Ausgabe 
28.11.1881 Zweites Blatt
 
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Str. 277. Zweites Blatt. Sonntag ocn 27. November issi<

Eichener "Anzeiger

Amkige- unb Amtsblatt fit brn Kreis Sicha.__

-------------------------- Pret» vtnleljährlich 2 War! 20 Pf. mit vnngerlohn.

AtiLftrafie B 18 Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Durch die Post bezogen vierteljakrlich 2 Mark 50 Pi.

In Uebereinsttmmang mit der

Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung.

Gemeindebehörde werden hiermit auf ®runb bei S 76 ber Deutschen <3e»,rb,orbnunfl nachstehenbe SBeßimmunr«

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bei starkem Schneefall . von jedem Schlitten . . Gießen, den 18. November 1881.

2) AlS Taxe dürfen v.riangt werden:

a) für daS An. und Abfchnallen der Schlittschuhe pro Person

b) für daS Bahnkehren:

von jeder männlichen, die Bahn mit Schlittschuhen benutzenden Person...........

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4) Überschreitung dieser Tarifsätze werden mit Geldstrafe biS 50 Lhaler (150 Mark) und Im Unvermögensfalle mit Hafk bis 4 Wochen bestraft.

Kinder unter 14 Jahren und erwachsene Personen, weiche daS Eis ohne Schlittschuhe besuchen, zahlen nichts.

5) Pnsonen, welche ohne Loncesfion sich iu Dienstleistungen gegen ©er. aütung anbieten, werden nach dem sub I erwähnte» Reglement mit einet Geldstrafe von 18 Mark 57 Pfennige belegt.

getroffen:

1) Die Berechtigung bei entstandenem E'se daselbst zum An- und Ab- schnallen von Schlittschuhen, Kehren der Eisbahn ic., öffentlich seine Dunste anzubieten, steht nur demjenigen zu, welcher bk tn dem Polizet-Reglement vom 6. März 1877, die Regelung des Gewerbes derjenigen Personen, welche auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ihre Dienste avbieten, insbesondere der Dienst- und Lohnmänner betreffend, vorgeschriebene polizeiliche Concession erhalten hat. Für daS Kehren der ElSbahn werden jährlich ein oder mehrere Unter­nehmer je nach Dedürfniß concesflonirt, welche sich für das nöthige HülfSpersonal zu sorgen haben.

Großherzogliche Polizetverwaltung Gießen.

_______FreseniuS. __

Unser Kaiser mußte sich, wie bereits bekannt, anläßlich eineS leichten Unwohlseins die Eröffnung des Reichstages versagen. Leider ist diese Unpaß- Ilchkrit auch in dieser Woche noch nicht gehoben, so daß der Monarch nicht einmal der am Montag stattgehabten GeburtStagSfner der Kronprinzessin, zu deren Ehren auch an diesem Tage in Berlin die Eröffnung res iieuen Kunfi- aewerbe-Museums statlsand, beiwohnen konnte. Zu irgend einem Btsorgmtz ist iedoch noch kein Anlaß vorhanden, ebenso hat sich das Befinden des roß- Herzogs von Baden derartig gebeffert, daß die Kaiserin daS Krankenbett ihres Schwiegersohnes verlaffen und nach Koblenz zurückkehren konnte. E'krankt ist dagegen in den letzten Tagen noch eine Tochter des Kronprinzen, die Prinzessin Sophie. Aus dem «u-lande find nicht groß Nachrichten von Bedeu- tung zu vermelden- Frankreich hat seinen neuen Ministerpräsidenten Garn- betta der sich nach Kräften bemüht, für seine Regierung Propaganda zu machen der aber dabei doch «tat Niederlage in dem zur Majorität klerikalen Senate, seinem alten Feinde schon vom Listenskrutinium her, nicht hat vermei- den können, da zum Ubenslänglichen Senator em seiner getreuen Partei nicht aug'höriger Candidat gewählt wurde. Ja, Amt bürgt Winde, über auch Bürde und Gambetta ersährt die- in den mannigfachen Anfeindungen d.e ihm zu Theil werden, vollkommen. Ganz abgesehen von dem infernalischen Lärm den die Communisten und Intransigenten entwickeln, halten sich auch die tinigermaßkn noch selbst denkenden Republikaner, wie Waddington, Frey- etnet von ihm fern, und sogar Mitglieder seines eigenen ReffortS, die sranzo- fischen Botschafter im AuSlande. haben ihm den Gehorsam gekündigt und größlentheils ihre Entlastung eingereicht. In Tunis sind jetzt die französischen Truppen damit beschäftigt, die Reste der Aufständischen zu vertilgen und Ord- nung in diesem Lande zu schaffen, besten Ruhe zu stören, sie selbst am meisten beigetragen haben. - Snglanb jui »ir'Wungj wieher einmal mit den rebellischen Iren zu kämpfen, die trotz aller drakonischen Maßnahmen es von Seit »u Zeit boch immer »lebet von Sievern versuchen, baS englische Reg,, ment abzuschütteln. An eine batbige befimüoe Unterdrückung bes im Geheimen fortgährenden Feuers ist denn auch wohl trotz aller früheren günstigeren M.l- düngen nicht zu denken. Sine ähnliche Unannehmlichkeit spinnt sich jetzt für Oesterreich in Süb. Dalmatien an, wo tote aus bem Aufstanbe von 18b» fattfam bekannlen Bochesen auf« Neue Neigung zu einem Putsche zeigen. Die Regierung giebt sich freilich alle Mühe, bie Erhebung als eine Streiferei von Räuberbanben hinzustellen, aber Niemand will ihr so recht glauben. Beendigt ist in dieser Woche auch bie Krise im Ministerium beS AuSwLrllgen, für bas bet bisherige österreichische Botschafter in Petersburg, Kalnocky, zum Ches er. uannt ist. Seine Berufung befriebigt allgemein, selbst in 3ta! ien, iro bie bekannten angeblichen Kalley'schen Snihüllungen für einen Augenblick doch b° es Blut gemacht halten. König Humbert ist mit seiner Gemahlin erst in uefer Woche von seiner Wiener Reise nach Rom zurückgekehrt, unter srenetischem Volkssubel am Tage, dem sich allerdings in der Nacht wenig tarnet harmo- nirente aufrührerische Maueranschläze und Proklamationen anschloffen. Bin The» des italienischen Volkes betrachtet Oesterreich noch immer al» denEid- fetnb" unb kann sich baher wenig mit brm Besuche seines Königs in der Rai- ferfiabt an ber schönen blauen Donau befreunden. Im Orient hat, ein kleiner Conflict begonnen, und zwar zwischen Griechenland unb der Xurtet. Der erstere Staat hat die türkischen Postämter in den ihm zuge,ptochenen

