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D.J1I

der lebten Revision abermals um 8 Millimeter aus der lothrechten Linie gewichen ist. > n/nhffrnebnifc ist sofort telegraphisch dem Ressorlministerium über-

Telesiraphische Depeschen.

Wolffs teltgr. Korrespondenz»Bureau.

Berlin, 18. Oktober. DieNordd. Allg. Ztg." enthält eine ihr auS

Rücktritt Walujew's, wonach vor 4 biS 5 Jahre i im Gouvernement Orenburg Mißbräuche bei Veräußerung von Staatsläudereien vorgekommen. Der darüber erstattete Bericht sei einer Commuston unter dem Vorsitz des Fürsten Urusow überwiesen worden und da hierbei Walujew nicht consultirt worden, so habe derselbe seine Entlastung von den Functionen des Präsidenten des Minister- Comites nachgesucht.

Leipzig, 18. Oktober. In dem Hochoerrathsprocrß gegen Breuder und Genosteu wurden heute die Platsoyers zu Ende geführt. Der OberreichS- anwalt Frhr. t>. Seckendorff schilderte die staatsgefährlichen Umtriebe der Sn- geklagten und bezeichnete den Angeklagten Dave als den gefährlichsten und thättgsten der Agitatoren. Der Angeklagte Daoe beantragte, daß ihm gestattet werde, seine Schlußrede in französischer Sprache zu halten, worauf der Ge­richtshof nicht einging, da er die Ueberzeugung gewonnen, daß Dave der deut­schen Sprache in genügendem Maße mächtig sei. Dave weigerte sich hierauf, eine Schlußrede zu halten. Fast alle Angeklagten versi Herten nochmals ihre Unschuld. Die Verkündigung deS Urtheilspruches findet am 21. ds., Mittags 12 Uhr, statt.

Baden-Baden, 18. Oktober. Se. Mas. der Kaiser verlebt den heutigen Tag >m Meßmer'schen Hause, der Wohnung Ihrer Mas. der Kaiserin; ein Festdiner findet nicht statt. Das in Aussicht genommene Hofconcert im Großh- Schlosse ist abgesagt worden, weil Se. Majestät AbendS das Zimmer nicht verläßt.

Odessa, 18. Oktober. Professor Virchow wurde gestern bei seiner An­kunft am Landungsplätze von den Professoren und Studenten empfangen und Abends dorthin zurückgeleitet. Die Universität und der Verein der Aerzt« überreichleu Virchow Diplome als Ehrenmitglied.

Kairo, 18. Oktober. Der Sultan hat dem Khedive den Großkordon des Verdienst-Ordens verliehen.

New-Äork, 18. Oktober. Am Sonntag wurde hierselbst entdeckt, daß der Versuch gemacht worden, den Dampfer der Cunard-LinteBothnia" in Brand zu stecken, während derselbe im Dock lag Im Eajüttenraum wurde ein mit Gasolin getränkter Teppich, im untersten Schiffsraum 4 Flaschen mit Gasolin und Phosphor gefunden.

Lokales.

Gießen, 19. Oktober. ^Sterblichkeit in Gteßen.j Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 9. bis 15. Oktober war eine größere, als in den vorhergehenden Wochen und belief sich im Ganzen auf neun, welche sich auf fünf Erwachsene und vier Kinder vertheilten. Von den letzteren ftarb einS, nur wenige Wochen alt, an Darmcatarrh, zwei an DiphtheritiS, eins an Knochenfraß. Von den erwachsenen Personen starb eine an Altersschwäche, eine an Brtghtischer Krankheit, eine an Lungenschwindsucht, zwei an organischer Herzkrankheit. G.

__ Der Dieb, welcher im Laufe dieses Sommers den Uhrenladen in Bad Nauheim plünderte und in Magdeburg verhaftet wurde, ist heute von der Strafkammer mit 8 Jahren Zuchthaus bestraft worden. Derselbe wurde schon achtmal bestraft.

