Holzversteigerung.
Donnerstag den 24 März foul tm Prwatwald Kernberg bei der ©anftbur^
Vormittags 10 Uhr nachstehend verzeichnetes Holz versteigert werden:
5000 Stück Fichtenstangen, bestehend in Bohnenstangen, Spalterstangen und einer große« Parthie Letterbäumen,
2000 Stück Buchen- u. Nadelwellev, 2 Rmtr. Buchen-Scheitholz.
Zusammenkunft auf der Ganseburg- Auf Wunsch wird auch den Steige- rern gegen genügende'! Bürgschaft Zah' lungsfrist bis Martini 1881 gewährt. 1825) Adami.
Hisgens bekannten schnell trocknende« Fußbodenlack, in verschiedenen Farbev, empfiehlt Emil Pietor. (1,9t
Bruders, in welchem derselbe um Aufklärung der beigelegten Depesche bat, welche also lautete: „Schicke schleunigst Schinken."
— lReichstags-Namenspiel.^ So bunt die Fraktionskarte unseres Reichstags ist, halt sie doch nicht den Vergleich aus mit dem nachstehenden Namenskärtchen, das nach dem Ver- geichntß der Reichsboten entworfen ist. An weltlichen Würdenträgern sind vertreten Kayser und Kö lg, beide auS Sackfen, der Kayser sogar sozialistisch, dann haben toir drei Richter, gerade genug zu einem Kollegium für Berufungen vom Schöffengericht. Da8 Militär ist durch einen Ma schall vertreten, die Hierarchie durch emen Pabst und einen Abt, aber — o weh! — der Pabst ist nationaüiberal. Zahlreich sind die Gewerbe und Gewerke; obenan stehen vier Müller dann kommen zwei Jäger, weiter je ein Ackermann, Becker, Böttcher, Gerber, Krüger, Landmann Pfähler, Pflüger, Schreiner, Weber; zu einem Schmidt kommt noch em Schmiedel, Tulgo Schmidtchen. Die Thierwelt wird repräsenttrt durch zwei Löwen, einen Bock, Falck und Sperber- außerdem haben wir einen Hänet und einen Reinecke; die Bären haben die Kaffeler und Offenburger Wähler ausgerottet, die Schneegans ist nach Messina geflogen ; von der Pflanzenwelt ist nichts vorhanden als eine einsame Kiefer aus dem Schwarzwaid. Reue Münzen sind gar nicht aufzutreiben, von den alten nur ein Dreyer, als Metall ,st nur Zinn aufzutretben. Der Reichstag hat nur drei Jahreszeiten: Lentz, Sommer und Winterer; einen Monat Merz und einen Wochentag: Freytag; von den vier Himmelsrichtungen weist er nur zwei auf- North und Osten, seine Farben sind ein doppeltes Braun und ein einfaches Schwarz. Wir stoßen auf zwei Flüffe, auf die heimische Dode und den fremden Jordan und können in drei Städten Station machen, in Soden, Hamm und Vowinkel. Die Landsmannschaften repräsentirt ein einziger Westphale, das Autzland stellen zwei Römer dar. beide nationalliberal. Wir erfreuen uns eines Baumgarten, aber was uns nicht recht in den Smn will, ist die Erscheinung einer Lorette in diesem Kreis „gewählter" Männer. (F. Z.)
— Auf den zwanzig deutschen Universitäten studtrten im Wintersemester 1879-80 20 135 im Sommersemester 1880 20.923, im Wintersemester 1880-81 21,164 junge Männer. Die letztere Zahl vertheilte sich auf die einzelnen Hochschulen folgendermaßen: Berlin 4107, Leipzig 3326 München 1890, Breslau 1281, Halle 1211, Tübingen 1074, Göttingen 959, Würzburg 921, Bonn 887, Königsberg 788, Straßburg 745, Marburg 604, Greifswald 599, Heidelberg 543, Erlangen 473, Freiburg 443, Jena 438, Güßen 391, Kiel 2*4, Rostock 200. Unter diesen Studtrenden betrug die Zahl der Richtdeutscken am meisten in Heidelberg, nämlich 20 pCt., sodann in Straßburg 12pEt., in Leipzig 8pCt., in Berlin, München und Würzburg 6 pCt in Halle und Göttingen 4 pCt u. s. w. Die Anzahl der Medtcin-Studtrendcn bat sich in 'höherem Maße vermehrt, als die Studentenzahl überhaupt, sie ist von 3670 tm Winter 1879 — 80 auf 4405 im Winter 1880—81 gestiegen.