3) »ar Begleitung auf dem Eise unb für bas Schieben von Schlitten gilt ber Zeittarif für bie Dienst, und Lohnmänner vom 6. Mär 1877, wonach

für eine halbe Stunde ober weniger ......40

für eine ganze Stunde . .........60

zu zahlen find.

LandeStheilen geschloffen, als R.preffalie hat darauf die Pforte doffeibe mtt den griechischen Postämtern in der Türkei gethan. Dagegen hat Griechenland protestirr und nun ist ein heftiger Notenwechsel im Gange, der ja IchlMich durch freundliche Vermittelung auch wohl sein Ende erreichen wird. Des Mörders Guiteau Proceß in Amerika ist von einem Attentat auf den Attentäter selbst unterbrochen. Sin lunger Wann schoß aus ihn, verwundete ihn aber nur leicht. Seitdem zeigt ber Slenbe, ber sich früher (einer schänd- lichen Tdat noch rühmte, eine geradezu weibische Furcht unb fleht fortnährend um BeschÜtzung. Der ganze Mensch macht einen widerlichen S ndruck unb bab.i drängt sich die feine Welt noch, förmlich um seinen Anblick. In »er Tbnt scbwer begrnflich. _______ _

Darmstadt, 23. Novbr. DaS Großherzogliche Regierungsblatt (Mei- Ia"C "Y Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern unb der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.

2. Bekanntmachung deffelben Ministeriums, die Errichtung eineS Famllkn- fidei« ComuuffeS durch Seine Königliche Hoheit den Landgrafen von Hoffen betreffmd^^^^^^^^^^^ Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogthum Hessen und den angrenzenden Verrms- staalen mii steuerpflichtigen Getränken, sowie die zur Ausfertigung und Erledi- duna von UeberaangSscheinen ermächtigten Stellen betreffend.*

4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts ^^rms, die Erhebung einer Umlage in der israelitischer. Religion- - Gemeinde zu Eppelsheim für 1881/82 betreffend.

5. Ordensverleihungen.

6. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.

8. Zullffu'gm^ur''Rechtsanwaltschaft. 2m 21. CMr. mürbe ber Ee. richtsacresfist Tr H-rmann Horch zu Main, zur Rechtsanwaltschaft bei bem Kbgench.e ber Provinz Rhemheffen bezw^ gemäß ber Bekannlmachung .em 20 Zum 1879, bie Rechtsanwoltsordnung betr., auch bei Großh. Dberlanbes-

fln bemf Tage wurde der Gerichtsaccefist Karl Dornseiff zu Gießen vr Rechtsänua"!schof? bei bem Amtsgerichte Nibba, cm 26. Oktbr. würbe ber Genchttaccesfist Tr. Georg Best zu Darmstabt zur Rechtsanwaltschaft bei bem Landgerichte ber Provinz Starter-burg, am 12. Novbr. wurde der frühere Hofqerichtsadvccat Ernst Emmerling zu Darmstabt bei bem Landgerichte ber Provinz Starkenburg unb bem Oberlandesgerichte Rechtsanwalt, an bei.f. Tage würbe ber bei bem Lanbgerichte ber Provinz Starkenburg a» Rechts, anwalt utgelafiene Dr. Georg Bist zu Darmstabt auch bei bem Oberlandes-

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präfntirten evang Pslrramts-Eandidaten Theodor Weber aus Lich für diese stelle am 24 Cttbr. den von bem Frhrn. von Gemmingen zu Fränkisch. Crumbach auf bie evang. Pfarrstelle ,n Wolfskehlen pr-sentirtm evang. Ps«rer q-L.nknr ^oc(f ÄU Qencfeib für diese Stelle zu bestätigen; am 26. Oktbr. den trafriicfctn Arzt Dr Eduard Willman» zu Wald-Michelbach zum Kreisasfiste^z. I Ae dm ^ets Heppenheim mit dem Amtssitze zu Wald-Michelb.ch zu