Ausgabe 
23.10.1881 Erstes Blatt
 
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Ät 2^7. Erstes Blatt.

Sonntag bcn 23 Oktober

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9vmai Schnkstraß« B. IS.

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Anreige- unb Amtsblatt für feen Krris Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montags.

PrcbS vieNelsührkich 2 öarf 20 Ps. mit Vrmgttlahtr Durch bie Poft bezogen vierteljährlich 2 2Rarf 5 Pt.

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Amtlicher H h e i l.

fiel.

Stammler.

Bekanntmachung.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, i Knabenmütze, i Halstuch, 1 Stock 1 Reisetasche mit Inhalt, einige Schlüssel.

Zugelaufen: 1 junge- Huhn.

(Stehen, den 22. Oktober 1881. Großherzogliche Polizeivenvaltung Ließen.

Fresenius.

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lebenn.

oei|e der Theii> etl, Schlrageii

Vorstand:

i SchrWhrer.

e such! einen Iient Jiäb. bei bet Srr><d

trürbe ber bcmciüe ffihgfn die Httstellurq von mancherlei Sinrichtungen auf ben Stationen bedingen, welche zur Zeit bei den Oberhesfischln Bahnen nickt vorhanden find und f6 mühten, wollte man ssfvn zur Personenbeförderung mit dem Lhomas'scken Drmpfwagen übergehen, ebento viel neue Wag,n all Maschinen betckafft werden Sm Thoma s icher Dampfwaprn kost«t 28,uoo JC. Ferner wurde die Anschaffung und Verwendung kleiner Vocemotittn mit großem Radftand ins Auge gefaßt, sowie ein Umbau, resp. die Neuanschaffung leichterer und anders eingerichteter Personenwagen Sin Versuch, einen Lheil der vorhandenen schweren Locvmotiven zu verwcrthen und dafür Wehr te einzutauschen, war erfolglos. Ss muß aber, iMnn auch tm Winter 4 Züge gefahren werden iollen, unverzüglich leichtnes und ge eigneteres Berriebsmarerial für \cn äußerst geringen Personenverkehr beschafft werden, wenn man nickt ungewöhnlich hohe Betriebskofteu tragen will, welche fick nickt allein in dem Melr- verdtauch von Heizmaterial, vielmehr auch in der kostipteligen Abnützung des rollenden Materials und der Schienen g<siend macken.

Met Rückfickt drerauf wurde zunächst die Anschaffung von 3 kleineren Lokomotiven im von 1h tto dis IS'h 0 JL, incl. Reservestücken, und die Anschaffung von 6 neuen Per- ionenwagen \ 5500 JL 'N Aussicht genommen. Die Regierung behält fick indefien vor, anstatt eener kleineren Locomvnve und zweln Per'orenwaxen einen T ho ma s'tchrn Dampfwagin anzu- ichaffen. Zu diisem Zwick find d,e in das Bud-et elnaeftellien 90000 ** im Sonzen erfordn« lick. Schon bet der Vorlage des Budgets für 1879 82 wurde darauf hlngewiesen. daß durch un Ankauf der Oberhessiicken Bahnen Seitens des Staats der Staatskasse jährlich circa 146,000* an Zmien gespart worden, und daß es die Abfickt dtt Großh. Regittung und der Stande *rcr, diele Lrsparn.fie währevd der nachsttn Iabre zur Berbefieiung von Bahnanlagen und Bitrrebsnnrichrungen zu ve wenden. Der jetzt m Anspruch genommene Betrag oon jähr« Uv, 45,833 JL absorbwt ru e'nen k.einrn Zbnl :u er Üriperniffe und dient dazu, n Folge der JjdPt'tuna von Betriebskosten für die Folge die RemrSinnahmen zu erhöhen.

Berlin. Die kolossalen Gerreive-Transporte, welche m den letzten rtdochrn : ach D nng und Königsberg gelangt sind, haben eine eigene Kalamität erzeugt, die leit v «len Iabren nicht vorgekcmmen: eS fehlt an Schiffen, um das treibe weiter nach England zu führen, trotzdem schon doppelte Preise, all bisher üblich gewesen, bezahlt werden.

