militärische Details sestzustellen blriben, deren Ordnung heute bestimmt erwartet wird.
Nom, 18. Mai. Wie verlautet, hat drr Deputirte Sella die Verhandlungen mit einigen Deputaten der Linken behufs Bildung eines Cabinets, in welchem die verschiedenen Fraktionen des Parlaments vertreten sein sollen, wieder ausgenommen.
P-sth, 18. Mai. Der Empfang deS kronprinzltchen Paares war glänzend. Hunderttausend Gäste aus der Provinz waren anwesend. Die Stadt ist reich dekorirt. Die Aristokratie entfaltet die Pracht in Karossen und National-Costümen. 50 berittene Magnaten geleiteten den Zug vom Bahnhofe in die Ofener Burg. Dort sand der Empfang der Minister, Reichsbarone und beider Häuser deS Reichstages statt. Die Journale feiern das erste Kommen deS habsburgischen Kronprinzenpaares, seit die Dynastie herrscht. Die Kronprinzessin bezaubert allgemein. Die Stadt ist glänzend tlluminirt.
Konstantinopel, 18. Mai. Der französische Botschafter wies in Folge Instructionen seiner Regierung den französischen Consul in Smyrna an, Midhat Pascha das Asylrecht zu verweigern und demselben zu bedeuten, ba$ Consulat zu verlassen; die anderen von Midhat um Schutz angegangenen Regierungen ertheilten gleiche Weisungen.
Petersburg, 18. Mai. Im Katharinen-Kanal wurden vorgestern un- wett der steinernen Brücke zwei unter das Wasser versenkte mit schwarzem Dynamit gefüllte Gummtkiisen aufgefunden. Beide Kissen enthielten 126 Pfo. Dynamit. Leitungen waren nicht vorhanden, woraus zu schließen ist, daß der Dynamit als unbrauchbar in das Wasser geworfen worden war. — In Ieletz (Gouvernement Drei) wurde ein Socialist verhaftet, welcher an dem bekannten Socialtsten Congreß in Lipezk thetlgenommen hatte. Derselbe begleitete einen guten Posten auf der Bahnstation Ieletz.
Petersburg, 18. Mat. Der „Regierungsbote" veröffentlicht ein Cirkular des Ministers des Innern, Grafen Ignatieff, an die Gouverneure worin es heißt: „Die Missethäter führten nicht nur em Attentat auf den Kaiser aus, sondern auch aus die Selbstherrschergewalt, die Grundlage unseres Staatsbank, in welchem unser ganzes Volk seit undenklicher Zeit den Schutz seiner Unabhängigkeit und das Unterpfand seiner Wohlfahrt und friedlichen Entwickelung erblickte. Der Grund der schrecklichen Ereignisse sei aber nicht allein in den unmittelbaren Urhebern derselben zu suchen, sondern liege tiefer, in der des religiösen Bodens und der festen sittlichen Grundlage entfremdeten Kindererziehung, in der Unthätigkeit der Behörden, in der nachlässigen Erfüllung der Obliegenheiten und m der Gleichgiltigkeit gegen das allgemeine Wohl seitens vieler administrativen und Kommunal-Beamten, in jenem gewinnsüchtigen Verhalten zum Staats- und Gemeingut, welches in Rußland eine so allgemeine Erscheinung bilde. In diesen Schattenseiten der jetzigen Gesellschaft sei die Erklärung zu suchen für jene trostlose und allgemein anerkannte Erscheinung, daß die großen weit angelegten Reformen des Hingeschiedenen Kaisers nicht den erwarteten Nutzen brachten. Das Manifest vom 29. April babe die Größe des Uebels und die Ausrottung desselben durch die oberste Gewalt als beschlossen bezeichnet. Die große mühevolle Aufgabe könne nur gelöst werden durch den Selbstherrscher, der stark durch die treue und begrenzte Liebe seines großen Volkes und in engem unverbrüchlichem Bunde, mit ihm. Das Wort des Kaisers habe Alle zur Mithilfe aufgerufen und das Ziel vorgezeichnet Die erste Aufgabe, die Ausrottung der aufrührerischen Bestrebungen könne nur mit energischer Hilfe der Gesellschaft gelöst werden. Die