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Nr. 263. Freitag den 11. November 1881.

Aichener Htnreiger

Anikigk uni) Amtsblatt fit ben Kreis Gießen.

Vureau r Echulstraße B. 18.

Wahl- I ng der |

werden, als im Vorjahre, geht auS den Motiven beim Etat deS Königreich- Sachsen hervor, der dem Landtage vorgelegt worden ist. Ss heißt in dem­selben ..Der Bemessung der Ueberslbüfie aus Zöllen und der TobakSsteuer ist drr in bem »elchShau«halt«.Stat für ba« Stalsjahr 1881/82 eingestellte SB-trofl >u Grunde gelegt. Sus die zu erwartenden höheren Erträge der Tabakssteu.r aber um beswillen keine Rücksicht genommen, weil sich anneh. men läßt baß Im gieichrn Verhältniß auch bie Matrikular-Beiträg, anwachfen werben." Haien bie Sachfen olfo mehr Steuern zu bezahlen, so werben auch wir übrigen Deutschen nicht unverschont von bieser v obernen Segnung bleiben. Und dabri find nicht im Etat neue große Projekte in Aussicht genommen I

Es bestätigt sich, baß bem Reichstage neben bem RetchshauShalts. E,at an größeren Vorlagen zunächst nur bie ben Anschluß be« Hamburger Freihafengebiets betreffenbe zugehen wirb. Der Bunbesrath hat bekannt ich bie bieSbeeügliche Vorlage bereits im Sommer vor seiner Vertagung genedmigt. Es hanbeli sich hierbei um ben Maximalbetrag, welcher al8 Zuschuß an Ham. bürg Seitens bes Reichs zu gewäbren sein würde. Wenig wahrscheinlich es, daß zugleich auch bie Vorlage, betr. ben Anschluß Bremen« an das beutsche Zollgebiet, bem Reichstage zugehen wird. Selbe Angelegenhe len wur. ben bisher geloubert behanbelt unb befinbet sich außerbem bie Bremen betr. graje noch nicht in einem so vorgerückten Stabium, baß schon für bie nächste Zeit eine solche Vorlage in Aussicht stehen möchte.

Prvfesior Mommsen bat bie ihm von Stoburg aus angetragene (San- bibatur für bie Nachwahl an Stelle bes Herrn Rickert angenommen.

Karlsruhe, 8. November. DieRarlär. Ztg." melbet über bas Be- ftnben bet Großderzog« : Bei ber gestrigen Temperatursteigerung erreichte der Puls Nachmittag« 4 Ubr 108 Schläge unb fiel bann langsam. Da« Allg^ metnbeftnbcn ist bei größerer Unruhe ein wenig alterirt. Der Schlaf war de« Morgens ruhig. Heute ist ber Besammtzustanb des Großherzog« ben Umstän. den nach zufriedenstellend.

Aeutfchland.

Darmstadt, 9. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog find gestern Abend 10 Ubr von dem Aufenthalte zu Nidda hierher zurückgekehrt.

Darmstadt, 9. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nah. men beute uiilnärische Meldungen entgegen unb empfingen den Oberstlieutenant o. d. Osten, ben Major v. Mohl, ben Rittmeister ä la suiw Hehl, den Dr Lemfer, Beigeordneten ter Statt Offenbach, den Proseffor Dr. Etienne Laspeyres, Rector der Lanbes-Universitä,; zum Vortrag den StaatSminifler 8rtin®e»Hn,d 8. November. Se. Maj. der Kaiser wird dem Vernehmen nach den Reichstag in. Weißen Saale des Königl. Sdilofie« In Person eröff. neii. Der Reichskanzler Fürst Bi-marck wird dem Monarchen die Thronrede

Berlin 8. November. Die Socialdemokratie macht die denkbar^ lichsten Anstr,ngui gen, um bei den Stichwahlen im 4. und 6. Berliner Wahl­kreise ihre Candidaten d, rchzubrmgen. DaS <oc'alifitsche Wablcomitä hat dem Sömal. Polizeipräsidium dos Manuscript eines Wahl-Flugblattes überreicht milder Anfrage, ob der Derbretturg aesetzlich etwas im Wege stunde. Dem Vernehm n nach hat das Pol»zeipräsidium jede Erklärung hierüber abgrlehnt und sich die weiteren Entlchließnngen Vorbehalten.

