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und Erpressung zu verantworten. Der Angeklagte scheint in die gleiche Schule gegangen zu sein, mir Salomon Kaufmann von Viernheim, denn seineGeschäfte" tragen durch­aus dasselbe Gepräge, wie die von letzterem abgeschlossenen, nur die Routine und Laschheit im Handeln scheint ihm abzugehen, denn er beschränkte sich auf wenige Opfer, ph aber analog rote die Kausmann'schen behandelt wurden D>e früher sehr gut situtrten Walentin Klaus Eheleute von Ilvesheim ließen sich vor vier Iahten erstmals mtt dem Angeklagten auf einen Kuhkauf ein. und dieser erste Kauf sollte für sie Anlaß jahre­langen Kummers und schließlich ihres finanziellen Runs sein, denn der schlaue An- klagte wußte die Eheleute Klaus bald so an sich zu fesseln, daß sie angesichts der ständigen Drohung, sie wegen eines anfänglich flei eil Darb hens pfänden zu lassen, blindlings seine Vorschläge befolgten Diese bestanden darin, vom Angeklagten gebrachte magere und meist roerthlose Kühe und Rinder gegen gut genährte und werthvolle Thiere za vertauschen. Die mageren O jecte wurden immer zu den höchsten Preisen und die werthvollen der Eheleute Klaus zu einem Spottpreis veranschlagt. So hatten die guten J'eute das ganze Jahr hindurch dem Angeklagten magere Kühe herauszusüttern und wurden für dieses Geschäft ihrem Wohlthäter immer mehr Geld schuldige Endlich mußten die betrogenen Leute neben dem enormen Schaden von dem Kuhgeschäft, die fielen gelieferten Nahrungsmittel rc. für wirklich erhaltene etwa 100 bis 150 Mark Darlehen über 1600 Mark anerkennen und bezahlen, denn die jeweiligen Einträge hatten eine Zwangsvollstreckung im Gefolge, so daß die Ebeleute Klaus ihrer letzten Habe beraubt vom heimischen Boden vertrieb.n wurden. Planmäßig und gedrängt durch maßlose Habgier wurden die Leute vom Angeklagten ausgezogen, denn In sieben Höllen muß der Thatbestand der Erpressung und in diversen der des Wuchers gesunden werden- Die wirkliche Rothlage der Opfer wurde ausgebeutet, um Geld viel Geld h.'rausznpressen, und daß der Angeklagte ein Mann ist. der vor keinem Mittel zurück­schreckt, seine habgierigen Zwecke zu erreichen, dürsten seine Vorstrafen beweisen. Der Menschenfreund Neu hat sich schon zwei Mal der falschen eidlichen Aussage, der Anstiftung zur Beseitigung gepfändeter Fahrnisse rc schuldig gemacht und geht beute die Anklage dahin, daß sich der Angeklagte der mehrfachen Erpressung und d s damit concurrfrenbtn Wuchers schuldig gemacht, weshalb er zu einer Gefüngniß- ftrafe von 1 Jahr 9 Monaten, bjährigem Ehrverlust und den Kosten verurtheilt und sofort abgeführt wird.

731) lieber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine o.ler mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von Bfi Jk de ELIE ifö in

Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichta der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieften.

Evangelische G e m e i n d e.

Gottesdienst:

Samstag den 4. November.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Schlosser.

Sonntag den 5. November (22. nach Trinitatis). Reformationsfest.

Vormittags 9V > Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Feier des heiligen Abendmahls.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Gustav-Adolf-Stiftung.

Die Gemeinde wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß nach Beschluß des Kirchenvorftandes und der Gemeindevertretung, vom 1. Januar 1883 an, das neue Gesangbuch in unseren Gottesdiensten allein gebraucht werden soll.

Donnerstag den 9. November, Abends 8Uhr, im Gymnasium: Bibel­stunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 3,114. Pfarrer Dr. Naumann.

Die P fa r r g e sch ä fte in der Woche vom 5. bis 11. November besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

23. Sonntag nach Pfingsten.

Von 7 Uhr an Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion. V210 Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienli in der Synagoge.

Freitag Abend 430 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 520*

Temperatur in Gießen.

Oktober 1882.

Niederste + 1,0 °R.

Mittlere 4- 7,66

Mittel früherer Jahre .... -ft 7,24

Höchste -ft 16,5

Niederschlag (meßbarer) an 17 Tagen. . 2,63 Par. Zoll.

im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,97

vom 1. Januar bis 31. Oktober 1882 22,91

im Mittel früherer Jabre. . *. 19,80 ,,

Allgemeiner

Anzeiger.

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5 Die an der Kirche zu Treis a. d. Lda. f vorkommenden Dachdecker-Neparatur- 1 arbeiten sollen

Dienstag den T dS. Mts.,

Vormittags ll1/? Uhr, Ian Ort und Stelle vergeben werden, ^woselbst sich Uebernahmslustige ein- Mliden wollen.

Nächsten Montag den 6. November, ;:,?!rgep§ 9 Uhr, findet noch eine Ver-

ZeifgeLott'nes.

T oiltte-Abfall-Seife per Psd. 60 Gilycrin-Abfall-Seife per Pfd. 70 im gier Qualität zu haben bei --'62 Coiffeur Gustav Gerhardt.

Amtliche Aufforderung.

Die Steuerreclamanten, welche ihre Erlässe noch nicht bei uns erhoben haben, werden hiermit wiederholt und zum letztenmal aufgefordert, die erlassenen Steuerbeträge unter Vorlage der betr. Steuerzettel baldigst der uns in Ompfang zu nehmen und zu quittiren.

Gießen, den 3. November 1882.

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Nachstehende Arbeit im hiesigen asernement:

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)ll öffentlich vergeben werden.

Submissionstermin

Freitag den 10 November 1882 Vormittags 9 Uhr, int Bureau des unterzeichneten Com- lmndos, woselbst Kostenanschlag und Bedingungen vorher einzusehen sind.

Die Offerten sind schriftlich, post- üäßig verschlossen, einzureichen.

Weilburg, den 2. November 1882.

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