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B e k a n n t m a ch 11 n g.

Im Kreise Gießen find in der Zeit vom 31. Januar 1880 biS dahin 1881 in den einzelnen Gemeinden die nachstehend verzeichneten Beträge für die Laudeswaisenkafse eingegangen.

Man bringt dies mit herzlichem Dante für bie Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.

Gießen, am 9. April 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Gemeinden. JL $

1' Albach........ -

2 Allendorf a- d. Lahn ... 1 40

3 Allendorf a. d. Lba. ... 10 45

4 Allertshausen..... 39

5 Alten-Buseck.....5 55

6 Annerod .......8 64

7 Bellersheim......2 05

8 Beltershain...... 35

9 Bersrod.......

10 Bettenhausen.....2 18

11 Beuern.......3 43

12 Birklar.......- -

13 Burkhardsfelden ....

14 Elimbach ....... 1 70

15 Daubrinaen......8 55

16 Dorf-Gill...... 20

17 Eberstadt....... 50

18 Ettingshausen.....

19 Garbenteich......1 71

20 Geilshausen......2 69

21 Gießen....... 101 29

Zu übertragen 151 08

Rjto'' Gemeinden. jt H

Ucbertrag 151 08

G!eßen, Kreisamt.... 16

22 Göbelnrod......

23 Großen-Buseck.....4 12

24 Großen-Linden.....5 65

25 Grünberg......10 96

26 Grüningen ...... 1 40

27 Harbach....... 37

28 Haltenrod ...... 57

29 Hausen .......

30 Heuchelheim ...... 2 18

31 Holzheim.......2 20

32 Hungen.......9 33

33 Inheiden ....... 3 70

34 Kesselbach......1 44

35 Klein-Linden.....2 05

36 Langd ....... 2 74

37 Lang-Göns......1 59

38 Langsdorf......5 14

39 Lauter .

40 Leihgestern..... 1 68

Zu übertragen 206 36

Gemeinde,.. H

Ucbertrag 206 36

41 Lich ........12 10

42 Lindenstruth......1 20

43 Lollar ....... 2 25

44 Londorf ....... 4 24

45 Lumda........

46 Mainzlar....... 2 90

47 Münster....... 40

48 Muschenheim ..... 1 13

49 Nieder-Bessingcn ....

50 Nonnenroth ...... 43

51 Obbornhofen ..... 20

52 Oder-Bessingen .... 1 21

53 Ober-Hörgern.....2 58

54 Odenhausen...... 32

55 Oppenrod ...... 1 05

56 Queckborn ...... 40

57 Rabertshausen.....1 78

58 Reinbardshain.....1 23

59 Reiskirchen ...... 1 97

60 Rodhcim ...... 2 60

Zu übertragen 244 35

Gemeinden. JL H

Ucbertrag 244 35

61 Rödgen.......

62 Röthges.......1 10

63 Rüddmgshausen .... 76

64 Ruttershausen.....2 26

65 Saasen.......

66 Stangenrod......2 35

67 Staufenberg ..... 9 16

68 Steinbach ......3 62

69 Steinheim 94

70 Stockhausen...... 40

71 Trais-Horloff..... -

72 Treis a. d. Lda- .... 2 17

73 Trobe ........

74 Utphe ........1 37

75 Villingen. ...... 85

76 Watzenborn mit Steinberg 11 82

77 Weickartshain..... 10

78 Weitershain......3 70

79 Wieseck.......9 20

80 Winnerod......

Sa. 294 15

Deutschland.

Darmstadt, 12. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädrgst geruht, am 2. d. Mts..-

1) den Kreisbaumeister des Kretsbauamts Alsfeld. August Wtessel, in gleicher Diensteigenschafl an daL Kreisbauamt Bensheim zu versetzen;

2) den Bauaccesstst Adalbert Schneller aus Michelstadt zum Kreis­baumeister des Kretsbauamts Alsfeld zu ernennen;

3) den Bauauffeher Adolph Müller zu Offenthal aus sein Nachsuchen temporär in den Ruhestand zu versetzen;

4) den Bauaufseher Peter Meisenbach zu Langen aus Nachsuchen temporär in den Ruhestand zu versetzen;

5) den seitherigen provisorischen Steiger auf der Grube Ludrvigshoffnung, bei Melbach, Emil Keller auS Altenkirchen, zum Schichtmeister und Steiger I. Klaffe bei diesem Werke unter Verleihung des Amtstitels Schichtmeister" zu ernennen.

