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Verrurfctzrev

Darmstadt. 28. Januar. Eine von Herrn Oberbürgermeister Ohly verfaßte Denkschrift über den von der Majorität der zweiten Kommer gestellten Antrag am Aufhebung der hiesigen technischen Hochschule ist soeben versandt worden. Dieselbe beschäftigt sich sehr eingeh.nd mit den Fragen, ob eine solche Aufhebung auf dem an­gegebenen Wege rechtlich möglich und ob zu derselben eine genügende Veranlassung vorhanden sei Beide Fragen werden verneint. Zur letzteren sagt die Denkschrift am Schlüsse:In der Frequenz der Universitäten und der technischen Hochschulen wird zu allen Zeiten ein regelmäßiger Wechsel stattfinden. Ist in einem bestimmten Zeit­punkte der Bedarf an Technikern befriedigt, so wird ein größerer Zudrang zu den humanistischen Studien und anderen wissenschaftlichen Berufsarten stattfinden und die technischen Hochschulen werden sich entsprechend entleeren In einer solchen, durch besondere wirthschastliche Verhältnisse verlängerten Epoche leben wir dermalen. So­bald aber und das kann ja nicht ausbleiben die auf technischem Gebiet vor­handenen Kräfte verwendet oder verbraucht sind, wird die Frequenz der Universitäten sinken und in demselben Verhältniß die der technischen Hochschule wieder steigen. Diese Erscheinung ist eine ganz natürliche und bietet auf keiner Sette Veranlassung zu Un-

Nichteinfuhrung der Oel-Lampen zugeschrieben wird. Angeklaat werden ferner Pouzeirath Landsteiner, der durch die Phrase:Alles ist gerettet!" die Ret­tungsmannschaft irre führte; dann Jnspector Ritsche wegen des Abdrehens der Gasuhr, der städtische Ingenieur Wilhelm wegen seines" Verhaltens beim Ret­tungswerk und einige Theaterarbeiter, welche nicht beim Wasserwechsel waren.

Rußland.

, Petersburg, 30. Januar. Aus Warschau wird berichtet: Das Co- mite welches zur Ermittelung des durch die letzten Judenhetzen verursachten Schadens eingesetzt wurde, hat Daten zusammengestellt, welche nun den Umfana

. ^Eastrophe zu überblicken gestatten. Es haben sich im Ganzen 2011 be­schädigte Familien (10,090 Personen) gemeldet, welche den ihnen zuqefüqten Schaden auf 1,200,000 Rubel bezifferten. Das Untersuchungs-Comita hat das Ergebnis; dieser Selbstschätzung auf 767,339 Rubel reducirt und die Beschädiq- ten in zwei Klassen eingetheilt. Die erste und leider die zahlreichste Klasse bllden jene Personen, welche in der Hetze ihre ganze bescheidene Habe verloren haben und wenigstens vorläufig aller Existenzinittel beraubt sind. Hierher gehören

Samilten m" einem Verlust von 255,489 Rubel. Auf je eine Familie entfallt somit ein Verlust von 269-/, Rubel. Die zweite Klasse bilden jene denen wenigstens Möbel, Hauseinrichtung, eine Werkstätte oder irgend ein an­deres Erwerbsmittel unversehrt geblieben ist.

_ Oeffentliche Sitzung des Provinzial-Ausschuffes der Provinz ^ber- hepen vom o. und ti. December v. I. Fortsetzung und Schluß. ~

Der dritte Gegenstand der Tagesordnung, die Beschweide des Heinrich Damm zu Dollar gegen einen Beschluß des Gemernderathes daselbst wegen Reguliruna her Lumda, wmde von dem Beschwerdeführer zurückgezogen- $

3n Sachm des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Unterstützung des Peter Roth erkannte der Provinzialausschuß uni jiuuiiu/i ouraui,

daß aus der Mage nicht ersichtlich sei, durch welche einzeln- Auswendungen die Kosten entstanden feien, deren Ersatz beansprucht werde;

ka6 bei dem Mangel einer solchen Spezification unmöglich beurtheilt werden könne, ob alle Kosten als solche gelten könnten, deren Ersatz der zur öorläufigen Unter; Nutzung verpflichtete Armenverband von dem zur desinttiven Uebernahme verpflichteten Jrmenöerbanb nach den gesetzlichen Vorschriften beanspruchen könne;

v ?bklogte in der Erklärung den erwähnten Mangel ausdrücklich hervvr- Moven und außeidem verschiedene Thatsachen geltend gemacht habe, die für d-e Ent­scheidung von Bedeutung sein mußten; 1

9terhnUniff^IäöerJlud)on bem im Interesse der Aufklärung der thaisächlichen iebrauct; gcma^t^abc^"6eflanbnlffe- cine Gegenerklärung abgeben zu düifen, keinen nicht «sch,<nnM|Snb Wj."4 in ber mündlichen Verhandlung

hi« nicht nachgeholt"werben"konnte Aufklärung des Sachoerhälinisses auch^

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.

