Ausgabe 
13.7.1881
 
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Berlin, 11. Juli. DerReichs-An,." publicirt die Ernennung des Geh. OberregterungsraihS Dr. S:üv- zum Vorsitzenden des Patentamts und des RcaierungsprLsidenten Wolff zum Oberpräfldenten der Provinz Sachsen.

Berlin, 13. Juli. DiePost" beleuchtet in ihr-m heutigen Leit- ar.ikel die jüngsten Vorgänge tn Prag und bemerk-, man muffe zur ruhigen Prüfung der bedauerlichen Vorgänge weit in die Zeitgeschichte zurückzreifen. Di- österreichischen Gesinnungszenoffen der Richter, Forckenbeck und Bamberger hab« man in Giskra, Herbst und Banhans am Ruder gesehen, wahrend dieses Regiments sei die Jung-Czechlnpait-t groß und stark geworden und muffe man mit tbr rechnen. Kaiser Franz Joseph habe sich trotz seiner deutschen Sym. pachten von Herbst und Genoffen ihrer politischen Unfähigkeit wegen abwencen muffen. Die großen Grundbesitzer in Böhmen und Mähren seien fast sämmt. ltch deutschen Ursprungs und hätten früher verhütet, daß das Czechenthum eine politische Macht wurde. Als abrr in Oesterre-ch dle parlamentarischen Partei­führer an'« Ruder kamen, welche der Krone alle Regterungsrechie aus der Hrnd winden wollten, blieb jenen conjervattven Elementen nichts übrig, alS anderswo Rückhalt zu suchen. Sie wurden zur Czechenpartei gedrängt, was im Jntereffe des österreichischen Deulschthums zu beklagen ist. Kaiser Franz Joseph, das Muster eine« constttutionellen Monarchen, habe um nicht die monarchische Prärogative zu opfern, ohne deren B.sttz der Fortbestand Oester­reichs problematisch sein würde, sich von jenen Parlamentariern loSsagen muffen. Am Schluffe des Artikels wird ein Vrrgletch mit deutschen Verhältniffen ge­zogen. Hätten wir auch keine Czechen, so könnten dem Reich Gefahren anderer Art drohen, die unter einer starken Regierung schattenhaft blieben, unter der Herrsch ast deS Fortschritts aber zur vernichtenden Wirklichkeit aufleben würden.

Kiel, H Juli. Se. König!. Hoheit der Prinz Wilhelm ist heute Vormittag hier eingetroffen und am Bahnhose von dem Prinzen Heinrich, dem Erbgroßherzog von Oldenburg und dem Vice-Admiral Bätsch empfangen wor- den. Vom Bahnhofe aus begab sich Prinz Wilhelm unter enthusiastischen Zurufen der zahlreich anwesende» Bevölkerung durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt nach dem Schlöffe.

Kiel, 11. Juli. Das deutsche Uebungsgeschwader ist heute hier einge- troffen und bat in der Wyker Bucht Anker gcworsen.

Dresden, 11. Juli. Der Proscffor an der hiesigen Kunstakademie, Hermann Nicolai, ist gestorben. , , ,

Hamburg, 11. Juli. Der DampferVandalia" ist gestern Morgen, geschleppt von den DampfernConqueror" undExpreß", tn Greenock etn- getroffen. An Bord Alles wohl. Nach der Reparatur wlrd dieVandalia" am 18 ds. nach New-Aork abgehen.

Wien, 11- Juli. Heute wurden diePreffe", dasFremdenblatt", dieDeutsche Zeitung", dasExtrablatt", dieWiener Allgemeine Zeitung" und dieTribüne" wegen Veröffentlichung von Berichten über die gestrige Versammlung des Dcutschtn Wanderveretns in Purkersdorf confiscirt.

Toulon, 11. Juli. Das für Gabes bestimmte Panzergeschwader ist gestern ausgelaufen. General Logoret ist in La Goletta angekommen und toitb das Cvmmando über di« Truppen in Tunis übernehmen.

Washington, 11. Juli. Der Präsident Garfield hat auch die letzte Nacht gut verbracht, die Besserung schreitet beständig fort.__

Die Geschichte der Dostkarte.

