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Preußen von der Krone auSgtngen. DiePcoo.-Corresp." hofft auf die Er- , reichung des Strebens der Regierung nach Herbeiführung eines ehrlichen kirch­lichen Friedens und sagt dann weiter: Die Danziger Zusammenkunft zwischen den Kaisern Wilhelm und Alexander, sowie die immer engeren Beziehungen unserer Politik zu Oesterreich Ungarn haben keinen Zweifel mehr darüber ge' lassen, daß die gemeinsame Grundaufsaffung, welche die Politik der drei Reiche verbindet, die kräftigste Bürgschaft einer friedlichen Entwickelung bildet.

Stettin, 28. December. In Gegenwart des Chefs der Admiralität, Generals v. Stosch, des StaatSministeiS v. Bötticher und des chinesischen Ge­sandten Lt-Fong-Pao lief heute die für chinesische Rechnung auf der Werft Vulkan erbaute Panzer-Corvette glücklich vom Stapel. Der chinesische Ge­sandte vollzog die Taufe in chinesischer Sprache, daS Schiff erhielt den Namen Ting Yuen."

Der DampferKatie" wurde am 26. d. Mts. von einem Schiffe, 40 Seemeilen vo.> Fastnett bet Cap Claer an der Küste von Irland, ohne Steuer gesehen.

Dublin, 28. Decbr. Durch eine Verfügung des Geheimen Rathes ist angeordnet worden, daß in Zukunft die Exmisstons-Mandate in den im Belagerungszustande befindlichen Districten nicht persönlich behändigt, sondern brieflich per Post zugestellr werden sollen. Durch einen Erlaß des Vice- königö wird ferner das unbefugte Halten und Tragen von Waffen in den Grafschaften Dublin, Waterford, Kildare, South Drogheda, Meath, T'ppe- rary, Wexsorh und Wtcklow verboten.

Petersburg, 28. December. DerRegierungsbote" recap.tulirt die bereits gemeldete Katastrophe m der Kr.uzkirche zu Warschau und giebt bie Zahl der bei derselben verunglückten Personen auf 28 Todte und 26 schwer Verletzte an. DaS Blatt meldet weiter, daß die Bevölkerung die Schuld an der Katastrophe den jüdischen Einwohnern zugeschrteben und deshalb im höch­sten Grade erregt in den entlegeneren Stadttheilen Warschaus im Laufe deS Nachmittags des 25. ds. einige, jüdischen Einwohnern gehörende Schränken, Buden und Häuser demolirt habe. Nachts wurde d'e Ordnung wieder hrrge- stellt. Am 26. ds., Vormittags 11 Uhr, fanden wiederum Unordnungen in den von der jüdischen Bevölkerung bewohnten ^taditheilen statt, welche bis zur Nacht andauerten. Eine groß? Anzahl bzr Ruhesiö^r ^urde verbi? et.

Konstantinopel, 28. December. Der von Smyrna kommende ru'sische Dampfer Azow" fuhr heute Vormittag den im Bosporus ankernden PostdampftrP'ovence" der Messageries Francaise an, welcher m 26 Minuten bet einer Tiefe von 37 Metern versank Die ganze Mannschaft >st gerettet. Der DampferAzow" muibe leicht davarnt. DieProvence" sollte heute nach Marseille abgehen und hatte bedeutende. Ladung, namentlkch mehrere Geldgroups. Die Poftbeutel, welche noch nicht eingeschifft, gehen mit dem italienischen Dampfer nach Brindisi. Der Sultan sanctionirte bic Convention m>t den Bankiers von Galata, welche das Uebercrnkommen nut den Sonb; holdere vollständig ergänzte.

Noch einmal (Eingesandt.)

Die Labatt-Spar-Anstalt.

