daß sie vor der Erlheilung tu.er Vh.ta-oit übir irgend einen anderen Gegenstand nicht m Beralhung treten werde.
Kesterreich.
Wien, 23 Mat. In der heutigen Sitzung des österreichischen Unterhauses faiib . eucrvtngs ein ZDischenfall statt. In der Debatte über den Schulantrag Lienbacher's bezeichnete Eou^rd Süß den Antrag als eine Schmach und das Vorgehen der Mehrheit als ein Verbrechen. Der Präsident Smolka rief Süß zur Ordnung. Im Hause entstand daraus großer Lärm: die Linke ui b die Rechte riefen gegenetnanber, die Galerien klatschten demonstrativ Beifall. Der Präsident verfügte die Räumung der Galerien, welche darauf von den Ordnern anstandslos vollzogen wurde. Die reservirten Logen blieben von der Räumung ausgenommen. Nach längerer Pause wurde die Sitzung wieder ausgenommen.
ZlranKrcich.
Paris, 23. Mat. In den Gawbettistischen Kreisen bietet man Alles auf, die tunestsche Angelegenheit so bald als möglich zu beseitigen, damit ein Theil deS ExpeditlvnS-CvrpS bis Ende Juli nach Frankreich zurückkommen kann. Der Vertrag mit dem Bey wurde in der heutigen Sitzung mit 453 gegen 1 Stimme angenommen. Die übrigen Gegner des Vertrages enthielten sich der Abstimmung. Allgemein bemerkt mau die heutige Erklärung des Conseils- prästdenten Jules Ferry, daß der Bey keinen Einspruch gegen den Vertrag erhoben habe. Die Anklagen, welche die Opposition heute gegen die Regierung vorbrachte, daß dieselbe ihre Exp'dttton gegen Tunis hauptsächlich nur deshalb gemacht habe, weil sie gewisse Privat-Jntereffen sicherstellen wollte, gelten allgemein als begründet. (Mln. Ztg.)
— Der Mtn ster-Restdent Roustan tritt in Tunis schon vollständig als Machthaber auf. So zwang er den Bey, den General Ben Aled, Mitglied des obersten Ministerrathes, und desien Sohn, der Adjutant ist, abzusetzen und sandte am 21. ds. feine Commtssare in dnö Iudenvtertel von Tunis mit dem Befehle, die Juden zu zwingen, ihre Buden zu öff .en, und die Ladeuinhaber, die sich weigerten, zu verhafien. Roustan wollte den panischen Schrecken heben, der in Tunis herrscht, und fing mit den Juden an, die dem Befehl Folge leisteten und ihre Buden öffneten, obgleich sie Plünderung fürchteten. Auf dem Kriegsschauplätze ist eS nicht zu neuen Kämpfen gekommen. Eine osfictelle Depesche aus dem Lager von Sktra vom 22. ds. meldet, daß General Brem am 20. dS. eine Recognoscirung vornahm, ohne auf Widerstand zu stoßen. Wie dte amtlichen Depeschen mit Bedauern mittheilen, vertrauten die nicht unterworfenen Stämme ihre Heiden und Zelte dm unterworfenen Stämmen an, bet denen man keine RazztaS n.ehr machen kann.
Paris, 25. Mai. Gambetta ist gestern Abend nach Cahors c.bgeretst, wo er heute Vormittag um 10 Ubr etmreffm wird. Es werden große Festlichkeiten vorbereitet und mehrere Reden erwartet. — Dem Journal „Eiene- ment" zufolge ist in Montrouge eine Fabrik von Explosivgeschoßen "entdeckt worden: drei Personen wurden verhaftet.
Paris, 25. Mai. Senat. Der Consetlspräfldent Ferry legte den mit dem Bey von Tunis abgeschloffenen Vertrag vor. Nach einem Z vtschenfalle, in Folge dessen der Senator Gavardte zur Ordnung gerufen wurde, beschloß der Senat, sogleich in den Bureaux zusammenzutreten, um eine Commission zur Dorberathuug des Vertrages zu wählen. — General Forgcmol meldet, daß die Leiter und Häuptlinge einiger Stämme sich unterworfen hätten. Die- selben erklärten, daß der Bey von Tunis ihnen befohlen hätte, sich jedes feind- seligen Aktes gegen dte Franzosen zu enthalten. — Gambetta ist in CahorS eingetroffen. Aus der Reise fand nirgends ein Empfang statt.
England.