Der Berliner geheime expedirende Secretär Unger veröffentlicht interessante Bei­träge zurGeschichte der Postkarte, mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands". Derselbe berichtet, daß die erste Idee zur Einführung von Postkarten von dem jetzigen Leiter des deutschen Reichspostwesens, Staatssccrctär Dr. Stephan, ausgegangen ist. Seine Denkschrift datirt vom October 1865. Sie kam m Karlsruhe aus der fünften Postconferenz zur Sprache und erweckte das besondere Interesse des Sectionsraths Kolbensteiner, des späteren österreichischen General-Pon- und Telcgraphen-Directors. Durch dessen Einfluß trat di-- Postkarten-Einnchtung für die ölierreichisch-ungarische Monarchie am 1. October 1869 in's L'b n. Der sofortige Consum in Oesterreich stellte sich für ein einziges Quartal auf 2,930,000 Stück. Deutschland führte die Postkarten im Ium 1870 ein. Die erste Ausgabe der Norddeutschen Postkarien fand in Berlin am 25. Juni 1870 statt; an diesem einen Tag wurden allein in Berlin 45,468 Stück abgeseht; in noch nicht zwei Monaten waren zwei Millionen ausgegeben. Dem Bei­spiele Oesterreichs und Norddeutschlands folgten nach und nach die übrigen Staaten der Welt. Die Karten kamen gerade zur rechten Zeit; welchen Segen sie genistet haben, wissen Alle zu erzählen, die 1870 in den Krieg zogen. Zehn Millionen Karten gingen von hier an die Armee und von der Armee nach Deutschland zurück. Die französische Regierung der nationalen Bertheidigung folgte am 29. September 1870 sofort dem Beispiele Deutschlands; dann kamen nach dem Kriege die französischen Karten wieder in Fortfall und erst Anfangs 1873 wurden sie wieder cmgeführt. Den stärksten Consum an Postkarten hat verhältn-ßmäßig unstreitig die amerikanische Union. Äu den einfachen Postkarten kamen bald solche mit Antwortkarten. Durch die billigen Postkarten hat sich die Correspondenz zu Gunsten der Staatskassen wesentlich gehoben. Im Jahre 1872 expedirte die deutsche Reichspost 307,042,000 Briefe und 7,727,833 Karten, im Jahr 1873: 337,567,392 23liefe und 24,956,986 Karten. Augenblicklich haben wir auch Weltpostkarten in 44 Staaten; 73 Länder der Erde correspondiren auf Karten. Zwischen Deutschland und anderen Staaten bestand 1879 ein Kartenverkehr von 16,614,000 Stück gegen 14,096,000 Stück im Jahre 1878, er erfuhr also eine Zunahme von 2Vr Millionen Stück. In Europa gelangen nach den Anführungen des Herrn Unger gegenwärtig 350 Millionen Postkarten zur Versendung; in Amerika beziffert sich ihr Verbrauch allein in den Vereinigten Staaten im Jahre auf rund 230 Millionen. Von den 350 Millionen Postkarten Europas beförderte die deutsche Reichspost im Jahre 1879 122,747,000 Stück, worunter mehr als 16 Millionen Stadtpostkarten sich befanden. Zur Deckung dieses Bedarfes liefert die Reichsdruckerei in Berlin durchschnittlich täglich $00,000 Formulare im Gewicht von 1360 Kilogr.; bei ihrer Herstellung sind nicht weniger als 28 Personen, drei Schnellpressen und zwei Dampfschneidemaschinen thätig.

L o k a z e H.

Gießen, den 12. Juti. In die Pfennigiparkasie wurden am verfloßenen Samstag von 642 Einlegern 283 JL eingelegt. Mil den am 1. Samstag eingelegten 175 Jt. beträgt die ersparte Summe schon 458 Vivat sequens!

Mit der heutigen Nummer beginnend, beabsichtigen wir täglich die Mittags 2 Uhr an der Frankfurter Börse festgestillten Schlußcourjc der hauptsächlichsten Spielparie noch tn unser am Nachmittag ausgegebeneS Blatt aufzunehmen, hoffend, manchem der Leser damit eine kleine Annel.mlickkeit zu erweisen.

Auf dem am Sonntag in Lauterbach abgehaltcnen Turnfest erhielten die 6 Preis - tuntet von Gießen 6 Preise, darunter bm 3., nach Nauheim kam der 2. und nach dem Wetz­larer Anzeiger erhielten die 7 Preistmner von Wetzlar 6 Preise, darunter den ersten.

