Nutzen fein werde. Parnell verwirft d°n Appell an die Gewalt, erklärt aber, daß er feine Agitation unter den Massen der Landarbeiter in England und Schottland fortsetzen werde. Er werde dahin ffriben, eine Allianz der englischen Demokratie mit der irischen nationalen Partü auf der Grundlage der legislativen Autonomie Irlands herbeizusühren unter Beseitigung der territorialen Privilegien in beiden Ländern und Befreiung der Arbeit von erdrückenden Steuern. Parnell mißbilligt die geheimen Comitös und schließt mit der Mahnung an die Pächter, den Principien der Landliga treu zu bleiben und die Organisation derselben weiter auszudehnen.
Türkei.
Konstantinopel, 17. gebt. Der deutsche Botschafter, Gras Hatz. > felbt, ist heute hier eingetroffen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. E»rrespoudeuz-Bureau.
Berlin, 18. Februar. Der Kaiser empfing heute Nachmittag das Prä- fidium de- Reichstags.
— In Abgeordnetenkreisen war heute das Gerücht von einer neuen mehrwöchentlichen Session des Landtags nach Schluß der Reichstagssesston verbreitet, weil der Minister Eulenburg dringend wünsche, daß die von ihm eingebrachten Vorlagen erledigt werden.
— Der Entwurf über eine Aenderung der Gerichtskosten und der Gerichtsvollzieher-Gebühren ist dem Bundesrath vorgelegt worden.
Berlin, 18. Februar. Das Herrenhaus nahm heute den $ 1 des Steuererlaß- Gesetzes mit 94 gegen 41 Stimmen an, nachdem Fürst Bismarck den Schluß der De- batte befürwortet und mitgetheilt hatte, daß der Landtag am 23. ds. geschlossen werden würde und daß somit das Herrenhaus nur noch vier Tage zur Berathung der sämutt lichen Vorlagen habe. Im weiteren Verlaufe der Sitzung genehmigte das Herrenhaus auch die übrigen Paragraphen des Steuererlaßgesetzes unverändert in der Fassung des Abgeordnetenhauses. Sodann genehmigte das Herrenhaus den Etat, das Etatsgesetz und das Anleibegesetz und beschloß dazu mehrere Resolutionen, betreffend die Erhöhung der Position für Ankauf von Grundstücken zur Vermehrung der Staatsforsten, welche im nächsten Etat vorgesehen werden soll, dann betreffend Vorarbeiten für ein naturwissenschaftliches Museum in Berlin, ferner betreffend Vorleguug einer Rechnung über den erforderlichen Geldbetrag, um die Gehälter der Verwaltungsbeamten entsprechend denen der Justizbeamten zu erhöhen, endlich die Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß das Reichsetatgesetz künftig früher festgestellt werde als das Etatsgesetz für Preußen. Das Herrenhaus nahm schließlich auch das Pfandleihegesetz unverändert an.
— Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung die Gesetzentwürfe über die Deckung der Ausgaben pro 1878/79 und 1879/80 und erledigte mehrere Berichte der Eisenbahn-Commission. Hierbei ergriff der Abg. Richter die Gelegenheit, um auf die gestrigen Ausführungen des Füisten Putbus im Herrenhause zu erklären, er habe bet der Judendebatte auf Grund des feststehenden Actenmaterials die Theilnabme des Fürsten Putbus am Gründungsschmindel behauptet und er bleibe auch heute bei dieser Behauptung stehen.
Oldenburg, 18. Februar. In Folge Ewstopfung In der Weser ist die Bahn überfchwemmt und der Betrieb zwischen Bremen und Delmenhorst seit gestern eingestellt.
Augsburg, 18. Februar. Der „Allg. Ztg." zufolge wird Prinz Arnulf den bayerischen Hof bei den Vermählungs.Feierlichkeiten in Berlin vertreten.
Wien, 18. Februar. Bei dem am 23. ds, zu Ehren der Vermählung Sr. König!. Hohe t des Prinzen Wilhelm von Preußen beim deutschen Botschafter Prinzen Renß stattfindenden Balle wird mit Genehmigung des Kaisers die bestehende Hoftrauer abgelegt.