London, 25. Mai. Von „Ontario" wird gemeldet, daß der Dampfer „Victoria", auf welchem gestern gegen 600 Personm einen Sinkflug unternom- men hatten, auf der Rückfahrt gescheitert ist und daß dabei gegen 175 Per- fonen in den Wellen ihren Tod gefunden haben.
London, 25. Mai. Die Jury bet AssiseugerichtS hat in betn Pro- "ffe gegen ben Rebacteur bes Journals „Freiheit", Most, wegen Aufreizung zum Morbe ben Angeklagten für schuldig erkannt. Die Publikation des Ur- theilSspruchS ist noch vertagt worden.
— DaS Scheitern des Dampfers „Victoria" fand eine Meile von Lon- don in Ontario (Ober Kanada) statt. Der Dampfer war aus der Rückfahrt von einem Ausflüge nach einem vier Meilen entfernt gelegenen Vergnüauuas. orte begriffen. ö M
Spanien.
Madrid, 25. Mai. Die Verordnung vom Jahre 1875, durch welche Ruiz Zorilla verbannt wurde, ist aufgehoben worden.
Rußland.
Petersburg, 25. Mai. Der KrtegSminister Graf M.ljutin hat. gutem Vernehmen nach, seine Entlastung en gereicht. Uebtr den Nachfolger ist noch nichts entschieden
« Petersburg, 25- Mai. Grat Loris - Melikoff ist gestern nach dem Auslande abgeretst. — Die montenegrinische Deputation wird Petersburg heute wieder verlasen.
Moskau, 16. Mai. Mährend im Süd 'ksten des Reiches der Pöbel gegen die Juden gewüthet, haben iui fernen Südosten ähnliche rohe Ausschrei- mngen stattgefnnden, welche einen nicht weniger bedanerlichen Charakter tragen. .ZT' «“an fce"te von Anfang Mai aus Baku: „Schon feit fünf Tauen öcrrldjt in der Stadt Aufruhr und vollkommene Anarchie. Anfangs war der Angriff betrunkener Pöbelhausen nur gegen die Polizei gerichtet. Polizisten wurden mißhandelt und viele verwundet; dann aber, unter dem E ufl ch einer UnfiP vorhandenen Erbitterung. richtete sich die Wuth bet PöbclS gegen das Stadtviertel der ^l'taren, wo schr.ckliche Scenen begannen. Das in der Stadt stehende Militär, sowie dis aus Krasnowodsk herbeigeholte Schirwa> skt- Bataillon erwiesen sich beule und gestern d m Pöbel gegenüber als ohnmächtig und die Behörden haben den Kopf vollständig verloren. Bei bei Zusammen- | stützen des PöbelS mit den Mohamedanern und der Polizei bat eö viele Ver- 1 »unbete und Tobte gegeben. Der muselmäimische Theil ber Einwohner beob- «d)tet biö jetzt eine gewiste Zurückhaltung, dies bürste jedoch nicht lange dauern. Eine muselmännische Abordnung hat dem Gouverneur erklärt, er möge energische Maßregeln zur Herstellung der Ordnung ergreifen, weil sonst die traurigsten
Folgen zu befürchten seien. Unter dem Volke wird das Gerücht ver» breitet, daß die Tataren eine allgemeine Vernichtung der Christen beabsichtigen. Buden und Magazine stad geschloffen, — in der Stadt herrscht panischer Schrecken, — viele fliehen. Im oberen tatarischen Stadttheile sind 5 Tataren erschlagen, der Pöbel erbricht die Läden und plündert Alles."
Dulgarien.
