Palermo lebenden Franzofen feien abgereist, aus Furcht, belästigt zu werden, hat sich als unbegründet erwiesen, auch hat Garibaldi seinen Einfluß geltend gemacht und dringend Ruhe anempfohlen. Die Festlichkeiten, von denen sich die Regierung aus Rücksicht auf Frankreich fern hielt, trugen einen rein municipalen Charakter.

Aus dem Czarenreiche liegt abermals die Kunde von einem politi­schen Morde vor. Als am Abend des 30. März der Procurator des KieM- scheu Kriegsgerichtes, General Strelnikoff, auf einer Bank des Strand-Boulveards zu Odessa saß, wurde ein Revolverschuß auf ihn abgefeuert, der feinen Racken durchbohrte und den Tod des Generals nach zwei Minuten herbeiführte. Die beiden Mörder, welche erst nach heftigem Kampfe überwältigt werden konnten, sind noch junge Leute, welche aber bei der sofort eingeleiteten Untersuchung die Nennung ihrer Namen verweigerten. Strelnikoff war nach Odessa abcomman- dirt, behufs Beaufsichtigung der wichtigsten politischen Processe, die gegenwärtig schweben. Kaiser Alexander III. hat die Todesstrafe der im Trigonja- Processe Verurtheilten in Zwangsarbeit in den Bergwerken auf unbestimmte Zeit umgewandelt. Ausgenommen ist Suchanoff, dessen Todesstrafe, da er als Officier sich eines schweren Verbrechens schuldig gemacht hat, in Kraft bleibt, jedoch anstatt durch den Strang, durch Erschießen vollstreckt worden ist. Die Execu- tion erfolgte am vorigen Freitag in Kronstadt. Die russische Regierung plant eine Maßregel, durch welche namentlich die deutsche Einwanderung nach Rußland empfindlich getroffen werden würde. Es sollen nämlich alle Ausländer, welche länger als 5 Jahre in Rußland wohnen, gehalten werden, sich entweder naturalisiren zu lassen oder aber das Land zu verlassen. Da in Rußland zur Zeit mindestens 150 bis 200,000 Deutsche leben, welche deutsche Staatsbürger sind, so würden dieselben demnach ihre meist einträglichen und einflußreichen Aemter und Stellungen verlassen inüssen, denn nur Wenige von ihnen würden Lust haben, ihr deutschesWZndigenat aufzugeben. ,

Im östlichen Spanien, in der Provinz Caüilonien, ist eine onschei- nend nicht unbedenkliche Bewegung ausgebrochen , welche sich gegen die Wirth- fchaftspolitik des Cabinets Sagasta richtet. Anlaß hierzu hat der den EoAes zur Genehmigung vorliegende spanisch-französische Handelsvertrag gegeben, welcher auf den lebhaftesten Widerspruch der Opposition stößt. In Barce ona wurden als eine Art Protest gegen den Vertrag mehrere Fabriken geschlossen. Eme Gruppe von Arbeitern wollte die Bahnzüge am Ablaufen verhindern und wur­den auf die Polizei, welche hierbei einschritt, Gewehrschüsse abgefeuert, doch konnten die Züge abgehen. Die catalonischen Deputirten baten den Minister- Präsidenten Sagasta, die Annahme des fpanisch- französischen Handelsvertrages

ießener Anzeiger

Amis- und Anzeigeblaii für den Kreis Gießen.

Betreffend: Das Verfahren bei Besichtigung neuer oder veränderter Feuerungsanlagen. Gießen, am 3. April 1882.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzogliekren Bürgermeistereien des Kreises (mit Ausnahme der Stadt Gießen), sowie an die Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

Nach Art. 77 der am 1. d. M. in Kraft getretenen allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 sind die Bauenden, worunter nach Art. «9 sowohl f Bauherren, als deren Baumeister und Bauhandwerker zu verstehen sind, verpflichtet, der Lokalpolizeibehörde von der Beendigung des Rauhbaues genehnügter bauten und Feuerungsanlagen vor dem Beginn der Verputzarbeiten Anzeige zu machen, damit zur Prüfung der plan- und vorschrfftsgemäßen Aus- Wrunq des Bauwesens eine Besichtigung desselben vorgenommen und je nach dem Ergebniß weisere Verfügung getroffen werden sann.

In den Gemeinden, in denen sich Feuerstättenbesichtiger befinden, sind diefelben auf diese Bestimmung besonders aufmerksam zu machen, und onzuweisen, ki gelegentlicher Anwesenheit in den verschiedenen Orten ihres Bezirks ihre Aufmerksamkeit auf Neubauten zu lenken und die Bauenden auf dieMinerkte^Vor- christ und die bei Nnterlafsung rechtzeitiger Anzeige ihnen drohende Strafe hinzuweisen.

Auch Sie wollen dafür Sorge tragen, daß derartige Contraventionsfülle möglichst verhütet werden, oder wenn sie nicht verhütet werden tonnten, zur Anzeige kommen. Endlich ist auch die vorgeschriebene Besichtigung neuer oder veränderter Feuerungsanlagen jedesmal vor Beginn des Verputzes zu veranlassen.

Pr. Boekmann.