Petersburg, 18. Febr. Officielles Telegramm des Generals Sko- beleff aus Rhanu vom 16. ds.: Die unter dem Befehl des Oberst Kuropatkin in die Sandwüste gesandte Truppenabtheilung recognvscine vom 10.—13. ds. bedeutendes Terrain, die Kavallerie legte 380, die Infanterie 250 Werst größ- tentheils im tiefen Sande zurück; die Bevölkerung unterwarf sich vollständig, lieferte ihre Waffen aus und zog nach einer Oase, welche auf dem Marschwege der russischen Truppenabtheilung liegt. Im Ganzen kamen bis zu 15,000 Menschen zur Oase. Der von den Truppen zurückgelegte Weg ist topographisch ausgenommen worden. An der Herstellung friedlicher Zustände wird mit Erfolg weiter gearbeitet. Ein Theii der Bevölkerung ist bereits nach Hause zurückgekehrt und hat seine früheren Wohnorte in der Gegend von Ashabad bis Geoktepe wieder bezogen ober sich in anderen Ortschaften niedergelassen.
— Es heißt, daß man bei der Verhaftung eines nihilistischer Umtriebe verdächtigen früheren Pol'zeiagenten auch dem Mörder des Generals Men- senzeff auf die Spur gekommen sein soll. Bestätigung hierüber fehlt noch.
Paris, 18. Febr. Nachrichten aus Algier zufolge haben die nicht um terworfenen Stämme von Tunis neuerdings einen Einfall in Algerisches Gebiet unternommen und dabei mehrere französische Untertanen getödtet.
London, 18. Februar. Nach einer amtlichen Depesche des General- Colley aus Newcastle vom 17. ds. ist die Truppencolonne des Generals Wood, die heute eintraf, auf dem Marsche auf einige Boers gestoßen, die indeffen keinen Widerstand leisteten und sich dem Anscheine nach nach Langsneck zurück- zogen. Die telegraphische Verbindung ist wieder hergestellt, der Weg ist frei. — Eine weitere Depesche aus Durban vom 17. ds. meldet, daß General Wood und General Colliy Mittags im Fort Amtel zusammentrafen und einen Kriegs- ratb hielten.
Lokales.
Gießen, 19. Februar. Der uns von Seiten dcs „Vereins zur Sammlung von Cigarrenabfällen rc." zugesandte Rechenschaftsbericht meist folgende Zahlen aus:
Einnahme: Erlös für Eigarrenabfälle jl 69.70, für Ciganenbänder (und Flaschcnkapseln) JL 8 90, für Cigarrenkisichen au 1.44, Zinsen von der Gewerbebank v*L 2.43, die ausgestellten Kistchen enthielten an baarem Gelde JL 144 39, freiwillige Beiträge: von einer Gesellschaft bei Pöschel JL 260, durch Herrn G. Gerhardt JL 1.55, durch Herrn C Köhler (bei der Weihnachtsbescheerung d.s Turnvereins gesammelt) JL 1.50, durch Herrn Hollmann bei der Gesellschaft Concordia gesammelt) 0.90, durch Herrn Friedrich (von der Gesellschaft Concordia) Jt. 1, von Herrn ßtud. Schwarz JL 1, von Herrn Grünebaum jährl. Beitrag JL 6, von Herrn N- N. JL 3, von Herrn Ch r. P e tri V jl 1, Summa: JL 245.41. Ausgabe- Für Kleidung von 7 Kmdern JL 168, für Porto, Fracht, Drucksachen rc. JL 13.39, Summa • 181.39 Verglichen mit der Einnahme von JL 245,41 ergibt sich ein Ueberschuß von JL 6402. welcher bei der hiesigen Gewerbank verzinslich angelegt wurde. — Die Ausgaben würden größer sein, wenn nicht Herr Grünebaum 3 Knabenmützen gratis geliefert und Herr C. Loth die Anfertigung der Knabenanzüge ebenfalls gratis übernommen hätte.
Gießen, 19. Februar. Am 14. ds. Mts. fanden Holzhauer im Staufenberger Gemeindewalde Theile eines menschlichen Körpers, welche als solche des schon längere Zeit vermißten Heinrich Muhl von Staufenberg recognoscirt wurden. Dem Anscheine nach ist der Tod durch Erhängen eingetreten, und wird Selbstmord vermuthet
Vermischtes.