Bewegung gegen die Juden in den letzten Tagen fei ein trauriges Beispiel dafür wie Leute, welche Thron und Vaterland ergeben sind, böswilligen Einflüsterungen folgend, in völligem Unverstände ihrer Handlungen zu solchen Ausschreitungen gelangten. Solche Störungen der Ordnung sollen nicht nur aufs Strengste verfolgt, sondern ihnen vorsorglich vorgebeugt werden. Die Befestigung von Glauben und Sittlichkeit und die Vernichtung von Lüge und Veruntreuung sei die zweite Aufgabe. Es sei eine allgemeine Erscheinung unserer Zeit, daß man nicht wählerisch in den Mitteln und der Anwendung ungesetzlicher Wege behufs Erreichung von Gewinnen fei, aber die sittliche Reinheit und der Glaube an die gestellte Aufgabe und der treue Dienst sollen die heilige Pflicht für Alle und Jeden und besonders für die nächsten Diener des Kaisers sein. Die Veruntreuung muß aufhören und allüberall verfolgt werden. Nachdem sodann in dem Cirkular auf die unzweifelhafte bereitwillige Mithilfe des Adels hingewiesen ist, heißt es: Mögen der Adel, die Landschaften und die Städte fest überzeugt sein, daß die ihnen verliehenen R-.chte nach Allerhöchstem Willen ganz unantastbar bestehen bleiben sollen und daß die Regierung Alles thun wird, um alle im Grunde gelegten Reformen thatsächlich zu verwirklichen. Auch die Bauern sollen die schädlichen Gerüchte nickt glauben und vollständig versichert sein daß nicht nur die ihnen gewährte Freiheit und ihre Rechte gewahrt bleiben, sondern daß auch die Regierung damit beschäftigt ist, die aus den Bauern ruhenden Lasten möglichst zu erleichtern und ihre soziale und wirthschaftliche Lage zu verbessern. Das Cirkular schließt dann mit den Worten: „Die Regierung wird zugleich unverzügliche Maßregeln ergreifen, welche der lebendigen Antheilnahme der örtlichen Faktoren bei der Ausführung der kaiserlichen Absichten den größtmöglichsten Erfolg sichern."
Der Derbandstag der mittelrheinischen Bildungsvereine.
Worms, 16. Mai.
Es war ein schöner Tag in des Wortes doppelter Bedeutung, den gestern unser altes Worms erlebte. Der Himmel meinte es mit der Verbandsoersammlung der mittelrheinischen Bildungsoereine, welche in unfern Mauern tagte, gut, er schenkte ihr einen herrlichen, zukunftverheißenden Frühlingstag- Nachdem in den Morgenstunden die dngetroffenen Delegirten von Mitgliedern der hiesigen zur Begehung des Verbands- feftes vereinigten Bildungsvereine am Bahnhofe abgeholt und nach dem „Elephanten" geleitet worden waren, begann um 11 Uhr im oberen Saale der Delegirtentag. Der Vorsitzende des Ortsausschusses, Jakob Peth eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Ansprache, in welcher er die aus Fern und Nah ersch enenen Delegirten im Namen der Wormser Vereine begrüßte und auf die Bedeutung des Verbandstages hinwies. Hierauf wurde die Wahl des Bureaus vorgenommen und fiel dieselbe auf die Herren: Redacteur Franz Wörth (Frankfurt , 1. Vorsitzender, Dr. Weidenbusch (Wiesbaden) und Lehrer Kling en stein (Ingelheim), Beisitzer, Veth und Höpfner (Worms), Schriftführer. Zunächst erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht, welcher die erfreuliche Thatsache feststellt, daß der Verband auch in dem abgelaufenen Jahre eine Reihe von neuen Mitgliedern gewonnen hat. Neu beigetreten sind u. a. der Handwerkerverein in Bürbach, der Lefeverein in Kreuznach und der Jugendbildungs- verem „Vorwärts" in Worms. Der Zutritt weite.er Bildungsvereine, als welche im weiteren Sinne auch die Gewerbevereine, landwitthfchastlichen uub Turnvereine zu betrachten find, steht in