Für heute Abend waren unter der Firma:annsorischnttliche Wahl- Versammlungen" zwei Versammlungen, btt eine im 4., die andere im 6. Wahl- kreise bcabsichttgt gewesen, deren Tagesordnu g lautet:Die Stellung der Fortschrittspartei zur Arbeiterfrage." Referrnt im 4. Wahlkreise sollte sein vvn August Bebel, im 6 Herr Wilhelm Hasenclevrr. Wie wir hören, 'st die Abhaltung beider Versammlungen aus Grund des $ 9 des ^oc a- lillen-Gesetze- verboten worden.

V __ E,n anschauliche- Bild von der in den letzten Jahren gesteigerten Tbätigkeit der politischen Vereine in Berlin geben die nachfolgenden authenti- sch en Zahlen ber polizeilich überwachten Versammlungen. Iw-Jahrei 1877 tourten im Ganzen 985 Versammlungen überwacht, im Jahre 1878, trotzdem toti die Wahlen zum Reichstage hatten, nur 887, im Jahre 1879 nur 866. qi mÄfetn »fiat llch die Steigerung pro 1880, denn die Summe der über- wachten Versammlungen hob fick ouf 1006, um dann <881 ^ koloffal' Ziffer von 2577 ,u erreichen wobei roch b'merkt werben muß, baß bte!e Z°bl nur für 10 Monate, b. b bis Enbe Oktober reicht; wenn bte Progression so fort, lebt bann wirb ba« Jahr 1881 wohl mit 3000 polizeilich überwachten, also politischen Versammlungen abschließen. Jntereffant ist die "

Ziffern auf bie einzelnen Monate bes laufenb.n J°btes- Es wurb n 'm Januar 182. ,m Februar 197 ,m Mär, 161. fm »prü 214. '" Ma. 236^ im Juni 197, im Juli 174, im August 199, tm September 372 unb im Oktober 645 politische Versammlungen p°>'zellich überwacht.

Die Berussstänbe werten im neuen Reichstage in Weise

vertreten fdn : Von ben bis setzt . ewählten «bgeortneten sinb 84 RsttergutS- unb Gutsbesitzer, außerdem 7 Hofbesitzer unb Oeconomen unb 2Smt«r4 be während ba« richterliche Element vertreten, ist durch 8 Amtsgerichtsräthe, 5 Landgerichtsrälbe, je 1 Oberlandesgerichtsraih unb Amtsrichter. D.e Rechts anwaltlchaft wild burch 17 TOitglieter vertreten fein, Himbel unb Jnbustr.e entfenben 16 Fabrikbesitzer, 2 Fabrik.Irectoren, 7 Kaufleute, 2 Bankier-, je 1 Düttenbesitzer, Holzbändler, Brauereibefitzer, die Verwaltung 11 Landräthe (5 Lordräthe a. D ), 4 RegierungSrärhe, je 1 Oberpräsider.ten (v.

