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derselbe jofle über die inneren Verhältnisse Rußlands wiederholt bitter geklagt haben, denn nur diese verschuldeten, daß Rußlands Name stillschweigend aus der Liste der Großmächte gestrichen werde; daher müsse dieser Situation ein Ende bereitet werden, sei es im Guten oder durch eiserne Strenge. Auf diese Aeuße- rung sind alle Gerüchte über vorgebliche geheime Verhandlungen mit unbekann­ten hochstehenden Führern des Nihilismus zurückzuführen. Der verhaftete Nihilist Thierarzt Kyrillow hatte sich bisher geweigert, dem Untersuchungsrichter eine einzige Silbe zu antworten; am Mittwoch verlangte derselbe plötzlich, zum Verhör geführt zu werden. Im Gerichtszunmer angelangt, forderte er, daß Gerichtsschreiber, Staatsanwalts-Gehülse und Gensd'armen entfernt würden. Nach einigem Zögern wurde dieser Wunsch erfüllt. Hierauf verblieb Kyrillow nahezu dritthalb Stunden allein mit dem Untersuchungsrichter; er soll eine förm­liche Serie neuer Anschläge gegen den Kaiser und andere politisch wichtige Per­sonen enthüllt, aber keinen Kameraden angedeutet oder genannt haben. Der Untersuchungsrichter schien durch die Mittheilungen Kyrillow's ganz erschüttert. 'Hieraus wurde Kyrillow in seine Zelle zurückgebracht, der Richter fuhr zum Justizminister, dieser zu Tolstoy; beide begaben sich sofort nach Peterhof, wo­selbst nach längerem Bericht an den Czar eine lange Berathung stattfand. Vom nächsten Tage ab wurden die Gefangenen aufmerksamer behandelt, besser genährt und ihnen gestattet, den Gehülfen des procureur du jour jederzeit rufen zu lassen. Tolstoy, Nabakow, Bunge und Ostrowski erhielten keinerlei das Leben bedrohende Nihilistenbriese, sondern nur die bestimmte Aufforderung, zu demissio- niren, bei Androhung sonstiger Bestrafung.

Lokales.

Gießen, 1. August. Ein Soldat des hiesigen Regiments, der seit einigen Tagen vermißt wurde, ist gestern im Wiesecker Walde erhängt aufgefunden worden.

diese Gefahr vorüber war, und Abends 6 Uhr hörte btc Kanonade so ziemlich auf. Um ein wenig allein zu sein, ging ich auf die obere Terasse; da auf einmal fing der Kanonendonner wieder an und eine ungefähr 2 Fuß lange Granate flog auch gleich hoch über meinem Kopfe weg. Das jagte mich sofort wieder in den Keller, in welchem wir alle die ganze Nacht blieben. Die Stadt brennt an vielen Stellen, Arabt Pafcha fährt in der Stadt herum und läßt alle europäischen Häuser mit Petroleum begießen und anzünden Mittwoch: Die Araber Hausen schreck­lich, morden und stehlen, fahren ganze Wagen Möbel, Wäsche. Teppiche und dergleichen vorüber; den ganzen Tag ging's so fort Wir mußten uns öfters wieder in den Keller retten, die ganze Nacht alle wachen. Donnerstag: Mord, Brand und Raub dauert fort, fein Mensch wehrt ihnen; wir schickten eine Deputation an den Vicekönig, der eben an unserem Hause vorbeifuhr; er versprach uns Wache und zu thun, was er kann. Es kam auch Wache, aber um Mitternacht liefen sie einfach wieder fort. Frei­tag: Um uns brennt's in den Häusern; wir schickten noch einmal zum Vicekömg; derselbe schickt Botschaft auf denHabicht" und bittet um deutsche Wache für uns; um 4 Uhr landeten die Engländer und kamen gleich mit Wache zu uns, Abends 8 Uhr kamen welche Freude die Deutschen, um uns zu bewachen. Sonnabend: Jetzt Schutz genug; wir werden von Deutschen, Engländern und Arabern bewacht, doch feit 3 Uhr stehen in unserem Garten Wagen, um uns nach demHabicht" zu bringen, weil man einen Ueberfall von Arabi Pascha, der nach Kairo flüchtete, erwartet.