Eingesandt.
Wie gar manchmal natürliche Ereigniffe beredter sind als aller Menschen Worte, Künste, Thaten und Handlungen, davon konnten wir uns auch in diesem Winter, an dem was in und um unsere Stadt herum vorging, überzeugen.
Wie früher, so ist es auch in diesem Winter wieder mehrmals vorgekommen, daß das Terrain im Gartfeld, resp. Schwaizlach, wochenlang unter Waffer stand, und hat sich dabei dem aufmerksamen Beobachter Folgendes ergeben:
1. Fließt das Waffer vom Rodberg und anliegendem Chauffeegraben der Marburger Straße nicht in seinem natürlichen Abfluß nach der Wteseck ab, sondern es staut im Chaussee«
graben, verstopften Canälen und drängt dadurch nach der Echwarzlack über, und sobald dann die Schleuse am Bahndamm geschlossen werden muß, entsteht die Wafferansammlung in der Schwarzlack.
2. Da schon mehrmals, sogar bei Hochfluthen der Wieseck der Wafferstand derselben unter dem Niveau des Wafferstandeü der Sckwarzlack lag, so wäre wohl die Frage berechtigt, ob man das Waffer der Schwaizlach nickt durch einen tiefen Abfluß, resp. tieferes «usheben des Abflußgrabens nach der Wteseck abletten könne, und daS umsomehr, al« ja bas Flußbett der Wieseck, oder vielmehr der Abfluß der Wieseck in die Lahn, eigentlich 2 Wehre, also 10 bis 12 Fuß, tiefer liegt als der mit der oberen Lahn durch die Schleuse am Bahndamm corre- spondirende Wafferstand der Schwarzloch.
Obwohl es nun weiter diesen W'nter sehr oft vorgekommen, daß so zu sagen ein Häulercompiex des Gartfcloes von 150—200 Seelen zu mancher Zeit wegen grundlosen Fahr' uno Fußwegen fast gar nicht oder nur auf Umwegen Über Privatbesitz zu erreichen war, sc. soll doch der stäbtiscken Verwaltung, in der Erkenntntß, daß dieselbe bei der Waffe der neuen Stroßenbauten nicht auf einmal in alle entlegeneren Punkte Vordringen kann, und »n der Hoff' nung, daß eine versprochene Abhilfe bald erfolgt, kein Vorwurf gemacht werden. Eine andere Frage ist nun die, ob die schon oben berührte Wafferansammlung in der Sckwarzlack und die damit in Verbindung stehenden Wofferlöcher an der Nord Anlage, im Gortleld, die ja eigentlich mit der Ansammlung aller Ober-, Wasch- und «bspülwaffer als Speiseoehälter der dortigen Brunnen gelten können, nickt durch natürliche Abzugsgraben oder durch ein Polizei Gebot mittelst Auffüllung beseitigt werden könnten.
Oftmals ist sckon die ^':einung ausgesprochen worden, daß es unter ftatthabenden Ver hältniffen w.rklich zu bewundern sei, daß bis jetzt im Gartfeld nickt mehr oder überhaupt noch gar keine epidemiscken Krankheiten aufgetreten seien. Wenn dieselben bi« jetzt dort noch nicht äufgetrcten sind und allem Anscheine nach sogar das Gartfeld der andern Stadt gegenüber eine verhältnißmäßig geringe Krankhelts- und Sterblichkeitsziffer aufweist, so ist damit der beste Beweis gegeben, daß das Gartfeld tigentlich b.ffer als sein Ruf ist. Daß die übrige Stadt den gcwiffermaßen aus Wafferlöchcrn emporgekommencn und mit billigen Bauplätzen und billigen Wohnungen in die allgemeine Concurrenz getretenen neuen Stadttheil etwas neidisch ansieht (?!) ist darum wohl natürlich. Thatsache ist es aber nun einmal, daß der junge Stadttheil da ist, lebt und gedeiht und mit seiner Daseinsberechtigung — wenn auch keine großen Ansprüche machen will, doch um etwas mehr schonende Beurtheilung und Berücksichtigung bitten darf. Wird dieselbe ihm gewährt, so laffcn sich — dcß sind wir überzeugt — auch die genannten Mißstände — wie natürliche Ereignisse belehren — leichter beseitigen al« man denkt, ch.
