IMG. Dienstag den 21. Juni ISS1
Gießener "Miyeiger
imrigr- und Amtsblatt für den Kreis stießen.
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Amtlicher HheiL Bekanntmachung.
x j Durch recht-kräftige«, am 15. Juni 1881 von dem fommanbircnben General de- XL Armee.Korps bestä'igtes «rkenntntß vom 10. Juni 1881 i der im Bezirk ber 49. Infanterie-Brigade ouSgrhobene
„ Rekrut Friedrich Dietz
au- ^odheim, Kreis Gießen, in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt unb in etne Geldstrafe von Fünfbunbert Mark verurthetlt worden. Darmstadt, den 17. Juni 1881. GcoßberzogliLeS Gericht der Großh. Hefl. (25.) Division.
Zleutschland.
Berlin, 18. Juni. Se. Majestät der Kriser b-ben geruht, den seit- beriaen CultuSmlntst<r. Herrn v. Puitkamer, zum Munster de- Innern und den Präsidenten des Reichstag-, Herrn r. Göhler, zum Eultu-^imster zu ernennen. Zu gleicher Zeit h.be Le. Majestät dem Reichskanzler einen zur Herstellung seiner Gesundheit erfo berlichen Urlaub erthetlt und den Staats» Minister v. Büttichcr mit der generellen Vertretung deö Reichskanzler«, soweit diese be nicht durch dir Chef- der LpecialreffortS gedeckt ist, bemstragt.
— Der vormalige Dezirksvorstehrr DolisuS wurde bet der heutigen Ver. banbiung zweiter Instanz in der b<fani.Ln C'menraffatre freigesprochen.
Berlin, 18. Juni. Die „Bert. Volksztg." schreist: „Schulze-Delitzsch wurde im Reichstage bei der Schlußbcrathung über die Innungen schn.erzlich vermißt, da besten reiche Erfahrungen im ttreiie der Handwerker ihn besonders besäüi. en, ein durchschlagende« Urthetl über diese- Tdem. zu fällen. Leider war fi durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert, bas er sich wiederum w.e seit einigen Jahren durch seinen öifer, den Verbandstagen in allen Thetle« Deutschland- beizuwohnea, zugezo^en hatte. Wir sreuen un-, mittheilen zu können, daß er sich jetzt wieder in der Besserung befindet, können un- aber nicht enthalten, einmal den Wunsch öffentlich auSzusprechen, oen alle seine Ver. ehrer und Freunde lebhaft hegen, daß er den oft sehr aufregenden und anstren» genden Arbeiten in den V^rband.^tagen sich entziehen und mit seiner Gesund- Veit schonender umgehen möge. Er hat durch seine jahrelange Thäligkeit so Großes geleistet und fährt immer noch fort, in literarischer Arbeit den Ge» nostenschalten zu dienen, daß man Gru d hat, chn zu bitten, sich in den AlterSragm vor persönlich aufreibenden Anstrengungen zu hüten.- Der greife Volk-mann w.rd demnächst 73 Jahie alt und die Mahnung erscheint somit wohl berechtigt.