Der PreiS von 25,000 FrcS., welchen der König von Belgien am 14. December 1874 für die beste Arbeit auf wiffenschaftlichern Gebiete ausge- setzr hat, wird zum zweiten Male bei einer internationalen Bewerbung im Jahre 1885 zur Verwendung kommen. Der Preis soll dann der Arbeit zu­erkannt werden, welche am besten die Mittel und Wege angiebt, daS Studium der Geographie populär zu machen und die Methoden kennzeichnet, nach welchen der Unterricht in den verschiedenen Lehranstalten eingerichtet werden soll. Ausländer müßen ihre Werke, im Druck oder Manuscript, vor dem 1. Januar 1885 dem Minister deS Innern in Brüffel zusenden. DaS Unheil in tiefem Wettkampfe steht einer durch den König von Belgien ernannten Jury zu. welche auS drei Belgiern und vier Ausländern verschiedener Nationalität zusammengesetzt sein wird.

Utbtr die russische Eensur und die Lage der russischen Prefle wird auS Petersburg gtschrieben:Man spricht im Auslande Mancherlei über die russischen Preßverdäitniffe und bit russische Censur, und eS wird da gewiß zeitgemäß fein, dasjenige muzutheilen, waS in dieser Hinsicht daS Thatsäch- kickste ist. DaS Gesetz, welches seit 16 Iabren die Stellung der russischen P.,sse b-st mmt und regelt, ist der Ukas vom 6. (18.) April 1865. Dieser Ukas macht tm Wesentlichen einen Urterschied zwischen demjenigen, waS in den beiden Hauptstädten Lt. Petersburg und Moskau und demjenigen, waS im übrigen russischen Reiche erscheint. Im ganzen russischen Reiche sind nämlich oon derPräveniiv'Cknsur" (d. h. von der Verpflichtung vor dem Erscheine»-: die Censur zu prsfiren) befreit: alle Editionen, die von der Regierung, den Akademien und gelehrten Gesellschaften auSgegeben werden; ferner die Ausgaben altklassischer Autoren, sowohl in der griechischen oder lateinischen Ursprache, alS auch in Uebtrsetzungen; endlich technische Riffe, Landkarten und Lynliche Werke ohne Te;t. In den Hauprstädlen St. Petersburg und Moskau find aber auß'.rdem noch von der Präventiv'Eensur befreit: die Zeitungen und ZeitschrHten, welche in den beiren Ha^ptßädlen erscheinen und von der Prä- v-iittv Censur fcefirt zu sein wünschen; ferner die in St. Petersburg unb Moskau erschei emen Orinnalwerke von über 10 Druckbogen, und Ueber- jrtzungen von über 20 Druckbogen Umfang.

Somit unterliegt in Rußland nur die sog. Provinzialpreffe der Präoen- liv-Een ur während die in St. Petersburg und Moskau herauskommenden ZeUungen sämi tlick cevsurfrei find. ES .st in Rußland Niemandem benommen, eine Edttto.:, d e gesetzlich ohne Psäver.tiv-Lrnsur erscheinen darf, dem Eensor einzureichen aber dann müssen die betr. Editionen gesctzl ch und unbedingt den Verm rk tragen, daß sie die Präoenii>Cenjur pasfirt haben. ~ Die Peters­burger und Mo-kauer Zeitungen find jedoch stolr daraus, daß fie ohne Prä- ventiv Censur eischeine?., sol. lich keinen Censur-Vermerk tragen. Alle irgend nennenswerthen Organe in den beiden Hauptstädten ziehen es vor anstatt cor dem Er'cheinencenfirt* bei etwaigen Vergehen rach dem Erscheinen avertirt" (ver rannt) zu werden und wählen daher den Wrg der censurfreim I Herausgabe. Nur dürfen d-e Zeitungen auch in St. Petersburg und Moskau

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Aeutschland.

Darmstadt, 20. Cftober. (finen sehr dedeutenden EinnabmeauSfall ze,gt m ban der zweiten Kammer heute osfictell zugeßang.nen Hauptvoramchlag der StaalS- (itnnabmrii und .Ausgaben für b:e Finanzperiode 1882/85 die Rublik ^Producle der ,>orftn>irtbfd)afr auS den zum Familiene'genlhum dtS Großh. HauseL gehörig n lZorst- tomänen. Als (Annahme aus Bau-, Nutz- und Btennboiz waren für ein Jahr der j iinanzpetiobe 1819 82 vorgesehen 3^26 358 JC gegen 2.134,320 JL, weiche der jetzige oranfeblag einstellt, roo8 aifo eme Weniaer-Einnahme von 1,092.038 JL repiäfenhrt. Der Ö^runb deS bedeutenden ZmückbleibenS der neuen Beranschlagung dieser Gelb- (jinnabmcn gegen dnS vorige Budget liegt barm, baß die Holzpreise uach Angabe der 1

dem Haupiooranschlag beifleacbencn Orläutcrungen derart gesunken sind, daß sich der PrciS eines Aestmeters tm Durchichmtt deS jetzt abgeschloffenen EtatSjahreS 1879 80 auf 6 .44 52 (rund 6 50 berechnet, während in daS Budget für 1879 dis {

