Werkzeug gewesen, worüber die tro Ganze befindliche Untersuchung hoffentlich Licht verbreiten wird.
Srlrgraphischr Kepeschm.
Wolfes telegr. (k»rrespo»de«r-B»reau
Berlin, 13. Mai. Die Unfallverstcherungs - Commission genehmigte in zweiter Lesung die $$ 1 und 2 unverä dert nach den Brscklüffen erster Lesung. Die in dem $ 3 des Entwurfs vorgesehene Reichsoerfich^rungsanstalt wurde durch eine Vereinbarung des Centrums mit den Deutschconservatioen beseitigt, wonach die Versicherung durch Veranstaltung und unter Aussicht der Einzelstaaten zu erfolgen hat. Seitens der deutschen Retchöpartei erklärte Graf Frankenberg, daß sie nur zusttmme, weil sie sich in einer Zwangslage befände und schlechterdings in einer wichtigen socialen Frage etwas zu Stande bringen wolle. Die Bundescommtffare erklärten, daß die Regierung, da die Retchsverficherungsanstalt keine Aussicht habe zu reusfiren, mit der Versicherung durch die Einzelstaaten sich begnügen wolle.
Pari-, 13. Mat. Nach hier etngegangenen Nachrichten aus Tunis begab stch der Generalconsul Roustan gestern Vormittag zu dem Bey, um eine Audienz für dm General Breard auszuwtrken. Der Bey verschob seine Ant« wort bis Mittag und bewilligte sodann die Audienz für 4 Uhr Nachmittags. Um diese Zett begab sich General Breard nach dem Bardo und verlas vor dem Bky einen aus 10 Artikeln bestehenden Vertrag. deffen Hauptbestimmuuz die Einsetzung eines französischen Mlntsterresidenten in Tunis ist, dem es obliegen soll, die Ausführungen der Vertragsbestimmungen zu überwachen. Der Bey erbat stch bis 9 Uhr Bedenkzeit, unterzeichnete jedoch schon um 8 Uhr den Vertrag, wobei er das Verlangen stellte, daß französische Truppen Tunis nicht betreten sollen, was übrigens auch nicht die Absichl der französischen Regierung war. Der Verkehr zwischen dem Bey und dem Vertr^trr Frankreichs vollzog sich in den höflichsten und wohlwollendsten Formen. Man nimmt an, daß der Generalconsul Roustan zum Mtntsterrcsiventen in Tunis ernannt wer- den wird.
Paris, 13. Mai. Senat- Ministerpräsident Ferry theilt mit, daß der Vertrag mit Tunis gestern vom Bey unterzeichnt wocdcn sei. Den offictellen Wonlaut sei er dem Senate mttzutheilen noch nicht im Stande; der Vertrag werde aber ehe- baldigst den Kammern zur Ratification vorgelegt werden, lieber den Sinn des Vertrages könne er mitthetlcn, daß derselbe in militärischer Beziehung Frankre ch das Recht sichere, diejenigen Stellungen zu besetzen, welche die französischen Militärbehörden für nothwendig erachten würden zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit an den Grenzen und an den Küsten. (Beifall-) In politischer Beziehung garantire die französische Regierung dem Bey Sicherheit für seine Person, seine Staaten und seine Dynastie. In Bezug auf Europa betrachte sich die französische Regierung als Garanten der gegenwärtig zwischen der Regentschaft Tunis und anderen europäischen Mächten bestehenden Verträge. Der Bey verpflichte sich, in Zukunft keinerlei internationalen Vertrag ohne vorgängiges Einverständnrtz mit der französischen Regierung abzuschlwßen. (Beifall ) Die diplomatischen Agenten Frankreichs würden den Schutz der tunesischen Interessen nach außen hin übernehmen. Das Finanzsystem der Regierung des Bey werde von Frankreich im Einvernehmen mit dem Bey geregelt werden, um ein besseres Functioniren der Verwaltung der Regentschaft zu sichern. Eine wettere Convention werde die Ziffer und den Modus der Erhebung der Kriegskontributionen regeln, welche auf die nicht unterworfenen Stämme entfielen, für welche sich die Regierung des Bey als Garanten betrachte. Endlich verpflichtet sich der Bey, die Einfuhr von Waffen und Munition, welche eine permanente Gefahr für Algier fei, von der Küste von Tunis zu verhindern. Ministerpräsident Ferry gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kammern diesen Vertrag rat ftciren würden, welcher bie Sicherheit der französischen Interessen gewährleiste und das mittelst der Expedition verfolgte Ziel erreiche.