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Diese Zahlen be sein muß, abgi hatten; auch in btesen

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gezeichnet:In Veltretung deS Reichskanzlers: v. Stosch") genehmigt aus I gehaltenen Vortrag, daß die Retchsschiffe ArtillerieschiffR-novn", Dampf- kauonenbootDelphin" und DampfkanonenbootKomet" aus der Liste der Krtegsfahrzeugr gestrichen werden, und beauftragt den Chef der Admiralität, wegen weiterer Verwendung der genannten Fahrzeuge das Erforderliche zu ver- anlassen. Folgende Reichsschiffe wurden am 1. ds. zu Kiel In Dienst ge­stellt:Elisabeth" undCarola"; außer Dienst gestellt:Niobe", Nymphe", Friedrich der Große",Friedrich Karl",Preußen",Kronprinz",Hyäne" und das KanonenbootDrache." I

Köln, 16. Oktober. Man schreibt derKöln. Ztg." aus Petersburg vom 14. ds.: Der Kaiser ist seit gestern in Gatschina. Petersburg gilt für unsicher. Koslow, der Polizeimrtster, entfaltet rastlose Thätigkeit. Die kaiser- I lichen Schlösser, die Bahnhöfe und die städtischen, zahlreichen Brücken, deren innere Wölbungen Nachts erleuchtet sind, werden besonders streng überwacht. Großes Aufsehen erregt, daß fast alle Generäle zu gleicher Zeit in Petersburg versammelt sind. Auch Schuwaloff und Graf Bobrinski weilen seit einigen I Tagen hier. Letzterer wird mit der Walujew-Angelegenheit in Zusammenhang gebracht. Man wirft dem Minister jetzt vor, er habe zu Schenkungen von I Ländereien die Unterschrift deS Kaisers durch falsche Vorspiegelungen erschwin- delt- Beweise sind nicht gut beizubringen, da der einzige vollgiltige Zeuge I tobt ist. Es scheint auch mehr auf moralische Vernicktung durch Verdacht- I erregung abgesehen. Die Sache soll im Geheimen von einer bereits ernannten Commission untersucht werden.

Leipzig, 17. Oktober. Hebet die Frage, ob die polizeiliche Auflösung I einer Wählerversammlung erfolgen darf, wenn ein notorischer Socialdemokrat I in derselben zum Worte zugelaffen ist, liegt jetzt eine amtliche Erklärung der königlich sächsischen Amtshauptmannschaft Zittau vor, bei welcher der liberale I Wahlverein zu Zittau Beschwerde geführt hatte. Sie lautet:Eine vor Kurzem abgehaltene Wählerversammlung ist von dem dieselbe beaufstchtigenden I Gemeindeoorstande polizeilich geschloffen, weil ein der socialdemokratischen Partei angehöriger Redner an den anwesenden Reichstags - Candidaten eine I Frage zu richten sich anschickte. Dies Verfahren entspricht nicht den gesetz­lichen Bestimmungen." Im weiteren Verlauf der Verfügung begründet dann die Amtshauptmannschaft des Näheren ihre Behauptung und spricht sich deS Genaueren darüber aus. Diese amtliche Ansicht gewinnt in Anbetracht der herrschenden Wahlagitation jedenfalls eine erhöhte Bedeutung.

England.

London, 17. Oktober. Die Regierung scheint entschloffen zu sein, keine Meetings der Landliga in Irland mehr zu dulden. Jede feindliche Kund­gebung in irgend einem Landesthetle wird sofort militärisch unterdrückt werden, fliegende (Solennen stehen marschbereit. Alle beurlaubten Ofstciere in Irland stehender Regimenter sind einberufen, sämmtltche Garnisonen in den Kasernen constgntrt.

In Limerick fanden gestern Ruhestörungen statt. Die Polizei und die Truppen wurden wiederholt von der Menge angegriffen, machten endlich von ihren Waffen Gebrauch und zerstreuten die Ruhestörer- Auf beiden Seiten sind viele Personen verwundet, an 20 Personen sind verhaftet. In Dublin kam es am Sonnabend ebenfalls zu ruhestörendm Kundgebungen, die Polizei zerstreute die Menge.

Limerick, 17. Oktober. Die Ruhestörungen haben sich heute Abend erneuert, als die Polizei den Schatzmeister des localen Zweigvereins der Land- ttga nach dem Gefängniß abführte. Die zusammengelaufene Menge warf un­ausgesetzt mit Steinen und fuhr damit auch fort, nachdem der Verhaftete in's Eesäuguiß eingeliefert war, so daß die Polizei endlich von der Feuerwaffe Gebrauch machte. Unter den Verwundeten befindet sich auch eine junge Dame. Die Behörden haben, da die Unruhen fortdauern, telegraphisch um Verstärkun­gen der Polizeimannschaften gebeten.

Wußland.

