Einzelbild herunterladen

01

Wir l. I. ab i ßimmungen

Lerlve Zahl' liier an bei Ällgev nun-e 1882

Frankfurt a. M., den 39. Aug., Nachmittags 2 Uhr 10 Mln- (Telegr. Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credtt- actien 306'/«, Staatsb.-Attien 3u7 /8, Galizier 278%, Oest. StlberrenteZ 67V4, 40/0 Ungar. Goldrente 78 4o/o 1880er Russen 74%, 2. Orient-Anleihe 60/16, 5°/o Rumänische Rente 90%. Tendenz fest.

Sonnabend und gestern ein heftiger Ost Orkan, durch welchen großer Schaden angerichtet wurde. Die telegraphische Verbindung mit Cuba ist unterbrochen.

Washington, 29. August. Offizielles Bulletin von gestern Abend: Die Besserung im Befinden des Präfibenten Garfield hat angehalten. Der Patient hat fortgesahren, Nahrung zu sich zu nehmen und anscheinend dieselbe gut verdaut, auch die eingeflößten Reizmittel hat der Magen zurückbehalten. Das Aussehen der Wunde ist unverändert; die Pulsbewegung ist stchtlich stärker als gestern und beträgt gegenwärtig 110, Temperatur 90, Resp. 20.

Nach einem gestern von dem Staatssecrelär Blaine versandten Tele­gramm ist man in Betreff des Präsidenten Garfield etwas hoffnungsvoller ge­worden. Der Puls ist niedriger. Der Präsident hat etwas Milchzwieback verlangt und gegeffen, seit vielen Tagen die ersten festen Nahrungsmittel. DaS einzige neuerdings hervorgetretene weniger günstige Symptom ist eine geringe Erhöhung der Respiration.

Der Staatssecretär Blaine hat heute früh das folgende Telegramm versendet: Der Zustand des Präsidenten' ist noch immer so günstig, wie in­nerhalb der letzten 30 Stunden erwartet werden konnte und giebt den behan­delnden Aerzten große Ermuthigung. Der Präsident nimmt ein entsprechendes Quantum flüssiger Nahrung zu sich. Die Drüsengeschwulst entleert sich von selbst und verspricht eine merkliche Besserung, Der Geist des Patienten ist vollkommen klar. Er hat vielleicht ein wenig mehr Fieber, als man erwartete und seine Respiration ist etwas über der normalen. Der allgemeine Eindruck ist ein hoffnungsvoller. Zwei oder drei solcher Tage der Besserung werden aber nöchig sein, um Zuversicht einzuflößen.

Bulletin von heute Morgen 8 Uhr 30 Min.: Die Symptome in dem Befinden deS Präsidenten Garfield find heute noch ebenso günstig, wie sie es gestern früh waren. Der Präsident hat den größeren Theil der Nacht ge­schlafen, ist nur mitunter aufgewacht und nahm alsdann Nahrung zu sich. Der Geist ist völlig klar. Puls 100, Temperatur 98.50, Respiration 17. Nach einer ntchtofstciellen Meldung hat das Fieber um Mitternacht etwas abgenommen.

Kiel, 29. Aug. Das deutsche Hebungs-Geschwader ist heute früh nach der Neustädter Bucht in See gegangen und wird Mitte nächsten Monats hier­her zurückkehren.

Vermischte-.

Hanau, 27. August. Die Frlrdberg Hanauer Bahn ist vollendet! Nachdem gestern die seither noch im Bau befindliche Tbeilstrccke Friedberg-Windecken durch einen Revisionszuu befahren wurde, fand heute die lanocspolizeiliche Abnahme derselben statt. Die Erd- ic. Arbeite?, für den Bau des Nordbahnyofs dahier sind nunmehr an den Bauunternehmer Herrn Koch vor. Gießen vergeben worden. Die Bethetligung an der Submission war eine sehr starke und be wegtcn sich drc Angebote zwischen 45,000 bi« 19 000 X.