Berlin, 10. April. Allgemeiner Zustimmung erfreut sich der von der Regierung ringebrachte Entwurf, welcher eine Abänderung des Gerichtskosten­gesetzes zum Gegenstände hat. Die Höhe der Gerichtskosten war alsbald nach Einführung des neuen Gerichtsverfahrens ein Gegenstand sehr berechtigter Klagen geworden und es konnte auch von den Vertretern der Justizverwaltung eine große Reihe drückender Unzuträglichkeiten nicht in Abrede gestellt werden. Freilich ist es zunächst nur eine Abschlagszahlung, was uns in der jetzt dem Reichstage zugegangenen Vorlage geboten wird. Die Regierung legt in der Vorlage auch diesmal noch übermäßiges Gewicht auf den fiskalischen Stand­punkt, und die von ihr vorgeschlagene Rrvision der Gebührensätze, bezieht sich zunächst nicht auf die eigentlichen GirichtSkosten, sondern nur auf die Neben» kosten, insbesondere die Gebühren der Gerichtsvollzieher und diejenigen Beträge, welche von den Gerichten als baare Auslagen, namentlich alS Schreibgebühren, eingezogen werden, sowie auf die für die Aufnahme eines Vergleichs zu erhe- benven Gebühren. Freilich war es gerade die unbillige Höhe dieser sog. Neben­kosten, welche zu den meisten und gerechtesten Klagen Anlaß gab. Das Reichs- justizamt hat stch übrigens, wie dieNat-Lib. Corresp." erfährt, auch der ferneren Ausgabe nicht entzogen, eine Revision des eigentlichen Gerichtskosten- Tarifs näher zu treten. Es sind in dieser Beziehung Ermittlungen im Gange, deren Ergebniß, wie in Aussicht gestellt wird, frühestens im Jahre 1883 vor­gelegt werden kann. Das Reichsjustizamt verlangt für die allgemeine Revision des Gerichtskostengesetzes einen längeren Zeitraum der Prüfung, was bis zu einem gewiffen Grade als gerechtfertigt ar.erka.-nt werden darf. Der Gesichts­punkt, der eine Herabsetzung der Gerrchtsgebühre.i wohl am meisten verhindert, die Rücksicht auf die Staatseinnahmen, darf aber dauernd nicht ausschlaggebend sein; die Rechtspflege ist kein fiskalischer Gegenstand. Immerhin wollen wir uns vorerst bescheiden, daß einmal wenigstens ein Anfang gemacht ist, einer allgemeinen Klage abzuhelfen.

IranLreich.

Parts, 10. Aprrl. Die zwei (Solennen, welche am Charsieitag oder Sam..ag den Feldzug gegen Tunis eröffnen sollen, bestehen aus einer Brigade die eine, aus einer Division bte andere. Alle nach Algerien bestimmten Truppen müssen morgen beförbert sein. Es gingen auch vier Batterien, darunter drei Bergbatterien, ab. Farrespart'elle Mobilmachung" wurde, wie jetzt bestätigt wird, vorn Budgetausschusie stark getadelt. Die drei früheren tunesischen Officiere, die zu bin Krumirs geschickt worden waren, erschienen im französischen Lager und boten dem General Ritter im Namen des Bey 300,000 fr Schadenersatz an, aber Rrtt.r erkläite, er sei nicht in der Lage, mit Abgesandten des Bey zu umerbanbeln.

Nach officiösen Berichten aus Algerien wirb bas Expeditionscoips gegen Tunis vorderhand aus 20,000 Mann bestehen Alle Stämme, welche sich zwischen Kefu und Beja befinden, werden den Krumirs zu Hülfe ziehen Daß Italien Tunis nicht unter- stützen wird, ist erklärlich, da England nicht Vorgehen will und Italien allein läßt. Die deutsche Regierung hat in Rom wissen lassen, daß sie das Auftreten Frankreichs billige. In Italien ist übrigens nicht die geringste militärische Vorbereitung getroffen.

Rußland.

Petersburg, 10. April DerKöln Ztg " wird von hier telegraphirt: Die Verhaftung des Großfürsten Nikolai Konstantinowitsch hat begiciflichc, weise >n engeren Kreisen großes Aufsehen erregt, wennschon die Kunde davon mit ihren Einz^lbeuen noch immer nicht in das große Publikum gedrungen ist. Es gibt Leute, die den jungen Großfürsten ve'theldigen, ihm auch gute Eigenschaften, namentlich eine mehr als ge­wöhnliche Begabung ni.chrühmen. Nikolai Konstantinowitsch lebte m wilder Ebe mit der Tochter eines Arztes aus dem Samaraschen Gouvernement, eirnr, wie sie geschildert wird, zwar etwas emancipirten, aber sehr achtbaren, gebildeten und anständigen jungen Dame. Nun will man zu des Großfürsten Ehre annehmen, es habe dem Kaiser bloß an einer Trennung der beiden Liebesleute, deren Verhältniß ihm ein Anstoß gewesen, I