Paris, 31. Januar. Deputirtenkammer. Der Ministerpräsident Frey- cmet verlas eine Erklärung des Cabinets, in welcher es heißt: Bei der Er- Mung der Pflichten, welche unser Amt uns auferlegt, beherrscht uns der eine hauptsächliche Gedanke, den Frieden herrschen zu lassen; Frieden im Lande Frieden m den Gemüthern, wie in der materiellen Ordnung, Frieden nach In­nen, wie nach Außen. Wir werden nichts verabsäumen, uirt dahin zu gelangen; unsere Aktion wird sich würdig, fest und versöhnlich zeigen. In einem Lande wie Frankreich war stets die Freiheit, auch der Fortschritt. Sie werden uns unterstützen, die eine zu realisiren und den anderen zu sichern Wir werden in liberaler Weise die neuen Gesetze über die Presse und das Versammlungsrecht anwenden, wir werden Ihnen ein Gesetz vorlegen, welches das Assoeia- twnsrecht sichert, indem es gleichzeitig das Recht des Staates aufrechterhält, wrr - ^gen der Revision der Verfassung muß verschoben werden bis nach Ablauf der gegenwärtigen Legislaturperiode. Angekündigt werden, ferner eine Reforin des Gerichtswesens, durch welche die Competenz der Friedensrichter er- f^bltert und die Anzahl der Appellhöfe und Gerichte 1. Instanz vermindert werden soll, sodann eine Reform des Militärwesens, durch welche ft>er Mllitärdienst auf drer Jahre reducirt wird. Bezüglich des öffentlichen Unterrichts soll das begon- nene Werk fortgesetzt werden. Die Bemühungen der Regierung werden darauf gerichtet sein, die Arbeiten der Nation zu beleben, denn es handelt sich im Leben der Nationen Nicht nur um Politik, sondern auch um Geschäfte und materielle Interessen. Von einer Convertirung der Rente oder dein Rückkauf der Eifen­bahnen oder einer weiteren Emission der Rente sei keine Rede. Wir merken bie Mithülfe der Privatinduftrie in Anspruch nehmen. Nichts soll vernachlässigt werden, um eine definitive Lösung der Zolltarif-Frage herbeizuführen. Die mora­lische, intellectuelle und materielle Besserung der Verhältnisse wird die Regierung m ganz hervorragender Weise beschäftigen und dazu veranlassen, die socialen Probleme zu studiren. Schließlich bittet Freycinet die Kammer, dem Ministerium ihr Vertrauen zu schenken.Wir können Nichts ohne Sie; die Uebereinstim- mung der Regierung und der Kaminer ist nothwendig für das Wohl der Re­publik Frankreichs." Der Finanzminister Löon Say zog das von seinem Vrogänger vorgelegte Budget zurück, um die erforderlichen Modificationen vor­zunehmen.

Die Deputirtenkammer genehmigte im wetteren Verlause der Sitzung einen Credtt von 6 Millionen zur Bestreitung der Ausgaben für die Expedition in ^unrs un Februar und März. Andrieup kündigte an, baß er am Donners- tag emen Antrag einbringen werbe, welcher die Besserung der Lage der Bör- senplatze fl-ans und Lyon bezweckt. Wie es heißt, beabsichtigt die äußerste intt^ellirenlnmer, das Cabinet wegen der Vertagung der Revisionsvorlage zu

Senate wurde die ministerielle Erklärung ebenfalls mit großem Bei­fall ausgenommen. Der Senat wird am Donnerstag die Wahl des Präsidenten vornehmen; die republikanische Linke beabsichtigt, Leroyer alo Prastdentjchafts-Eandrdaten aufzustellen. Der Senat genehmigte den gestern von der Kammer angenommenen Gesetzentwurf über die Verlängerung der Handelsverträge. 9 J

~ ^us St. Pierre les Calais wird gemeldet: Gestern Abend 5 Uhr

Wasserbehälter von Calais, welcher 15 Meter hoch war und gegen oOO OOO Liter Wasier enthielt, geborsten, 3 Häuser, darunter eine Kinders'chule wurden emgensien. Die zerstörten Häuser stehen unter Wasser; bis jetzt sind 27 Perlonen erunttelt worden, welche durch den Unglücksfall ihr Leben ein­gebüßt haben.

