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Anitigc- nnb AmtsdIM für den Kreis Gießen.
WtibtrStfak (568b ann.
Erscheint täglich mit Lu-nahme M Montags.
fr-wvee» i Schultzroße R. 11.
Landesbaugewerkschule Darmstadt
»elheim.
Dusch.
Fink.
Preis vierteljährlich 1 Warf 20 Pf. mit vrmgerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährlich 2 IRarf W PH
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bürg.
einer preußischen Gesandtschaft bei der römischen Curie geplant würde, in.b inzwischen ist auch der zum Gesandten defignirte Herr v. Schlözer bereit- vom Papst empfangen worden. Große Unruhe erregte in England und Frankreich die Revolution der egyptischen Truppen in Kairo, welche den wohlgesinnten, aber energielosen Khedive Tewfik zwangen, sein Ministerium nach ihren Forderungen zu wechseln uno eine Verfassung zu versprechen. ®ie Soldaten im Lande der Pharaonen haben nicht- zu thun, und befürchteten vor Allem, daß England und Frankreich darauf aukgehen würden, ihre Anzahl zu verringern, und |o dem egyptischen Staate unnütze Geidau-gaben zu sparen. Vorläufig haben die Meuterer allerdings ihren Zweck erreicht und sich zu Herren der Situation gemacht, aber lange dürfte diese Freude kaum anhalten, denn England und Frankreich, besonder- d^S erstere, haben allen Grund schien» vigst emzuschreiten, wenn fie nicht das Eavpten geliehene Geld verlieren wolle». Ueber die Art der vorzunehmenden Intervention »st der Streit allerdings noch groß. Denn während Frankreich fich in Gemeinschaft mit England gern m Egvpten festsetzen möchte, will England davon nicht- wissen, denn es kennt die Jnteroention-luft der Franzosen von Tunis bet rod) zu genau. Die englischen Skaattmännrr arbeiten deshalb nach Möglichkeit dahin, die Pforte zu bewegen, daß diese in Egvpten die Ruhe wieder hrrstellt. damit die Vorherrschaft Englands in jedem Falle gesichert bleibt. Suf den Ausgang der Afsaire kann man immerhin gespannt fein, beim so ruh g, w.e in Tunis, wo bie interessirten Mächte Frankreich gegenüber nachgaben, geht'- bieSmal nicht ab. Unveränbert fast noch ist die Situation in Tunesien. Die Franzosen haben bi-jetzt gegen bie Aufständischen wenig ausrichten können, fie find auch sogar halb und halb geschlagen, obgleich fie die- nicht zugeben sollen. Der frühere allmächtige Minister des Dey von Tuni-, Muftapba Pascha, dem die Franzosen wohl noch nicht so recht trauen, hat aus „Gesundhettsrückfichten" feinen Abschied genommen und ist durch eine gefüg gr Ereitur Frankreichs ersetzt. Mit der Herrschaft beZ Bcy bürste es fich nun auch allmä.ig dem Ende nähern, denn der schlaue Ministerpräsident Roastan bietet m Pari- alles Mögliche auf, um Tunesien gani für Frankreich, auch dem N imen nach, zu gewinnen. AuS bem Innern ter Republik ist für uns nichts sonberlich Interrffa. tes zu berichten, die auswärtigen A igelegenheiten find eb.n total vor Herr sch enb.— In Englanb treten dagegen zu ben auswärtigen noch innere Wirren hinzu. In Jrlanb macht sich eine rege Agitation gegen bie Landbill bemerkbar unb in Alt'Englanb selbst drohen große Stnkes, find auch zum Tae l schon au-gebrochen. Dagegen gestvlten fich in Afghanistan bie Verhältnisse wieder günstiger. denn der rolle Eoub Khan, bet fich erst mit bem Emir Abdurrahman herumschlug unb bann den Englänbern ben Glaubenskrieg erklärte, ist durch bie leidige Geldnoth besiegt worden, unb bamit ist so ziemlich wieder Ruhe in jenen Gegenden geschaffen. Durch große UnglückSfäile find die Vereinigten Staaten von Nordamerika und bie Schweiz heimgesucht worben. Die elfteren burcb schreckliche Waldbränbe im Staate Michigan, bie letztere durch e.ren Bergsturz, welcher bas Dorf Elm (Glaru-) fast verschüttete. — Das
WocKenschau.