, mZ.ama'-ca Rum aus alten Schuhen wird gegenwärtig in New Nock und Brooklvn J?ad).bcm "lert.^it Herrn Hill über Industrie und Fabrikwescn in New Nock werden hierzu die zahlreichen m den Straßen der Stadt fortgeworfenen und von eiqcns zu b TZ” ä”rcfc ""g stellten Sammlern wieder aufgelc>cnen unbrauchbar gewordenen Schuhe bc-- ^^dstoff wird nach einer nur den Fabrikanten bekannten Methode h? ä.Tn 9 f Jn Arbindung gebracht und erzeugt mit vielem eben die Flüssigkeit, welche dre Herstelle, auf den Namen „Jamaica Rum" zu taufen beliebten. Die werthen Herren ^önn^entCn 8C$£n von der Ansicht aus, daß ihrem Rum der Absatz nicht fehlen
"W-Journ." schreibt: Die Strafkammer des Land- ger chts beschäftigte sich vorgestern mit emcm Wemschmierer der gefährlichsten Sorte- Abraham aus Kttzingen hatte jahrelang aus Wasier, Kartoffclzucker, Glycerin, arsenhaltigem Fuchsin, 1 ’c' n 4Dn.8r<?^aTtrIflfmJ1’1 ftQbc fablicirf' baß man bei einer Durchsuchung semeS
,,Wun -Adlers ca 10t' Hk"olittr Flüssigkeit in Fässern sand, von denen auch noch kein Tropfen in aito ®eTl*Lfiah,l,tC ein ^klpiel und verurteilt, den Kttzinger Panschcr
11 i00*6 6 \ ^Dnaten- One ©clbbubc von K'O und Voöffeml.chunn
beg Uckhe.ls im Korrespondenten", der „Frcmtfurier Zeitung- und im „Kitzinger Anzeige?'.
$Dn oer Flndigknt unserer Postbeamten liegt neuerdings folgender hübsche Bcweck vor. Vor einiger Zeit wurde in Köln eine Postkarte aufgegeben mit folgender Adresse: An ^Schivegcrin Karoline „im Winter tanzt ihr Mann, im Sommer streicht er "an" dL® c TGnpte D$ne Verzug an die richtige Adresie. nämlich an
einen in Elberfeld, Thomashof, wohnenden Anstreicher, welcher im Winter Tanzilunde adhäl. 7".®^ totCT£t)n,,a,TflC8 Mädcken. Tochter des ehemaligen Finanzrathes, jetzt «dookaten Karay hat sich in Funfkirchen mit dem Revolver ihres Vaters in der Schreibstube in s Herz geschossen. In einem blnterlasienen Schreiben war zu lesen: „Das Leben ist eine schrecklich dT°oi^alr tCf'iJe le 8U ®nC,e Lefpickt zu werden." — Wle traurig, wenn
ein Kind auf solche Gedanken kommt.
v „ Uebersicht
ber ortsanwesenden Bevölkerung des Großherzogthums Hessen nach der Volkszählung vom 1. December 1880. 4 8
auf Grund einer vorläufigen Feststellung.
Unß ^^rzoglicher Centralstelle für die Landesstatistik.)
Kreise Ortsanwesende Be- Zunahme seit 1875
und volkerung ~ — —— ——
Handel und Verkehr.
... „ 19, 3uf Dem heutiqrn Woch>nimarkt! fofttit ■ Butt» spfb. ,m. 0.90
6t« J41.ÜO Stück 7-*5,. 2 St. uo@änf«ier l®t. 11-00 A. M!«pe> Stick
tVrpr.“ sr° * e»'« 1 Sfc 20 9tom 1 eit„ Ä L,
V10;-"' 4, Hühn-r ». St. x 1.50-1 70. H-Hnm p. St. „>€ 1.30-1.50, Gani- fr..