Anm. d. Red.: Nach eingezogener Erkundigung über vorstehende Erörterungen soll da« Terrain der sog. Sckwarzlack ein natürliches Gefälle von der Marburger Straße gegen den Eiscnbahndamm besitzen und daß Abfallwaffer des südlichen Abhanges vom Rooderg leicht seinen Abzug durch den Evergraoen tn die Lahn sinden, insoweit dies nicht von den au«; gegrabenen Grundstücken überhaupt unmöglich ist. Ferner soll nur em einziger, sehr tiefer Kanal unter der Marburger Straße durchführen, an den sich ein Abzugsgraben mit äußerst geringem Gefälle nach dec Wteseck anschließt, so daß, wenn wirklich das Waffer vom Rodberg der Wieseck zugewiesen werden sollte, ein biß zu 6 Meter tiefer Entwäfferungskanal vom Bahndamm bis zur Wieseck angelegt werden muffe, der dann wegen seines kaum merklichen GefälleS einen neuen ansehnlichen Schlammgürtel für die dortigen Bauquartiere abfleben würde. Ob letztere Anlage der zeitweisen Absperrung des Evergrabens vorzuziehen wäre, möchte der Erwägung und Beurtheilung von Sachverständigen zu empfehlen fein.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekaiiulmachung.
1778) Das 6. Ziel Communalsteuer pro 1880/81 kann innerhalb 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden.
Gießen, den IS. März 1881.
Der Stadt-Rentmeister:
EnderS.
Aulgrlmi.
Auf Antrag des Johannes Maul II. und des Reinhard Graf zu Villingen werden die unbekannt wo abwesenden
1. Karoline, Ehefrau des Heinrich Reuß,
2. Anna Maria,
3. Elisabethe, geschiedene Ehefrau des Friedrich Ruppel von Gillingen,
Töchter der verstorbenen
Philippine, geborene Schenk, Wcktwe des Johannes Maul
aufgefordert, tm Termin
Mittwoch, den 27. April l. I.,
Vormittags 8 Uhr, das von ihrer Mutter hinterlassene Testament anzufechten , widr genfalls sie hiermit ausgeschlossen und Vollstreckung desielben verfügt werden wird.
Inhaltlich dieses Testaments ist der Sohn der Mauls Wtttwe, Johannes Maul II. zu Villingen, als alleiniger Hrbe des mütterlichen Nachlasses eingesetzt, wobei bestimmt ist, daß, falls die oben bezeichneten Töchter das Testament ansechten, dieselben auf den Pflichttheil beschränkt werden sollen.
Zugleich werden die oben Benannten ausgefordert, sich in gleichem Termin über die Erhebung deS bisher in Nutznießung ihrer Mutter befindlichen Nachlafies ihres Vaters, M Johannes Maul, zu erklären, widrigenfalls ihr Erbtheil daraus auf ihre Kosten kuratorisch verwaltet werden wird.
Zum Kurator ist vorläufig Reinhard Gras von Villingen bestellt.
Hungen, den 4. März 1881.
Großherzogl. Amtsgericht Krauß.
1668) ____________vt. Bierau.
- 1715) Eine transportable Gartenlaube, fnroie 6 Gartenbänke sind billig abzugeben. Näheres durch die Exp. d. Bl.
Die Lieferung des m 1881—82 für die hiesige Entbindungs-Anstalt erforderlichen BrodeS und der Wecke soll im Submissionswege vergaben werden. Offerten find binnen 8 Tagen bei dem Unterzeichneten ein- zuretchen, woselbst auch die Beding- utigen eingesehen werden können.
Gießen, den 18. März 1881.
Der Rechner der Großherzogltchen Entbindungs-Anstalt
Döring. (1846
Bauhofi-Versteigerung.
Donnerstag den 24. d. MtS.,
Vormittags 10 Uhr anfangend, werden in dem Nauheimer Gemeinde- wald:
a) Distrtct Sichel: 1 Eichen-Stamm
9,4 Mtr. lang, 2,75 Fstmtr., b) District Zehnheck: 96 Eichen-
Stämme bis 12 Mtr. lang, 67,28 Fstmtr.,
c) Distrtct KochSgrund: 124 Kiefern- Stämme mit 39,19 Fstmtr., meistbietend versteigert.