unb 9iegterung8brifib" ten, 2 Cberpräftbenten a-D- (Gras Arnim unb v. Kleist- Retzow), 3 Santeäbirectoren (v. Sauden, Bennigsen, v. Levetzvw) unb 1 Voliieipräfib.nten; 5 Rebacteure unb politische Schriftsteller nehmen neben 2 Oberstaatsanwälten Platz, ihnen reiben sich an: 18 Rentier«, 2 acti.e Slaatsminister (v. Puttkamer unb v. Gvßler), 3 Minister «.^.(Hobrecht, galt unb Winbtborst). Die katholiiche Geistlichkeit ist durch 20 Abgeordnete vertreten b e evangelische entsendet nur ben fortschrittlichen Prcbczer Neßler. Das Militär wirb allein durch den Generalfeldmarschall Gras Moltke reprä- fentirt, unter ben inactiven Officieren befinbet P* ©eneralheutenant v-Luderitz ; ber Hos ist burch einige Kammerh-.rren wie bte Herren v. Colmar, v. Brand, v. Waldau Reitzenstein unb burch Oberstjägermetster Fürsten Plcß Der treten. Die Cowmunalverwaltung s'ndet 2 Oberburger-reiü.r iojcrdenbed und H," mPT\ 3 Düraermeister, 1 Gememderath, die Wiffenschast und Pädagogik 8 UnivbfitLtsxrofefforen, je 1 Gvmnafialbirector, Jnstltutsvorsteber Rector. Außerdem finden wir noch je 1 Geh. Hofrath.Geb. Commerzrenrathi,5* Halter a D-, Legatwnsrath und Gesandten a. D-, 2 Aerzte und die Syndici der Berliner Kaufmannschaft und der städtischen Verwaltung ^»lms

Daß die Matrikular-Beiträge, d. h. die Leistungen der einzelnen Bundesstaaten, im Reichshaushalts-Etat pro 1882 und 83 sich hoher stellen

-------- Prel» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit »ringerlohn.

Erscheint täglich mit Ausnahme b<o WontaQt. Durch die Post bezogen r'erteljährlich 2 Mark .'»0 Pf.

Nr. 26 be« Reichs-Gesetzblatt«, ausgegeben den 5. l. M., enthält: (Nr 1450.) SPerorbnung, betreffenb bie Einberufung beS Reichstag«. Vom 4 November 1881.

SI e ß e n, am 9. November 1881. GroßherzoglftheS Kreisa^t Gießen.___________________

Hesterreich.

Wien, 8. November. Wie wir vernehmen, wirb bas Projekt einer Zusammenkunft be« Kaiser« granz Josef mit bem Czaren, obgleich bie auf biefelbe bezüglichen Gerüchte ziemlich verstummt finb, nicht als aufgegeben be. tradjtet. Es wirb aber baran festgehalten, baß man über Ort unb Zelt erst bann KenMwß erlangen solle, bis sie wirklich stattfinbet. DeShalb würben, sowie alle bisherigen bezüglichen Gerüchte flch al« falsch herauSstellten, auch etwa'ge neuerliche sich als grunbloS erweisen. Jebensalls soll bie Möglichkeit ter Begegnung weit näher liegen, als bie Erklärungen Kallay's in bem Aus- schusse bet ungarischen Del-gation erscheinen laffen.

Amerika.

New-Bork, 7. November. Die burch bie Krankheit unb ben Tob Garfield's verursackten Unkosten werben auf ungefähr 350,000 Doll, veran­schlagt, von welcher Summe jeboch ber größere Theil von bem Staate Ohio unb ber Stabt Cl'velanb getragen werben wirb. Die Fvrberungen ber Aerzte Garfield'« treiben sich, ben Angaben mehrerer Blätter zufolge, muthmaßlich auf lulammer. 52 000 Doll, belaufen, ttotzbem, wie es heißt, bie Doctoren Woob- warb unb Darmes als Militärärzte, sowie Dr. Boynton, all Verwanbter ber Familie G'rfielb, keine Rechnung einzureichen gedenken.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'- telcgr. Correspoudeuz - Bureau.

9 November. Da- heute über das Befinden des Groß- Herzo/Ä^ne' Bulletin lautet: Gestern trat eine sehr w°hlthät.ge Re. miisimi ein während heute wieder eine mäßige Steigerung des F>ebers sich zeigt. Die Nacht war etwas unruhig, das Befinden Ist jedoch nicht unbe- ^'^Baden-Baden, 9. November. Die Abreise Ihrer Maj. der Kaiserin

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11,119 Stimmen erhielt.