Aussicht. Diese Hoffnung ist umsomehr berechtigt, als der ge- ; ringe Beitrag von 5 at pro Verein für welchen neben anderen Vorthe'len eine Reihe • von unentgeltlichen Vortragen geboten werden, die Neigung zum Anschluß sehr be- * günstigt. Die Thätigkeit des Verbandes erstreckt sich auf die Verbreitung einer Wanderbibliothek, welche bei einzelnen Vereinen des Verbandes in Umlauf gefetzt wurde und emen solchen Anklang sand, daß noch die Errichtung einer zweiten und dritten Wanderbibliothek in Aussicht genommen werden mußte; eine ausg dehnte Benutzung fanden auch das Sciopticon des Verbandes und die Vorträge. Aus letzterem Geb'ct hernchtc namentlich in Rheinhessen eine erfreuliche Rührigkeit. Beherzigensweith war die an den Bericht über die Vorttäge geknüpfte Mahnung, dieselben den jeweiligen praktischen Zeiffragen (jetzt Patentausstellung, Maincanalisat.on mehr anzupassen, als dies seither geschah. In letzter Beziehung dürften auch Vorträge über große Männer an den Gedächtnißtagen derselben empsehlenswerth sein. Einzelne Vereine des Verbandes wie z. B. der in Darmstadt, errichteten öffentliche Lesezimmer, förderten die Fortbildungsschule u. s. w. An den mit großem Beifall aufgenommenen Jahresbericht, welcher bewies, daß der Verband mit großem Eifer an der Erfüllung seiner Ausgabe, den Einzelnen wie das Volk aufzuklären und zu veredeln, gearbeitet, reihte sich eine Debatte, in welcher die einzelnen Delegirten ihre Wünsche vorbrachten. — Hierauf erstattete Herr Oberlehrer Chun (Frankfurt) den Rechnungsbericht und Herr Kilber
» (Höchst) das Reoisionsreferat. Im Anschluß hieran ward beschlossen, das Rechnungs- jabr oon nun an mit dem 1. Januar beginnen zu lassen. — Höchst interessant war der folgende Bericht des Herrn Messinger (Schwanheim a. M.) über das Sciopticon. Der Berichterstatter konnte seftstellen, daß das Sciopticon sich als vortteffliches Anschan- ungslehrmittel erwiesen und u. A. durch den oon ihm wachgerufenen Kunstsinn wesentlich zur Forderung des Kunsthandweiks beigetragen habe. — Nun folgte die Berichterstattung der einzelnen Vereine. Es berichteten u. A. die Herren Mu mb äch er (Bretzenheim), Wenzel (Butzbach), Hofgerichtsadvokat Dr. Heumann (Darmstadt), Kaus vom Arbeiterbildungsoerem Frankfurt, Landtagsabgeordneter Hanstem über dm Volksbildungsverein ©leben, Muller (Grünstadt, Kilber ^Höchst), Klingen- stein (Ingelheim), Berger .Kreuznach), Backes (Mainz), Brand (Oberhilbers- beim, Kuhns (Sauersckwabenheim), Dr. Weidenbusch (Wiesbaden), Flohn (Arbeiterbilvungsocrein Worms) und Pcth (Jugendbilbungsverein „Vorwärts", Worms) Aus den Berichten ging hervor, baß die Vereine, u. a. die zu Bretzenheim, Darmstadt und Gießen, einen segensreichen Einfluß auf die Fortbildungsschulen durch Pramienvertheilung u. a. ausübten; Unterrichtscurse veranstalteten u a. die Volks- btlbunnSoereme zu Frankfurt und Darmslabt, Freistellen in Schulen schuf u. a. ber AE°lldungsverein Gießen, ber Wiesbabener Verein förberte bie Fortbilbung ber Mädchen. — Zum Vorort wurde Frankfurt wiederg wählt; neugewählt wurde Herr Bankbirector Thor wart (Frankfurt) als Kassierer. — Die Wahl des nächsten Ver- larnrnlungsortes fiel, um nun den oberhesstschen Vereinen Rechnung zu tragen, auf ©leßen. Gegen 3 Uhr wurde ber Delegirtentag, ber auch von ben Gewerbeoereinen Frankenthal (Perron), Speyer (Walz). Worms (Dr. Schneiber) unb den Arbeiter- bilbunaSöeremen Frankenthal (Kuck unb Lentz), Ludwigshafen (Günzel) unb Mannhenn-Heibelberg (Rubi) beschickt worben war, mit einem Hoch auf ben Vorsitzenden geschlossen.