daß die Klage angebrachtermaßen abzuweifen und Kläger in die Kosten des Verfahrens, sowie zur Zahlung eines Aoersionalbetrages von 30 JL in die Provinzial­kaste zu verurteilen )ei. v 5 Uk

hnnh Ä Heldenbergen gegen den Ortsarmenoer-

C0en Unterstützung des Georg Hamm entschied der Provinzial- ausjchuß in Erwägung, 4

daß zwischen den Parteien nur noch die Frage streitig fei ob die Bestimm, des § 29,b-s Unterstatzungswohnsitzg-setz-s Anw^nbLng zu ftnd-n 6ab= ober'Sr 8 baß in btcier Beziehung in Betracht komme, daß nach b-n üb-reinstim,n-nd-n Auslagen bes Zeugen Georg Hamm unb seines Dienstherrn Pochier "l er ersterer zur Z-.t t-,n-sBe,ndruchs als Schweizer bei dem letzieren in Dienst gestanbm habe, baß er nicht tageweise, sonbein wochenweise gcbingt gewesen sei unb baß er neben seinem Wochenlohn noch Kost unb Logis von seinem Dienstherrn erhallen bade-

baß, wenn hiernach Georg Hamm uichi als Taglöhner, sondern aus bestimmte wenn auch kurze Zeit angenommen gewesen sei unb Kost unb Logis von seinem Dienst^ Herrn erhalten habe, hwrburch zwei wesentliche Kriterien bes Gesinbebienstes im G aen- satze zum Taglohne nachgewicsen seien; ö

. daß demzufolge in Gemäßheit des § 29 des UnterstützungSwohnsitzgesetzes Kläger für die ersten echs Wochen der Verpflegung einen Ersatz nicht zu beanspruchen habe; . ln Bezug aus die Art der Repartition der Kosten Die von dem Beklagten in

der Erklärung vorgeschlagene und von dem Kläger nicht beanstandete, zudem auch dah n anÖemellene Vertheilung pro rata temporia Anwendung finden müsse . , ..^ß die Klage insoweit sie den Ersatz der Kosten während der ersten sechs Wochen betriffl. als unbegründet adzuweisen und Beklagter nur schuldig sei, Ersatz für den Rest der p.ipfl-gung^eit mit 51Ä)3 J4 neDft Verzugszinsen ä 5% vom 18. Mai 1881 an zu Icnten, daß Klager die Kosten des Verfahrens zu tragen und an die Provmzialkasse den Aversionalbeirag von 20 JL zu zahlen habe. ________ * 3 11

Erbauung einer Secundärbahn von Laubach über Lich nach

Butzbach.

Auf E nladung der Herren Bürgermeister von Butzbach, Münzenberg und Lich versammelten sich am 30. Januar, Nachmittags, imHolländischen Hof zu Lich ca b0 $ern ous ben verschiedensten Orten der Wetterau rc., um sich über das in der Presse ,chon mehrfach besprochene Project, betr. die Erbauung einer Secundärbahn von Laubach über L>ch nach Butzbach, also über eine sog.Wetterthalbahn" schlüssig 'vachm. Herr Bürgermeister W a l z von Lich, welcher den Vorsitz führte, eröffnete r Jim j/i nach 2 Uhr nut einer kurzen, aber herzlichen Ansprache. Der­

selbe begrüßte die Erschienenen im Namen der Stadt Lich, dankte für die rege Betbei- tigung uni) hieß die Gaste willkommen, worauf derselbe Herrn Bürgermeister Jäger von Munzenberg zu einem einleitenden Vortrage über die Tagesfrage das Wort er- ih-ilie. Derselbe svhrie in kurzen aber klaren Zügen bie V-rtheile, welche bie Er, bauuug einer solchen Bahn für bie Weiie>thalbewohner unb ber angrenzcnben Orte n,abrrf. bkn 3lwcfmbt vor Nutzen, worauf sich eine Diskussion entwickelte, an ber sich iA ?'e Bürgermeister Mengel von Haitenrob, Bürgermeister

