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cote erklärte, daß er die Negierung bei den Arrangement- bezüglich der Erle­digung der Geschäfte zu unterstützen wünsche, daß die von Gladstone für das Ausgabenbudget geforderte Dringlichkeit aber ernste Erwägung erheische. Vom Hause wurde darauf die dritte Lesung der irischen Waffenbill begonnen. Parnell beantragte die Verwerfung derselben. Der Antrag wurde mk 255 gegen 36 Stimmen abgelehnt und die dritte Lesung der Bill mit 250 gegen 28 Stim­men beschlossen. Schließlich wurde die Bill in dritter Lefung mit 236 gegen 26 Stimmen angenommen.

London, 12. März. In der gestrigen Sitzung des Tran-vaal-Comit^s machte Karl Blind die Mittheilung von einer internationalen Kundgebung, welche während der Anwesenheit der holländischen Delegtrten in England statt­finden soll. Diese Kundgebung soll in einer Adresse an John Bright zu Gun« sten der Herstellung des Fliedens und der Unabhängigkeit des Transvaal-LandeS bestehen. Die Adrefie trägt bereits Unterschriften zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich, Ungarn und Italien.

Belgien.

Brüssel, H. März. DerJadependance belge" zufolge wäre der Justizmtntster Bara für den Posten des Kammerpräsidenten in Aussicht genom­men, auch wäre Bara geneigt, das Amt des Justizmtnisters mit dem Posten deS Kammerpräsidenten zu vertauschen.

Stallen.

Rom, 12. März. In der letzten Nacht fanden in Foltgno 15 Erd' stöße statt, welche selbst in Perugia verspürt wurden; in Cittaducale wurden 3 Erdstöße wahrgenommen. Schaden scheint, soweit bis jetzt bekannt geworden, durch diese Erdstöße nicht angerichtet worden zu sein.

Ztumänierr.

Bukarest, 11. März. In der heutigen Sitzung der Deputtrtenkammer interpellirte Varnescu die Regierung über das Gerücht, daß Rumänien zum Königreich erhoben werden solle, und wünschte spectelle Auskunft darüber, ob die Regierung in dieser Beziehung Schritte bet den auswärtigen Mächten gethan habe. Der Ministerpräsident erwiderte unter beifälliger Zustimmung der Kammer, daß Rumänien ein freier Staut sei und das Recht habe, seinem Souverän den Titel eines Königs oder Kaisers beizulegen, sobald er nur wolle. Von der Regierung wurde ein Gesetzentwurf wegen Convertirung der schwebenden Schuld vorgelegt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'» telegr. (kOrrespoudeuz-Bureau.

Bremen, 13. März. Durch den hohen Waflerstand der Weser sind die niedrig gelegenen Thetle der Altstadt theilweise überschwemmt. Das Wetter ist nicht ungünstig; eS herrscht Ostwind.

Lokale-.

Gießen, 14. März. Wie wir unseren Lesern beute morqen in der Frühe mittelst Extra Blatt mittheilen konnten, ist der Kaiser von Rußland gestern Nachmittag mittelst Sprengbomben ermordet worden. Wir hätten gerne unseren Lesern diese schauerliche Nach­richt schon gestern Abend so viel wie möglich mitgetheilt, wenn der Telegraphenbote es nicht vor­gezogen hatte, die bezügliche Depesche einfach in den Briefkasten vor unserem Bureau zu legen.

Ein ruhig seines Wege« gehender Mann wurde gestern Abend am Schiffenberger Weg von 4 jungen Leuten angerempelt und sckliißlich mit ausgeriffenen Gartcnpfählen gestoßen. Ein sich de8 Mißhandelten annebmender Einwohner wurde ebenfalls bedroht und mit Schimpf­worten regalirt. Die Angreifer wurden abgefaßt.

Vermischtes.

.. A/6f*ld, 9 März. Der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft ist eine aucfü'nließe Anschrift wegen Bau der Bahnstrecke von HerSfeld bis Airenhunden, vrranschlagk zu 28 Millionen Mark, und der weiteren Linie von Alsfeld nach Hersfeld, die etwa 7*/t Millionen Mark kosten würde, zugegangen. Je nach dem Ergebniß der dieserhalb obschwebenden Der^ Handlungen, die für unsere Stadt von der höchsten Bedeutung sind, beabsichtigt sich das Eisen- bahncomite an den Geldmarkt zu wenden, beziehungsweise mit einem Eonsortlum von Kapitalisten wegen der Finanzirung des Projekts in Verbindung zu treten. (N. H. B)