DasCasseler Tageblatt und Anzeiger" enthält in Nr. 348 nachstehendesEin­gesandt" :

Eine große Anzahl hiesiger Kaufleute der Colonialwaaren- und Delicatessen- Branche war am Donnerstag Abend zu einer Besprechung über die in unseren Tagen mehrfach discuttrte Frage über Werth und Univerth der Berliner Rabatt-Spar-Anstalt imRheinischen Hof" versammelt. Die durchaus abweisende Stellung, welche man dieser Anstalt gegenüber einnahm, wurde etwa folgendermaßen begründet:

Die Rabatt-Spar-Anstalt bezweckt nach ihren Statuten die allgemeine Einführung der Baarzahlung im Kleinhandel und die Hebung des Sparsinns im Volke. Sie spricht sich in der von ihr herausgegebenen und verbreiteten Broschüre II:Das Ver- hältniß b;r Handelsmitglieder zu der Rabatt-Spar-Anstalt" auf Sette 14 folgender­maßen aus:Möglich ist es ja, und noch viel wünschenswerther als glich, oder selbst wahrscheinlich, daß in einzelnen Erwerbskreisen irgendwo der reine Baarverkehr bereits herrscht, daß also dieselben den Baarrabatt nicht mehr brauchen, ebensowenig wie die vereinzelten großen Geschäfte, die derart gestellt sind, daß sie von vornherein jede andere Bezahlung, als die in baarem (Selbe ausschließen können; wenn diese also das Rabatt-Spar-System auch nicht mehr brauchen, so ist aber damit wahr­lich noch nicht gesagt, daß alle die Millionen von Gewerbtreibenden, die in weniger günstiger Lage sind und den Borgverkehr hinnehmen müssen, um der Concurrenz nicht zu erliegen, ebenfalls auf dieses einzige Mittel zur Gesundung ihres Verkehrs ver­zichten müßten."

Die Colonialwaaren und Delicatesscn-Detail-Geschäfte hiesiger Stadt befinden sich in der glücklichen Lage, zu diesenErwerbskreisen" zu gehören, tu denender reine Baaroerkehr bereits herrscht" und die deßhalbden Baarrabatt" und das ganze Rabatt-Spar-System nicht mehr brauchen". Die genannte Branche hat, geringfügige und deßhalb nicht in Betracht kommende Ausnahmen ungerechnet, kein Borgsystem, weil hier am Platze die gute Sitte, was gegessen und getrunken wird, vor Allem baar zu bezahlen, noch eine allgemein herrschende ist.

Es fehlt demnach tn dem Bereich der Colonialwaaren- rc. Geschäfte durchaus an der Voraussetzung, auf welcher die Rabatt-Spar-Anstalt beruht, dieselben bilden vielmehr einenErwerbskreis", auf welchen die Rabatt-Spar Anstalt nach ihrer eigenen Erklärung gar nicht abzielt, und den sie deßhalb auch, wie mir eben gesehen haben, als außerhalb des Bereichs ihrer Thätigkeit liegend selbst bezeichnet hat. Die ge­nannten Geschäfte befinden sich dadurch tn gleicher Lage mit dem Begründer der Rabatt-Spar-Anstalt selbst, des Herrn vr. Wil h. Löwenthal zu Berlin, welcher tn einer am 21. October d. I. tn Potsdam abgehaltenen Versammlung von Kaufleuten, der er persönlich beiwohnte, nach einer sehr energischen Abweisung seines Sparsystems Folgendes aussprach:Ich selbst habe ein solches gutes Geschäft, daß ich keinen Credtt zu geben brauche; ich bekomme stets baares Geld gezahlt, brauche deßhalb auch kein Rabatt-System."

Die Colonialwaaren- rc. Branche kann aber auch keinen Rabatt gewähren, weil ihre Verkaufs-Preise die Baarzahlung ohne jeden Abzug zur Voraussetzung haben und überdies einen durch die starke Concuvrenz bedingten sehr beschränkten Nutzen lassen. Ist sie genöthigt, selbst die Fracht-Auslagen für die von Auswärts bezogenen Maaren bei Feststellung der Verkaufspreise in Anrechnung zu bringen, obgleich d ese oftmals nicht mehr als 1% vom Werth betragen, wie soll sie 2l/8% Rabatt geben können, wenn sie die Verkaufspreise nicht vorher um 2 /2°,0 erhöht oder aber die Maaren in entsprechend geringeren Qualtättn bezieht? - Ein anderer Weg, um zur Rabatt-Gewährung zu gelangen, steht ihr scbl bterdings nicht offen Hätte damit aber das kaufende Publikum einen Vortheil erreicht?