r, , Sofia, 25 Mai. Der Fürst hat ein Schreiben an ben Präsidenten des Mini- steriums gerechtes in welchem es heißt: „In Gemäßheit meiner Proklamation vom 9 b. übersende ich Ihnen bie von mir aufgestellten Artikel, welche ben Umfang ber Vollmachten naher bestimmen, bie ich als unerläßliche Vorbedingungen ansehe wr 2ß,rrfanifeit einer unter meiner Leitung stchenben Regierung unb für bie Herbeiführung eines besseren Ganges ber Geschäfte. Die öffentliche Meinung wirb Zeit haben sich bie Tragweite ber Artikel klar zu machen. Ich bin entschlossen oon ber großen Nationalversammlung e n einfaches unb beutlicheS Votum über bie Wahl zwischen ber Geneh- mißunß ber beifolgenben 3 Artikel ober meiner Abbankung zu verlangen unb ersuche ©ie meiner gegenwärtigen Zuschrift unb meinen Vorschlägen bie größtmögliche Verbreitung zu geben. In Artikel 1 ber Vorschläge wirb bestimmt, baß ber Fürst auf bie Dauer von 7 Jahren mit außerorbcntlichen Vollmachten ausgerüstet werbe unb daß er auf Grunb berfetben Dekrete erlassen kann, welche neue Institutionen wie bie Vilbimg eines Staatsraths ins Leben rufen, Verbesserungen in allen Zweigen der inneren Verwaltung einführen, unb einen regelrechten Gang ber Geschäfte sichern. Durch Artikel 2 wirb bie orbentliche Session ber Nationalversammlung für bicseS \abr suspenbirt, bas für ben laufenben Dienst votirte Bubget erhält Gesetzeskraft für bas folgenbe Jahr. Nach Art. 3 ist ber Fürst ermächtigt, vor Ablauf von 7 Jahren eine große Nationalversammlung ad hoc zu berufen zum Zwecke einer Revision ber Verfassung auf ber Basis ber neu geschaffenen Institutionen unb ber auf Gründ berselben aem.'chlen tftWungcn. - SDcr Fürst empfing nm Nachmittag in feierlicher Äudien, den diplomalifchen Agenten Ruhlands. Httrowo. welcher fein Beglaubigungsschreiben überreichte. Der Fürst tritt morgen eine Reste in bie Provinzen an, aus welcher ibn Hltrowo begleitet. *
Türkei.
Konstantinopel, 24. Mai. Die Convention, betr. die griechisch- türkische Grenzsrage ist beute unterzeichnet worden. — Der Engländer Suter, welcher vor einiger Zelt von Räubern in der Umgegend von Salonichi getan» flen genommen worden war, iß nach Bezahlung des verlangten Lüsegeldes wieder in Freiheit gesetzt worden. — Die Botschafter v. Nowikow und Göschen haben neuerdings bei der Pforte Schritte gethan, um die Regelung ber türkisch-persischen Grenzfrage zu beschleunigen. — Göschen wird demnächst fein Abberufungsschreiben überreichen.
telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. EOrrespo»deuz-Vnreau
London, 26. Mai. Nach Meldungen auS Ontario waren bis gestern Abend um l0y2 Uhr die Leichen von 238 Personen, die durch den Untergang des Dampfers „Victoria" ihren Tod gefunden haben, an'S Land gebracht; die Zahl der bei der Katastrophe ums Leben Gekommenen stellt sich voraussichtlich noch höher. In der Stadt ist allgemeine Trauer, alle Geschäfts- locale sind geschloffen.
Paris, 26. Mai. Gambetta ist in Cahors fortgesetzt der Gegenstand lebhafter Ovationen Seitens der out den Landorten und aus benachbarten Departements zusammengeströmten Menge und hat eine große Anzahl von Deputationen empfangen. Nächsten Sonnabend findet Gambetta zu Ehren ein großes Banket statt, bei welchem derselbe, wie eS heißt, eine politische Rede Kalten wird. — Nachrichten aus TuniS zufolge werden die unter dem General Breard stehenden Truppen Djedeida, des dortigen schlechten TrinkwafferS wegen, verlaffen und Manouba alS Standort erhalten.
Lokales.
Giesten, 27. Mai. Hm Hlmmelfahrtmarkte wurden 2 Verkäufer, ein Pfeffernußhändler au« Offenbach und ein Schuhwaaren Verkäufer, welche sich nicht eintqen konnten beia'stkckt. Heute Morgen erhielten dieselben vom Gericht je 5 und 6 Tage Haft.
— Verhaftet wurde gestern tm schon oft bestrafter Laglöhner von hier welcher ver gangcnen Herbst hier einen Rock gestohlen batte; dadurch, daß da« gestohlene Obieet bei einer Pfandversteigerung ersteigert worden, kam der Dieb zur Kenntnch oer Polizei. Bei der Visitation tm ArresthauS fand sich außerdem bei dem Manne eine vorgestern von einer Dame auf der Neuen Anlage verlorene goldene Damenuhr vor
— Zwei junge Burschen, welche heute Nacht auf dem OSwalv« Garten in der Nähe der Schießbuden und CarrousselS exereterten und dadurch empfindlich die Nachtruhe störten erhielten von den gestörten WagenJnsaffen eine richtige Ladung Prügel.