Zusammenkunft präcis 91/» Uhr vor dem District Sichel bet der dicken Eiche.
Das Kiefern-Bauholz kommt am Nachmittag zur Versteigerung.
Naunheim, den 12. März 1881.
Der Bürgermeister:
1711)_______Kern.____________
Montag den 21. März,
Nachmittags 2 Uhr anfangend, und die folgenden Tage werden im Petri- scheu Hause, Ludwigsstraße, bei Frau Löwe folgende Gegenstände öffentlich meistbietend versteigert:
Sopha's, Tische, Stühle, Schränke, Spiegel, Bilder, Kleider, Porzellan, Bettwerk, Küchengeräthe u. s. w.
Obiae Gegenstände können Montag den 21. März von Vormittags 10 Uhr ab daselbst angesehen werden.
I. A.:
I 1738) Müller, Ortsgerichtsmann.
Holzvcrfteigerung in der Fürst!. Oberförsterei Hohensolms.
Freitag den 23. ds. Monats soll nachoerzeichneteS Gehölz an Ort und Stelle versteigert werden:
L Morgens 10 Uhr: tm Distrtct Eichelsberg:
6 Rmtr. Kiefern'Prügelholz,
13 „ „ -Stockholz,
430 Wellen „ -Retsholz, 2000 „ Buchen-Forstreiser 1. El.,
11 geringe Fichten - Stämme mit 2.35 Fst ntr.,
121 Stück Fichten - Stangen zu Sparren und Leiterbäumen, II. Mittags 12 Uhr:
im District Altenberg:
11 Rmtr. Eichen'Prügelholz, 2850 Wellen Elchen-Steckschlags-Reis- holz,
38 Eichen - Stämme von 21—46 Ctmtr. Durchmeffer und 3 — 10 Mtr. Länae mit 23,75 Fstmtr.,
III. Nachmittags 2 Uhr: in dem District Annewald:
16 Rmtr. Buchen PrügUyolz,
18 „ „ -Stockholz,
3600 Wellen Buchen-Forstreiser 1. El.,
11 geringe Eichen-Stämme mit 1,20 Fstmtr.
Hohensolms, am 17. März 1881. Fürstliche Oberförsteret Hohensolms. 1834)Dörmer, Revierförster.
Arbeitsversteigerung.
In dem Rathhaussaale zu Lollar soll Donnerstag den 24. d. MtS, Nachmittags 2 Uhr, das Umdecken des Kirchthurms: Dachdeckerarbeit, veranschl. zu 168,50 durch öffentliche Versteigerung in Accord vergeben werden.
Ällar, am 17. März 1881.
Großherzogl. Bürgermeisterei Lollar.
I. A.: 1820) Seuling.
Montag den 21. März, 1800) Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Wohnung des Philipp Dam« zu Rödgen eine Kuh mit einsp. Wagen, 6 Schaie, Hühner, Kartoneln, Dickwurz u. s. w., ferner Haus- und Küchengeräth- schaften meistbietend versteigert werden.
Zotzoersteigerung.
Die am 7. ds. Mts. abgehaltene Holzversteigerunq ist nicht genehmigt worden und soll deßhalb
Dienstag den 22. und Mitt» woch den 23. März l. I.
nochmals abgchalten werden.
Es kommen zur Versteigerung:
20 Stämme Eichen-Bauholz mit 14,05 Fstm.,
227 Stämme Nadel - Bauholz mit
88,65 Fstmtr.,
661 NadU'Derbstgn. mit 42,40 Fstm,
265 Nadel'Neisstgn. mit 3,35 Fstm ,
6 Rmtr. Eichen-Scheitholz,
67 „ Buchen-Knüppelholz,
6 „ E chen-Knüppelholz,
2600 Wellen Buchen • Durchforstungs- Reisholz,
250 „ Eichen - Durchforstungs-
Reisholz,
300 „ Reisholz.
Bemerkt wird, daß am ersten Tage nur Stamm- und Stangenholz und ant zweiten Tage Brennholz zur Versteigr- rung kommt.
Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgen- 9 Uhr oberhalb Fünfhausea.
Beuern, den 16. März 1881.
Großherzogl. Bürgermeisterei Beuera- 1824) Ranft.