Das kaufende Publikum lebt in dem guten G auben, und zwar mit vollem Recht, daß ihm, wenn die Colonialwaaren- rc. Geschäfte heute das Rabatt-System ein­führten, damit ein wirklicher Vortheil neu angeboten würde, und deßhalb allein würde es sich für den Rabatt interesfiren, für den blauen Dunst aber die Höhe des Rabatts erst auf die Preise zu schlagen, um dann den Aufschlag durch den Rabatt wieder zurückzugewähren, intereflirt es sich sicherlich ganz und aar nicht. Der Be­gründer der Rabatt-Spar-Anstalt, Herr Dr. Löwenthal in Berlin, ist zwar anderer Meinung, er schrecke vor solcher Täuschung des Publikums nicht zurück, denn in der schon erwähntcn October Vetsammlung in Potsdam hat er nicht angestanden, aus- zusprecken:Wenn hier die Kaufpreise so gedrückt sind, dann würde allerdings der Detaillist, der der Ravatt-Spar-Anst^lt beitritt, danach zu berechnen haben", und als in Folge dessen von einem andern Redner constattrt wurde, daß Herr Dr. Löwenthal selbst zugegeben habe, die Potsdamer Detailisten müßten den zu gewährenden Rabatt auf die Preise schlagen, da ist ein Widerspruch seinerseits nicht erfolgt, so daß also über die Meinung des Dr. Löwenthal in dieser Beziehung jeder Zweisel als aus­geschlossen erscheinen muß. Damit wird dann aber auch das ganze von ihm begründete Spar-System in einer Weise beleuchtet, daß das eigentliche Wesen desselben, gewisser­

maßen sein Geheimzweck, einmal klar zu Tage tritt. Die Rabatt Spar-Anstalt soll demnach nicht dem kaufenden Publikum, sondern ihren Handelsmitgliedern und ihren Actionarcn .'inen Vortheil biingen und dem kaufenden Publikum ist dabei lediglich die Rolle zuaedacht. diesen Vortheil durch sein baares Geld zu liefern. Denn den Rabatt, den der Verkäufer zuvor auf seine Preise geschlagen hat, bekommt der Käufer nicb einmal ungekürzt zurück, sondern 20 pCt. gehen ihm durch diese Procedur verloren, anstatt 5 X werden ihm nur 4 X in Berlin gutgeschrieben, ungerechnet den Verlust, der ihm durch Verlieren der winzigen Rabattscheinc und durch Verjährung sehr Dicht erwachsen kann, 1 X aber wird für Verwaltungskosten, Gew nn der Actionäre rc ver­wendet- Angenommen, ein mittlerer Haushalt verbraucht für Nahrung und Kleidung jährlich 2000 X, davon sind 5% Rabatt 10U X. Die Anstalt legt aber nur 80 X zu Gunsten des kaufenden Haushalts an, 20 X gehen ihm völlig verloren, die behält die Anstalt für sich Stellen nun aber diese 100 jl die Summe dar, welche der genannte Haushalt successioe bei den verschiedenen Verkäufern in Folge der Preis- Aufschläge bereits baar bezahlen mußte, so ist er um die ihm bei der Kapitalanlage zu Gunsttn der Gesellschaft abgezogenen 20 X birect geschädigt. Wollte man bei emer Stadt wie Cassel nur 1000 Haushaltungen mit gleichem Verbrauch annehmen, was gewiß nicht hoch gegriffen wäre, bann stellt sich die Rechnung wie folgt: 1000 Haus­haltungen zahlen nach Berlin bei je 200U X Verbrauch 1000 Mal 100 X Rabatt

100,000 X, hiervon we den in der Anstalt nur angelegt (statt 5 nur 4) 1000 Mal

80 JL 80.000 X, so daß sich die hübsche Summe von 20.000 JL herausstellt, welche I hr für Jahr allein aus Cassel an eine Berliner Acticn Gesellschaft an Prov sion

abgeführt werden würde. Nimmt man ferner an, daß diese Summe sich im Gebier

des deutschen Reiches nur 50 Mal vergrößerte, obgleich die Einwohnerzahl des Reiches rund 700 Mal größer ist als die Einwohnerzahl Cassels, dann würde der jährliche Zusammenfluß bei der Rabatt-Spar-Anstalt sich auf 5 M'llionen Capital belaufen, wovon die Gesellschaft nur 4 Millionen anlegte, während 1 Million Provision für die Gesellschaft, die Ag'Nten rc. verbliebe. Wie würde man einen Bankier nennen her in gleicher Weise, wenn ihm 5 Millionen zur Anlage übergehen würden, davon 20 pCt. 1 Million als Provision und Spesen abziehen wollte! Und woher wäre diese g>oße Summe gekommen? Ja, woher anders, als aus den Taschen der deutschen Hausfrauen. In dem schonen Wahn, neue Vortheile er­worben zu haben, würden sie diese Summe Jahr aus Jahr ein emsig zusammentragen.