gelegen, als er den Verhaftsbefehl gegen seinen Vetter aussprach Das wäre ja mög­lich, aber doch recht unwahrscheinlich, denn diese Trennung hätte schon längst in anderer Weise vorgenomrmn werden können, ohne daß man dazu den Großfürsten verhaften und unter Bedeckung nach dem Pawlowsker Schloß zu bringen brauchte. Wäre es außerdem nicht einfacher gewesen, die junge Dame zu entfernen, als den kaiserlichen Prinzen? Das dürfte doch bedeutend weniger Aussehen gemacht haben, und noch dazu das alles in jetziger Zeit! Nein, leider kann kaum em Zweifel darüber herrschen, daß Nikolai Konstantinowitsch m die nihilistischen Bestrebungen verwickelt gewesen ist Man hat das schon lange gesagt, und vor länger als Jahiessrist habe ich Ihnen bereits einen Bericht über diese Verhältnisse erstattet. Was jetzt schwerwiegendes Zcugniß gegen ihn ablegt, das sind eben die unbegreiflichen Depeschen, die er an seinen Vater Konstantin geschickt hat. Wenn es in einer derselben, wie schon erwähnt worden, heißt: Wir erwarten dich an der bestimmten Stelle, komm, wir alle sind versammelt!" so kann damit gewiß auch etwas anderes als eine nihilistische Zusammenkunft gemeint sein, vielleicht eine Bärenjagd, denn das sähe Konstantin nebst Sohn ganz ähnlich, sicb während der tiefen Trauer und des langweiligen Lebens in Petersburg auf eigene Faust ein wenig zu belustigen. Aber warum bann bte Verhaftung, die nothwendiger weise bekannt werden und zu allen schlimmen Vermuthungen Anlaß geben mußte? Man kann die Sache drehen und wenden wie man will, man findet keinen triftigen Grund für bie Verhaftung bes Großfürsten als eben nur jenen früher angedruteten. Uebrigens wirb ans leicht erklärlichen Grünben die ganze Angelegenheit so viel wie nur irgend möglich geheimnißvoll behandelt. Daß bie Verhaftung bes Großfürsten eine Thatsache ist, das bestreitet man hier nicht im geringsten, man will nur nicht zu- geben, baß sie wegen ber Betheiligung Nikolais an nihilistischen Umtrieben erfolgt fei.

Petersburg, 11. April. Den gestern zum Tove verurlyellten Ver­brechern wurde heute Nachmittag um 4 Uhr nochmals das Urtheil in dir gesetzlichen Form vorgelesen. Mit Abnahme von Jeliaboff baten Alle ui Abschrift des Urtheils. Der Termin zur Einreichung ber CaffationSklage endet morgen um 5 Uhr. Begnadigungsgesuche werden jeder Zeit entgegenzenommc i werden. Der kaiserliche Hof hat sich heute nach Gatschina begeben, um bort seinen Aufenhalt zu nehmen.

Selegraphischr Depeschen.

Wolff'- telegr. (^»rrespoudeuz-Boreau-

London, 12. April. Nach einer Meldung aus Ehios fand gestern Abend 7 Uhr abermals eine heftige Erderfchütterung statt, die mit wach­sender Stärke 3 bis 4 Secunden dauerte und auf's Neue große Zerstörungen anrichtete.

Bukarest, 12. April. Für die Ceremonie der Königskrönung, welche mit besonderer Feierlichkeit am 22. Mai stattfinder. soll, werden entsprechende Vorbereitungen getroffen. Der König tnspicirte gestern die Truppen bei (Sotrocnii.

Wien, 12. April. AuS Athen verlautet, daß sowohl bet dem Könige als bei dem Ministerium Seitens einzelner Souveräne und einzelner Regierun­gen Schritt: getban find, um den festen Willen der Mächte zu bekunden, daß dieselben, wenn Griechenland die durch die Mächte gestellten Bedingungen nicht acceptire. fortan für keinerlei griechische Forderung eintreten würden. Seit Liesen sehr bestimmten Mittheilungen wird eine Ablehnung des Vorschlages der Mächte für unwahrscheinlich gehalten.

Moskau, 12. April. Laut publicirter Anordnung deS General-Gou- oerneurs Fürsten Dolgorukoff wird vom 17. d. Mts. ab die strengste Controle über alle hier ankommenden, durch- und abretsenben Personen eingeführt.

Berlin, 13. April. Der Bundesrathsausschuß schlägt dem Bundes- rathe die Errichtung eines deutschen VolkswirthschaftSrathS vor. Die Zahl der Mitglieder soll auf 135 erhöht werden, so daß jeder Bundesstaat mi.bestens einen Vertreter habe.

London, 12. April. Wie mehrere Morgenblätter auS Durban von gestern melden, ist die Capitulation von Potschefstroom annullirt worden, weit der Befehlshaber der Belagerer zugestand, daß er den Belagerten den Abschluß der Waffenruhe verheimlicht habe.

Pari-, 12. April. Wie derAgence Haoas" aus Tunis gemeldet wird, habe der dortige französische Consul gegen die Frankreich zugeschricbene Absicht, Tunis zu erobern und den Bry abzusetzen, bei dem letzteren Verwah­rung eingelegt und erklärt, Frankreich ecstrebe lediglich wirksame Garantien zum Schutze seiner Grenze.

Hamburg, 12. April- Heute Nachmittag fand hier im Saale des Börsenaebäudes eine Versammlung von Kaufleuten statt, welche eine Resolu­tion faßte, die sich für Beibehaltung der Freihafenstellung Hamburgs und fernerweit dahin ausspricht, daß, falls ein Uebereinkommen über anderweite Abgrenzuna deS Freihafengebietes zu Stande kommt, Abänderungen nur unter Zustimmung Hamburgs erfolgen können.

Dresden, 12. April. Die LandeSpolizetbehörde hat das fernere Er­scheinen der socialisttschenDresd. Abendztg." nebst Beiblatt verboten.

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