Griesheim, 25. August. Kaum hat sich die Aufregung über das kürzlich stattgehabti Unglück gelegt und schon wieder hat sich gestern ein gräßliches Unglück durch die freche Hier; wegenheit zweier jungen Burschen im Aller von 14 und 18 Jahren eriignet. Beide Burschm die sich das Kugelsuchcn zur Beschäftigung erwählten, fanden eine Granate; um nun einen größeren Gewinn zu erzielen, als ihnen Finderlohn ausbezahlt worden wäre, wollten sie di, selbe öffnen und ihres Inhaltes entleeren, aber bei dieser Manipulation explodirt, jecoch das Geschoß. Während dem jüngeren der beiden Burschen ein Bein abgeschlagen wurde der alter« gräßlich verstümmelt und verbrannt; demselben wurden beide Beme und Hände abgeriffen und an Brust und Kopf schwer verletzt, einzelne Finger wurden in nicht geringer Entfernung aus' gesunden. Nach anderthalb qualvollen Stunden erlag derselbe seinen schrecklichen Leiben, während bin Mithelfer in s Hoipital nach Darmstadt verbracht wurde; doch wird auch an dcffen Auf­kommen gezweifelt. Das Unglück hätte lelcht größere Dimensionen annehmen können, indem ganz in unmittelbarer Nähe ebenfalls eine Granate nur leicht vergraben war und der dimft- thuendr Gensdarm sogar auf dieselbe getreten haben soll Ob dtesrlbe von den beiden Thätern oder von Jemanden anders vergraben war, wird wohl die Untersuchung ergeben.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 29. August. (Fruchtberichr.) Mehl Nr. 1 X 39.50, Nr. 2 X 37.50 Nr. 3 X 32.50, Nr. 4 X 28.50, Nr 5 X 25.50, Roggenmehl o/, (Berliner Marke) 2728, do. I (Berliner Marke) X 26.5000, do. II (Berliner Marke) X 22, Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 25.25 -25.50, ab unserer Umgegend X 24.5025.00 do. fremder je nach Qualität X 23.5025.25, Roggen, je nach Qualität X 20.2520.50, Gerste X 1921.50, Hafer X 16 16.50, Kohlsamen X 28.5029 5", Erbsen X 1927 Wicken X 00 00- 00.00, Linsen X 2040, Bohnen, weiße, X 2325, Roggenkleie X Wetzenkleie, ;grobe und feine X, Rüböl, detail, X 64 Stimmung unsicher. Haupt- sächlich gefragt war: Dringend offertrt:. (Die Preise per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo.)

Frankfurt, 29. August. Der heutige Biehmarkt war gut befahren. Ängetrtebm waren ea. 370 Ochsen und Stiere, 320 Kühe und Rinder, 28o Kälber und 200 Hämmei- Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6366, 2. Qual. X 5860, Kühe un: Rinder 1. Qual. X. 5556, 2. Qual. X 40-50, Kälber 1. Qual. X 5456, 2. Qual. X 40-50, Hämmel 1. Qual. X 6062, 2. Qual. X 40-50 per 100 Pfd. Schlachr gewicht. Schweine wurden 518 Stück angeführt und das Pfund mit 63 $ bezahlt.

©te^en, 30 Aug. Auf dem gelingen Wochenmcrrtte tosten Bun er per Ptd. X 100 biS X 110, Hühnereier 1 Scück 6 H, 2 Stück 11 H, Enteneier per Stück 6 H 2 Stück 00 H Käse per S.ück 58 Käsemane per Stück 30 Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 24 H, Lauben sak Pa 7- X 0.450.60, Hübner p. St. X 0.801.3 >. Hahnen p. St. X 0.45-0.80. Enten per Stück X 1.301.50, Gänse per Stück X 0.00-0, Welsche per Stück X 0.-0, Ochsenfleisch 6600 H per Pfd.. Kuh. und Rindfleisch 48 bi« 50 Kalbfleisch 44 -46 Hammelfleisch 6070 H, Sckw^nefletsck 64-00 Kartoffeln per 100 Kilo X 6.00-7.50, Zwieben per tttr. X 710, Mich per Liter 16 und 18 4, Weißkraut 100 St. X 00-00.

Die gen deii 5. bis 25.