fDer verkleidete Kunstkritiker.^ Ein hübsches, sehr amüsantes journalistisches Bravour­stückchen Aibert Woiff's wird demB. B. C." von einem in Paris lebenden Deutschen mit getheilt. Bei einer der letzten Ausstellungen des PariserSalon" war von dem Comite beschlosien worden, keinem der Kritiker und Kunstreferenten vor dem Eröffnungstage in die Ausstellungsräume Zutritt zu gestatten. DerFigaro", der es liebt, allen Pariser Blättern um eine Nasenlänge vorauszukommen, setzte nun alle Hebel an, um diese Eiausur zu durch- brechen. Alles vergeblich! Da kam nun der geistreiche Ehroniqueur deS Boulevardblattes Albert Wolff, auf eine Idee, wie sie eben nur im Kopfe eines Journalisten, der sich da« moussirende Französische Wesen und Temperament so zu eigen gemacht, der sich auS deutscher Eigenart so vollkommen herausgeschält hat, entstehen konnte. Der moquanke espritvolle Kiitiker pfuschte einmal den Schauspielern in's Handwirk und spielte selbst ein wenig Comödie. Al« Quvrier verkleidet, in einem Costüm, in welchem Niemand den bekanntesten Mitarbeiter des Figaro" vermuihet hätte, betheiligte er sich am Transport eine« Bildes mit welchem ein ibm befreundeter Künstler die Ausstellung beschickte. Einmal auf diese Wrise in den Salon gelangt, fand er leichte Gelegenheit, die bemerkenswerthestcn Tableaux ,n Augenschein zu nehmen. Wer hätte auch mott gedacht, baß in dem Blousenmanne. der, die Mütze tief in rie Stirn gedrückt die Hände in den Hosentaschen, langsam durch die Säle schlenderte und nachlässig die Bilder musterte, einer der ersten Pariser Kritiker stecke Albert Wolff wußte durch dielen originellen Eovp den gestrengen Herren vom Comite ein artiges Schnippchen zu sck agen. Am Tage der Eröffnung desSalon" brachte derFigaro" auS seiner Feder eine spaltenlange Schilderung der Herrlichkeiten desSalon". Die Herren vom Comite machten ein verdutztes Gesicht und Albirt Wolff lackte sick m's Fäustchen. Der PariserFigaro" belohnte feinen findigen Mit- a beitcr durck ein splendides Extra-Honorar von fünftausend Francs! Für ein erste« schau­spielerisches Debüt ist das immer ein recht hübsches Sümmchen

m. Darmstadt, 3. März. Die von dem hiesigen älteren Verein für Vogel- und Geflügelzucht veranstaltete erste allgemeine Musterausstellung von Vögeln, Geflügel u. s. w., welche in den Tagen vom 18. bi« 22. d. M. in den Räumen des Saalbaues stattfinden wird, verspricht in jeder Beziehung eine glänzende zu werden. Es sind zu derselben 28o Stämme Hübner, 470 Paar Tauben, 473 Stämme Kanarien und Exoten und 50 Nummern leblose Gegenstände angemeldet. Unter den Tbieren befinden sich solche von sehr bebeuienbrm Wcrthe. Namentlich in der Hühnerabtheilung werden sämmtlicke eyiflitencen Hübnerracen vertreten sein, wie La Fleche, Cochin, gespeicherte Italien-r, weiße Brahma, Silberbrabant.r. Silberbantams, rebhuhnfarbige englische Kampfbantam, silberhalsige Zwergkämpfer, Hamburger Silberlack, Houdan, Dorking, Crdve Coeur. Brabma-Putra, Vokohama, gesperberte Struphühner u. s. w. 8n Wassergeflügel sind u. A Pek-ng Enten, japanesifcke Wildenten, Quäker-Enten, pommerische Gänse, Duclair Enten, sowie von der Direktion des Zoologischen Gartens in Frankfurt schwarze Schwäne, Nonnengänse, Ringelgänfe u. s. w. angemeldet. Herrliches Parkgeflügel, Lady Am- Herst-Fasanen. Gold- und Silberfasanen wird der Thiergarten zu Crefeld liefern. Einer dcr hervorragendsten Hühnerzüchter Frankreich«, I. P. Dreschet in Paris, wird die Ausstellung mit einet Anzahl Stämme der feinsten Hübnerracen beschicken, ebenso mit seltenen Taubenarten. Die Taubenabtheilung Überhaupt wird eine außerordentlich reichhaltige werden. Es sind u. A. angemeldet: schwarze und weiße Indianer, schwarze und wildblaue Bagadetten, schwarze Kröpfer, weiße Pfauen, Thüringer Lerchentauben Dolchstichtauben, Perrücken, englische Kropf tauben, Sckwalbentauben (per Paar 200 JL), weiße Maltheser, Lockcntauben, schwarze Trommeltauben, schwarze Chinesen (per Paar 75 jC), braune MönckS Perrücken (per Paar 60 <^), schwarze, blaue und gelbe Elster-Kröpfer, chocoladefarbige Carrier, blaue und silber­farbige englische Owls, schwarze Brünner Kröpfer, Brieftauben, Meccatauben, Mövchen, Tümmler, französische Kropftauben, weiße Chinesen. Purzlcr, weiße englische Pfauentauben (per Paar 200 Jt). Wiener Gamseln, englische Perrück n, bulgarische Trommeltauben, orientalische Movchen (Blondinetts und Sattinetts), blaue, fahle und sckwarze Römer, letztere vier tbeure Arten von Herrn Marten in Lehrte angemeldet. Der Crefelver Thiergarten sendet almond. farbige Seglertauben, Modeneser Goldelstern und französische Kröpfer (per Paar 200 jC) Sehr seltene Tauben sind weiter von Herrn Apotheker Landauer in Würzburg angemeldet' Da auch die Abtheilung für Kanarien und Exoten ganz VorzüglickeS in reichster AuSwohl bietet, so darf namentlich bei der von dcr Main-Neckar Bahn und der Hessifcken LudwigSbahn bewilligten Fahrpreisermäßigung einem recht zahlreichen Besuche der bockintereffanten Ausstellung entgegengesehen werden.