Das hierauf im „Europäischen Hofe" stattgefundene gemeinsame Mittagsmahl verlief in der anregendsten Weise. Trinksprüche wurden u. a. ausgebracht von dem Herrn Verbandspräsidenten Wirth auf die deutsche Volksbildungsgesellfchaft von Herrn Hamm (Worms) auf die Gäste und Herrn Günzel (Ludwigshafen) auf ben verdienstvollen Verbanbsoorsitzendm und auf ben Vorsitzenben bes Ortsausschusses. Großen Jubel erregte eine währenb bes Mahles aus Bremen eingetroffene Dep iche, in welcher ber bort gleichzeitig tagenbe norbwestbeutsche Bildungsoereinstag dem mittel-' rheinischen Verbandstag einen herzlichen Gruß entbot. Dieselbe wurde wie folgt erwidert: „Dem nordischen Bruderoerein herzlichen Gruß und Handschlag vom Rhein. Franz Wirth. — Gruß vom Aibciterbildungsverein Worms. Flohn. - Ein kräftiges Vorwärts, Jugendbildungsverein. Jakob Peth." — An das Essen reihte sich die Besichtigung der hiesigen Sehenswürdigkeiten. Den Glanzpunkt des Verdandstag b.lbetc die Festversammlung in Worrets mit Fahnen, Sinnsprüchen, Büsten, Pflanzen und Grün auf das Schönste geschmückten Räumen. Gegen V26 Uhr eröffnete Jakob Peth im Namen des Ausschusses die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache an die Delegirten, Ehrengäste und die Freundinnen und Freunde der Volksbildungssache, welche sich überaus zahlreich aus Worms und Umgegend eingefunben hatten Nachbem Rebner sich über bie Volksbilbungsgesellschait verbreitet hatte, schloß er, indem er ber Hoffnung Ausbruck verlieh, es möchte ber heutige Tag ben Volksbilbungsvereinen, welche, unbeirrt burch bie Parteiströmungen bes Tages, sich bas hohe Ziel gesetzt batten, burch Pflege von Geist unb Gemüth Menschen zu bilben, von einem nachhaltigen Erfolg begleitet fein. Nun wechselten Ansprachen mit Musik und den Vorträgen der Sänger des Arbeiterbildungsvereins unter Leitung des Herrn Roos ab. Hierauf verbreitete sich der Präsident des Arbeiterbildungsvercins, Herr Flohn, in begeiferten Worten über die Arbeiterbildungsoereine, welche jeder einseitig politischen Richtung fern, nur auf bie Ausbilbung ihrer Mitglieber bebacht feien. Herr Oberlehrer Chun aus Frankfurt bankte im Namen ber Delegirten für bie Aufnahme berfelben in WormS, verbreitete sich in zündenben Worten über bie ibealen Aufgaben ber Volksbilbungsvereine, felbftbenfenbe, hum me Staatsbürger zu erziehen unb gedachte zum Schlüsse feiner Rede der Stadt Worms mit einem Hoch. Herr Pfarrer Dr. Krumm sprach in kerniger begeiferter Rede über die Ausgabe ber Bildungsoereine, bie bedenkliche Kluft, welche sich so oft in der menschlichen Gesellschaft zeigt, durch eine gesunde Aufklärung bezw. allgemeine Volksbildung überbrücken; ben Volksbilbungsoeretnen unb bem brutschen Volke gelte sein Hoch. Herr Höpfner (Worms) brachte dem Verbandsvorstand unb Herr Rubi von Mannheim-Heidelberg in humorvoller Rebe ben Frauen, insbesonbere ben jungen, em Hoch. Herr Hamm (WormS) sprach über bie Jugenbbilbungsvereine, bie ben schönen Zweck hätten, unsere Jugenb ber drohenbrn Versumpfung unb Blasirt- beit bes Tages zu entreißen. Herr Klinge (Mainz) brachte auf unseren Vater Rhein, den Sttom, der schon so manches Großes sah, und Herr Fuchs auf bie Einigkeit ber Volksbilbungsvereine ein Hoch aus. Herr Lanbtagsabgeordneter Hanstem (Gieße» ) über brachte herzliche Grüße aus Oberheffen, verlieb ber Hoffnung auf ein fröhliches Wiebersehen in Gießen Ausbruck und schloß seine zündende Rede mit einem Hoch auf bie Brüberlichkeit von Nord und Süd. Herr Lehrer Linck (Worms) gab ein netteS Akrostichon auf den Jugendbildungsoerein „Vorwärts". Herr Dr. Heu mann (Darmstadt) überbrachte warme Grüße aus Starkenburg und Herr Brand (Ober- Hilbersheim) gedachte der deutschen Wissenschaft mit ein'm Hoch. Gegen 8 Uh ward der erste Theil der Festversammlung geschlossen und wurden die Delegirten an ben Bahnhof geleitet. In ber Abenbversammlung, welche um 9 Uhr ihren Anfang nahm unb gelungen verlief, gedachten Herr Lehrer Trautmann ber Wormser Bildungs- Vereine, Herr Cb Herbst ber recht gut spielenben Musik unb bes Deutschen Liebes mit einem Hoch Herr Lutz dankte im Namen des Arbeiterbilbungsvereins für die bem- felbcn im Laufe bes Winters geworbene Förberung. Als Declamatoren traten die Herren Eppstein (Mainz) und F. Herb st (Worms) auf. Besonderen Beifall erntete Herr Eppstein für ein Gedicht über Schiller. So verlies denn ber Verbanbs- tag tn allseitig befriebigenber Weise. Möchte er bem Volksbildungsgebanken neue thättge Freunbe zugeführt haben.