Alexandrien, vom Bord desHabicht", 16. Juli.

Nun haben wir wirklich unser liebes Haus verlassen und es preisgeben müssen, um uns selber zu retten, das Herz ist uns sehr weh darüber, ich war so voller Zuversicht gewesen, daß dies Schwerste uns erspart bleiben würde, aber als die dringenden Umstände kamen, so mußten wir eben gehen. Die Tage von Dienstag bis Sonntag, heute morgen, waren entsetzliche Schrcckenstage, in denen Aufregungen und Schrecken sich fast stündlich mehrten, bis wir wirklich fliehen mußten. Im Bom­bardement sind wir gnädig bewahrt worden; die Granaten sausten zwar über unser Haus dabin, aber sie durften uns nichts thun. Nachmittags brach eine Horde Araber ein, die aber auch glücklich ohne Blutvergießen verjagt wurde. Große Angst verur­sachten uns in den folgenden Tagen die Menge herumziehender Araber, die brennend und plündernd die Stadt durchzogen und dieselbe entsetzlich verwüsteten, sie einem Trümmerhaufen gleich machend. Auch unser Haus war in großer Gefahr trotz egyp- tischer Wachen, da diese sich schleunigst immer wieder davon machten. Dr. Schwein- furth, der zu uns geflüchtet war, schrieb zweimal dieserhalb an den Khedive, dieser gab unserem Generalkonsul Nachricht über unsere Lage und so bekamen wir am Freitag Abend von einem deutschen Kriegsschiff 20 Mann Marinesoldaten mit einem Officier, die am nächsten Morgen von anderen abgelöst wurden. Auch in Feuersgefahr war unser Haus, und als wir dachten, die Schrecken hätten ihr Ende erreicht, kam die neue Aufregung, daß möglicherweise Arabi Pascha einen Ueberfall machen würde und wir in diesem Falle völlig schutzlos sein wist den. Abends wiederholte sich die Vermuthung. Die Schwerkranken wurden fortgeschafft, und richtig, um */812 Uhr Nachts mußten wir fliehen. Die Kranken und einiges Gepäck wurden auf Wagen expedirt, le gros aber mußte gehen; das war ein Marsch. Unter Kanonenschüssen erreichten wir das Stadtthor, bann ging es weiter zwischen brennenden und einftürzenden Häusern hin­durch, über Trümmerhaufen, uns noch in der Dunkelheit verirrend; endlich erreichten wir das Ufer nach V4 Stunden und waren zwischen 5 und 6 Uhr an Bord des Kriegs­schiffes. Die Sonntagsfonne ging über einer brennenden, zertrümmerten Stadt auf und mit Schmerzen dachten wir an unser liebes Haus. Wer weiß, wir es dort jetzt aussieht!"

Die deutschen Diakonissen in Alexandrien.

Während der Schreckenstage in Alexandrien ist bei Vielen, die mit den dortigen Verhältnissen bekannt waren, die bange Frage nach dem Schicksal der an dem dortigen deutschen Krankenhaufe ftationirten evangelischen Schwestern aus dem Kaiserswerther Diaconissenhause laut geworden. Wir sind in der Lage, nachstehend zwei Briefe von dortigen Schwestern mittheilen zu können. Die wackeren Schwestern haben alle Auf­forderungen, sich mit den übrigen Europäern zu retten, mit dem Hinweis auf ihre Kranken, die sie nicht verlassen könnten muthig zurückgewiesen, haben unter allen Gefahren mitten in der Verwüstung durch das Bombardement ausgehalten und ihr Haus erst dann verlassen, als es selbst durch die Beschießung direct gefährdet war, aber auch bann nicht, ohne ihre Kranken mit sich zu nehmen. Ehre solchem Heldenmuth! Es gereicht uns das zu um so größerer Befriedigung, weil die leitende Schwester eine Hessin ist. Barbara Erckmann, aus Heimersheim bei Alzey gebürtig. Sie lebt schon seit langer Zeit als Diaconissin tm Orient und war nun eine Reihe von Jahren in Alexandrien thätig. Ende Juli beabsichtigte sie in Kaiserswerth einzutreffen, um dort ihr 25jähriges Jubiläum zu feiern, hat aber ihren Verwandten jetzt die Mittheilung zugehen lassen, daß sie ihre Mitschwestern in diesen gefahrvollen Zeiten nicht ver­lassen wolle.