Wenn nun schon dieses Moment der colossalen Uebervortheilung des Publikums um 20% seiner Ersparnisse die Rabatt-Spar-Anstalt genügend kennzeichnet, um die­selbe unbedingt verwerfen zu müffen, so ist nicht minder der Grad der Sicher­heit, den eine Actien Gesellschaft überhaupt zu bitten vermag, für eine allgemeine Anlage von so riesigen Volksersparurssen als absolut ungenügend zu bezeichnen Man begreift kaum, daß sonst einsichtsvolle und hochachtbare Männer so blind sein konnten, ihrem Volke die Anlage seiner Ersparnisse in einer Actien-Gesellschast zu rathen, welche diese Ersparnisse um 20% beschneidet und dazu nur eine zweifelhafte , Sicherheit zu bieten vermag, während sofern ein Bedürfniß für die Nutzbarmachung kleiner Ersparnisse vorhanden sein sollte, es doch leicht thunlich wäre, außer den be­stehenden Sparkassen rc. weitere Institute zu gründen, welche genügende Garantien bieten und die Ersparnisse ohne Abzug anlegen und verzinsen würden.

Diejenigen Geschäfte, deren Preise nicht auf der Voraussetzung sofortiger Baar­zahlung, sondern auf Ziel Gewährung beruhen, geben billiger Weise und thatsächlich feit langen Zeiten überall da, wo dieses Ziel nicht beansprucht, sondern Baarzahlung vorgezogcn wird, einen entsprechenden Rabatt; sie unterscheiden sich aber in ihren Ge­wohnheiten dadurch ehr vortheilhaft von dem System der Rabatt Spar-Anstalt, daß sie diesen Rabatt sofort baar und unverkürzt auszahlen, dem Baarzahler völlig überlassend, was er mit dem empfangenen Rabatt anzufangen gedenkt. Es muß dem Kaufmann an und für sich auch gleichgültig sein, was mit dem Rabatt angefangen wird, und der funkelnagelneue Gedanke, den die Rabatt-Sparanstalt aufwirft, den Ver­kaufsgeschäften den neuen Charakter von gew'ssermaßen volkserziehlichen Factoren bei­zulegen, darf wohl als das schöne Mäntelchen angesehen werden, welches das eigent­liche Bestreben, eine ganz gewöhnliche neue Actien Gesellschaft in Schwung und R nta- bibtät zu bringen, zu erfüllen ersonnen ist. W^ll Jemand gern die empfangenen Rabatt-Summen zum Sparen anlegen, traut sich aber die Willenskraft N'cht zu, sie auch diesem Zwecke wirklich znzuführen, wenn er sie erst einmal eingesteckt hat, so ist solchem Käufer auf sein Ersuchen auf mancherlei Weise so leicht zu Helsen, daß es sich in der Tbat nicht verlohnt, darüber noch des Weiteren sich anszulassen. Ueberdies ist es ja bekannt, daß 5 X. heute zu 5 % angelegt, schon in 62 Jahren und zwar nur durch das unu Verbrochene Hinzukommen von Zrns und Zins auf Zins auf volle 100 X anwachsen, und bet 4 % Verzinsung in 78 Jahren. Läßt sich aber Jemand seinen Rabatt von 5 -AL erst von der Rabatt-Sparansialt beschneiden und legt ihn dann bei ihr an, so können 90 Jahre vergehen ehe derselbe sich auf 100 JL erhöht, 88.! wenn diese sehr theurr Svar-Anstalt, deren verzweigten Apparat drr einzelne Sparer absolut nicht zu übersehen vermag, bann noch ihr Leben fristet.

Nach Vortherlen für das kaufend e Publikum sucht man bet der Rabatt- Sparanstalt demnach vergeblich, sie bietet feine. Alle? was sie bietet, läßt sich, wenn man sich ihrer nicht bedient, leichter, schneller, billiger und sicherer erreichen. Die Vortheile, welche den Handelsmitgliedern in Aussicht gestellt werden, sind auf offenem, geradem Wege nicht zu erlangen und deshalb abzulehnen.