in n-rM

Nachvnzrii Natur alti Subsellien, die Schreinl die Anstreich

lv Tvnnal

-

Aussaat zu missionsweg

Restectant ,n tv?lchen t ProMlen a u,:b franütt, S^rbettkkch

abzugei öeichnung

M dem Bu-

77, Jut

bei der

leicht gemacht. Und da auch die hiesige Preffe sich in keiner Weise geäußert hat, lag die An­nahme nahe, man habe hier in Marburg an der Bahn und ihrer Richtung kein Intirrsse und stehe der Frage, wohin von Gladenbach aus gebaut werden sollte, gleichgültig gegenüber. Die Verhandlungen befinden sich allerdings noch, tote es scheint, in den Vorstädten, und es st noch nicht zu spät, um die hiesigen Jntereffen zur Geltung zu bringen. Allein man soll n'cht ver geffen, daß es oft schwer hält, einen verfahrenen Karren wieder tn's rechte Geletie zu bringe«. Dem Vernehm n nach sollen zu den Kosten der Bahn Gladenbach-Lollar die beteiligten (St meinten und Kreise namhafte Beiträge leisten und das Grundetgenthum stellen, ähnl-ch, wie es für die Bahn Eölbe-Laasphe geschieht, und wird die Vertretung des hiesigen Kreises also noch in die Lage kommen, 'sich mit dieser Bahn zu beschäftigen. Mit Freude haben wir ge hört, daß in der Versammlung zu Gladenbach der Herr Lanorath Schreiber es schon hervor gehoben hat, daß seiner Ansicht nack die Kreisvertrctung sich nicht bereit finden lassen werde, zu den Kosten einer Bahn Gelder zu bewilligen, welche zwar drei Gemeinden des Kreises be­rühre, aber sonst in einer Richtung gebaut werde, die geeignet fei, die Interessen der Stadi Marburg zu schädigen. Dieser Standpunkt scheint ein sehr wichtiger zu sein und wird die Zukunft lehren, daß der Herr Landrath die Ansichten der Kreistagsmitglieder richtig brart.rili hat- Vielleicht könnte aber der Kreistag dadurch einen Druck auf die Entschließung bezüglich der Richtung der Bahn ausüben und ihre Einmündung bet Fronhausen erreichen, daß er feinen Zuschuß davon abhängig machte, daß die Bahn in Fronhausrn münde. Bei der Bedeutung die dies für Fronbausen und Marburg hätte, würde es auch wohl angemessen sein, wenn Fron Hausen und auch Marburg dem Kreise Extrabeiträge zu einem vom Kreise zu jbernebmenten Gesammtbeitrage offenbar unter der Bedingung leisten, daß die Bahn nicht in Lollar, sondern in Fronhausen in Die Mai,-Weser-Bahn anschließt. Jedenfalls erscheint eS nothwendig daß die Behörden der hiesigen Stadt Stellung nehmen zu dieser Eisenbahnfrage und, da es an änderet, Organen zur Vertretung der Handels- und Verkehrs,Interessen hiesiger Stadt leider fehlt, Schritte thun, um die Ablenkung des Verkehrs von Gladenbach von hier abzuwenden und eint Anregung und Entwickelung desselben durch Herstellung einer nach hier gravitirenden Eisenbahn Verbindung herbeizuführen.

Gießen, 30. August. Die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder deL LandeS- Gewerbvereins ist ouf Mittwoch den 7. September l. I. nach Gießen einberufen. DaS Tages­programm ist wie folgt festgesetzt worden: Morgen- 10 Uhr Beginn der Generalversammlun, im W e nz e l'schen Saale zu Gießen Folgende Gegenstände sind bis jetzt zum Vortrag und Berathung vorgesehen: 1) Vortrag des Vereinspräsidenten; 2) Vortrag des Vorstandes bei Lokalgewerdvere.ns in Gießen, Herrn Geh. Baurath Professor Dr. v. Ritgen, über bit geschichtliche Entwicklung und d-n jetzigen Zustand der Gewerbe von Gießen- ; 3) Berich, der Handwerk-rschul-Commtssion des Landes-Gewerbvereins über die diesjäbrige AuSst.llunq der Schülerarbeiten aus den inländischen Handwerkerschulen; 4) Vortrag deS Generalseeretars, Baurath Busch, über die Fragen:Was tsi unter sog. Fachschulen zu verstehen, und unter welchen Verbältnissen und Bedingungen sind dieselben überhaupt und insbesondere im Großherzogthum H.sscn nöthig ?"; 5) Antrag des Herrn Kaufmanns B. Ros en bei mm Darmstadt aufErncktung von Fachschulen für die Thon verarbeitenden Gewerbe"; 6) Be­stimmung des Orts für die nächste Gcneralversammlung Nach der Gencralvnsammlurg. Mittags 1 Uhr, wird im großen Saale des Wenze l'schen Gartens ein gemein,chaftltchek MittagSessen stattfinden. Vor und nach der Generalversammlung Besichtigung der aus­gestellten Schülerardetten aus den inländischen Handwerkerschulen im Saale der Realschule, sowie der akademischen Sammlung für Geschichte der Kunst und des Kunstgewerbes im Sch'oz. Abends von 6 Uhr an gesellige Vereinigung der Theilmhmer und deren Angehörigen im Wen zel schen Garten. Der Vorstand des Lokalgewerbvereins in Gießen hat Fürsorge ge­troffen, daß, sowohl am Tage der Generalversammlung al6 wie an dem darauf folgenden Tage, Besichtlgungen hervorragender gewerblicher Etablissements von Gießen stattfinden können.