Vermischtes.
*»•» auch noch eine
Düsseldorfer und der Mainzer Schlepp,cdifffahrts-
Matnz, 13. Mat. Die Ovation, die gestern Abend die hiesige Bürgerschaft dem hier weilenden Groß Herzog und seiner Familie barbrachte, war das Großartigste, was in den letzten Jahren hier gesehen wurde. An dem Festzug hatten sich 48 Berelne und Korporationen bethetltgt, ebenso außer der Großh. Bürgermeistern und den Stadtverordneten, Deputation der Heff. Ludwigsbahn, der Köln-Düsseldorfer und der Mainzer Scyleppschifffahrts- Gcjellschaft. Im Ganzen mögen sich an dem Zuge ca. 6000 Personen und ungefähr 2000 Fackel und Laternenträger bethelligt haben. Der Platz vor dem PalaiS und der Ererciervlati war geradezu überfüllt, denn an 2»,000 Menschen waren biet versammelt. Herr Oberbüraer- metster Dr. Du Mont brachte das Hoch auf den Großherzog und besten Familie aus und tausendstimmig war der Jubel, als hierauf sämmtliche sechs Musikchöre die National-Hymne ansttmmten. Der Großherzog war von dieser Ovation derart ergriffen, datz er nicht lvrechen konnte. Im Palais fand heute Mittag Tafel statt, zu welcher nur die Spitzen der katboliscken und protestantischen Geistlichkeit geladen waren. Die ältesten Töchter des Großherzoas die Prinzessinnen Ella und Victoria, begeben sich am 18. Mai nach London xum Besuch ihrer Großmutter, der Königin von England. 9
zu cx.xL % *in st'"ker Schneider zu helfen weiß.) So könnte man das folgende
Geschichtchcn betiteln, für besten Richtigkeit dec. Eilbote", dem wir es entnehmen einsteht Zu einer dies,r Tage In Annweiler vollzogenen Hochzeit war auch ein junger'Herr von Speyer geladen der seinem Schneider aufgetragen halte, ihm doch ja zum Frübzug den feit 8 Tagen in der Arbeit befindlichen Frack abzuliefern. Der Bekletbungskünstler verpfändete sein Wort daß er vor 6 Uhr das unentbehrliche Fcstgewand abliefcrn werde. Doch Der Mensch denkt und der - Schoppen lenkt. Der Meister war Abends etwas fivel, d chte aber doch an den Frack und meinte zu sellrer Ehehälfte: „Ra, ick stebe um 3 Uhr auf, in 2i/2 Stunden .st der Frack stetig. Unser Meister aber verfiel in den Schlaf des Gerechten und als er aufwachte, toar c8 ^alb 6 Ubr. Welcher Schrecken! Acker der wackere Schneider wußte sich zu helfen Er befahl einem Gesten, den unvollendeten Frack und versch.evene Requisiten nnzupackni be- stieg dann mit seinem Kunden den Bahnzug und vollendete auf der zweistündigen Fahrt im Eisenbahnwaggon den Frack bi« auf s letzte Stichelch-n. Als die Station Landau passirt war, □ r,ut "vH die Knopfe anzunähen In Annweiler angekommen, stürzte der