Die beiden Briefe, wie sie in derN. Wests. V -Z." und in derBad. Landz." abgedruckt sind, lauten:

Alexandrien, 15. Juli.

Nur einige Worte will ich Ihnen senden, damit Sie wissen, daß wir noch alle leben. Am Montag, den 10. Juli, habe ich einen Bries an Sie abgesandt, ob Sie ihn bekommen haben, weiß ich nicht. Dienstag Morgen Punkt 7 Uhr fing der Kanonen­donner an; wir brachten sofort unsere Kranken in den Keller und g'ngen ab und zu je nach der Gefahr. Mittags 2 Uhr schrie eine Donnerstimme durch's Haus:Alles in den Keller sich retten; sie sind da!" Sofort gehorchte Alles; wir hörten auch gleich ein furchtbares Geschrei und Schüsse fallen; man sprang über die Mauer, weil das Thor nicht geöffnet wurde, schlug die Thüren ein und der Pöbel mit Militär, die wir beide gleich fürchteten, war da. Wir verbarrikadirten schnell die Kellerthür. Durch unsere muhamedanischm Diener von außen von der Lage der Dinge unterrichtet, er­warteten wir den Tod, doch Gott half uns, daß uns die Rache der nach Christenblut dürstenden Araber nichts anhaben konnte. Wir Schwestern gingen wieder hinauf, als

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz-Birreau.

Berlin, 31. Juli. Allerhöchster Ordre vom 25. Juli zufolge geht Prinz Heinrich Anfangs October an Bord der CorvetteOlga" auf I V2 Jahr, um Westindien und die Ostküste Südamerikas zu besuchen.

Würzburg, 31. Juli. Zur Jubiläumsfeier der Universität sind bisher an Tausend einstiger Studirenden angemeldet. Soeben sind Staatsminister v. Lutz und M.ntsterial Referent Völk eingett offen und wurden begrüßt vom Rector und den Fakultäts-Dekanen. Herzog Carl Theodor ist ebenfalls erwartet. Das bisher regnerische Wetter hat sich aufgeklärt.

Paris, 31. Juli. Grevy berief bis jetzt noch Niemand behufs Neubildung des Cabinels zu sich. Es verlautet, Grevy warte die nächste Kammersitzung ab, um zu sehen, ob habet ein Anzeichen bezüglich des von ihm einzuschlagenden Verhaltens sich ergibt.

Paris 30. Juli. Die Kammer hat sich bis Donnerstag vertagt, um die Neu­bildung des Cabinels abzuwarten.

Havas" meldet aus Alexandrien: Arabi befahl, alle mit Pasfagierfcheinen von Lesseps versehene Personen längs des Canals frei paffiren zu lassen, ebenso stände solchen Personen der Weg nach Kairo offen. In Alexandrien und bei den Vorposten von Ramleh ist alles ruhig. In Jsmailia wurden Detachements englischer und franzö­sischer Marineinfanterie gelandet. Der Khedive ermächtigte die Engländer, längs des Canals alle Punkte zu besetzen, welche sie für erforderlich zur Vertreibung der In­surgenten erachtet.

Bis heute Abend 8 Uhr hatte Grevy noch Niemand zu sich berufen; man glaubt allgemein, er werde morgen mit den Präsidenten der Kammern fonferiren.

London, 31. Juli. Unterhaus. Gladstone antwortete Barttelot, cs habe keine Entsendung türkischer Truppen nach Egypten stattgefunden. Die betreffende Frage kann den Gegenstand einer Interpellation bilden, da keine der den Präliminarien absolut wesentlichen Bedingungen bisher geregelt worden sind.