1882 ein Preis von 8 76 H eingeitellt weid-n tonnte. Das Sinken der Holzpreise j

betrügt sonach ca 25 pCt ES ist also zweis.lhast. ob sich die Holzpreise d<nmächft t

v.eder insoweit heben werden, um einen andern, als den obigen Durchschnittspreis oon 6 50 dem gcacnwätttgen Hauptvoranschlag zu Grunde legen zu können

Der für bie Periode 1882 85 vorgcsehene jährliche ^SUungSesat br-ttägt. mit Einschluß , von 3724 Jestmetern, rooiür d:e Einnahme in das Budget der Uand<sdomänen über- gegangen iu, 332,081 Aestmeter geaen 351,646 Fest Meter deS vorigen Budget«. Ein {

erheblichc, Dhe'l deS EmnadmeauSsalleS entfällt hiernach auf bie vorgesehene jährliche ,

Minder sällung von 19 565 Fest Meter. Der Grund für diese Mtcbuction deS FällungS- EtotS ist ^ben wohl in dem niedrigen Stande der Hol-preise zu suchen, denn an den- x jcnifltn Orten, an welchen die Nach'.age noch Holz sich mmdertc (was vielfach mit Dem Import der Steinkohle zusammenhüngt) bleibt aug nbl cklich kein anbei er .llu^wrg, als weniger Holz auf den Markt zu bringen. Als U'de,schuß bet d m Holzn'agaz n J zu DarmitLdl sind 33.926 JL in Eim ahme aesnllt. Nach d»n Erläuterui.gen bat 1

in Folge der billigen VersieigcrungSptelfe der Holzoe. kauf d:S MagazmS gegen früher betrüchtl'ch obgenommen. ES u ui ben daher als zu verkaufendes Quantum nur 1900 Meter Buchen: und 1500 Meter Klefern-Scheitholz zu 11 jtL 50 H dezw. 8 JL tn Aussicht genommen, während der Veranschlagung im vor gen Budget ein Verkaufs- «juantum von 3000, dezw. 2500 Meter jener Holzsortimcnte mit Prellen von 13 X. dczw. 7 JL ju Grunde liegt.

