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Nr. 213. Mittwoch den 14. September 4884.

ÄicKener Htnzeiger

lästige- uni Amisblatt für irn Kreis Gießen.

--------- ' ~ E " Pr,t» vierteljährlich 2 Warf 20 Pt. mit Vnngerlohn. ftartau i L chulstratze B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme M Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Wart 50 Pf.

Der englisch - französische HandelS-Eousiiet und feine Bedeutung für Deutschland.

Bei Weitem nicht in dem Maße, wie er es verdient, ist bet uns in Deutschland der Eonfiitt beachtet worden, der sich zwischen England und Frank- reich in handelspolitischer Beziehung entwickelt har. ES wird jetzt sehr gegen da-laisser aller, daS sich Gehen lasten, auf volkSwirthschaf.'liLem Gebiete geeifert und die- als da- Grundübel unsere- heutigen wirthschafllichen Nieder, gange- bezeichnet, aber trotzdem heißt e- bet unS noch jrtzt, wie schon früher immer: »WaS mich nicht brennt, da- blas ich nicht." Die Dinge, die sich da bereit- seit einigen Monaten zwischen England und der Republik abspielen, sollten für un- sehr lehrreich sein und un- zur allgemeinen Aufmerksamkeit an. spornen, aber freilich »was mich nicht brennt, da- bla- ich nicht." Wir un* fererfett- geben keinen Heller dafür, daß wir nicht binnen Jahresfrist an der Stelle England- stehen und zu pactiren haben, wenn unsere Industrie nicht großen Schaden erleiden soll. Recapitultren wir hier einmal kurz, wa- sich zwischen Frankreich und England zugetragen, und stellen wir da- Factt klar, so wer­den wir bald sehen, daß die Angelegenheit durchaus nicht so ganz gleichgiltig für un- sein kann, wie e- scheint daß sie un-, im Grunde genommen, sogar recht nahe angeht. Wie bekannt, kam eS der Leitung der Republik im Früh, jahre diese- Jahre- plötzlich in den Kopf, die Zölle auf nach Frankreich impor* ttrte Artikel zu erhöhen und zwar im Allgemeinen bi- zu dem Satze von 25 pEt. de- WaarenwertheS. Natürlich können vichtfranzösische Geschäftsleute bei diesem Zoll ihre Waaren nicht mehr gleich gut und gleich billig liefern, und die nothwendige Folge davon ist, daß sie ihre französische Kundschaft zum großen Theil werden ausgeben müsten, die eben dann von einheimischen Fahrt« kanten kaufen wird. Da- ist für die französischen Fabriken recht gut, sehr schlimm aber für die au-ländischen, von denen viele gerade in Frank-