Das waren etwa die Gründe, welche die Eingangs erwähnte Versammlung ver» anlaßte, die nachfolgende Refolution mit Einstimmigkeit anzunehmen:

Die heute Abend imRheinischen £)of* zu Cassel versammelten Kaufleute, In­haber Casseler Colonialwaaren- und Delicatesienhandlungen, erklären hierdurch, daß sie weder der Berliner Rabatt-Sparanstalt beitreten werden, noch in der Lage sind, über­haupt Rabatt zu gewähren, da die Einrichtung ihrer Geschäfte nicht auf dem Bo g- system, sondern auf dem Baarzahlungssystem beruht, und die Baarzahlungspreise die Gewährung von Rabatt nicht gestatt.n.

Um Rabatt geben zu können, müßten entweder die Preise entsprechend erhöht, ober die Waaren in geringeren Qualitäten abgegeben werden. Zu einem solchen auf Täuschung des Publikums abzielenden Verfahren die Hand zu bieten, lehnen die Ver­sammelten mit aller Entschiedenheit ab".

lokale-.

Gießen, 29. Dezember. Die auf heute Mittag im Saale des Lenz'schen Felsen­kellers zusammenberufene Dersammlunq behuf« Verhandlung überDie Degradirung der ObcrbessischenBahnen" <rrsp. Antrag Kugler, war von außerhalb sehr besucht. Herr Bürger­meister 23r am m begrüßte die Versammlung und schlug Herrn Rechtsanwalt Dr. Muhl zum Vorsitzenden vor. Unter dessen Leitung tagt« die Versammlung unter lebhafter DiScusfion bis aeam 2 Ubr. Cin eingebendes Referat folgt in komm nder Nummer.

Vermischtes.

Lich, 27. Dez. Heute Abend gegen8 Uhr brannte die Scheuer des A- Heller IV. ab. lieber die Ursache des Feuers ist bis jetzt nichts bekannt geworden.

Darmstadt, 28. Dezember. Die Kleinkindettchule zu Darmstadt hält kommenden Freitag den 3'). d M. Nachmittags 3 Ubr, tm oberen Saale be3 hiesigen Rathhauses ihre Generalversammlung ab. Nickt nur bl* Mitglieder, ionbrrn alle Gönner unb Freunde btt An Halt sind zur Tbeilnahme an der Versammlung sr'undlichst eingeladen.

Zu dem sensationellen Mordanicklag d's SchlosierS Wilke wider Berliner Aerzte verlautet Folgendes: Der festgenommene Verbrecher ist, wie die fortgesetzten kriminalpolizei licken Recherchen ergeben haben, der Scklosier Wilke aus Küstrin, welcher sick seit Juli dieses Jahres in B-rlin aufhält. Wilke hat Frau und Kinder, die von ihm getrennt leben und in der Grünstraße wohnen, während er selbst bis zu seiner Festnahme in der Oranienstraße 7 gewohnt hat. Wilk, ist bisher, waS mit Rücksicht auf die Raffiwrtheit feine» verbrecherischen Planes bemerkenSwerth ist, nock nicht bestraft. In Küstrin betrieb er mehrere Jahre lang als Schlosiermeister eine eigene Werkstätte, bis er gänzlich herunterkam. Im Juli er. begab er sich nack Berlin und arbeitete bei verschiedenen Scklosiermeistern. Da er nicht immer Arbeit sand und auch die früher- Selbstständigkeit als Mnster nickt zu verschmerzen vermockte, so verfiel er um fick Geld zu verschaffen, auf die Idee, reicke Personen In seine Wohnung zu locken und zu berauben. Zu diesem Zweck fertigte er das zangenartige Instrument in der Werkstä'te eines Scklosiermeisters in der Wrrd.rstraße an, wo er gerade arbeitete. Auf die Frage seiner Mitarbeiter, zu welchem Zwecke er das wunderliche, noch nie gesehene Instrument fabrizire, sagte Wilke, rr wolle sick ein Patent zum Herausnehmen von LStbtSpfen auf diese? Instrument verschaffen. An dieses Instrument fügte er als Stiel ein langes Gasrohr an, welches er von einem Bau gestohlen batte. An einer anderen Arbeitsstelle btt einem Schlosser.- meister in der Krautsstraße, fer'igte Wllke das Gewinde an, welche« die Verbindung zwischen dem Würge-Jnstrumrnt und der am Ende des Stiels angebrachten Kurbel bilden sollte. Seit