diese Thatsache tm Ausland« kennt, daß also die Glorie der großen Nation wieder sehr verdunkelt ist, weiß man in Paris sehr wohl, und deshalb ist die Wuth auf den Kriegsmintster Farre ganz unbeschreiblich. Große Anstalten find übrigens in Tunesien gemacht, um btt Aufständischen zur Unterwerfung zu zwingen. Ein halbes Hunderttausend Soldaten ist in Bewegung gesetzt, um Ruhe und Ordnung im Lande wieder herzustellen, und wir wollen nun einmal abwarten, wie viel Zett diese Armee zur Vollbringung ihrer Heldenthaten gebrauchen wird. Durch diese unerklärliche Kriegführung ist aber auch dem Ministerium Ferry entschieden aller Boden unter den Füßen entzogen, und in ttnem Gespräch zwischen dem Präsidenten der Republik und Gambetta ist nun festgestellt worden, daß dieser Lttztere an die Spitze eines neuen Ministeriums irrten soll, nachdem sich Ferry vor der einzuberusenden Deputirtenkammer gerechtfertigt hat, eine Aufgabe, die ihm wahrlich nicht leicht werden dürfte. Revolutionäre vom Schlage Rochefort veranstalteten in Paris eine große Vcr- sammlung und erklärten in ihren Comitten den Bürger Gambetta für vogelfrei. Für Gambetta, der ja bald Ministerpräsident sein wird, dürfte daS umsomehr eine Mahnung sein, sich der lästigen Gesellschaft, die er selbst wieder nach Frankreich auS Neu-Kaledonten Herbetgerufen, zu befreien. — Der alte europäische Zankapfel Türkei, in dem es sich diesmal bekanntlich um das Stück Egypten handelte, ist wieder bei Sette gelegt worden. Der Sultan hat seine Commtsiäre aus Kairo zurückgerufen, den Khedtve mit einem großen Orden decortrt, und damit ist der Streit erledigt, wenigstens haben England und Frankreich nun vorläufig keinen Grund mehr, zu dcmonstrtren. Daß aber die Gelüste, besonders in England, auf Egypten damit aufgehoben find, darf man sich nicht etwa einbtlden, man betrachtet in London Egypten nach wie vor als eine englische Provinz, woraus freilich so schnell wohl noch nichts werden Wird, da die mitteleuropäischen Mächte dazu auch ihr Votum abzugeben hätten. Man fabelt deshalb von einer großen Allianz, welche durch die Zusammenkünfte zwischen dem Kaiser von Oesterreich und Rußland, resp. dem König von Italien, besiegelt werden sollte; aber keine von den beiden längst erwarteten Entrevuen hat stattgefunden. Die Verhandlungen muffen doch also wohl noch nicht so weit gediehen, oder vtelletckt noch richtiger, dürften wohl überhaupt noch nicht begonnen sein. — In Oesterreich, das erst in voriger Woche durch den plötzlichen Tod des Ministers v. Haymerle erschreckt wurde, ist auch in dieser Woche ein höherer Würdenträger, der ehemalige Handelsmtntster und jetzige Statthalter von Mähren, Baron v. Korb-Wetdeuheim, verschieden. Der Streit um die Erbschaft Haymerle'S ist noch nicht entschieden, er hat aber bereits eine Mintsterkrisis herbeigeführt, da der Mtnisterprästdent Graf Taaffe gehen will, wenn er nicht einen ihm genehmen Mann als College» erhält. — Großes Aufsehen gab in Rußland eine Beschuldigung gegen den Minister Walujew, welcher Unterschlagungen sich hatte zu Schulden kommen lasten sollen. Von der Preste wurde sofort hervorgehoben, daß Walujew der ehren- wertheste Mann sei, daß er aber kaum den bekannten Mißständen in der russischen Verwaltung habe steuern können. Officiös wurde hinterher Alles demen- ttrt, aber wie es in der russischen Verwaltung in Wirklichkeit aussieht, wißen auch wir in Deutschland gut genug. Große Festlichkeiten gab's, wie wir zum Schluffe noch hervorheben wollen, in Italien und in Amerika. Im ersteren Lande empfing der Papst in Rom einige Tausend italienischer Pilger, welche eine Wallfahrt nach Rom gemacht hatten, während man in den Ver- einigten Staaten den Steg von Aorktown, welcher den amerikanischen Unab- hängigkeitskrieg vor hundert Jahren beendete, feierte.