Lokales.
Gießen, 19. Mai. Wie unsere Leser aus dem Jnsrratentheile ersehen, spielt am Freitag Abend in Wenzel'S Saal eine ungarische Kapelle unter Leitung bes Herrn Joseph Barcza. Die Kapelle, aus 14 Mann bestehend, concertirte die letzten Lage tm Palmengarten zu Frankfurt a. M. uno erntete dortselbst wie sämmtliche Frankfurter Blätter berichteten, den vollen und ungetheiltesten Beifall des Publikums. So berichtet die Franks Presse" unterm 17 dS.:
„Die Leistungen der ungarischen Kapelle im gestrigen Abend Concert tm Palmengarten fanden rauschenden Beifall seitens des Publiknms und mußte jede Piece auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Die Verwaltung de« Palmengartens Hai mit dem Sngaqcment dieser Kapelle einen glücklichen Wurf gethan. da es nicht allein die Eigenart der gebotenen musikalischen Productionen ist, die das Publikum hinreißt, sondern auch die wirklich stauncn«. wertbe Künstl.rsckaft der einzelnen Mitglieder auf ihren verschiedenen Instrumenten und da« ungemein exacte Zusammenspiel ohne Notenblätter."
Da, wie unS mttgetheilt wird, Herr Wenzel di- Kapelle auf eigene« Risiko nach Gießen geleitet bat, so wäre ein zahlreicher Besuch des Eoncertes demselben wohl zu wünschen.
Vermischtes.
Rottenburg, 10. Mai. Gestern Abend meldete sich persönlich bet dem OberamtS rickter die Frau deS^ Steinbauers Jos. Ulmer unb irklarte, sie habe ihre vier Kinder mit einem Beile gctödtet, man möge jetzt mit ihr anfangen, was man wolle sie unteewerfe sich allem. Die sofort an Ott und Stelle gemachten E' Hebungen bestätigten leider die Wahrheit dieser Anzeige; die vier Kinder, ein Knabe von 2 Jahren, ein Mädchen von 7 galten, tin ftnabe von 10 und «in Mädchen von 13 Jahren, lagen tn ihrem Blute in der keinen Wohnstube. Drei der Kinder lebten noch, davon ist beute Nacht eines gestorben. Die beiden nock übrigkn lasten keine Hoffnung auf Erhaltung ihres Lebens. Allen war der Kopf g'ipalten oder eingeschlagen. Bczüglich der Ausführung der schau.rltchrn That verlauret, die Mutter
An?bLrt/T-f^,eenm?nb bÄrt'tnJQfy,n und "°ch vollbrachtem Gebet die Tbat mit einem n X f6 toutben d" K'nd r in kmeender Stellung hinge-
scklachtet Wir steben hier vor etn.m psychologischen Räthsel, in welches viellkicht durch die Thatsache einiges Licht geworfen wird, daß die unnatürliche Mutter bit Tochter des biestaen Abdeckers ist und ihren Vater früher bei Ausübung seines Gewerbes«tz^ In dringenden Nahrungsiorgen scheint sich die Familie nicht befunden zu haben,' denn der n tn a,be,t8ftatt' ln K'-bingkn im -B.figc einer’ nicht unerbtblichen
UPtiD|utnme nach Hause. -7-7-7
____*4' ”alh Wegen heute Rocht« erfolgter großer Lawinenstürze aus der Salz-
• ro®. ?,lauf?nT Sh,i' iw"ch-n »bensee-ilttmang sowie auch ten 3W "Ufwarti bi« au. Weitere« eingestellt werden. Regenwetter andauernd.