Allgemeiner Anzeiger.

A» öie eoaiige(t|djc flemeinöe!

Betreffs unserer Konfirmationen haben wir der Gemeinde Folgendes mi'zu- tbeilen: Da nach dem neuen Schulgesetz die Schulkinder ohne Rücksicht auf kirch­liche Feste und Einrichlungen jedesmal zu Enbe April aus der Schule entlasten werden, so war es seither immer ein Mißstand, daß viele Knaben nach ihrer Entlastung aus der Schul- alsbald in die Lehre traten und dabei noch Wochen lang den Confirmandenunterricht besuchen mußten. Achnlich war es mit den Mädchen, die gleich nach ihrem Austritt aus der Schule einen Dienst an nahmen. Die Lehrmeister beschwerten sich über die häufige Erziehung der Lehrlinge in verschiedenen Tagesstunden, und auch die Geistlichen halten über manche U zuträgltchketten zu klagen. Zudem halten viele Kinder, die aus der Schule entlasten nicht gleich in die Lehre oder einen Dienst eintraten, Wochen lang keine geordnete Beschäftigung.

Darum hat nach dem Vorgang anderer Städte der Kirchenvorstand wenn auch mit schwerem Herzen, beschloffen, unsere Confirmattonen , öglichst gleichzeitig nut der Entlastung aus der Schule vorzunehmen, und die Ober- behörde hat diesen Beschluß genehmigt. Demnach sollen in diesem Jahre die Knaben am 2. Ostertage, Nachmittags 2 Uhr, vorgestcllt und geprüft und am Sonntag nach Ostern, dem altkwchlichen Taufsonntag Quasimodogentti confir- mtrt werden. Dann soll am darauffolgenden Sonntag, den 1. Mai, Nach­mittags 2 Uhr, die Vorstellung und Prüfung der Mädchen und acht Tage nachher, am «Sonntag, den 8. Mai. die Konfirmation derselben statlstnden.

So schwer es dem Kirchen, erstand geworden ist, von einer alten, lieb gewordenen Ordnung abzugehtn, so glaubt er doch mit der neuen, durch die Schulverhältmste veranlaßten Etnrichtung im Sinne der Gemeinde gehandelt zu haben.

Gießen, den 13. März 1881.

Der evang. Kirchenvorstand.

____________Dr. Naumann. (1731

Einladung!

Die Mitglieder der cvangcl. Gemeindevertretung lade ich er- geberst ein zu der 2. freien Versammlung d. I. auf nächsten Dienstag, den IS. März, Abends 8 Uhr, in das Caf6 Ebel (H. Balser). '

Gießen, den 12. März 1881.

Dr. Waumann,

1692) Pfarrer.

Wlkslnldungs - und Gcwerbevcrcin.

Dienstag den 15. März, Abends 8 Uhr, im Cafä Klein (S ch w i n n): Vortrag des Herrn Lehrer F u h r überFunks Arbeiter- Katechismus^__________(1720)_________Der Vorstand.

Bekanntmachung.

Dienstag den 22. und Mittmvch den 23. I. Mo.

des Nachmittags ^2 Uhr anfangend

sollen in der Brawrn'fcherr Wirtschaft in der Neustadt die verfallenen und noch nicht veräußerten, in Nr. 60 des Goßmer Anzeigers näher bezeich­neten Pfänder bis zu Nummer 5804 öffentlich an den Meistb.etenden versteigert werden.

Gießen, den 10. März 1881. (1654

A. Henrich«

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1353) Begründet 1876 an Stelle des aufgehobenen Kön'gl. landwirthschaftlichen Instituts zu Hofgeisbera 2 Vorschulklassen (Eintritt mit Elementarbildung» 3 Fach­klassen (Eintritt nut Reife für Tertia) Tas Abgangszeugniß berechtigt zum einjährig- freiwilligen Militärdienst. Oeffentlicde Prüfung zum Schlug des Wtntersemestcrs 5. Apnl, Beginn des neuen Schuljahres 21. April. Anmeldungen bis zum 17 April an Director Matzat in Weilburg, der auch Programme (kostenfrei) versendet und weitere Auskunft ertheilt.

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