reich ihr Hauptgeschäft machten. Getroffen find durch diese Maßregeln gleichmäßig alle «uhenstaaten, und wenn bei un- in Deutschland die Jndu* striellen, btc noch Frankreich ezporttren, noch nicht allgewe-.n (vereinzelt ,st eS schon geschehen) ein Klagegeschrei erhoben haben, so ist der Grunb dafür wohl lediglich in dem Umfloi.be zu suchen, daß ste erst den Ersolg Englands, wo sofort ganz entschieden von der Regierung gegen den neuen sranzösischen Zoll- tans ausgetreten wmde, abwarten wollten. England ist selbstverständlich durch den erhöhten Zoll am empfindlichsten getroffen, eS ist ein Kaufmannspaat, der in ungeheuren Masten expoNirt und für den eS In erster Reihe darauf an* kommt, freien Absatz für seine Produkte zu haben. So wenig wir nun gerade geneigt find, die englischen Kaufleute um ihren Verlust zu bemitleiden, John Bull verdient in dieser Beziehung gerade fern Mitleid, ebenso bedeutend ist aber für unS der Erfolg oder Nichterfolg, da wir in der gleichen Lage find, und auch unsere Industrie, da- darf man eben nicht vergessen, so weit sie nach dem AuSlande ezportirt, unter dem Zoll de- letzteren zu leiden hat. ES ist deshalb eine höchst zweiselhafte Sache, durch einen eigenen durchaus rückfichtS* losen Schutzzoll da-Ausland zu Represtalten zu reizen; geht man nämlich ein. fettig vor, so giebt die Industrie mit der einen Hand wieder auS, wa- sie mit der anderen einnimmt, ES ist jüngst eine statistische Ausstellung ausgegeben worden, in welcher der Export Deutschlands nach dem AuSlande durch Ziffern klar gestellt ist. SS sind daS ganz ungeheure Summen, und wir freuen unS redjt über diesen Aufschwung der deutschen Industrie, aber mit der Freude über daS jetzige Gedeihen ist eS nicht gelhan, wir rnüffen auch an die Zukunft denken. Deutschland producirt viel und exportirt viel nach dem AuSlande, die nothwendige Bedingung für daS Beibehalten dieser Absatzquelle ist aber, daß das Ausland un- nicht durch hohen Zoll, wie eS Frankreich jetzt macht und Rußland schon gelhan hat, die Thüre vor der Nase zuschlägt. Tann wäre e- mit unserer Herrlichkeit vorbei, daS deutsche Publikum kann nicht allein Läufer der Mafien sein, die früher das Ausland bezog. AuS diesem Grunde ist der Protest und da- Ankämpfen England- gegen den französischen Zolltarif auch für uns überaus wichtig und intereffant; giebt Frankreich England gegenüber nicht nach, so wird eS Deutschland zu Liebe noch viel weniger thun, und dadurch geradezu vielen deutschen Handelshäusern, die in Frankreich m Folge bet Güte ihrer Maare ein brillante- Geschäft machen, olle ihre Absatz« quellen abschneiden. England hat sich biS jetzt die größtmöglichste Mühe gege* ben, Frankreich zum Aufgeben der für feine Industrie und seinen Handel drakonischen Bestimmungen zu bewegen, aber leider ohne Erfolg. An süßen Morten und Redensarten, daß man sich schließlich noch einigen werde, hat man e- in Pari- nicht fehlen laffen, aber ein wirkliches Resultat ist nicht im Ent* ferntesten zu erblicken. Selbst vorausgesetzt den uns noch nicht so recht glaub, würdig erscheinenden Fall, daß Frankreich sich einigermaßen zum Nachgebm und zur Reduktion der Zollsätze bequemt, wird eS doch tn allen Tarispofitionen sich niemals erweichen leffen, denn dadurch wäre das ganze Zollgesetz, daS eben erst beschlossen ist, wieder über den Hausen geworfen. Die Endfrage kann also nur lauten: Wird die ausländische Industrie dem französischen Zoll* tarif gegenüber einen sehr großen oder nur einen großen Schaden erleiden, denn daß sie einen Schaden erleiden wird und muß, ist eben durch den erhöhten Zoll bedingt, der principirll nicht wieder abgeschafft werden kann. So find die Aussichten für die englische Industrie dem französischen Schutzzoll gegen; ber, und ebenso die des deutschen Handels und desjenigen der übrigen Staaten. Erfreulich find sie gerade nicht, Frankreich ist ein reiches Land, die

Hauptmann von LübberS im 4. Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Rittmeister von Westrell im 1. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner.

dem dem dem Rr. 117, dem Str. 118, dem

Franzosen kaufen viel und nicht zu billig, wie eS bei unS Mode ist, und spe- ciell für deutschen Waarenverkehr find die Erinnerungen an 1870/71 schon lange nicht mehr störend ausgetreten. Immerhin wird unS also ein gute» Geschäft entzogen, daS ist betrübend, aber wahr.

dem Major von der Osten und m

dem Hauptmann Mangold im 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 11 dem Major Bertram und

Major Mache im 2. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116,

Odttstadsarzt^Tr'S^äf er im 3. Jnfanterie-Regiment (Leib-Regiment)

Regiment) Rr 23

8 dem Rittmeister Freiherrn RödervonDierSburgimL. Dragoner-Regiment (Vdb'$b7m03eußTQu^mann q.' d> m i 11, seither beim Artillerie-Depot zu Darmstadt;

3. das Ritterkreuz 2 RIafie des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen:

dem »Zahlmeister Knöptel im 4 Infanterie-Regiment (Prinz Carl) Rr. 118, dem Premier-Lieutenant SBtllid), genannt von Pöl lnttz, un 1- Dragoner- Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Rr 23, ,,

8 dem Premier-L'eutcnant Mertens im Feldartillerie-Regiment Rr. 2o (Großh Artillerie 6t8 Verdienstordens Philipps des Großmüthigen :

dem Wachtmeister i. P. Wolf, früher im iAensoarmene-Corps.

Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 12. September d. I. den Vortragenden Rächen bei der Ministerialabchet* lung für Forst - und Cameralverwaltung deS Ministeriums der Finanzen Dbeidomänerirath Feiedrich Schenk und Dberforstrath Dr. August Traudt, dem Forstmeister des Forstes Otünbnq Dr. Karl Haberkorn, dem L)der* sörster der Lberförsterei Ernsthosm Alfted Preu sch en und dem KretSbau* meister Ludwig Walter in Groh*Gerau das Ritterkreuz L Klaff: des Ber* dienstordenS Philipps deS Großmüthigen zu verleihe.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht. am 12. Siptember d. I. den Steuercommiffären Karl Limp ert ia Grunbng und Theodor Schweisgut in Groß Gerau den Eharakter als >Lteuerrath, sowie dem Obersteuerrevijor Joses Jäger den Charakter als Rechnungsrath zu verleihen. Deraangenen Freitag Abend 8 Uhr brachte die Musil

M aaS. dem0G0oßherzog ein SläNvchen. Am eamftag begab S k' v ,u Pferde zu den Manöoern tn die Gegend von Bernheim, begleitet rHS

Herren unb b ~ naj) <ßab Nauheim zur Illumination: bortfelbft

Vminc mit L°mri°ns der P°rkstr°ß-dis zum Kurhaus -usgch-llt.

Peutschland.

Darmftadt, 12. September. Se. König!. Hoheit ber Großherzog haben durch Allerhöchste Entschließung vom 12. September, mit Wirkung vom 1. Oktober d. I ,

den Oberförster Engelhardt au« der Oberförfterei Lorsch in die Oberförtterei Heusenstamm,

den Oberförster Sep d aus der Oberförfterei Romrod in die Oberförfterei Lorsch, den Oberförster Carl Joseph au8 der Oberförfterei Bingenheim in die Ober- sörfterei Griesbeim zu versetzen und e ...

den Forstaccessisten August Joseph zum Obersörster der Ober,örfterei Hirschhorn, den »vorftaccessisten Klump zum Oberförster der Oberförsterei Romrod, sowie den Forstaccessisten Da ab zum Oberförster der Oberförsterei Bingenheim zu ernennen ^r(u^ßnj . Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12. I. M geruht! ,, n,

1) den Kammerjunker und KreiSassessor Erwin Freiherrn Löwvonundzu 61C1benKammerjunra und KreiSassessor Ludwig Freiherrn von SenarclenS- Grancn und

3) den Kammerjunker und Fürstlich Löwenstein * Wertheim - Rosenbergischen Domänen-Director Carl Freiherr« vonHertling zu Kammerherren allergnädigst zu ernennen^ beT Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung

vom 12 l. Mts dem Director an dem Landgericht der Provinz Oberhessen Julius Muth, dem Director deS Gnmnasiums zu Gießen Dr. Hermann Schiller, dem Direttor der Realschule zu Offenbach Christoph Kuhl, dem Rath bei dem Land gericht der Proomz Starkenburg Wilhelm Heinzerlina, dem Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Oppenheim Iusttzrath Heinrich Schalck, dem OberamtSiichter bei dem Amtsgericht Worms Iustizrath Ferdinand Siebert das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmüthigen

dem Kreisarzt deS KreiSgesundheitSamtS Mainz Medicinalrath Dr. Anton Helwig den borarter als .Geheimer Medicinalrath", dem Kreisarzt des KreiS- gesundheitSamtes WormS Dr. Carl Neid hart den Chai acter als Medici nalrath^ dem Vorsteher der landwirthschaftlichen Versuchsstation zu Darmstadt Dr. Paul Wagner den Character alSProfessor", dem Polizeicommissar erster Classe de, dem Polizeiamt Darmstadt Heinrich Seim den Character als .Polizeiassessor^ zu ver­leihen geruht.

12. September. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen geruht, ben Großherzoglicheu Oberst < 1* euite Mootz zum Generalmaior 4 1a auiu zu ernennen.

Se. Kgl. Hoheit brr Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen zu verleihen geruht: *

1. das Comthurtreuz 2 Klaüe de» Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: bem Oberst Rüti, Commandeur des GenSdarmerie-CorpS;

2 das Ritterkreuz 1 Klaffe bei PerbienstordenS Philipps beö Großmüthigen: dem Rittmeister und Tioisions-Abjutanten von Bachmayr,