m Darmstadt 21. Oktobcr Für den Baufonds der Dberbeilifeben Gtjen» bahnen find in dem Hauptvoranschlag der außerordentlicken Ausgabe für die femmentt Ftnanzpertode 137,500 rorgescben. darunter 47,500 für Srgänzungs- und ttroeilmingtfcaiien im vabndos S'tßen, tu übeigen 90,000 für Ansckaffunq neuer Betriebs« ] nuttti. Bezüglich des letzteren Postens en'halien die dem Stca's Bürget brgefügten Er­läuterungen die folgenden Ausführungen von allgemeinerem Jnieresie. Tnebr geringe Wtrlonenterfebr auf den Oderbessischen Eisenbahnen und die un ünuigen Beiriedseigedrisie Ueser Bahnen legten die Frage nabe, m welcher Weise die Detnedskosten am besten ermäßigt ^erbtn könnten, ohne die Berkehrsdetü»imsie der Becölkerung der Provinz Cberbefien zu ätfbigen. Ss konnten hierfür drei Deac in Auöfichi genommen werden: Sinfübrung des genannten SecundärbeiriebS. Minderung dtt Za:l der fahrplanmäßigen Züge und Sinsührung leichterer BetriedSmitiel. Degen der Frage, ob es rLih'.ich ist, zum SecundLrbetried bet den Obtthesfiscken Bahnen überzu.ehen, >aien 'ckon vor Jahren und auch neuerdings wtedn .ingehende Untersuchungen stattaefuncen. Bei allen Fabrplon Projeeien, welche zu tem Zwecke (cnftruirt und geprüft und bei den Berecknunoen, welche anaestellt tourt en, zeigte es fick, daß :<i sccundarem Betrieb mindestens 6 Züge nach ;eder R»ch:ung gefahren wttden müßien, wenn -ran den Localverkebr der Provm, in .'lei(her Weise bedienen will, wie solches feiittt mit je 4 rascher laufenden Zügen gescheben ist. Der durchgehende Verkehr würde bei securdärnn Betrieb farm nock in Betracht kommen. Ss ginge unter 'dreien Verhältnissen ein aroßer Ldetl oet Srsparniffe des Langiam-FahrenS verloren, da nickt darauf gnedmet werten kann, daß bet eeundärem Betrieb ttheblick mehr Pttlonen die Srienbobnen benutzen würden, als ;etzt Die ^ahl der Pttsonen pro Zug würde fick aber bei dem Betrieb mit 6 Zügen in jeder Richtung rrbeblitb vermindern. Ferner kam m Betracht, daß, wenn auch bei dem Uebttg-ng »um Lecundarbetrreb em 5tb<il dtt Bahnwörterpoften aufgehoben werdin körnte, die Reductton des Bahnwönerperfonal» dock nickt io bedeutend fern kann, als solches auf den ersten Blick n4nnt i?til bei der geringen Uebttficktlichkeit 6tr m couvtrtem L ttain siezenden und mit Gurren reich Heb geriebenen Bahnen die Bervackung auck bei secundärem Betrieb mckt ganz auf^ebrn inten kann und weil bie BadnwLrttt gegenwärtig auch zu den BabnuntnbasiungSarbeiten verwendet werden. Mit ber Rcduction der Dartervcften müßte be Zabl tn Strecken ar bertn vermehrt wneen. Wollte man abn doch den Secundörbetrred sofort etrfübren, so würde en red) weit bobern Betrag alS tie jetzt angesorderten 90.000 JL zur Beschaffens neun und leichtttcr Betriebsmittel erforderlich sein.

Sine Minderung der fahrplanmäßigen Züge zum Zweck btr softertt'parniß .ft wäbrerd der letzten zwei Drntec vttsuckt und es find hierdurch nickt unwe entsicke Sr^r^r iiine erhielt werten. Denn auck keine Abnabme des Personenverkebro m Fol.-e tie-n Maß letd nackgewiesen werden konnte, io find doch SertenS emes The ls dn Brrölkeruvg von Cberbefien lebhafte Klagen wegen Eckadi-^ng ibrn BerkeLrsverhält-.fie erbeben worden. ®elAe auck wiederholt Gegenstand von Berhandlungen bei den Ständen torun. In %t\:t hiervon ist für den DintcrfaHrvlan 1881-82 von dtt Minderung dtt Zahl ter Züge vcn 4 auf 3 m jeder Ricktuna abge,eben worden.

Um Kcstenn'parnisie zu en ulen, erübrigt hiernach nur neck für ten sehr ickw acken Lerso nenverkehr der Obnhesfiscken Sisenbahnen bie ®nscntnng e:nfad-aer :cer leichtntt Setriebsmittcl, alS solcke gegenwärtig vorhanren sind. Zunächst tarn hierbei die Verwebun- dEs Tb om as'icken DampfwagenS in Betracht. Die n D-aen bat sich bis jetzt reckt aut htewährt und wird gegenwärtig auf der Ltn.e Mannbeim Lamvenheim r er® ent et; auck beab fi *hqt Me Äeff. Ludwigs Sisen'vabn-Gekell'ckaft Le An-ck^ong von noch toet.eren 2 Sagen 'iefer Art Indessen hat bis j,tzt das RcickS Siienbabnamt nur eine Seickwindi-ke t ren 10 Kilometer pro Stunde für den Tb o m as icken Dampfwagen zuaelafien und mn tiefer <8esckwindigkeit wird bei dem gegenträrti:cn gabrrlan dtt ©.erbend:en Bahnen nickt aus- s (reicht, sofern die »nid:lüfte cn den iSntfrauonm aufrecht erhalten wttden sollen. Tte Dcr- Liendung des Thom äs',chen DampfwagenS könnte erfolgen, wenn demselben eme gatr- | | q (jchwinhigkeit von 45 Kilometer pro Stunde zugrstanden würde. Sbtt auch in letzterem Falle «

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