Einem Oeconomen wurden am vorigen Samstag ca. 150 Stöcke Kartoffeln an einem Acker im Ncustädterfeld entwendet. Die Diebe wurden unter den dortselbst arbeitenden Back­steinmachern entdeckt. Man fand noch einen halben Sack Kartoffcln bei denselben vor und sind drei der bett. Arbeiter geständig.

Die Gelegenheit beim Kopf zu fassen und zu benutzen, ist ein Zeichen praktischen Sinnes. Dieses sehen wir wieder beim Arrangement der Mo nstre.Eoneerte, welche für morgen und übermorgen in Wenzels ©arten dem Publikum geboten werden sollen. Die zum Manöver hier verweilenden Musikcorps des 115. Infanteri'-N-gimrnts aus Darmstaot und des 11. Iägerbataillons aus Marburg, vereint mit unserer Regimentsmusik, wußte Herr Wild Wenzel zum Zusammenspiel zu bewegen. 115 Mann Musik zu einem Ganzen vereint, dieseS ist uns in Gießen bislang noch nicht geboten worden und steht den Besuchern bei dem ganj vorzüglichen Programm ein seltener Genuß bevor. Ist der Himmel dem Unternehmen günstiz und Jupiter Pluvius guter Laune, so dürfte auch der Besuch ein sehr reger werden.

Von Metz bis Zedau.

Elf Jahre sind nun hinabgerollt seit der Zeit, wo jene für Deutschland ewig denkwürdigen Ereignisse stattfanden, welche dem Auslande die unüberwindliche Kraft der vereinigten deutschen Stämme zeigten und dem Vaterlande die polltische Einigkeit als Frucht der heißen Kämpfe mit gebieterischer Nothwendigkeit in den Schoß legten. Manches berühmte Stadium enthält die Kriegsgeschichte des Jahres 1870/71. Das höchste Interesse und die allgemeinste sation erweckten aber die Kriegsereignisse von Metz bis Sedan. Wohl hatte das deutsche Schwert dem übermüthigen Gegner bereits bei Weißenburg, Wörtb und Spichern wuchtige Schläge beigebracht und die Siegeshoffnungen befestigten sich in Deutschland, aber die Epoche der Kämpfe von Metz bis Sedan zerbrachen das französische Kaiserreich des dritten Napoleon und legten das Fundament für den neuen deutschen Kaiserthron. Noch stand am 14. August 1870 die Hauptmacht des französischen Heeres unter dem Marschall Bazaine unbesiegt vor Metz und es galt die beispiellose Aufopferung der Truppen der 1. und 2. deutschen Armee unter den Generälen v. Steinmetz und Prinz Friedrich Karl, um diese in günstigster Position befindliche französische Heeressäule zu bezwingen. Obwohl Bazaine und seine Generäle der deutschen Heeresleitung nicht gewachsen war, so war Bazaine doch der zäheste Gegner der deutschen Truppen. Festungsartige Stellungen hatte Bazair^-'. vor Metz für seine Soldaten ausgewählt und hier zeigte sich auch zum crftenmale die furcht­bare Ueberlegenheit der Chassepolgewehre vor der Zündnadel und die schauderhafte Wirkung der Mitrailleusen, die für das terrassenförmige Terrain vor Metz wie ae- schaffen schienen. Doch weder die Arglist der französischen Anführer, noch die furcyt- bare Bewaffnung der französische^ Soldaten konnten der Genialität der deutschen Generäle und der eisernen Tapferkeit der deutschen Truppen erfolgreichen Widerstand leisten. In den ersten Kampfestagen vor Metz bei Vionville und Mars la-Tour hielten sogar nur wenige deutsche Armeecorps das Vordringen Bazaine's, der die Offensive ergreifen wollte, auf, die deutschen Truppen mußten bis auf die Reserven tn's Feuer und ganze Cavallerie-Regimenter stürzten sich der Unzahl der französischen Feuerschlünde entgegen, um den Feind kein Terrain gewinnen zu lassen. H»ldenmüthlg opferten sich am 18. August die preußische Ga. de, die Sachsen und Hessen bt; St. Privat auf, und am folgenden Tage wurde bei Gravelotte das Schicksal Bazaine's entschieden. Diese Siege der d utschcn Truppen ahnte man in Paris noch nicht, als der Kriegs­minister Palikao dem Marschall Mac Mahon, der im Begriff war, sich mit den Resten seines Heeres nach Paris zurückzuziehen, den Befehl ertheilte, sich mit den Truppen im Lager von Chalons und einigen anderen noch verfügbaren Divisionen zu vereinigen und dem Marschall Bazaine zu Hülfe zu eilen, resp. durch eine kühne Schwenkung nach Norden den Deutschen in den Rücken zu fallen. Dieser Plan der französischen Kriegsleitung war gewiß ganz ausgezeichnet, wenn sie nur bessere Generäle und Soldaten und weniger tüchtige Gegner gehabt hätten. Indessen meldete schon unmittel­bar nach der Schlacht bei Gravelotte der Chef des Generalstabs der kronpnnzllchen Armee, General Blumenthal, daß er einen Umgehungsversuch Mac Mahon's oermuthe, da die Vorhut der kronprinzlichen Armee auf ihrem Wege nach Paris fast gar keine französischen Truppen mehr zu Gesickt bekommen. Der greife Stratege, Graf Moltke, hielt anfangs eine solche Diversion Mac Mahon's nach dessen Nied rlage bei Worth gar nicht für möglich, aber bald brachten ausgeiandte Cavalleriepatrouillen die Meldung von Mac Mahon's Zug nach Nord-Osten. Es erfolgte nun plötzlich die berühmte Rechtsschwenkung der kronprinzlichen Armee und der Abmarsch einer neugebilbeten vierten Armee unter dem sächsischen Kronprinzen, jetzigen König Albert von Lachsen. Am 30. August bei Beaumont und am 1. September bei Sedan wurde Mac Mahon mit seiner Armee durch einen Front- und ©eitenangriff der deutschen Truppen über­rascht und nach zweitägigem Kampfe batte sich, Dank dem ungesi mren Vordringen der deutschen Truppen, ein eiserner Ring um Sedan gebildet. Preußen, Bayern, Sachsen Württemberger, Hessen und Thüringer standen Schulter an Schulter und hielten in Ihrer Mitte das letzte Heer Napoleon's und diesen selbst gefangen. Napoleon's Scepter war gebrochen und der Aufrichtung des deutschen Kaisetthums stand fein Hinderniß mehr tm Wege. Dies ist die hohe Bedeutung des ruhmreichen Sieges von Sedan!

