barer Anerkennung des dem Kronprinzen Rudolf in Palästina bereiteten Em. pfanges das Großkreuz des St. Stephans. Ordens mit Brillanten verliehen.
Spalato, 14. Mai. Das Theater Bajamontt und das Gebäude deS Lesevereins flut heute Nachmittag gänzlich niedergebrannt. Ein Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Araukreich.
PariS, 14. Mat. In der heutigen Sitzung der Münzconferenz machte der französische Delegtrte Denormandte auf die Gefahr der gegenwärtigen Münzverhältniffe aufmerksam, suchte an dem Beispiele Englands seit 1837 nachzuweisen, daß die Einführung der Goldwährung als alleinigen Währung dem Uebelstande nicht abhelsen würde und forderte die Delegtrten auf, durch geschickte Maßregeln einer Krisis vorzubeugen, welche schließlich mit Gewalt heretnbrechen würde. Der niederländische Delegtrte Pterson wies auch seiner- seit- die Einwendungen gegen den B-metalltsmus zurück. Der norwegische Delegtrte Broch trat für den Monometallismus ein. Die nächste Sitzung findet am Dienstag statt. In derselben sollen der französische Delegtrte DumaS, der Delegtrte der Vereinigten Staaten Howe, der niederländische Delegtrte Vrolik urid der schwedische Delegirte Forffell das Wort nehmen.
England.
London, 14. Mai. Die meisten Blätter beurthetlen die Abmachung zwischen Frankreich und Tunis sehr ungünstig. Die „Times" sagt, die Lage Europas sei eine derartige, daß kein wahrer Freund Frankreichs ohne schlimme Ahnungen die Entwickelung der Politik beobachten könne, welche Italien erb t- tert und entfremdet und die Sympathie Englands für die französische Republik erkaltet hat.
Vermischte H.
Main^, ■ 2. Mai. Ein heiteres Stückchen ereignete sich vor einigen Tagen am 6in;
-ur Ausstellung der Brückenp'.äne. Sr. Kön gl. Hoheit der G.oßherzog halte ndmlitti die «MW geäußert, die Pläne nochmals in Augenichetn nehmen -u wollen und war in Folge desien di: Anordnung getroffen worden, daß während dieser Zeit die Ausstellung für va^ PubUkuni nicht zugänglich fri. Als der hohe Herr von dieser Bestimmung erfuhr äußerte er den Wunsch, man möge dos Verbot wieoer aufheben, indem er nicht wolle, daß Jemand in seinem Besuche gestört werde Es geschah nach bcm Willrn des Fürsten und erhielt der Aus. seher die Weisung, nach Kräften dafür zu sorgen, daß nicht so viele Kinder in das Local kämen- Diesen Befehl treu befolgend, redete der wackere Mann einen in 6ioil gekleideten Herrn, dcr mit mehreren Kindern etnlrrten wollte, folgenoermaßen an: „Sie derfe eretn, awer Ihr Kinnee müffe se draus loffe, weil der Großhcrzvg kimmt." Der so Angereoete soll hierauf freundlich gelächelt und dem treuen Eckard bewiesen baden, daß seine Kinder den Großherzog gewiß nicht belästigen würden. Zu errathen, wer der Herr war, ülierlaffen wir unseren geneigten Lesern.