Vermischte-

Mainz, 7. Juli. Wie sehr der Aberglaube die ländliche Bevölkerung noch beherrscht, geht aus folgender Geschichte hervor, welche sich vor einigen Tagen absptelte. Auf ein Bureau kam nämlich eine Bauersfrau und frug, wo der Scharfrichter wohl zu finden sei. Als man ihr sagte, der frühere Scharfrichter sei schon vor Jahren gestorben und ein Nachfolger bis jetzt noch nickt ernannt, meinte die Frau, die 1') Wegstunden aus dem Naffautschen zu Fuß hierher kam run sei ihr Weg umsonst gewefei'. Auf die Frage, was sie von dem Scharfrichter wolle, artaortete sie,' daß vor Jahren einmal daö Kalb ihrer Nachbarin verhext gewesen, durch ein tttelcken des Mainzer Scharfrichters aber wieder gesund gemacht worden sci. Jetzt sei auch ü i Kalb verhext und nun wolle auch sie das Mutelchen von dem Scharfrichter holen, wie es

seiner Zeit ihre Nachbarin gethanhabe; freilich, fügte sie hinzu, wenn kein Scharfrichter mehr dr ist, kann ich auch das Mittelchen nicht erhalten und mein Kalb wird wohl zu Grunde gehen muffen. Don dieser Ansicht ließ sich auch die Bäuerin nicht abbringen, trotzdem ihr zugeredet wurde, solchen Unsinn doch nicht zu glauben; der Glaube an das Mtttelchen d-s Scharfrichters war eben zu fest eingewurzelt bei der Frau und bei ihren Nachbarinnen wird es wohl ebenso sein. Der Aberglaube läßt sich schwer ausrotten.

Aus Starkenburg, 8. Juli. Im Süden unserer Provinz ist die Ernte in vollem ®ange. Die Freunde deö idlen Waidwerks dürfte es interessiren, daß dieses Jahr eine selten reiche Hasenjagd zu gewärtigen steht.

Frankfurt, 11. Juli. Gestern bot der Ausstellungsylatz ein farbenreiches Bild. Tausend und Abertausende wir schätzen die Menge auf circa 25,0u0 Personen bewegten sich nicht allein im Parke, sondern auch in den Ausstellungsgebäuden und bet den verschiedenen Wirtschaften, so daß es oft schwierig wurde, ein Plätzchen zu erobern. Wenn auch Jupiter pluvius einige Male seinen Grimm über die frohe Menge ausließ und sie veranlaßte, Schutz unter dem rettenden Dache, sei es tm Ausstellungsgebäude oder tm Fürstenpavillon rc., zu suchen, so wandelten doch, noch ehe der letzte Tropfen gefallen, Männlein und Weiblein ein­trächtig unter dem Regenschirm wi-der einher. Bilse's Capelle zog natürlich einen großen Thell von Zuhörern an. die eine reine Phalanx um den Musikpavillon bildeten. Die electrische Eisenbahn und der Aufzug waren bis spät Abends in Thätigkeit und beförderten eine Menge Neugieriger. Interessant dürfte es bei dieser Gelegenheit zu erfahren sein, daß Die electrische Bahn im Derhältniß mehr Passagiere befördert als z. B die Homburger Eisenbahn. Der Dorstand machte gestern ein gutes Geschäft, dieS bewies die freundliche Miene eineslila­bebänderten" Comitemitgliedes. Wir können daffelbe nur den Herren für die viele Mühe und Arbeit von Herzen wünschen und rufen ihnen in Bezug auf die gestrige Einnahme ein freudiges Vivat sequens zu. Daß natürlich unsere Damenwelt in grande toilette erschien, ist selbst­verständlich; besonders wollen wir die ebenso geschmackvolle als schöne Mode der Uni-Robe mit buntgestreifter Surah als breiter Tunika Echarpe heroorheben, von welcher wir Costüme sahen, die unseren einheimischen Confections-Geschäften alle Ehre machten.

Frankfurt, 8. Juli. Heute Morgen gegen 10 Uhr raste Die Feuerwehr Durch die Bockenheimer Straße, es hieß.Feuer im Opernbause!" Glücklicherweise war cs ein falscher Lärm. Ein BeDienstcter tm Opernhause, welcher die dortigen electrtschen Uhren controlirte, berührte aus Versehen den Knopf des Feuermelders rach der Feuerwehrstation und so konnte die Wirkung nicht ausbleiben, die Feuerwehr wurde allarmitt, that ihre Schuldigkeit, rückte au8, um, glücklicherweise ohne beansprucht zu werden, wieder einzurücken. Die Seminaristen des Lehrerseminars zu Friedberg besuchten heute gemeinsam in Begleitung ihrer Lehret die Patent- und Musterschutz Ausstellung. Gestern wurde eine Ehe auf Grund stattgehabter Miß­handlungen geschieden. Die obsiegende Frau hatte seit Iaht und Tag über die Ohrfeigen Buck und Rechnung geführt. In einer zweijährigen Ehe hatte dieselbe fast ebenso viel Ohrfeigen erhalten, als Tage im Iaht sind. Die Geduld riß der Dulderin, als die Arme zum Frühstück nach genauer Zählung 13 Ohrfeigen auf einmal bekam.