5577)

5660) 1 zur Ueberbed Schneise im anschlagt zu Samstag i

Von im Saale bi geben werben

Gießen, be Großh. B

LNot «uh Sn kn Ms

S6$9)*W. 3t

Lokales.

Gießen, 30. August. In bn in Marburg erscheinendenOberbess. Zig." finden wir heute nachstehenden die Stadt Gießen interefsirenden Artikel, welchen wir unfern Lesern nickt vorenthalten wollen. Die Nutzanwendung für die Vertreter unserer Stadt liegt auf klarer H-nd und regt sick'8 in Marburg, darf in diesem Falle Gießen auch nicht hintenansteben Der Artikel lautet: Vor einiger Zeit brachten wir eine Notiz über eine in Gladenbach statt­gehabte amtliche Versammlung und Besprechung über eine von Gladenbach nach Lollar iu bauende Eisenbahn Es nimmt uns Wunder, daß über diesen die biesige Gegend und auch hiesige Stadt so nahe berübrenden Gegenstand außer jenem Referat aus Gladenbach überhaupt nichts von den beiden hiesigen Zeitungen gebracht ist, und daß dasTageblatt" seinen Lesern auch nickt mit einem Worte von dem Plane, eine Babn von Kladenback nach Lollar zu bauen Nachricht gegeben bat. Der Bau einer Babn von Lollar nach Gladenbach hat für die hiesige I Stadt namentlich insofern Bedeutung, a s diese Bahn den Verkehr von Gladenbach und Um- gegend unbedingt von hier ' tanz fortzieben und nach Gießen hinlcnken wird, und dürfte es daher wohl zu überlegen sein, ob es nickt erreicht werden könnte, daß die Babn in Fronhausen an die Main Weser-Bahn cinmündct Es 'precken allerdings gewichtige Gründe hiergegen so namentlich die zu kleine Anlage des Fro-l-äuser Babnhofs, allein dafür doch auch, daß dabei eine Lahnbrücke vermieden und die Linie kürz r sein würde. Die Vertreter von Gießen haben in ähnlicker Weise die Annahme FronbaukenS als Endpunkt der Bahn bis jetzt zu Hintertreiben verstanden. Da, so viel bekannt, von hier aus seither nichts geschehen ist, hat man ihnen dies