Die vergangene Woche war eine Kaiserwoche im wahrsten Sinne beS Wortes. sie gehörte ausschließlich dem Kaiser unb bem kaiserlichen Hause, dessen Reisen sich zu einem wahren Tnumphzuge gestalteten. Von Danzig bi- Hamburg, überall wurde der greise Monarch mit lautem Jubel empsangen, bet in ben Herzen beS ganzen deulichen Volkes weiterhallen wird, vom Ostsee- ftrand biS hinunter in bie Alper,Welt. Der Besuch Kaiser AlexmdeiS in Danz'g war qewiffermaßen eine Huldigung für unseren Kaiser, ben Nestor der regierenden Fürstlichkeiten, unb her Ezar wiro fie gewiß gern unb au- vollem Herzen bem b-sten greunbe seines VaterS dargebracht haben. Eine gewiffe Wehmmh mag freilich über ihn gekommen fein, als er bie herzliche greube, ben ungekünstelten Ausdruck der Volksliebe gewahrte, und dabei an (eine, noch immer so wenig tröstlichen Zustände daheim dachte. Nun, hoffentlich wird Alexander III. den guten Rath seines Großonkels unb des brutschen Reichskanzler- befolgen, unb fich von ben Einflüsterungen seiner jetzigen Minister ab- wmden, welche ibn nur in bie Irre führen und deren Thaten bisher noch fern nachhaltiger Erfolg begleitet hat. Erst dann würden wir wirklich eine Garantie für den europäischen grieben haben, der von ben unruhigen Pansla- visten fortwährenb bedroht wird. — Zu nähren Zauberfesten gestalteten sich die bei der Anwesenheit deS Kaisers unb her kaiserlichen Familie in SchleS- ^ig'Holstein bargebrachten Feierlichkeiten. Itzehoe, Altona und besonder- die ehrwürdige Hai.sestadt Hamburg haben sich über ihre Kräfte fast äuge- strengt, um dem ersten Kaiser beS neuen b rutschen Reiche- aufrichtige Zeichen ihrer Liebe und Verehrung zu geben. Gestört war diese Festesfreude iui so weniger, alS auch der Gesundheitszustand ter Kaiserin ein solcher geworden 'st, daS man aller Sorgen nun wohl überhoben sein kann. Die hohe grau fl soweit gekräftigt daß fie da- Koblenzer Schloß ha: verlaffen unb nach Laden Baben abreifen können, von wo aus sie bann minbeftenS thellweise, so- weit -s eben bie Aerzte gestatten, den jetzt nahe bevorstehenden VermählungS- ^eierlichkeiten am Hofe von Karlsruhe beiwohnen kann. — Nicht ganz so angenehme Nachrichten laffen fick freilich aus einzelnen Theilen beS deutschen KeicheS vermelden, wo bet Wahlkampf bereits herrschend hervortrüt, und Ales Andere in ben Hinterzru b brär gt. Mit einer geradezu übertriebenen Heftigkeit werden die Gegner angegriffen und es wird alleö Mögliche versucht, um den Sieg im Kampfe zu erringen. Um so größer wird freilich auch die Erschlaffung nach Beendigung des Wahlkampfes fein unb große Theilnahm- 'ostgkeit wirb bann an Stelle ber rastlosen Thätigkeit treten. Wie bie Wahlen iiiÄfaDen werden, wiffen wir nicht daß ober eine Agitation, wie fie j-tzt vorhanden ist, unmöglich zu etwa- Gut.m führen kann, glauben wir ganz b.stimmt. Die Feindseligkeit, die jetzt in einz-lnen K. eisen hervoigerufen wird, ist bie ^gfte Gegnerin unseres wirthschaftlichen Wohlstandes. u d ben Schaden, Elchen diese anrichtet, entfernt nicht so leicht eine ganz- Gesetzgebung. — llcher die Verhandlungen mit Rom läßt fich nichts Sonderliches sagen. Einige- Aufsehen verursachte nur die Meldung, daß bie Wiederherstellung
Bedingungen zur -Aufnahme find:
1) Für bie untere Abteilung, die I. Klaffe: In ber Regel werben nur solche Schüler aufgenommen. welche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe Nachweisen können; Ausnahmen hiervon werben nur in besonberen Fälle« gestattet. Dagegen wirb von ben Aufzunehmenden nur der Nachweis ber Kenntnisse verlangt, welche ben von der Oberklaffe einer Volksschule Entlaffenen zukommen sollen, bamit jebem strebsamen Hanbwerker bie Anstalt zugänglich werde.