Aus dem Rheingau, 9. Juli. Der Weinstock läßt augenblicklich nicht nur Nichts zu wünschen übrig, sondern er steht sogar so prächtig, wie sich Die bekanntenältesten Leute" kaum Aebnliches zu erinnern vermögen. Ueberall begegnet mm daher in den Kreisen der Winzer den fröhlichsten, heitersten Gesichtern. Regen haben die Weinberge noch nicht nöthig, wiewohl ein warmer, nicht allzu lange andauernder feuchter Niederschlag denselben wie Der ganzen Vegetation nur nützen könnte. Die Trauben haben alleiwätts schon den sog.Hang" und sind gegen 1880 einen vollen Monat, gegen 1879 sogar 2 Monate voraus! Der Reich, thum ist dazu so groß, daß unmöglich Alles hängen bleiben kann, bleibt auch nur die Hälfte, so reicht sie für einen vollen Herbst aus.Der 1881er Kometenwein wird unübertrefflich!" heißt es im ganzen Gaue, kurz, wie erwähnt, die ältesten und erfahrendsten Weinbauern behaupten, gleich günstige Aussichten noch niemals erlebt zu haben. Dem gegenüber rathe ich, nicht zu voreilig zu calculiten es kann nock Alles verloren gehen. Das Jahr 1817 z B versprach biß zum Monat August alle seine Vorgänger zu übertreffen und lieferte bekanntlich tn Folge des von nun an eingetretenen anhaltenden Regenwetters den Rivalen von 1860 und 1871. Im Uebrtgen hoffen wir das Beste!

fTheure Küffes. Ein verliebter Jüngling, Namens John Kimpton, konnte es vor einigen Tagen nickt unterlaßen, ein hübsches Londoner Kindermädchen zu küssen; das schöne Kind nahm den Spaß aber übel und verklagte Herrn Kltmpton, der dadurch in die Verlegen­heit gerieth, entweder einige Tageeingesponnen" zu werden, oder sich mit Klägerin zu ver- ständigen. Mt. Kimpton zog das Letztere vor und heilte das verwundete Shrg-süol der jungen Dame durch Auflegung eines Pflasters in Gestalt von 2 Pfund Sterling, worauf Der Richter ihn mit Der Mahnung laufen ließ, tn Zukunft seine Küsse nur dort anzubringtn, wo man eS ihm gestatten werde. * Wenn ein Kuß, der einem widerwilligen Kindermädchen gegeben, in diesem Fall auf 40 JL taxirt wurde, so haben in anderen Fällen die englischen Richter ähnliche Frei­beiten schwerer bestraft. Als im vorigen Jahre ein schwärmerischer Seladon einer jungen Dame von Stand einen Kuß aufzwang, lautete die Strafsentenz: Sechs Monate Einsperrung.

^Zeichen Der Zeitj. A.:Wie gebt es Ihnen?" B. :Ich danke, man mani- f«flirt sich jo sachte durch!"

CöSlin, 8. Juli. ^Hinrichtung.^ Heute früh 7 Ubr wurde im hiesigen Central- Gefängntßhof Der Meuchelmörder Ludwig Haffe vom Scharfrichter Krautz aus Berlin mittels De« Beiles enthauptet. Haffe hatte im vorigen Jahre Den Rittergutsbesitzer Rittmeister Holz auf Wogenthin meuchlings erschossen. Ein berüchtigter Wilddieb, war er schon früher wegen schweren Diebstahls mit Zuchthaus bestraft. Er hatte hartnäckig jede Schuld geleugnet, sogar einen Zeuger dieses Mordes bezichtigt und selbst bis zum letzten Augenblick beharrte er trotz ein gehendster Ermahnung des Geistlichen und des Staatsanwalts bei der Behauptung seiner Schuld losigkett. Nachdem derselbe bereits dem Scharfrichter Krautz übergeben und schon am Ober­körper entblößt worden war, wurde er noch im letzten Momente von Reue erfaßt und bat die ihn umstehenden Sckarfrichtergebilfen. noch ein kurzes Gebet verrichten zu dürfen. Er sprach dasselbe in lauten Worten. Wenige Secunden später hatte er seine Schuld mit dem Tode gesühnt. Die Hinrichtung wurde durch nachstehende Bekanntmachung veröffentlicht:Der Arbeiter Johann Ludwig August Hass? aus Jatzthum Im Kreise Beblitz, durch Erkenntniß des hiesigen Schwurgerichts vom 13 Mätz 1881 wegen Mordes zum Tove verurtheilt, ist in Vollzug dieses Erkenntnisses heute früh 7 Uhr im hiesigen Centralgefängniffe mittels Beils enthauptet worden. Der Königliche erste Staatsanwalt. Rübling."