Wiesbaden, 12. Mai Mit Beginn des Frühjahrs find die baulichen Arbeiten am Rattonal-Denkmal auf dem Niederwalde wieder ausgenommen worden. Unterhalb de8 seil einigen Jahren vollendeten Postaments wird >n weitem Bogen, rechts und links aus dem Walde bervort,elend, «in Fahrweg angelegt, welcher sich mit geringem Falle btS zur Mtltelare des Postaments senkt. Zu diesem Zwecke ist im vergangenen Jahre mit Aufführung einer hohen Mauer an dem Bergabhange begonnen und die Hinlerfüllung thrilweise bewirkt worben; in b»|tm Jahre soll sie vollendet und mit Strebepfeilern, Bcüstungsmauern, Kandelabern und Geländer versehen werden. Demnächst wirb nach Herstellung des Fahrwegs eine großartige Treppenanlage in Angriff genommen und mit dem oberen Aussichtsbalkon und der Verkleidung incttcn bes ganzen Postaments bis zum Herbste fertiggestellt. Mittlerweile werden die Gußarbeiten rüstig weiter gefördert und sind zur Zeit vier der größten deutschen Erz gießereien beschäftigt. Da von allen Seiten mit großer Energie vorgegangen wird, so wird bis n0J an der Hoffnung festgehalten, die Enthüllung im Herbste 1682 veranstalten zu können, falls sich nicht besondere Schwierigkeiten und Berzögerungrn hindernd entgegenstellen-
~ [®*c Änute-1 Die Deportation der schweren Verbrecher in Rußland nach den m ®‘kirien6 bildet eine schwere Strafe; die Knute muß jedoch in erster Reihe nach russiichen Begriffen ihre Pflicht erfüllen, damit der zur Deportation verurthetlte Verbrecher einen Vorgeschmack der ihm wartenden Strafe bekommt. Der Begriff, daß die Knuie am Sattel deS Kosaken hängt, ist nicht richtig. Dieses Instrument, welches der Kosak bei sich fuhrt ist der sogenannte „Pletjg", ein Kantschu, unb dient lediglich zur Aufmunterung deS Pferdes. Durch die gesammte Tagespreffe ging die Notiz, daß der Henker der Ka.sermörder, Frolow, -n Folge seiner Trunkenheit bei der Hinrichtung derselben zu 250 Knutenhieben ver- U t Lffx toQT' unb baß diese ihm auch ertheilt sind. Wir erlauben uns, diesem etn erhebliches Bedenken entgegen zu setzen. Wer in Rußland gelebt und einer Exekution der Knutung beigewobnl hat, wirb wiffen. daß schon fünfzig Hiebe vollständig hinreichen, einen Menschen im wahren Sinne des Wortes zu zerfleischen. Eine menschenfreundliche Bestimmung Peter des Großen verordnete, daß die zum Tode durch die Knute veru^theilten Verbrecher nur 101 Hiebe empfangen sollten. Natürlich wußte dcr Reformator des russischen Reiches, daß der betreffende Delinquent bet 25 Hieben bewußtlos und bei ca. 50 bereit« ins Jenseits befördert war; während der Knutenmeister seinem Opfer pflichtgemäß die diktirten Hiebe weiter aufzählte. Kaiser Nikolaus milderte die Strafe dabin, daß tirtm Verbrecher, welcher zu der höchsten Knutenstrafe verurtbeilt worden sei. solche in Raten gegeben werben soll und zwar jedeSmol nur 10 Stück. Kaiser Alexander II schaffte die Knutenst afe fast vollständig ab, weil dieser in seiner Art einzig dastehende Monarch solche a'S „barbarisch" erklärte und ist dieselbe während seiner Regterungszeit auch nur in seltenen Fällen vollstreckt worden Um dem Leser einen Begriff von einer Knute zu machen, bringen vir nachstehend eine genaue Beschreibung. (Sire Knute besteht aus einem ca. 1 >/r Meter langen vierkantigen, ca. 1 Centimeter dicken Levnstreifen, welcher an einem ca. 30 Zentimeter langen Stiel befestig-, ist. Am dünnen Ende der Schnur befindet sich ein kleiner stählerner Haken in Form eines Angelhakens. Der Delinquent wird auf einen Bock geschnallt und zwar derartig, daß die Arme kreuzweise befestigt und die Füße ebenfalls angeschnallt werden. Der Knutenmrister hect nun die lange Peitsche,' läßt dieselbe in terCuft schwingen und ruft dem Verbrecher ein „pasmatrie!“ (Gieb Acht.') entgegen. Sausend fahrt die schwere Peitsche auf den nackten Leib und langsam zieht der KnutenmrisUr die? zurück, unbeachtet der kleinen Fleischfetzen, welche sich an den Endhakrn gehenkt haben. Dcr Remlichkeit wegen wischt nach jedem Hiebe ein zweiter Henker die bluttriefende Spur mit einem F.achsbundel, dann erfolgt der zweite Hieb. Die Force eines Knutenmeisters muß darin bc- stehen daß dem Delinquenten Hieb neben Hieb verabreicht wird und daß kein Hieb zweimal auf eine Stelle fallt. Nachdem der Delinquent die ihm zubikttrten Hiebe regelrecht empfangen
Belgien.
Brüssel, 14. Mai. Wir in diplomatischen Kreisen verlautet, haben die von der russischen Regierung angeregten Verhandlungen über die Versol. gung politischer Mordanschläge dahin geführt, daß zwischen der russischen Re- gierung und verschiedenen anderen Regierungen Verhandlungen wegen abzu. schließender AuSlieferungs-Verträge etngeleitet find, in denen gewiffe Kategorien politischer Verbrecher als gemeine Verbrecher behandelt werden.
AtaNe«.