Berwifchte».
dem oberen Lnd. de« hieben Bahnhof.« wurde heute f S °°" """" Güter,UN lodtg,fahren Der Unglücklich? dke
®“ .r "°" funf uncrzogen.n «Indern ,st, war von einem Waqen berunt.rgest.ea.w um einen
" mil «wem guBe in e,ne Weich. g„ieth und !° von dem Wagen gefaßt wurde. Die Raber gingen quer über den Kölper blnwea.
Frankfurt, 19 Oktober. Albert Sach« ,st heute Nacht hier mit entsprechendem Gefolge etngetroffen und auf dem Klapperfeld abgesttegen. P
k c , ~Ut,bfei bir k"/unft desselben erfahren ton von einem Augenzeugen des Weiteren ba6 b"selbe sehr angegriffen und gebrochen auSsiebt. Das AuSstetgen aus dem Wagen fiel ihm schwer und er konnte sich nur mit Hülfe eines StockeS fortbewegen. iLr ist überhaupt sehr geal.ert, seine Kleidung und Haltung sind nicht so tadellos wie eheoem. Die Reit der
Ankunft, war geheim gehalten worden. Auf dem Bahnhof war in der frühen Stunde (fünf Uhr) krm Publikum sondern nur eine Abtheilung Schutzleute anwesend, die dem Gefangenen, welcher in dem Gefangenen-Wagen Platz genommen hatte, daS Geleite bis zur Constabler- Wache gaben. ° '
_ . lW. d.r Sachf.nbaus.r Hutm°ch.rm.ist.r H. sich Geld zum Kn.ip.n vnfchafft 1 ®er $utmarf).r st ein tuchtign Geschäftsmann, nur schade, daß er eine so große Vorlieb« fur dl'pielwein hat. Seine Frau ist sehr bemüht, diese Liebhaberei zu unterdrücken und vat als vant°ff-lschwinq-nde Herrscherin desbalb den Gelvschlüsiel an sich a-nommen Gestern um ruhschoppm macht. H di. Bekanntschaft ein.« neuen Z.chcumpan« d„chn alsblid Ur^ ,'W-sf-rwetbch.n- den A.pp.lw.in zu studiren.
®bcr. ®elb c°iu h«n-hm.n? Da kommt ihm em guter Gedanke, kr geht nack Hausk, schleicht sich unbemerkt auf den Boden und nimmt dort eines der Hasenfelle die er aut Cyiin°.rfab.ikat.°n gekauft hat, gibt da« Fell seinem neuen Freund und instruirt denselben. nun "" '«ne Arbeit. Da kling.,I'« und ein Mann tritt .in btt dem Meist.r ein H-senf-ll zum Verkauf anbiet,t. Nach einigem Hin. und Herr.den wird man handelseinig, die Frau bezahlt das Fell und der Fremde trollt vergnügt ab. Sine Stund, darauf sitzen beide Zecher warm im Wirthshau« und der biedere Sachs.nhaus.r kann sich aar Nicht genug rtfuen, baß er seiner Alten eine Nase gedreht.
Literarisches.
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Der Hauptzweck dieses Fahrplans aber ist, daß man denselben zu jeder Reit mit sich suhrt^ damit ver Kaufmann odcr die sonstigen Reisenden in jedem Momente an der Börse auf der Straße oder auf dem Lande Aufschluß nicht nur über eine etwa noch zu ermöglichende Reise oder Abstecher, sondern auch über das rechtzeitige Ankommen eines Briefes re sich ver schaffen können. Auch für solche Leute, die nicht viel reisen, ist die genaue Kenntniß der Bup: Verbindung von nicht, zu unterschätzendem Vortheil. Da der F. Wi lb e lm'scke Fahrplan In erftet ßink die Vorzüge eines kleinen Formats bet großer Vollständigkeit verbindet, so dürfte derselbe sich für diesen Zweck ganz besonders eignen; dabet ist der Preis für 12 Bogen nebst 2 Karten, Übersichtskarte und Speclalkarte des rheintsch-westphälischen Industrie, und Kohlen^ Vereins em geringer zu nennen.
SchiflFeberlelite Mitgetbeilt von dem Agenten des norddeutschen Llovb tn Bremen, C. W. Dietz Nachfolger in Gießen.
Bremen, 19. Oktober. Der Postdampfer Donau, Eapt. R. BussiuS, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 8 Oktober von Newyork abgegangen war, ist heute 4 Uhr MorgenL wohlbehalten in Southampton angekommen und har nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Dost und Ladung 6 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesebc Derselbe überbringt 106 Paffagiere und volle Ladung. I
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