Mit berechtigtem Stolze kann die Direction des Norddeutschen Lloyd in Bremen auf Die erste Fahrt Des neuen DamvfersElbe" blicken, welcher am 6. Juli, Nachmittags 3 Uhr, glücklich in New-Aork angekommen ist. DieElbe" verließ Bremen am 26. Juni, bat Demnach zu Der Reise nur 10 Tage gebraucht also Damit, unter Berücksichtigung Der höheren Entfernung, die Schnelligkeit Der besten englischen Dampfer erreicht. Es ist das ein Erfolg, zu welchem man der rührigen Dirtction nur von Herzen gratuliren kann.

Darm staDt. Der Lithograph Piel aus Köln, welcher infolge Der Geständnisse des Zeugen Krause in der letzten Assisenverhandlung auf Req uisition der hiesigen Staatsanwaltschaft bei Köln verhaftet wurde, ist gestern fest geschloffen in Begleitung eines Schutzmannes auS Köln hier eingetroffen und im Provinzial Arresthaus abgeliefert worden. Piel batte sein Geschäft in Solingen unter der Angabe, daß daffelbe nickt gehe, aufgegeben und in Köln, resp. in etnei abgelegenen Gegend vor Der StaDt eine Wnthlchaft angefangen, wo er auch Die falschen 50-Markscheine anfertigte und an seineKunDen" absetzte. Die Platten für die Falsifikate sind gleichfalls schon in Händen Der Polizei.

_ fTreffends. Lehrer:Warum nennt man die Woche vor Ostern die Marterwochc?" Schüler:Weil die Prüfung da hineinfällt".

gtletartfdjeS.

,Poft- und Telegraphen Handbuch für das Großherzogthurn Hessen", zum Gebrauch für das Publikum nach amtlichen Materialien bearbeitet von An ton Wiegand, Poslsecrelär in Bensheim. Preis 60 -H. Zu beziehen von allen Poff anstalten des Großherzogthums und den Briefträgern.

Ennuthigt Durch Die Snerfennuna, mit welcher das im Februar 1875 berauSgegeb-ne Postbuch für das Großherzogthum Hessen" allseitig ausgenommen worden ist, hat der B-rf., nachDem leit jener Zeit Durch Die Bildung Des Weltpostvereins, durch den Abschluß zahlrecher anderer Verträge, durch den Erlaß vielfacher, den Verkehr erleichternder reglementarischer ßer- fügungen, durch Acnderungen Der Taxbestimmungen unD insbesondere auch durch die 93ereinguna DeS Post. unD Telegraphcnwesens u. s. w.. die Damals in Bezug auf den Verkehr mit Df Poft bestandenen Verhältnisse sehr wesentliche Umgestaltungen erfahren haben, mit Genehmigmg der Kaiscrl. Oberpostdirection tn Darmstadt eine neue erheblich vermehrte und verbefferte Atsgabe des gedachten Werkchens bearbeitet Verfasser hat sich bemüht, dieses neuePost- uw Tele­graphenhandbuch für das Großherzogthum Hessen" so einzurichien, daß dasselbe in der leu: gen Zeit, wo fast Jedermann hin und wieder in geschäftlichen Verkehr mit Der Post tretn muß, ein willkommener LeitfaDen für Den Kaufmann, wie für Den Geschäftsmann, für Den Beamten wie für Den Privaten sein wird, zumal der Absatzpreis so sehr niedrig bemeffen norden ist. Den in den Städten Darmstadt, Gießen, Mainz Offenbach und Worms voraußsicstlich zum Absatz gelangenden Exemplaren ist im Anhang der Postbericht der in Diesen Städten testehenden Verkehrsanstalten beigefügt, wodurch der Werth des Buches sicherlich erhöht worden ist.