.^^bl und Beigeordneter Heil, beide von Butzbach, und der Verwalter der ^ried- richshutte bei Laubach, betheiligten- Letzterer Herr, obgleich durchaus nicht gegen die genannten Secundärbahn, glaubt aber doch verschiedene Bedenken her- voi heben zu mütfen, indem genannte Hütte, die doch jetzt schon, ohne daß der betreffende Docho^n im Betrieb fei, eine jährliche, nicht zu unterschätzende Fracht liefere, durch die s! ft hendcn secundärbahn nicht geeignet in den Verkehr der Babu gebracht werde, da das £errmn zwischen Friedrichshütte und Laubach, um ein Anschluß- geleife legen zu wollen, grotze, fast unüberwindliche Schwierigkeiten biete. Diesen Be- ^^^r^bg^gn^e Herr Burgerme'ster Jäger von Münzenberg, indem derselbe den Vortchlag machte die Friedrichshütte sollte anstatt nach Laubach, einen Verdindunas- ftrang nach der Richtung des Ortes Röthges legen, um so die Verbindung Hütte^acceptabe?" Dieser Vorschlag schien dem Vertier ber Friedrichs-

Nachdem Herr Köhler jun. von Lich hinsichtlich einiger Terrainschwieriaketten gesprochen und die Bedeutung des Hessenbrücker Hammers, welcher unter allen standen de. Erbauung, reftr Anlegung der Bahn berücksichtigt werden müßte hervo^ gehoben und kein weiterer Redner sich zum Worte gemeldet hatte, stellte Herr'Büraer- ?^ckter Kucbler von Butzbach den Antrag: Die Ve.sammlung möge sich darüber schlüssig machen, ob man für die Erbauung der sog.Wetterthalbahn" eintreten solle Hf^^ürgermeifter Jager von Münzenberg schloß sich diesem Gesuch an und brachte folgenden formulirten An rag em:Die beutiae ir.

Pwj-tt b-r Erbauung eme/ S-cunb'Lhn durch b°s Wttttrihal von mit 9irti91h^«bhber Friedrichshütte und des Hess-nbrücker Hammelüber Lich bis Butzbach aussprechcn und em Comite wählen, welches diese Nnaeleaenbeit wetter betreibt und bei den zuständigen Behörden vertritt.» Di- hieran vora-nommene Ab mmung ergab einstimmige Annahme des vorstehenden Antraas fi.rr Nf-'st-r Walzns Lich legte nun der Versammlung oor' ausliÄt-

gliederzahl das zu wählende Comite b-siehen solle, man einiate llck ank woraus aus Vorschlag nachstehende Herren als Cmnttemiiapekcr ernannt m .VhpV' Beigeordneter Heil von Butzbach, Pachter Hoffmann von Hof G ll Bürae"mei te^ Horst von Nieder-Bessingen, Bürgermeister Jäger von Mün>enb^ö e rein von Marienschloß, Bürgermeister Küchel von Bubbacü °r & £

von Lich, Gemeinderath Mülln von Gambach, BürgSrmeiste/Ntt^e? von Bürgermeister Walz von Lich und Kammerrach W-b°7v°n Lau ch Da L Ä' wählten Herren nicht alle anwesend waren, konnte eine definitive Wahl des Vorsibenden nicht vorgenommen werden, cs wurde interimistisch mit diesem Amte ferE? inelfter Kuch el von Butzbach betraut. Der geschäftliche Ncheil war fnm»ri 0e fo konnte Herr Bürgermeister W alz um 4 Uhr nach zweistündiger V-rhandÄg"die V-r ammlung schli-ßen. Hosten wir, daß das Project derW-tt-rthalbahn" sich in nicht zu^langer Zett verwirklicht. * GEBett- y )

Auf dasEingesandt" in Nr. 26 ds. Bl. erhielten wir nachstehende Zuschrift:^

Gießen, 1. Februar. Es ist allerdings ein-größere Anzahl Schülerinnen einer Klaste an leichtem Augenkatarrh erkrankt, aber durchaus nichtfast sämmtliche" mi, es das Eingesandt in Nr. 26 ds. Bl. angibt Die erst im Laufe der vorigen Woche zahlreich ausgetretenen Erkrankungen sind nach ärztlicher Untersuchung durchweg un­bedenklicher Natur, wahrend bei einigen Kindern, die schon längere Zeit krank sind unb bie Augenkl nik besuchen, um sich dort behandeln zn lassen, bie Erscheinungen wobl etwas bebeulenbet sind, jedoch auch nichtsehr schwer", was schon daraus hervoraeben durfte, daß den betreffenden Kindern von Seiten der Augenärzte der Schulbesuch nickt untersagt wurde. '

Eine bestimmte Ursache der Erkrankungen hat bis jetzt nicht sestgestellt werden können, doch werden die ärztlicherseits getroffenen Anordnungen streng zur Ausführung

Der Verfasser des Eingesandt hätte wohl besser erst zuverlässige Erkundigungen emz'ehen sollen, ehe er durch feinen übertriebenen Bericht das Publikum unnötigere weise in Aufregung versetzte. y b

Namens des Schulvorstandes:

Vigelius.