Petersburg, 17. Oktober. DieAgence gendralc Russe" telegra- phirt: Die von einer Anzahl deutscher Zeitungen gebrachte Nachricht über eine gegen den Präsidenten deS Mimster-Coinitäs, Grafen Walujiff, erhobene Anklage ist falsch. Die auf Grund von localen Mißbräuchen angeordnete Untersuchung impliciri keine Anklage gegen die beir- hohe Persönlichkeit, deren Demission eine durchaus spontane ist. Unrichtig sind ferner die Nachrichten von neuen Verfolgungen der Juden. So meldet derFigaro" vom 10. ds- eine Audienz, welche einer israelitischen Deputation von dem Großfürsten Wladimir ertheilt worden sei, während Se. Kaiserl. Hoheit erst gestern Abend von Mecklenburg zurückgekehrt ist-

Amerika.

New-Äork, 16. Oktober. In Laudenberger's Baumwollspinnerei in Philadelphia brach am Mittwoch Abend ein Feuer aus, während etwa fünfzig Arbeiterinnen darin beschäftigt waren. Die Flammen zerstörten rasch die Trep­pen, wodurch die Insassen gezwungen wurden, aus den Fenstern zu springen. Dadurch wurden sechs Personen getödtet und dreißig trugen Verletzungen davon, während andere verbrannten oder erstickten. Die Zahl der Umgekom­menen wird auf zwanzig geschätzt. Die Scenen bei dem Brande, wie die Mädchen aus dem höchsten Stockwerke auf die Straße herabsprangen, werden als wahrhaft entsetzlich geschildert. Ueber das Schicksal der amerikanischen Nordpol-Expedition ist demNew-Iorker Herald" von Professor Nordenskjöld das nachstehende, auS Stockholm vom 13. ds. datirte Telegramm zugegangen: Capitän Johannesen, der Befehlshaber derLena" von Prof. Nordenskjöld's Expedition, ist soeben von BakulSk zurück^ekehrt. Er erzählt, daß ein Dr. Rute auS einem Kulunder Dorfe berichtet, er habe am 13. September 1879 (neuen Stils) einen Dampfer an der Mündung der Lena gesehen. Dieser Dampfer ist vermuthlich dieJeannette." Der DampferLuise", welcher an^19. Sep­tember nach Tromsö vom Jenisei zurückkehrte, berichtet, daß einige Samojeden vor der Mündung des Jenisei zwei Leichen von Europäern und eine Flasche Whiskey fanden. Dies ist bemerkenswerth, da, soweit bekannt, dort vorige- Jahr keine europäische Schiffsmannschaft umgekommen ist."

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Frankfurt, 17 Oktober. Das Deficit der Paicntstcllung soll 460,000 betragen. Der Vollständigkeit kalber bringen wir diese Mittheitung, wollen aber nicht unterlassen, unsere Fwetfcl an ihrer Richtigkeit auszusprechen. Die Höhe de« Deficits ziffcrmäßig anzugeben, vermag zur Zett schwerltch irgend Jemand, und zwar um so weniger al« der Vorstand, wie bereits initgetheiit, die Gläubiger mittelst Circular« ausgefordert bat, nochmals ihre Rechnungen einzuretchen und dürfte demnach also die Höhe der Passiva noch nicht definitiv festgestellt (em. Das Gleiche gilt von den «ciiven, da man nicht toifien kann, weiche Beträge noch aus der Vcrwerthung der Au«stellungsbaulichkeiten gewonnen werden können. In dieser Beziehung find Verhandlungen im Gange, die zu der Hoffnung berechtigen, daß die Garanttezeichner - in beten Kreisen übrigens der ungünstige Ausgang des schönen. Uneernehmen« viel mehr um seiner selbst willen beklagt wird, a'« der in Gefahr stehenden Garantiesummen weaen, wenn die Rechnung schließlich beendet ist, wenig oder nicht« einbüßen werden., Eme Kunstgcwerbc-Au«- stcllung deren Proteetorat ber deutsche Kronprinz, wie man hofft, übernehmen wird, ist für da« Jahr 1883 so gut wie gesichert, für nächste« J-Hr ist eine Landesgewerbe-Ausstellung »roiectirt und ebenso wird höchstwahrscheinlich 'ine große landw>rthschaftliche Ausstellung zu Siande kommen. Die Baulichkeiten bleiben auf alle Fälle no» mindesten« zwei, eventuell auch fünf Jahre stehen und werden an die Veranstalter bet in Aussicht stehenden Unternehmungm verkauft oder verpachtet, sowie in bet Zwischenzeit auch noch vielfach in anbetet Weise nutz bnnflcnb auSgebeutet werben. Das Consortium, ba« sich zu bleiern Zwecke gebildet hat. wird, wie verlautet dem Vorstände unb ben Garantiezeichn-rn der Patent- und Musterschutz-Aus­stellung eine Offerte machen, die ba« Deficit auf ein Minimum rebuctren, ja vielleicht ganz beseitigen durfte, Ausstellungsoorstand ist von den Erbauern der Aus-