f j5 Enten per Stück 1.70 2 00, SS > 0 A, frei Pfd.. M. imd
üitatftehai 45-50 SalbfUiid) 4U-4IJ,. .hEmctstchck 54-66 4, ^ucintneifd 68—00 fiancffeln ycr IW Stito 4.50 0.00 äaiciJn ».litt Jt 11—0 Mtlck fr»
m.7t*167U?n 's "S; ®ei6kout 100 Stück M. 0.00-0.00, Ent-n-i» p» 1 Stück 8-0
Die wohlthätigen Einwirkungen der Thermen von Salzbrunn in Schlesien auf HalS- vöb<n f<S tzit Jahrhunderten bewährt, viele Tausende danken ihnen alljährlich Linderung und Heilung. Nach der uns vorliegenden, jüngsten Analyse, ist es dort die ttroncn- toCkVf unb fcurd) ^rcn starken Kohlensäuregehalt insbesondere zur
Versendung, selbst nach entfernteren Gegenden eignen dürfte. °
Ein glücklicher Gedanke war etz daher, die überaus heilkräftiaen vestandtbeile der Kronenquelle abgedampft, mit wirksamen Kräutern gemischt, in Caramellenform dem Leidenden zur Linderung wahrend der langen gefährlichen Winterszeit zu bieten
Der Erfolg dieser unter ärztlicher Kontrole sorqsäüiqst bereiteten Bonbon«
Men M morgenä in »atm« Mitch ober Thee nehmen iind, t7in der Th!t etü üb«- naschender — außerordentlich schleimlösend und retzmildernd haben sie sich selbst bei bartnärfiom Oll^Ur Hfe1 n ' f a 1M - , . —.d0stil!en o7m wird jeßt die Kronen
®runn,nTS.n?,6een f"nSn ' '° ^i.iamen Best°n°thecke"bcs
Die flronenqueat ist auf eme Reihe von Jahren an die Firma Lcuchienbcra« & (io MaVe^^eibt"' ' »"brikrtion uno ®erfenounfl im groharUgsten
m Proc. der
1880
1875
absolute
Bevölk. von
1) Provinz Starkenburg.
1875
Darmstadt 80367
73561
6806
9 25
Bensheim 47601
45398
2203
4,85
Dieburg 54009
52222
1787
3,42
Erbach 51332
47583
3749
788
Groß-Gerau 38150
35697
2453
6 87
Heppenheim 43623
41905
1718
410
Offenbach 79701
73804
5897
7,99
Zusammen 394783
370170
24613
2) Provinz Oberhcssen
Gießen 69996
65603
4393
Alsfeld 37498
36767
731
199
Büdingen 38296
37313
983
2M
Friedberg Ö2181
58619
3562
6’08
Lauterbach 29084
28639
445
1 55
Schotteck 27814
27095
719
2,65
Zusammen 264869
254036
10833
4,26
3) Provinz Rheinhessen
Matnz 100789
93728
7061
7,53
Alzey 37463
35636
1827
5 13
Bingen 35306
32940
2366
7 18
Oppenheim 43437
41853
1584
3,78
Worms 60297
55855
4442
7,95
Zusammen 277292
260012
17280 ’
Großherzogthum Hessen 936944
884218
52726
5,96
Größte Städte des Groß-
herzogthums.
Mainz 61322
57020
4302
7,54
Darmstadt 41300
37273
4027
10,80
Offenbach 28601
26012
2589
9,95
Worms 19035
16594
2441
14,71
____ Gießen 16997
13985
3012
21,54
Auspig aus den Stsn-essmtsregistkrn des Standesamts Li eßen
Vom 12. bis 19. Fcbruar 1881.
Aufgebote.
15. Februar. Schreiner Johann Heinrich Christian gen. August Wivver h-tn Qflrtahf.r Jmdäuser, Toebter des Pens. Landbrtefträgere Peter Jmhäuser ^von ^rensöuia
15. Fabrikarbeiter Jobann Wilhelm Reufchiing von Kleinlinden mit Karol ne Katharina garethe Schmidt, Tochter des verst. Bauaufsehers Johann Schmidt
Spengler Friedrich Ernst Hobeler von Gruningen mit Elisabeth Eiacnbrodt Taebter L-mwebers Johannes (Sigenbrobt, von vurgbaun 15.
mit Anna Elisabeth Späth, Tochter d-S Steigers 8 8 ^tden
Taglöhner Daniel Walter 11 mit Katharine Blößer vo?Freienseen/° °6crnboTf- !*• Eheschließungen.
MMM-WZMS-