2) Für die obere Abteilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntmß der niederen Arithmetik, einer angemeffe- nen Fertigkeit im Frechand- unb geometrischen Zeichnen, sowie in ber Lösung einfacher Ausgaben ter barstellenden Geometrie, unb ber Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verpänblich machen zu können, geliefert werden.
Das Schulgeld beträgt für bie ganze Unterrichtszeit = 30 JC. unb ist beim Beginn bes Kursus voraus zu bezahlen.
Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig unb längstens bis zum 31. Oktober L I. schriftlich bei ber unterzeichneten Stelle ober auch mündlich auf bem Bureau bafelbtn — Neckarstraße 3, im HL Stock — bewirken, ba bie Zulassung ber Schüler nur nach Maßgabe ber vorhanbenen UnterrichtS-Lok rlitäten erfolgen kann.
Darmstadt, ben 8. September 1881.
Gioßherzozltche Eentralstelle
für bie Gewerbe unb ben LanbeSgewerbverein.
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ifi, itn flagm, I jni^DoUfn I idcS fann I lofien, bie I t corlitftt, I ittn viu^ i AW -üche ic., m em, btr an man vcih.
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'nftrumente, wirb über iten^utKP hne dadurch mittels tra-
isiortt, ist. Glrich-
Die LandeSbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren sechsten IahrcS - (Kursus am 15. November L I., weicher 4 Monate, also biS zum 15. März 1882 anbauert.
Dieselbe soll, zwischen Hai bwerkerschule unb technischen Hochschule bie Mitte haltend, insbesondere Baudai bweihrn, sowie Maschinen- unb Mühlen- bauern, Gelegenheit bieten, sich bie für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntniffe und bie nothwenbigen Fertigkeiten im Zeichnen unb Entwerfen von Plänen für bie praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll bie Baugewerkschule zur Ausbildung ton Werkmeistern, Parlieren, vauaufsehern ic. Neuen.
Der Unterricht wirb an den Werktagen währenb der ganzen Tageszeit von folgenden Herren ertheilt: Architect Proseffor Hermann Müller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Möser, HandelSl-hrer PeterS und Bildhtzuer Fölix.
Die Schule umfaßt vorerst 2 jllaffeu mit folgenden UnterrichtSgegenstanden: Fceihanb- und geoaietnscheS Zeichnen, dar- pellende Oeomelr e (einsckli<ßlich Schatten - Construktionen und Perspective), BaucvnstruktiviiSlehre (einschlitßtich StabiliiärS- unb F<stigkeitSberecknunaen), Glementf brr Maschinen - Eonstruklio: en, Frchzeichnen, Entweisen von Bau- Anlagen, kunstgewerblick<s Zeichnen, tecknisckes Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkui.st (einschließl'ch Trigonometrie unb Planzeichnen), gewerbliche Buch- führun Th^ile ber Bausührung, insbesondere Materialier künde unb A>.fertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc.
Die UnierrichtSlokale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulokalitäten, der Bibliothek und ber technischen Mustersammlung b<s Großh. GewerbvereinS, so daß die letzteren von den Schülern besucht unb geeignet benutzt werben können.
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