Das Unterhaus nahm die in Folge des bewilligten Kriegscredits abgeänderte Einkommensteuer nach kurzer Debatte absttmmungslos an. Im Verlause der Debatte erklärte Gladstone: Newdegate wäre in großer Kalamität, die abgeschafften Eingangs­zölle wieder einzuführen; er bedauert, daß ein Jahreseinkommen von 100 Pfund von der Einkommensteuer ausgeschlossen sei. Falls die Operation in Egypten sich lange hinzöge, könne man die Kosten nicht allein durch die Einkommensteuer decken Das Unterhaus berieth über die Finanzbill und nahm die Artkiel an, welche den Eingangs- zoll auf Vegetabilien aufheben (ausgenommen sind nur Cichorien und die für Cichorien und Kaffee gebrauchten Surrogate) und eine Steuer von einem Penny pr. halbes Pfund einführen auf jeden Artikel ober jede Substanz, welche als Kaffee ober als Cichorie unb beren Imitation verkauft wirb; es muß jedes Packet solcher Mischung auf der Etikette die Substanzen, aus denen sie besteht, verzeichnet haben.

Oberhaus. Bei der Einzelberathung über die Pachtrückstandsbill wurde das Amendement Salisbury zu Art. 1, daß das Gesuch des Pächters um Hülfe mit Genehmigung des Grundbesitzers erfolgen muß, mit 169 gegen 98 Stimmen ange­nommen. Die Regierung hatte erklärt, die Annahme des Amendements würde die Bill zerstören.

Das Oberhaus nahm mit 190 gegen 45 Stimmen das von der Regierung be­kämpfte Amendement Salisbury's an, daß bei späterem Verkauf der vom Pächter (gemäß dem Gesetzentwurf) unbezahlte Pachtzins aus dem Verkaufserlös dem Grund­besitzer bezahlt werden soll.

Petersburg, 31- Juli. Laut derDeutschen Petersburger Zeitung" scheiterte dieMoskwa" am 19. Juni bei Cap Orfui an der ostafrikanischen Küste. Passagiere und Bemannung wurden gerettet.

Eine Feuersbrunst auf der Krestowsinsel bei Petersburg vernichtete gegen 50 Landhäuser unb die Brücke zwischen Krestowski unb Jelapin.

Vermischte S.

Wetzlar, 31. Juli. Das anbauernb regnerische Wetter der letzten Tage hat nicht verfehlt, die beiden unsere Stadt durchziehenden Flüsse bedeutend anschwellen zu lassen. Die Lahn sowohl wie die Dill sind bereits ganz wesentlich über die Ufer hinaus­getreten und verbreiten nun ihre Fluchen über die angrenzende Feldmark. Der Schaden, welcher gerade in der jetzigen Jahreszeit durch diese starken Regengüsse verursacht wird, ist keineswegs zu unterschätzen. Auch die hiesige Badeanstalt, ein Institut, welches sich der allgemeinsten Beliebtheit erfreut, hat von der ungünstigen Witterung zu leiden gehabt- Die schwimmenden Gebäulichkeiten derselben sind durch die andrängenden Wassermassen von ihren Befestigungen losgerissen unb sitzen jetzt unterhalb ber Raab'fchcn Gerberei auf dem Wehr. Hoffentlich wird burch bieses Malheur der Betrieb der Anstalt nicht allzu lange gestört werben. Von einem gleichen Unfall sinb übrigens auch bie Gießener Babeanftalien betroffen worben, deren eine sich bei Atzbach befindet, während die andere unterhalb des Luy'schen Felsenkellers vor dem Hauserthor liegt. (W. A.)

Braunfels, 25. Juli. DerElberf. Z*g." schreibt man: Die fürstliche Familie zu Solms-Braunfels ist plötzlich unerwartet in tiefe Trauer versetzt worden. Am ver­gangenen Sonntag starb in der Villa zu Königsbrück bei Dresden die Prinzessin Marie zu Solms-Braunfels, Gemahlin des Prinzen Hermann, unseres Reichstags­abgeordneten. Ein Herzschlag hatte dem Leben ber Prinzessin, bie kaum das breißigste Lebensjahr vollenbet, ein Ende gemacht Der Gemahl ber Verschiebenen hatte eben erst eine Brunnenkur in Kissingen begonnen, als ihn die telegraphische Trauerkunde heimrief. _

Mainz. 31. Juli. Heute Morgen halb 7 Uhr brach in dem Arbeitshaufe der Militärsträflinge in ber Citabelle auf eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Dock Dank der raschen Hülse ber Militär- unb ber freiwilligen Feuerwehr gelang es, bas Feuer auf feinen Heerd zu beschränken, so baß nur der Dachstuhl des Gebäudes ein Raub der Flammen wurde. Die Sträflinge waren sehr eifrig mit dem Ausräumen des Gebäudes, so daß auch der Schaden kein besonders großer ist.