fl nte ^urtder zu einem „Collegen", um das Fcstgewand zu bügeln, und eine halbe Stunde spat" s°ß der Frack wie angegostcn auf dem ßdb des Kunden. Mündliche und klingende An erkennung wurde unter großer Heiterkeit dem flinken Meister zu Thetl. B
- Ein Richter, der das Unglück hatte, zu schielen, hat drei Gefangene vor sich. Sich on,^n «flfCVcenanbz ^fbt " Dtn Zeiten an und fragt ihn: „Ihr Name und Heimaths- °T/n?diese 8^ge antwortete aber, toetl er sich gemeint glaubte, der zweite. Der Richter will hn darauf ernst ansehen, wobei das schielende Auge selbstverständlich wieder weiter schweift, ü?« zu Ihnen gesprochen. Herauf antwortete aber der dritte, welcher
Herr dichter !" ’ * * W Jhn-n auch nicht geantwortet,
c*< _ ^"il^ckung durch einen Brief ] Emen eclatanien und beherzigensw.rthen Fall von D!üv Tel7aravb. ^ ^b^ ^rch die P.st schildert Dr. G. E Pa wer im Londoner
»LVKm be,m ??Bba-ebe5D! Dame schrieb einer Freundin, daß sie durch
die Pflege tbreS am Scharlach erkrankten Kinde« in Ansvruck genommen fei. Die Emvfänaerin Ä" Ra ),QbeT,: unvorsichtig genug, da?Couvert eincm ^erÄ^m
r »krankte dieses Kind ebenfalls am Scharlach. Nachforschungen stellten fest, daß sich keine andere Anst.ckungSquelle Nachweisen liefe al« eben bOOS nminAf# S..»Rt! W°° s..h. D„rau» tol, s.h, .8^ fü, g.2.U.n, in L.n M
b*'“' «mpfi bl- d,n bii(fh<b.n Bnk.hr auf da« »ll.rnothw.odigst, zu bcfdiränl.n, ihn teo möglich, aber gänzlich .InjuiMcn, in un6mn.ibltd><n Fällen jedoch bl. B,i,f. lammt ihr,n Hüllen allsogl.ich nach erfaßter K.nntnißnahme d-8 Jndales zu vnbrenn'n '
Neustadt. Eine biesige Familie bezog kürzlich von einer Enaros-Sandlusta m 6; -in- größere Quantität Kaffee, angeblich ein Driitheil billiger, wie er in unstrer Stadt zu haben se,. Die Senkung kam der Kaffee wurde geprüft schr gut gefunden und allgemeine Freude herrschte über diese große Ersparniß. Abends kam ->n Haus" fteund und mit triumphirender Miene zeigte die Haussrau diesem ihre Acquifttion
ausgeblieb-n s-Z bM 6,c ^eltc Sendung bestellt würde, soll di- An.worf willia^n^e^ram^^^^8^P^bIiku^^^br^llolle^Kar^an'n^^^^n ™ f"'=
S.;; s S» *« sää über I'/- Millionen Mar"ft d-ß^r bl'n^'.,,n Ueberschüsse erg.b.r
über «</- Millionen Mark' beträgt Ln bl,£?E 6 «lcherheit-sondS nunm.hr
fflttTt und für grau Uno Kendkr auf alle Fallegeforq^ $ ‘ »'
Äuttjug aus denIlundksamtsregistern des Ltandesamls vikken
Vom 7. bi« 14. Ma, 1881.
m , Handel und Verkehr.
bis ^?W*Hühn1re« t ©türf T 5 T9"®? O*» »“ W-31 0.92
1 ÄiÜck 8-9* Rä" „7®, 5 A 2 t>« 1 etürf 5 ©änf.rtn
22 ?, Ansm ll.t-r 2'4 ÄoXm St
Vsd."°K>ch.^nr'R-nd^ich^ A 2 00 °00’ Ochsmfl.llch^S-00 4 “
«’n0,fetn ,Ü0<' ^E-5.0'k°37iN. 2S
6i8_Jä_OO, Mich »er Üttn 16 und <8 H, W.lsch. per Stück JL 9.50
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadl Giegen.
Evangelische Gemeinde.