. bkow, 13. Mai. In dem heute vom Papste abgehaltenen Consistorium wurden 38 Bischöfe ernannt, vorzugsweise für Frankreich und Italien, sowie m..P^lbus lEcieUum. Unter den Ernannten befinden fich die Koadjutoren der Bischöfe von Straßburg und Metz, die Prälaten Stumpf und Fleck.
Rom, 13. Mai. Deputirtenkammer. Der Ministerpräsident Cairoli verlas ein« kurze Erklärung, in welcher er mittheilte, daß das Ministerium seine Entlassung gegeben habe und provisorisch zur Erledigung der Geschäfte noch aus seinem Posten verbleiben werde. Die Einladungen zu der nächsten tteibtti8 be* RammCr toetben ben Deputirten in die Wohnungen zugestellt
Ztußland.
Petersburg, 13. Mai. Das kaiserliche Manifest, das Resultat der Berathungen in Gatschina, ist als Ausdruck der Homogenität deS engeren EabmetsausschusieS anzusehen, welcher bei diesen Berathungen beteiligt war. An den besagten Berathungen haben nicht Theil genommen: Graf Adlerbera Herr v. Giers, Gras Walujesf, Admiral Possiet, Fürst Uruffoff.
^erSburg, "„Mai Loris-Melikoff hat sein« Entlaffung einge.
Damit findet getwffermaßen das Triumvirat Melikoff, Abaza, J watieff feine Endschaft, welche- m den Berathungen in Gatschiua eine vorwiegende Rolle hatte. Ein »genanntes besondere, liberales Programm, von dem in den aus- »^ ^^"ungen vt.lfach die Rede gewesen, hat Loris-Melikoff nicht aufge- stellt. Wohl aber haben einige Zeit vor dem Tode Alexander II. unter allen damaligen Ministern Arbeiten über in Aussicht zu nehmende Entwickelungeist vorhandener Institutionen stattgefunden. 8
. 14 Mai. Prinz Peter von Oldenburg ist heute Abend
yaiv o Uhr gestorben.
?lil. flc9cn66et weisen die hiesigen Journale auf Englands Verbalteu bezüglich Cyperns und des Transvaal-Landes hin. — Nachrichten aus Tunis zufolge ist cer Bey leicht erkrankt; wie es heißt, hätte derselbe vor Unter- Zeichnung des Vertrags am 12. d. M. einen heftigen Wortwechsel mit Mustapha ^haot und demselben vorgeworfen, M er ihn getäuscht und chm den militärtichen Beistand Italiens zugestchert habe.
Der Director des Burgtheaters, Hofrath Fran» Dingelstedt, ist heute gestorben. v 0 8
Petersburg, 16. Mai. Die Demission LoriS-Melikoif's wurde angenommen. Der bisherige Domänen-Minister Zgnatresf übernimmt das Ministerium deS Innern.
Lokale-.
... 16‘ T?oL D? S'grnwärtiq von dem „Oberhe,fischen Verein für Lokalgeschichte"
8 Gt'ßm vorgenommenen Aufdeckungen von „Hünengräbern" im Philosophenwald ergaben am S°mstag Nachmittag ein hochtntereffanteS Resultat. In einem dir Hügel wurde nämlich t?n
RÖn gefunden, deffen Länge ungefähr ein und ein halbes Iketer
8(> eentimetn betrug ; etwa orewirrtel Meter unter der Oberfläche deS Srdhüaels standen die die Stemklste bildenden Basalte, welche 25 bis 40 Ccntimrter hocfa waren 9 dick'
°(n 8<nQUeT ,21ufnübmc °ller Verhältniffe dieses Fundes wurden bu 0 8 weggenommen und mit der Untersuchung deS Inhalte« begonnen.