Bingen, 29. Juli. Heute früh 4 Uhr ist hier zwischen den beiden Landungs­brücken der Niederländischen unb Köln-Düsselborfer Dampfboote ein Schleppkahn mit 5000 Centner Salz gesunken. Ein zu Thal fahrender Schleppdampfer hatte zwei zusammengekoppelte Kähne im Schlepptau, wovon bei ber Abfahrt einer berfelben bas DampsbootMarianne" so hart anrannte, baß ber Kahn fast augenblicklich sank. Das BootMarianne" würbe am Rabkasten erheblich beschäbigt. Der Besitzer des Kahns konnte sich nur baburch retten, daß er rasch auf den nebenliegenden Kahn sprang. Von dem gesunkenen Kahn war sehr bald nichts mehr zu sehen. (W. Z)

Marburg, 31. Juli. Heute Morgen 6 Uhr sand ein Pistolenduell zwischen zwei Studirenden auf der sogen. Kirchspitze Hierselbst statt, wobei einem derselben dem Vernehmen nach in den Unterleib geschossen wurde.

Marburg, 31. Juli. Heute Morgen gegen 7 Uhr wurden der Vicefeldwebel Martens unb ein Füsilier ein Opfer der Lahnfluth; beim Festlegen der durch das infolge der ungeheuren Regengüsse entstandene Hochwasser der Lahn gefährdeten Badeanstalt glitt der Füsilier vom Stege aus unb fiel ins Wasser. ber Viceselbwebel wollte ihn retten unb sprang ihm nach unb beibe fanben so ihren Tob. Die Lahn ist mehrfach über ihre Ufer getreten, wie denn auch ein Gleiches von der Ohm und der Wohra berichtet wird. (Oberh. Ztg.)

Volkmarsen, 25. Juli. Eine Art von Typhon ober Landtrombe, ein Wirbel­sturm-Phänomen, das ebenso selten wie furchtbar zu sein pflegt, zog gestern Nachmittag 3 Uhr in Begleitung eines unbedeutenden Gewitters dicht an unserer Stadt vorüber. Viele sahen die Erscheinung, der ein furchtbarer Donnerschlag vorausgegangen war, aus der Ferne und befürchteten einen Wolkenbruch, weil die herunterhängende Wolke nicht sehr weit vom Boden entfernt dahinbrauste und Spuren der Verwüstung an den Bäumen zurückließ, indem die letzteren theils entwurzelt und deren Aeste zum Theil abgerissen wurden. Leute, die in der Nähe waren, wollen auch einen schwefelartigen Dunst empfunden und wie von einer Dunstfäule sich umgeben gesehen haben.

Aus Oberbeff en, im Juli. Der Präsident des Oberhefsischen Obst- und Gartenbauoereins, Graf zu Solms-Laubach, bringt zur Kenntniß der Vereinsmitglieder, daß in der Generalversammlung die Auflösung des Vereins mit Wirkung vom 1 Januar 1883 ab beschlossen worden ist. Was die Verwendung des nach Erledigung aller Obliegenheiten verbleibenden Vermögens anlangt, so ist beschlossen worden, dasselbe dem lanbro. Verein von Oberhessen mit der Bedingung zur Verfügung zu stellen, daß es zur Unterstützung der Obstbaumzucht seine Verwendung finde.

Sonder burg, 21. Juli lieber ein schreckliches Unglück, welches gestern Abend geschehen ist, wird berichtet: Sieben junge Leute, ein Sohn des hiesigen Müllers Hansen/ ein Sohn von Tischler Rasmussen, ebenfalls von hier, zwei Lehrlinge und zwei Dienst­mädchen von Müller Hansen) ein Lehrling von Müller und ein GehÜlfe von Barbier