— Die ..Hamburger Börsenhalle' bemerkt zu dem Beschluß ber Bürger, schäft, in den Zollverein emzutreten, Folgende-: »Unserer Meinung nach war das, » as die bishirige Freihasei stellung unserer Stabt uns geboten hat, wohl eine? längeren Versuches zur Denheidigurg derselben werth unb ar da«, waS uns a!s Ersatz dafür geboten wird, in seinen Einzelheiten so unklar und un« bestimmt gehalten, daß Niemand barauS une gercchrfertigte Zuversicht auf den genügenden Umfang und bi* bauernde Sicherung der für un- unentbehrlichen VerkehrSerleichtcrungen zu schöpfen virmochle. Die Mehrzahl ber Bürgerschaft hat geglaubt, sich über diese Bedenke t Hinwegsetzen zu können ui d in der Hoff, nung auf daS zu er wartende freundliche Eutgege: kommen der Reichsregierung die auch von ihr nicht Ocrfanniei. Mängel in der Lbfaffung der un- gewährten Bedingungen übersehen zu dürfen. Wir hoffen von Herzen, daß sie sich darin nicht getäuscht finden, daß die Zukunft mehr für die Berechtigung jenes Ver» trauens als unserer Besorgniste, unseres Mißirauen-, sprechen möge. Es wer. den schwere Zeiten über Hamburg kommen; manche Geschäftszweige, manche Bevölkern;.gskreise werden Einbußen erleiden, zum Theil selbst ihre Existenz in Frage gestellt sehen. Andere wieder werden neue Bahnen einschlagen, alte Gewohnheiten aufgeben, in neue, oft weniger bequeme Wege einlenken wüsten. Für Alle wird es dabei eine gemeinsame Aufgabe geben, der sich Niemand entziehen kann und darf, ob er i.un für oder gegen den Zollanschluß gestimmt gewesen ist. lieber allen Einzelinteressen, Einzelstimmungen und Emzelan. schauungen steht daS Wohl ber Vaterstadt. In der bisherigen Weise werden wir bu fort nicht für sie, für ihre gedeihliche Entwickelung streben können. E- gilt, der neuen Lage die besten Seiten abzugewinnen, nut den neuen Mitteln zu schaffen, was irgend zu schaffen ist. Bis gestern war eS möglich, dem Alten, Be.rährten anzuhängen, bas uns nicht auS unserer Jnüiative entgegen, gebrachte Neue als ungenügend zu bekämpfen, zurückzuweisen. Von jetzi an, wo die maßgebenden Gewalten Hamburgs, Senat und Bürgerschaft, ihren Ent. schluß gefaßt haben, hört ber Kampf aus unb treten die bisherigen Parteien wieder zu einträchtigem W.rken zusammen. Hamburg hat in ferner tausendjährigen Existenz Vieles duichmachen müffrn, was oft die Stad: an den Rand des Verderbens zu bringen drohte. Unsere Siärke ist dann immer in den Eigenschaften gefunden worden, die Hamburgs Bürgern durch bie Geschichte ihrer *etabt anerzogen find: zähe Ausdauer, unermüdliche Tbätigkeit, kluge Be. Nutzung jedes sich barbietenben Umstandes. Mit ihrer Hülfe wird auch das zollangeschlostene Hamburg das bleiben, was es in seiner völligen Verkehrs- fteiheir gewesen ist die erste Seestadt Deutschlands, der Sitz ber Berebtsam- feit, beS Unternehmungsgeistes bes Woblstanbcs, des rechtschaffenen Sinnes, von dem aus Deutschland seine Arme hinausstreckt bis in die fernsten Meere und zurück empfängt die Güter fremder Nationen an Früchten des Fleißes.
der Intelligenz und der Cultur. Rleinmuib unb Verdruß über die Wendung, ivelche die Düige gegen, ben Wunsch der Mehrzahl — wir können da- auch heutc noch sagen — unserer Bevölkerung genommen, haben keinen Platz zu veanspruchcn, an ihre Stelle tritt daS Sprichwort: „Wer sich auf sich selbst venäßt, dem helfen die Götter."
18. Juni. An dem gestrigen Diner bei Sr. Majestät dem Kaiscr nahmen der Gouverneur von Metz, General v. Schwerin, General v. Röhl, General n. Thtle, Legationöraih Graf v. b. Schulenburg unb ber Pnnz von Nissan Theil. Gestern Abel.d besuchte Se. Majestät das Theater und biule früh die Drunnenpromenade. Se. Künigl. Hoheit Prinz Karl von Preußen ist heute Mittag 12 Uhr hier einr(troffen.
18. Juni. Se. Majestät der Kaiser und der König von Schweden ne.ben sich am Montag nach Schloß Brühl begeben, woselbst der Großherzog von Biden mit der Prinzessin Victoria eintreffen wird.
AranLreich.