■’Änfßebote
csau o' ^°i. Weißbinder Johannes Eisenkeller mit Katharine Braun Tochter des Maur»»
«= :äs
k"l?ustck. 12. Metallgieß.reidchtzer Heinrich Schafflläd, von Gießen mi.RatharinePf.i
” X «-»tn-rS Johann Wüh.im Pfeil oon Darmstadt. 13 G.ao.ur Smü «u Üb
W Ä «"ng^'kon Öa"8ti- b'6
L rr yffl-n"" ”aiit ""^.'h', WM-- 6.1 Me^rs'Sm "rinch-Er,^
d«8®XSgi1b6[f,t',tfTeblQ* «ÄÄ™
One Tochie? 5 T°ch'"> 10. Dem Dachdecker Christoph Christian Ech-alb
wärts, Räthchen. 9. Dem Haus7u"rschm 'an'^a^aül Zchk"7n Eohm "mk.°rk r°ui«"P7uü
- , Weftpvbene.
•SS“'S *s58rs.
f^0Tn von ®ab Maubeim 9. Dem Zimmeimann Louis Bieber ein »»n ÄTU tibua,b Aa w< o!L "
Getraute.
cbel @?bnn m,IÄFd^ baMcr' be6 Fuhrmanns Wilhelm Henkel
ehe!.' Tochter rtnC ^h, des verst. Handarbeiters Johannes Roth in Groo-n^chen, in Tübi?/.n'^b'N- Gustav Stahl, Kaufmann dahier des Kaufmanns Maximilian Hugo Stahl SanaÄ 'hm Dochter"' L-Nge, des Rouft/onn« RaS 9°hr7st7n
in ?WiaiÄ ^finTic^ Schlicher, Schubmach-r dahier, des Uhrmacher« Phllipp Schlicher
In DTÄ,,V6,.L6t„^,.Urnb 9nna ®'U,,4- C'6 “* 3« W
Getaufte
bin 7. ^'ril.8' m°1' ®Cm 2Ba«n“ 2°^"" ®lOrß Z-iß «n. Tocht-r, Mari. Louis., geb.
ragiädn.r Heinrich Roih ein Sohn, Georg Karl, geb. den II. April.
Denselben. (Sin uneb I. Sohn von auswärts, Wi.helm geb. den 27" Mär» ^rLlhTLT^®rm^iCIbTaU,r«al0^ ®lum ,,ne T°chk-r, Marie Sophie, geb. b. 16 April.
ben 29. «p!il ® 6d)tcmtT ^"gust eubheimer em Sohn, Georg Karl Adolf, geb.
-T- „ m ® e e r H U t e.
11 9- T/n I ®al- Christian Walther Zinßer, Taglöhncr bahier, alt 67 I. 3 M.
11 *•/ gest den 4. Mal.
ex ft Crbbeben Hetmgesuchlen ber Jniel ChioS sind bei uns emgeaangen:
5, v; , *-*' 2B- vM — 4 Jt Wir haben diesen B<trag Herrn Consul Löwern Hal« Jigeinberg in Frankfurt a. M. cing.sandt und ichließen biermit bie Sammlung.
Die ^rpedition des Gießener Anzeigers.
Bei Aitseigett
wie Geschäfts-, Grundstücks - An - und Verkäufen, Stellen - Angeboten und -Gesuchen sowie in den sonstigen vielen Fällen, wo Inserenten Bedenken tragen, ihren Namen in den Zeitungen zu nennen, nehmen Offerten von Reflectanten an ihrer Stelle wir ent- gegen und stellen ihnen solche am Tage des Eingangs uneröffnet zu. — Auf Grund langjähriger und vielseitiger Erfahrungen ertheilen wir Rath bei Abfassungen von Anzeigen und der Wahl geeigneter Blätter. — Verschwiegenheit streng beobachtet.
HAASE1VSTE1JV VOGUE«,
Annoncen - Expedition, 603
Frankfurt a. M. Karlsruhe. Stuttgart. München u. a. O.
Das Museum d«S historischen BereinS (im Rachhaus) lfl jeden Montag von 11—12 Uhr den Mitgliedern des Vereins geöffnet.