stellunashallen zur Sicherung ihrer Forderungen in Höhe von etwa 160,000 JL durch Herrn Dr Berg verklagt worden. Die Tagfahrt ist auf den 1. D-cembcr anberauml. Aber auch der Ausstellungsoorstand ist tm Klage» nicht müßig. Er hat eine Anzahl österreichischer Aussteller pfänden lassen. Diese hatten sich seiner Zeit über die Dunkel­heit an dem ihnen zugew esenen Ort- beschwert. Der Vorstand ließ denselben durch Oberlicht erhellen und verlangte daraus von den Oesterreichern tue Erstattung der Kosten die diese zu zahlen verweigerten. Darob Klage und Pfändung, bezw. Arrest­legung' Eine Firma, welche ein- Anzahl Candelabcr im Park- ausgestellt hat und ihre Benutzung dem Ausstellungsvorstand- gratis gestattete, wurde dieser Tage gleich­falls durch eine Rechnung über das Setzen dieser Candelabcr überrascht, ebenso ein Aussteller der Gartenbaugeiellschast, der 50 JL für Errichtung eines Hydranten bezahlen soll ben er bis jetzt auf seinem Platz- noch nicht entdeckt hat rc. (Fr. Pt.)

Berlin 12 Oktober. Als der Wächter des neuen Kirchhofes der Marien- aemeinde an der Prenzlauer All-e. nördlich von der Fri-dcnsstraß-, heute früh gegen 7 Uhr den Kirchhof abpatrouillirte. machte er eine grauenhafte Entdeckung. Mitten auf dem Kirchhof an der Kreuzung zweier Wege war ein frisches Grab geöffnet und aus dem Sarge di- in demselben bestattete Leiche eines Kindes entfernt worden. Nach längerem Suchen entdeckte man dieselben in einem Gebüsch. Aus den Erhebungen der Polizei geht hervor daß die Thal weder ein Eig-nthumso-rgehen noch etn Littlichk-itsverbr-ch-n ist daß He vielmehr durch finsteren Aberglauben veranlaßt zu fein scheint. Wie das Taaealatt' hört, ist diese Leichenschändung die zwölfte, welche m ganz ähnlicher W-i,e auf den verschiedenen Kirchhöfen Berlins in verhältnißmäßig wenigen Jahren vor­gekommen ist. Alle Umstände deuten darauf hin, daß dieselben immer von denselben Personen begangen oder doch angeregt worden sind. .

* _ Die Reich Ztg." schreibt: Eine grauenvolle Tbat, wie sie ein Mensch nur

im Wahnsinn ober in ber tiefsten Verzweiflung auszuführen im Stande 'st, hat am Donnerstag Abend der 28jährige Schuhmacher G-tßler in Berlin an sich selbst verübt. Derselbe Hai mittelst einer Handsäge sich einen Fuß abgesagt- Zu dieser Operation benotbmte berselde nach seiner eigenen Aussage einen Zeitraum von zwei Minuten- Den abgesägten Fuß warf G-ißler nach vollbrachter zbat unter das Bett, das blutenbe Bein steckte er m ein Spülfaß So traf ihn ferne Stiefmutter, welche nur für kurze «eit vom Hause abwesend gewesen war und die erst dann an die ihr vom Sohne mtt- getheilte Verstümmelung glaubte, als sie des amputirten Fuß-s anfrchtig wurde Als Ursache der Selbstverstümmelung gibt Geißler, der fett feiner Kindheit an ben «einen aeläbmt ist an, baß ihm burch brei Abenbe geträumt habe, er solle ,ich ben Fuß ab- schnciben bann werde es mit thm besser werden Geißler ist til's Krankenhaus über­führt worden und hat dort -ine weitere Operation zu gewärtigen.

Münster, 14. Oktober. DieWests. Prov.-Ztg." idjretbt: Unser Lambert,- tbutm muß nun endlich doch fallen. Eine Nachricht, die uns schon vor zwei -Tagen bekannt war, haben wir unterdrückt, um keine Aufregung tm Publikum hervorzurufen; in zwischen hat sich die Angelegenheit doch umhergesprochen, unb so brauchen wir es nicht mehr zu verschweigen, wie es sich l-ider heransgestellt: hat, baß ber Thurm seit