Pari-, 18. Juni. Eine von der „Agence HavaS" veröffentlichte Not sagt, da- von einigen Mitgliedern deS englischen Parlaments kundgege- bene Ö tarnten über daS Verhalten deS franzöfischen Minlsterrefidenten Rou- stan in Tunis fei nicht gerechtfertigt. Der Bey von Tunis habe, indem er Roustan die Funktionen übertragen, bie demselben kraft des Vettrag- vom 12. Mai b IS. zu kommen mußten, einen Akt ber inneren Verwaltung vollzogen unb Roustan habe, inbem er biefe Thatsache zur Kenntniß ber ausländischen Eonsul. gebracht, bie correctefhn Formen beobachtet.
Pari-, 18. Juui. Die tunesische Mission ist heute Abenb 6 Uhr hier angekommen. — AuS Orna wird gemeldet: Die Ueberrepe der Stämme ber Laghouut und Stuten, im Ganzen etwa 300 Fußgänger und 250 Reiter, welche schon am 14. ds. geschlagen waren, stießen am anderen Tage auf eine Colon» e unter dem Beseh! de- Commanbanten Belin und wurden nochmals geschlagen. Die Insurgenten ließen etwa 100 Tobte auf dem Kampfplatze und verloren 19 Gefangene.
Marseille, 17. Juni. Beim Vorbeimärsche der Truppen in ber ..R re Ädpubhquew würbe von dem italienischen National Club auS mehrere Male gepfiffen. Nach dem Vorbeimärsche sammelte sich in Folge besten eine Menschenmenge und wollte da« Wappenschild veö Club- abreißen. Trotz ber Dazwische, ku .ft ber Präfekten unb der GerSb'armerie gelang die- zwei Per- sooen. Die Truppen zerstreuten die Menge; es wurden Vorfichtsmaßregeln getroffen zur Aufrechterhaltung der Ruhe.
Daris, 18. Juni- Ter italienische Konsul in Marseille hat dem Präfekten sein Bedauern Über den gestrigen Zwischenfall der dem Vorbeimarsch der Truppen ausgesprochen. — Ter TeputrNe für Dran, Jacques, beabsichtigt, am nächsten Dienstag in der Deputirtenkammer den Minister deS Innern über bie Vorgänge im Süden der Pro mz Dran zu befragen. — DaS Zuchtpolizergencht von Paris verurtheilte den Redactcur und den Geranten des Journals ^Le Cttoyen" ;u je einem Monat Gefängmß und 1000 Frcs Geldbuße wegen Verherrlichung der nihilistischen Attentate in Rußland — Der Oberst Mallaret hat am 17. d. die Verfolgung «ou Amena'S, welcher in der Richtung auf Jekarine geflüchtet ifoNaefetzt- — Em französisches Ba aillon ist von Gervvllle aufgebroLen und hat am 14. Ium den Tubus der Sitten, welcher sich mit den aufständischen Laghouats zu vereinigcn suchte, gezüchtigt. Tie Eingeborenen verloren dabei 45 Mann und eme Fabne. — In dem am 14 b. bei Medena stattgehabten Kampfe, in welchem der treugcbliebene Stamm der Harrars die LoghouatS schlug verlor der Fe-.ud tausend Kameele, 5000 Hümmel, 250 Esel, 350 Frauen und Kinder und ISO Mann als Gefangene. 85 gefallene Laghouats wurden auf dem Kampsplatze beerdigt. Die HarrarS hatten einen Verlust von 6 Lobten und 22 Verwundeten.
tzvglavd.
London, 18. Juni. Ter Gerichtsbof für reservirte KronMr beMale einBimmtg d-e früher- Verurlheiluog des Redacteurs Most. Dos Llr s- erkenntniß ist noch nicht ergangen.
Norwegen.
Skristiania, 18. Juai Das Shorchmg hat beschloffen, die Erhöhuna der Äpaaa^e des Sro.-prmzen mit 50 000 fronen zur Zeit abzulehnen.
Aumänien.
JBuEatefi, 18. Juni. Wie verlautet, hat der Finarzminister Skurdza seme Tenisfion gegeben, auch soll der Minister des Innern, Statescu, beab- sichtigen, von seinem Posten zurückzutreten.
Türkei.
Konstantinopel, 18. Juni. Bei bem letzten Erbbeben in Wan fird baselbst 95 Personen umgekommen unb gegen 400 Gebäube eingestürzt.