— Gin Bergmann von Herford, welcher vorgestern schwer verwundet in die Klinik verbracht worden, erhielt seine Verwundungen dadurch, daß ein« Mine unzeittg explodirte Der Mann ist an beiden Augen erblindet und mußte ihm außerdem ein Arm abgenommen werven
— Ein Bauer von Erda, welcher durch einen Wagen überfahren und am Kopfe schwer verletzt wurde, fand gestern gleichfalls in hiesiger Klinik Aufnahme.
— Hm „LudwtgSbrunnen" verübten drei junge Kerlchen gestern Morgen groben Unfug und belästigten die Besucher auf die schnödeste Weise. Alle drei wurden eingesteckt. Strafmittel folgt nach.
—1. Unseren Lesern, welche Jntereffe an dem Rudersport nehmen, theilen wir mit daß die junge Mannschaft der Gießener Ruder-iSesellschaft bestimmt worden ist, gegen daS in einer früheren Nummer unsere« Blatte« erwähnte neu von England bezogene, mit allen Neuerungen versehene outrlgged Raceboot bet Offenbacher Ruder Gesellschaft auf Deren großen Regatta nächsten Sonntag zu fabren. Wenn auch wahrscheinlich hierdurch Die Aussichten der hiesigen Ruder-Gesellschaft auf einen toieg geschmälert werden, so dürfte die« doch die Racemannschaft zu regem Eifer anipornen, um eineStbellS die Niederlage Nauheim auSzumerzen a!S auch dte Ehre zu haben rin überlegenes Boot zu kämpfen. Hierzu wünschen wir der hiesigen Ruder.Gesellschaft vt" Dluckl
vermischtes.
- sOalgenhumor-1 Dte kleine Scene, die wir nachstehend mittheilen, spielt in einer der großen Städte der amerikanischen Union Sin zum Lode Verurtheilter wird zur Linrtchtuna gefübrt. Der Henker, der bei dieser Gelegenheit zum erstenmale sein Amt versieht läßt sich mit seinem ÜUenl.n in ein Gespräch ein: „Ich habe niemals gehenkt", sagte er und bin in meinem Fache noch ganz unerfahren. Ich werde mein Möglichste- toun, aber ick Rebe für nicht« " -Huck ich , antwortete der Derurthellte, „bin niemal« gedenkt worden unb ich verstehe von dem Ding nicht mehr al« sie. Aber mit etwa« gutem Willen von beiden Setten werden wir un« au« der Affaire ziehen."
- fGuteS Auskommen ] Beamter: .Ihr müßt Euch vor allen Dingen über Suren Lrwerb auSweisen, wenn Ihr Such hier ansässig machen und verehelichen wollt M — Bitt- ßeUer: „Ja, wissen Sie. Herr Bürgermeister, unser Erwerb ist so schlecht nicht Ich erhalte vom UnterstutzungSverein wöchentlich 2 Gulden, au« der Armenkasse frei Holz und alle Mlltage freie Kost in der Suppenanstalt; meine Braut aber hat al« Mitgift ein Mitleid erreaendes AuSsehen und bezieht au« mehreren HerrschaftShäusern ihre regelmäßige Unterstützung " 9
9 m bm M norob.utld.rn m-,b
„ ' , 25. Mm. Der P°std°mpfn N.ckar, Saft. W SBUUg.rob, °°m Nord,
btutfrben Üloub in Srtmm, rotlcbcr am 14. Ma> non N.wyork abgeganacn war, ist brüte 7 Uhr Morgen« wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffag'ere, Post und Ladung 9 Uhr Morgen« die Reise nach hier fortgesetzt
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Ich hofft' ! Untemebmtn Mt«
- Seit achi IM f-clisch «'S«" zehülft bittet
sttztrr N ein x* Nche auSltihi. 6m al« RUInltimet »weck ditstt Zellen Wie allgeme Pubiikuin von den wohl Zedermann zv nur durch die Gesch schäft kilangen muss Localmielhen ic. vei hier die besten Qua Suge al« für die H Wenn auch t hat, so ist doch der ilnpreisungen oder Xbtll immer noch 25 Leim geben.
Der vorliegei Kaffinirtheit Droh g volltieher erlas es sich hin um eine solche au« hiesigen ( 68 war nat: unb entpuppte sich ' Schloß aus Franl schon in Friedberg, Da nun ba{ betreffendin Ttschäf fieizerung und tlärl sei, erlaubten sich n merliam zu machen düqutiitll geziert vielmthr war auch Munde deß Berkät
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