Zuerst fanden sich an dem gegen NW. gelegenen Fußende zwei massive Bronzerinae, die einen Durchmesser von 8 Centimeter hatten und vermuthltch Knöchelschmuck waren; um diese Rinae herum lag dunkler Moder, Holzreste, welche durch den grünen Rost der Rmge ebenfalls grün gefärbt erschienen; bic dunklen vermoderten Holzreste zogen sich der Länge nach durch dir Mitte ganzen Kiste auf dem gewachsenen, mit kleinen Steincken leicht bedeckten Waldboden Sin halbes Meter von jenen Fußrtnqen entfernt lagen 5 andere Bronz ringe, jeder 5 bis 6 Lenti- meter im Durchmesser; diese Ringe sind noch durchaus elastisch und an ibren elastiich fich über emander legenden Enden ineinander zu schieben; zwei derselben hingen bei der Auffinduna aneinander; sic dienten vermuthltch zur Befestigung eines Kleidungsstückes, wahrscheinlich des Mantels und lagen dem Befunde nach ungefähr auf der Milte der Brust der Leiche In cm KJ?« i « <5mfetnUn? hi"von ~ «« «^fende - fand sich rin Backenzahn und btt Rest eines kleinen Bronzerrnges, der einen Durchmesser von 2 Eenrimeter hatte und wahrscheinlich 8!I,?jP6TCnldl!nU(f b!Cnte- afle8 lä&1 darauf schließen, daß das Grab die L-iche eines Kindes ob i es lag nicht in der Mitte des Hügels sondern 3 bis 4 Meter se.twartS; wa'.rschein lich "egt in der Mitte desselben Hügels noch rin zweites Grab, das eine« Erwachsenen - bu - hiernach werden fortgesetzt; das Alter des aufgcfundenen Kisten Grabes laßt fich
auf mindestens anderthalb Jahrtausend angeben. —
m c rt, Sonntag den 22. d. Mts. stattfindenden Generalversammlung des Gleiberger
Geselligkel^vereinS werden wichtige Beschlüsse gefaßt werden Es ist beabsichtigt, in dem Nassauer Bau der Ruine Gleiberg nach vorgängiger baulichen Sicherstellung Wtrthjchafts- lokal,laten zu errichten und soll die Verpachtung der Restauration sofort ausgeschrieben werden.
T rSÜL9°&Te 1840 batte Gießen 7209 Einwohner; diese ^ahl stieg 1850 auf 8696 1860 au 8992, 1870 auf 10233, 1871 auf 12,245, 1875 auf 13,980 und die lctzte Volks' zahlung in 1880 ergab eme Seelenzahl von 17.168. Von diesen Einwohnern sind indessen nur 1290 Orlöburger, resp. Wlttwen derselben und nur noch 6 derselben lefinden sich im Besii> von Burger-, resp. Triebvierteln. — An Gebäuden zählte unsere Stadt im Jahre 1840 797 ,nDiftRl ef derselben im Jahre 1879 auf 1156 welche Zahl durch die Neubauten
£ , 88 «und 81 erheblich überschritten sein dürfte - Da« Normalsteuerkapital betrug im Jahrr 1860 219,400 fl., heute, resp. in der Periode 1880/81 betrug eS 4G7 3195/1O fl
~ Bürgermeister Damm von Neunkirchen, welcher an Schwindsucht letd.nd, In hiesiger Sthmf lag, Jotlte gestern Nachmittag von Anverwandten in die Heimath abgeholt werden. In der Nahe des PostgebäudeS stürzte jedoch der Kranke zusammen unb war sofort eme Leiche Dieselbe wurde wteber zurück in bte Klinik verbracht.
Türkei.
Konstantinopel, 14 Mai. Der französische Botschafter Tiffot über. 7 ^fort‘ el"e w,itere durch weiche fein Protest vom
US &Z B” *"*' "■*'9"u" -f -
«elkgraphischt Deprfchrn.
Wolff's teleat.
beul« S Min
Ä8',nG^,riiCnrsatb L W-bs/y begrüß?"bÄtb“ Ät fC daß die Ausstellung die großen Fortschritte der
schlesischen ^sewerbethotigkeit zeige, und worin er den Behörden npn Tinnf k
Die officteHe”®röffnuit0 der A°sstellun7 er^^7^» -me ?Ür»^ n;lIt V* Seydewltz, welche mit einem Hoch auf Se. Majestät bei- ^ai^r änf\-e’n 9tunbßanS der Anwesenden durch die Ausstellung statt an ÄV t,n W Clroa 600 G-d-ck-n in dem Ausstellung^-Gebäude rtSf AW mit tk.tM . ee V . C . einer amtlichen Meldung des Gouverneurs von ™ Ä'nÄS 'U'Ä ÄÄita" Ss®W8
W-MULZUNSSW Journal .Mostakel" unb Mttgli.dern der iwlicnstch n Reg runäSerben ungskreisen für vollständig unbegründet erklärt 6 "8 werbcn 1,1 Regier-
15‘ Mai. Im Palaiö des Sultanö fand gestern
Abend d<r tunesischen Frage wegen ein Ministerratb statt.
Paris, 15. Mai. Der Admiral d- la Ronciere de Noury ist a«. storben. — Den Angriffen der englischen Blättern aus Anlaß des Vertrags


